Schwarz-helle Nacht

Theaterkollektiv Pièrre.Vers
Eine performative Zeitreise
Dauer: ca. 140 Minuten
Die Performances sind für Rollstuhlfahrer*innen nicht barrierefrei.

»Während die zwei Stunden wie nichts verfliegen, dürfen die Besucher sich selten wohlfühlen. Deutlicher kann man Geschichte kaum greifbar machen. Und dem Letzten wird klar, dass ein solches Geschehen wie 1938 heute genauso selbstverständlich möglich wäre.« (Kulturmagazin OTON)

»Eine Inszenierung, die lange nachwirkt.« (Rheinische Post)

»Die performative Zeitreise zu den Stätten der Reichspogromnacht in Düsseldorf wird zu einer zutiefst beeindruckenden, aber auch bedrückenden Collage von Erinnerungen an das schwärzeste Kapitel unserer jüngeren Vergangenheit.« (theater:pur)

Am 9. und 10. November 1938 fanden in Düsseldorf etwa 460 Überfälle auf jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger statt. Diese landesweit geplanten Aktionen gingen als Novemberpogrome in die Geschichte ein. Geschäfte und privates Eigentum wurden zerstört, Gebetshäuser vernichtet. Zeit- und Augenzeugen berichteten vom Eindringen in die intimsten Räume, von gewalttätigen Übergriffen und Todesfällen. Die Ereignisse sind ein erster trauriger Höhepunkt der systematischen Vertreibungs- und Vernichtungspolitik des NS-Regimes. Auf ihn sollten noch viele folgen.

Das neue Stück des Theaterkollektivs Pièrre.Vers basiert auf dem Archivgut der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, das die deutschlandweit umfangreichste Dokumentation von Zeitzeugenberichten zur Reichspogromnacht erstellt hat. Vier Performer*innen geben in Schwarz-helle Nacht den damaligen jüdischen Bewohner*innen der Stadt eine Stimme und führen das Publikum durch das Düsseldorf der Gegenwart zu Originalschauplätzen. Dabei tauchen lebendige Bilder und Szenen aus der Pogromnacht auf, durch tableaux vivants und Audioinstallationen im Stadtbild entstehen Assoziationen zur Situation und Bedrohung von 1938. In Wohnungen, auf der Straße, in Cafés schildern die Darsteller*innen aus der Ich-Perspektive die Erlebnisse jüdischer Menschen aus dieser Nacht und treffen auf heutige Bewohner*innen, die sich zu aktuellen Fragen nach Sicherheit, Identität und Zugehörigkeit äußern.

Die performative Tour durch die Stadt macht die Komplexität der Ereignisse rund um die Nacht des 9. Novembers 1938 in Düsseldorf sichtbar, hörbar und erfahrbar – und zwar ganz konkret, unmittelbar und mit großer Kraft.

Das Theaterkollektiv Pièrre.Vers ist ein Zusammenschluss professioneller Theaterschaffender unter der künstlerischen Leitung des Regisseurs und Schauspielers Christof Seeger-Zurmühlen und der Schauspielerin Julia Dillmann mit Sitz in Düsseldorf. Seit 2012 entwickelt es Inszenierungen im öffentlichen Raum, in denen globalgesellschaftlich relevante Themen an Hand des Mikrokosmos Stadt untersucht werden, immer unter starker Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Düsseldorf. Die performativen Stadttouren des Theaterkollektivs sind mittlerweile ein Markenzeichen des asphalt Festivals, u. a. feierten hier schon Ode an das Büdchen (2014), Düsseldorf Sous-Terrain (2016) und Garten minus Zäune (2018) Uraufführung.

Mit Anna Beetz, Julia Dillmann, Nora Pfahl, Alexander Steindorf sowie Düsseldorfer Stadtbewohner*innen

Christof Seeger-Zurmühlen – Konzept, Regie
Simone Grieshaber – Ausstattung
Bojan Vuletic – Komposition, musikalische Leitung
Klaus-Lothar Peters – Piano
Juliane Hendes und Theaterkollektiv Pièrre.Vers – Stückentwicklung
Carmen Simon Fernandez – Produktionsassistenz
Philipp Kaminsky – Tontechnik

theaterkollektiv.de

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Wiederaufnahme
Weitere Vorstellungen am:

11.03.2020, 18:00 Uhr
12.03.2020, 18:00 Uhr
13.03.2020, 18:00 Uhr
18.03.2020, 18:00 Uhr
19.03.2020, 18:00 Uhr
20.03.2020, 18:00 Uhr

Karten für die Termine im März 2020 sind ausschließlich über Westticket erhältlich
shop.derticketservice.de/duesseldorf-festival
Ticket-Hotline 0211 274000

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Eine Produktion von Theaterkollektiv Pièrre.Vers in Koproduktion mit dem asphalt Festival und dem düsseldorf festival, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Kulturamt Düsseldorf, der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf, in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, der Rheinbahn AG, dem LVR Zentrum für Medien und Bildung, mit freundlicher Unterstützung von Hotel Max Brown Midtown