Uraufführung

ROM / MENSCH

Eine performative Shuttle-Tour mit Düsseldorfer Rom:nija

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Tickets
16,– normal
8,– ermäßigt
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Dauer: ca. 90 Min.
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Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei.

 

Wie kann
ein gleich-
berechtigtes
Miteinander
gestaltet
werden?

›Rom‹ heißt in allen Romanes-Dialekten ›Mensch‹. Sinti:zze und Rom:nija sind Teil unserer Gesellschaft. Sie leben und arbeiten – einige erst seit kurzem, andere schon seit Jahrhunderten – mitten in unserer gemeinsamen Welt. Aber was weiß man eigentlich über sie? Die Klischees und Vorurteile sind schnell bei der Hand: wahrsagende Frauen mit langen Röcken, Familien, die in der Fußgängerzone Musik machen, oder Menschen, die in Bussen und Bahnen andere bestehlen. Aber auch die Verheißung von Ungebundenheit und Freiheit umgibt Sinti:zze und Rom:nija. Ob nun aber verachtend oder romantisierend überhöht: All das hat mehr mit denen zu tun, die drauf gucken als mit denen, die gemeint sind. Die Diskriminierung der Sinti:zze und Rom:nija hat eine lange, beschämende Tradition. Dass die Mehrheitsgesellschaft wenig über ihre Kultur und Gebräuche weiß, hat teils schwerwiegende Konsequenzen für den Alltag dieser Menschen in Deutschland.

Vor dem Hintergrund immer noch stark anhaltender Vorurteile und daraus resultierender Diskriminierungserfahrungen beleuchtet Regisseur Stefan Herrmann, der selbst aus einer Sinti-Familie stammt, einige Lebensgeschichten dieser Bevölkerungsgruppe. Zusammen mit Rom:nija aus Düsseldorf hinterfragt er in einer performativen Shuttle-Tour das gemeinsame Zusammenleben. Jeder Mensch hat bestimmte Vorstellungen von Stereotypen und Klischees. Aber wie entstehen diese eigentlich und was macht es mit denen, die damit beschrieben werden? Wie kann Sichtbarkeit in einer Welt voller Vorurteile funktionieren? Wie kann ein Miteinander gleichberechtigt und auf Augenhöhe gestaltet werden? In Zeiten einer zunehmend vehementer argumentierenden Identitätspolitik wird es immer schwieriger sich zu verständigen. Wie kann eine pluralistische Gesellschaft funktionieren? Wie schafft man wirkliche gesellschaftliche Veränderung? ›ROM / MENSCH‹ führt eindrucksvoll vor Augen, wie notwendig respektvolle und menschliche Begegnungen für ein gemeinsames Zusammenleben sind.

Das Publikum begibt sich pro Vorstellungstermin in sechs Gruppen à sieben Zuschauer*innen per Großraumtaxi zu verschiedenen Stationen auf eine Reise durch die Stadt. Auf den Fahrten hört es Lebensgeschichten Düsseldorfer Rom:nija. Die einzelnen Spielorte liegen in Flingern und Lierenfeld und haben für die Düsseldorfer Rom:nija eine historische Bedeutung, aber auch ganz konkret mit ihrem Alltag zu tun. 

Stefan Herrmann, geboren 1976 in Hamburg, hat sein Regiehandwerk u. a. als Assistent bei Zadek, Peymann, Tabori, Langhoff und Lösch gelernt und war an verschiedenen Theatern in Deutschland engagiert, etwa an den Hamburger Kammerspielen, dem Berliner Ensemble und dem Staatstheater Stuttgart. Er bewegt sich als Regisseur zwischen Produktionen mit Profischauspieler:innen an Stadttheatern und freien Produktionen mit den sogenannten ›Expert:innen des Alltags‹, die er meist mit seinem Kollektiv ›The Beautiful Minds‹ realisiert. 2017 gewann seine Inszenierung von ›Michael Kohlhaas‹ den deutschlandweit renommierten Monica-Bleibtreu-Preis. Seit mehr als zehn Jahren entwickelt Hermann partizipatorische und biografische Theaterprojekte zu gesellschaftlich relevanten und brisanten Themen. Er ist außerdem Schauspieldozent und lebt mit seiner Familie in Bonn.

mit Düsseldorfer Rom:nija 

Regie: Stefan Herrmann
Dramaturgie: Juliane Hendes

Eine Produktion im Auftrag des asphalt Festivals, gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Projektes #Extended Space, mit freundlicher Unterstützung vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der Kulturstiftung Matrong

Mit besonderem Dank an die Rheinbahn AG und an das zakk – Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation in Düsseldorf

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