Festivalverbindungen im Raum

Wer in den vergangenen Jahren Veranstaltungen des asphalt Festivals besucht hat, hat bereits zahlreiche Kunstwerke von Katharina Andes gesehen: Sie gestaltet seit 2021 für asphalt die Festivalräume und markiert mit ihren Arbeiten die Spielorte im Stadtbild.

Katharina Andes – Foto Annemone Taake
Foto Annemone Taake

Katharina Andes studierte Modedesign an der FH Bielefeld und absolvierte ihren Master am Institut für integrative Gestaltung Masterstudio Design der FHNW Basel. Sie arbeitet als Bühnen- und Kostümbildnerin an renommierten Theaterhäusern wie dem Staatstheater Braunschweig oder den Theatern in Luzern und Heidelberg. Zudem pflegt sie eine enge Verbindung zur freien Tanzszene. Besonders fühlt sie sich in integrativen Kunstformen und an den Schnittstellen verschiedener Disziplinen zu Hause.

katharina-andes.com

Modulare Sitzinseln, die immer neue Formen und Funktionen annehmen können, filigrane Skulpturen aus Gummibändern, meterlange Upcycling-Gewänder aus LKW-Planen, die der Architektur einen schützenden Mantel überwerfen, gelbe Kabelbinder an Geländern – wer in den vergangenen Jahren Veranstaltungen des asphalt Festivals besucht hat, wird die Handschrift von Katharina Andes erkennen. Die Künstlerin gestaltet seit 2021 für asphalt die Festivalräume und markiert mit künstlerischen Arbeiten unter dem Projekttitel »kLEID | rAUM | kANDES« die Spielorte im Stadtbild.

In ihren Installationen verwebt die studierte Modedesignerin insbesondere Architektur und Textil, Kleid und Raum. Als Szenografin für den öffentlichen Raum konzipiert sie ihre Erlebnisräume nachhaltig und entwirft sie situativ für den jeweiligen Ort, passt sie an und entwickelt sie weiter. Ihre Arbeiten verfolgen eine partizipative Auseinandersetzung und sind für eine Interaktion mit den Menschen geplant.

Für das asphalt Festival hat Katharina Andes drei Gruppen von künstlerischen Arbeiten gestaltet: Ihre BEGEGNUNGSINSELN sind ein flexibles Möbelkonzept, das sich an der organischen Form einer Wabe orientiert. Die modularen Elemente lassen sich variabel anordnen und dienen als Sitzgelegenheiten, Stehtische und barrierefreie Möbel. Sie schaffen offene, anpassbare Räume für Austausch und Begegnung – ein lebendiges Zusammenspiel von Form, Funktion und Gemeinschaft. Die Installationen unter dem Titel VERBINDUNGEN erforschen den Zusammenhalt unter Spannung. Raumbildende Gummibänder spannen sich zwischen Architektur und Umgebung, dehnen sich, geben nach und formen ein flexibles Gefüge. Die elastischen Strukturen verbinden und trennen zugleich. Zwischen Spannung und Entspannung entsteht ein dynamisches Spiel aus Raum, Körper und Material. KLEID ALS RAUM erkundet das Kleidungsstück als schützenden Raum, als Haus für den Körper. Sechs Meter lange Gewänder entfalten sich in der Weite, während architektonische Mäntel aus Upcycling-LKW- und Zeltplane einen über sich hinauswachsenden Schutzraum bilden. Im Wind entsteht ein Wechselspiel zwischen Begrenzung und Entfaltung – das Kleid wird zum wandelbaren Raum, zur Hülle, in dem der Körper über sich hinaus zu wachsen scheint.

Fotos Katharina Andes

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