Tanz – Eine sylphidische Träumerei in Stunts

Florentina Holzinger
Performance
D’haus Central
Große Bühne
Worringer Str. 140
40210 Düsseldorf
Ticketpreise| normal| ermäßigt
EARLY BIRD| 20,70 €| 13,50 €
VORVERKAUF| 23,00 €| 15,00 €
ABENDKASSE| 28,00 €| 18,00 €
Do 16.07.2020 20:00 Uhr
Fr 17.07.2020 20:00 Uhr
in englischer Sprache

Dauer: 2 Std 15 Min, keine Pause

Altersempfehlung: ab 18 Jahren

In einigen Szenen kommen selbstverletzende Handlungen zur Darstellung, die auf manche Zuschauer*innen verstörende Wirkung haben könnten. Wir weisen darauf hin, dass viel Blut und explizite Nacktheit zu sehen sein werden.

»Höchst kunstvoll, wahrhaft spektakulär und leicht aggressiv« (Frankfurter Rundschau)

»Sie ist keine, die aufhört, wenn es wehtut«, schrieb DIE ZEIT über Florentina Holzinger, die aktuell als eine der aufregendsten Performerinnen gilt. Seit 2011 bereichert die Wienerin die internationale Performanceszene mit schwindelerregender Akrobatik, muskulösen Frauenkörpern und Martial-Arts-Kampfszenen – popkulturelle Referenzen und ein Faible für Trash kommen dabei nicht zu kurz. Ihre Performances haben Kultstatus, sie geht an die Grenzen – des guten Geschmacks und ihres eigenen Körpers. Im Zentrum von Holzingers Arbeit steht der weibliche Körper, den sie als Experimentierfeld begreift, mit dem man alles machen kann.

In ihrer neuen Arbeit Tanz, entstanden in Koproduktion mit dem asphalt Festival, befasst sie sich mit der Disziplinierung des Körpers durch das Ballett. Dazu bedient sich Holzinger eines Ensembles von elf supercoolen, starken Frauen zwischen 20 und 80 Jahren, die weitgehend splitternackt agieren und aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen: Tanz, Ballett, aber auch Theater und Zirkus. Protagonistin ist die 80-jährige Beatrice Cordua, die lange John Neumeiers Primaballerina war und weltweite Berühmtheit erlangte, als sie 1972 erstmalig Le sacre du printemps nackt tanzte. In Tanz studiert Cordua mit einer Ballettklasse La Sylphide ein – ein Ballettstück von 1832 mit schwebenden Luftgeistern und Feenwesen (Sylphiden), das als Geburtsstunde von Tutu und Spitzentanz gilt und bis heute das Image von Ballett prägt. Doch Holzinger blickt aus heutiger, feministischer Perspektive auf das Thema, holt die verklärte Welt des romantischen Balletts radikal, tabulos und schockierend ins 21. Jahrhundert und macht daraus einen wahren Höllenritt. In einem opernhaften Setting zwischen Märchenwald und Hexensabbat entstehen brutale Parodien auf Bilder, wie man sie aus Ballett, Komödien und Pornografie kennt – inklusive spektakulärer Einlagen wie Stunts auf hängenden Motorrädern.

Tanz wurde als eine der zehn bemerkenswertesten Inszenierungen des Jahres zum Berliner Theatertreffen 2020 eingeladen, das als wichtigstes Festival seiner Art im deutschsprachigen Raum gilt.

Florentina Holzinger hat Choreographie an der School for New Dance Development (SNDO) in Amsterdam studiert. Kein Applaus für Scheiße (2011), die erste gemeinsame Arbeit von Florentina Holzinger und Vincent Riebeek, brachte ihr auf Anhieb den Ruf als »provokanteste Nachwuchschoreografin« ein. Neben weiteren Kooperationen mit Riebeek (Spirit, Wellness und zuletzt Schönheitsabend) zeigte Holzinger 2015 auch das Solo Recovery, in dem sie das Trauma eines schweren Unfalls verarbeitet, den sie bei einer Performance erlitten hatte. Darauf folgte die Arbeit Apollon, für die Holzinger das neo-klassische Ballett Apollon musagète in eine Zirkus-Freakshow verwandelte. Holzinger lebt in Wien und Amsterdam und wird ab 2021 an der von René Pollesch geleiteten Volksbühne in Berlin arbeiten.

»Die österreichische Performancekünstlerin und Choreografin beherrscht die Kunst, Sachen, die Menschen normalerweise nicht sehen wollen, so auf die Bühne zu bringen, dass man trotzdem gerne hinschaut.« (Der Falter)

Mit Renée Copraij, Beatrice Cordua, Evelyn Frantti, Florentina Holzinger, Lucifire, Annina Machaz, Netti Nüganen, Suzn Pasyon, Laura Stokes, Veronica Thompson, Lydia Darling

Konzept, Choreografie – Florentina Holzinger
Videodesign, Livekamera – Josefin Arnell
Sounddesign, Livesound – Stefan Schneider
Lichtdesign – Anne Meeussen
Bühne – Nikola Knezevic
Dramaturgie – Renée Copraij, Sara Ostertag
Prothetik, Maske – Studierende des Studiengangs Maskenbild an der Theaterakademie August Everding (München), Marianne Meinl
Unterstützung Stunts – Haeger Stunt & Wireworks
Stuntinstruktor*innen – Stunt Cloud GmbH (Leo Plank, Phong Giang, Sandra Barger)

Eine Produktion von Florentina Holzinger in Koproduktion mit dem asphalt Festival Düsseldorf, SOPHIENSÆLE Berlin, Spirit und Tanzquartier Wien, Spring Festival Utrecht, Productiehuis Theater Rotterdam, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt, Arsenic Lausanne, Münchner Kammerspiele, Take Me Somewhere Festival Glasgow, deSingel Antwerpen, Beursschouwburg Brüssel, Frascati Productions Amsterdam und Theater im Pumpenhaus Münster.