Deutsche Erstaufführung

Dark Noon

Fix & Foxy
Ein afrikanischer Western über europäische Migration
Do 23 Juni 2022 20:00
Fr 24 Juni 2022 19:30
Sa 25 Juni 2022 19:30

Spielort: Weltkunstzimmer, Glashalle

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Dauer: 120 Min.
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
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Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellungen am Fr 24.6. und Sa 25.6.

»
A
dynamic
and
explosive
performance
«

(CPHCulture)

In einem Dorf mit Saloon, Goldmine, Eisenbahn und Kirche, errichtet auf rotem Lehmboden, drehen sieben südafrikanische Schauspieler:innen einen Western – und entlarven dabei all die gängigen, romantisierenden Klischees des Genres.

Die vielfach preisgekrönte Produktion ›Dark Noon – a western about us‹ entwickelten der dänische Regisseur Tue Biering und der südafrikanische Choreograf Nhlanhla Mahlangu gemeinsam mit Darsteller:innen aus Johannesburg und Pretoria. Das Stück taucht ein in die Zeit, als Millionen verarmte, weiße Europäer:innen über den Atlantik nach Amerika flohen, um sich im Wilden Westen ein neues Leben aufzubauen. Die Einwander:innen kämpften um eine zweite Chance, wollten Land erschließen, nach Gold schürfen und vom amerikanischen Traum zehren. Es ist eine gefährliche, nicht selten tödliche Reise: In »God’s own country« sind Leben nicht viel wert beim gnadenlosen Streben nach Glück.

Lange wurde die Geschichte ausschließlich aus der Perspektive der weißen, männlichen Bevölkerung dargestellt – die Vertreibung der amerikanischen Ureinwohner:innen und der damit einhergehende Völkermord an ihnen spielt in Western keine Rolle. ›Dark Noon‹ analysiert das Genre in einem satirischen Parforceritt durch die gnadenlose amerikanische Eroberungsgeschichte und entlarvt damit umso klarer die historische Fragwürdigkeit von Wildwest-Mythen.

Das Stück beginnt mit einer leeren Bühne. Nach und nach wird das Bühnenbild errichtet, während die Einwander:innen ihre Stadt in dem rauen, unwirtlichen Land aufbauen, in dem nicht alle Träume in Erfüllung gehen. Praktisch aus dem Nichts entwickelt sich ›Dark Moon‹ zu einem großen, visuell und emotional packenden Theaterspektakel mit schnellen Rollenwechseln, mitreißendem Rhythmus, Gesang und Hip-Hop-Musik in der Tradition des südafrikanischen Storytellings. Dabei werden die Europäer:innen von schwarzen Schauspieler:innen verkörpert. Insofern ist ›Dark Noon‹ nicht nur eine aus südafrikanischer Sicht erzählte Allegorie über den Kolonialismus der Weißen in der afrikanischen Welt, sondern hinterfragt auch, wer wen repräsentieren darf – ein kluger Kommentar zu aktuellen Debatten über kulturelle Aneignung.

Das dänische Kollektiv Fix & Foxy produziert seit über zehn Jahren Theaterstücke, Performancekunst und immersive Installationen. Dem künstlerischen Leiter Tue Biering und seinem Team gelingt es meisterhaft, komplexe Narrative durch spielerische, unterhaltsame Formate zu erzählen und dabei Vorurteile zu hinterfragen. Oft laden Fix & Foxy dazu Menschen auf die Bühne ein, die nur selten in Theatern gezeigt oder repräsentiert werden. ›Dark Noon‹ ist Fox & Foxys jüngste Produktion, wurde u. a. beim Reumert Award 2020, dem nationalen dänischen Theaterpreis, in der Kategorie ›Sonderpreis‹ ausgezeichnet und war für das Bühnenbild des Jahres nominiert.

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Das sagt die Presse:

»Es ist anders und ich wage zu behaupten, dass es brillant ist. ›Dark Noon‹ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, was moderne darstellende Kunst bieten kann!« (Ungt Teaterblod)

»›Dark Noon‹ ist eine echte Ensemble-Performance von Anfang bis Ende, ein Füllhorn an Ideen, Energie und Wildheit. Regisseur Tue Biering hat zusammen mit dem südafrikanischen Choreographen Nhlanhla Mahlangu eine wirklich einzigartige Performance mit internationalem Potenzial geschaffen.« (Danish Arts Council)

»›Dark Noon‹ hat mich tief berührt, mir eine Gänsehaut beschert, mich laut lachen lassen und einen Kloß im Hals verursacht.« (Enturikulturland.blogspot.com)

mit Bongani Bennedict Masango, Joe Young, Lillian Tshabalala, Mandla Gaduka, Siyambonga Alfred Mdubeki, Katlego Kaygee Letsholonyana und Thulani Zwane

Regie, Konzept: Tue Biering
Choreografie, Co-Regie: Nhlanhla Mahlangu
Bühne: Johan Kølkjær
Ton: Ditlev Brinth
Licht: Christoffer Gulløv
Ausstattung: Marie Rosendahl Chemnitz
Kostüm: Camilla Lind
Video: Rasmus Kreiner
Produktion: Karoline Holm Michelsen
Internationale Produktion: Annette Max Hansen

fixfoxy.com