While I was waiting

Mohammad Al Attar & Omar Abusaada
Theater aus Syrien
Alte Farbwerke, Halle 29
Fr 13.07.2018 19:00
Sa 14.07.2018 19:00
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Unter mysteriösen Umständen wird ein junger Mann in Damaskus brutal zusammengeschlagen und fällt ins Koma. Der tragische Vorfall bringt Familie und Freunde am Krankenbett zusammen, wo sie sich nicht nur der brutalen Gegenwart, sondern auch Verdrängtem aus der Vergangenheit stellen müssen. Im Koma liegend, beobachtet Taim über den Zeitraum eines Jahres hinweg die Veränderungen in seinem Umfeld.

Taim ist nicht der einzige, der im Zustand des Wartens gefangen ist: »Ob geflohen oder geblieben, wir sind alle gleich verloren.« Der Satz steht beispielhaft für die Ohnmacht der Figuren in diesem Theaterstück, ist aber auch als Metapher für die traumatisierte Bevölkerung Syriens zu verstehen.

Die multimediale Inszenierung der syrischen Theaterschaffenden Mohammad Al Attar (Text) und Omar Abusaada (Regie) bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Fiktion und Dokumentation und übt scharfe Kritik am Assad-Regime. Vielschichtig wird die Familiengeschichte Taims mit einer Hommage an das versehrte Damaskus verwoben, inszenierte Diashows werden ebenso gezeigt wie reale Handyvideos aus der Zeit des Arabischen Frühlings. In While I was waiting wird ein Krankenzimmer, die Grauzone zwischen Leben und Tod, zum Sinnbild für das heutige Syrien, in dem seit mittlerweile sieben Jahren ein blutiger Bürgerkrieg tobt. Der syrische Musikproduzent Samer Saem Eldahr aka DJ Hello Psychaleppo liefert live den Sound zum Stück.

Der junge Dramatiker und Autor Mohammad Al Attar ist eine der wichtigsten Stimmen Syriens. Seine klugen Analysen und Kommentare werden von internationalen Medien veröffentlicht. In seinen Theaterstücken thematisiert er das Leben im Dauerzustand kriegerischer Belagerung. Al Attar lebt mittlerweile in Berlin und ist unter anderem an der Volksbühne tätig. Seit 2007 arbeitet er mit dem Regisseur Omar Abusaada zusammen. Aktuell entwickeln die beiden gemeinsam mit einer Gruppe syrischer Schauspieler*innen das Stück The Factory für die Ruhrtriennale. Abusaada lebt in Damaskus und lehrt Szenisches Schreiben am dortigen Higher Institute of Dramatic Arts. In Syrien werden die Inszenierungen der beiden nicht gezeigt.

»Ein subtil erschütterndes Stück« (New York Times)

»Theater ist ein Werkzeug des Widerstands« – Interview mit dem Regisseur Omar Abusaada

In syrischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer: 100 Minuten
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Hier geht es zur Stückbeschreibung auf arabisch …

Mit Hanan Chkir, Mohammad Alrashi, Nanda Mohammad, Reham Kassar, Mustafa Kur, Kinan Hmedan

Regie – Omar Abusaada
Text – Mohammad Al Attar
Bühne – Souhier Hamzaoui
Ausstattung – Bissane Al Charif
Musik – Samer Saem Eldahr (Hello Psychaleppo)
Licht – Abdulhamid Khalifeh
Video – Reem Al Ghazzi

Gefördert von Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland