Uraufführung

Dramaturgie für eine Konferenz #2

Laakkuluk, Nyamza, Taneja, Ómarsdóttir
Virtuelle Art Performance
Mo 27 Juni 2022 18:00
freier Eintritt
Di 28 Juni 2022 10:00
freier Eintritt
Mi 29 Juni 2022 10:00
freier Eintritt
Do 30 Juni 2022 10:00
freier Eintritt
Fr 1 Juli 2022 10:00
freier Eintritt
Sa 2 Juli 2022 11:00
freier Eintritt
So 3 Juli 2022 11:00
freier Eintritt
Di 5 Juli 2022 10:00
freier Eintritt
Mi 6 Juli 2022 10:00
freier Eintritt
Do 7 Juli 2022 10:00
freier Eintritt
Fr 8 Juli 2022 10:00
freier Eintritt
Sa 9 Juli 2022 11:00
freier Eintritt
So 10 Juli 2022 11:00
freier Eintritt

Spielort: K21 – Kunstsammlung NRW
Freier Eintritt

In englischer Sprache mit deutschen Untertiteln
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Tablets und Kopfhörer zum Erleben der virtuellen Art Performance können an der Theke auf der Piazza gegen Hinterlegung eines Pfands ausgeliehen werden.
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Öffnungszeiten des Museums: Di – Fr 10:00 – 18:00 Uhr, Sa – So  11:00 – 18:00 Uhr

Wie
findet
man
Wahrheit
ohne
Beweise
?

Die Projektserie ›Dramaturgie für eine Konferenz‹ des argentinischen Künstlers Matías Umpierrez schafft Raum für Denker:innen und Künstler:innen, gemeinsam Fragen der Zeit performativ zu untersuchen. Im Auftrag von Umpierrez haben Einat und Eyal Weizman ein Manual mit dem Titel ›Negative Evidenz‹ verfasst, das vier indigenen Performerinnen zur Verfügung gestellt wurde, damit sie auf dessen Basis eine Performance entwickeln. Die vier Solo-Performances sollten ursprünglich beim asphalt Festival 2021 präsentiert werden, doch die Reisebeschränkungen während der Pandemie verhinderte dies. Anstatt das Projekt abzusagen, erarbeiteten die Künstler:innen ein neues Konzept für die Dramaturgie einer Konferenz in der erweiterten Realität, die nun bei asphalt 2022 uraufgeführt wird.

Die Performerinnen stellen jeweils eine konkrete Begebenheit ins Zentrum einer künstlerischen Arbeit, die kolonialistische Strukturen in ihren Herkunftsländen entlarvt. Die Inuk-Performerin Laakkuluk Williamson Bathory aus Kanada, die Xhosa-Choreografin Mamela Nyamza aus Südafrika, die indische Performerin Mallika Taneja und die isländische Choreografin Erna Ómarsdóttir folgen dem im Manual vorgegebenen Pfad des ›forensischen Theaters‹

Das Manual ist eine Anleitung, um Dokumentartheater neu zu definieren. Ausgangspunkte liefern aktuelle Dokumente des 21. Jahrhunderts wie Tweets, Blogs, Fotos, Artikel oder Videos. Es wird analysiert, was eine wahre Aussage heute ausmacht und ob Kunst der Wahrheit zu einem neuen, kraftvollen Ausdruck verhelfen kann. Wie findet man die Wahrheit, wenn es keine Beweise gibt? Die Übertragung der Solo-Performances in die erweiterte Realität macht die Beantwortung dieser Frage umso spannender. Der dabei angestoßene Diskurs zur Wahrnehmung von kolonialen Machtstrukturen erhält durch die körperliche Abwesenheit der Performerinnen inhaltlich wie ästhetisch eine besondere Dringlichkeit.

Während der Öffnungszeiten des K21 können kostenlos Tablets und Kopfhörer ausgeliehen werden, um die Solo-Performances als Augmented-Reality-Installation zu erleben. Die Zuschauer:innen können sich dabei sowohl auf dem Außengelände des K21 als auch auf der Piazza bewegen und so eine Verbindung zwischen virtuellem und analogem Raum eingehen.

Einat Weizman ist Dramatikerin und Regisseurin. Ihr dokumentarisches Theater untersucht ›blinde Flecken‹ der israelischen Realität. Eyal Weizman ist Architekt, Schriftsteller, Professor für Spatial and Visual Cultures und Direktor des Centre for Research Architecture am Goldsmiths College in London. Seine Forschungsagentur ›Forensic Architecture‹ untersucht Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Matías Umpierrez gilt als einer der innovativsten Theaterregisseure Lateinamerikas, seine Projekte u. a. mit seiner Compagnie Plataforma Fluorescente bewegen sich zumeist an der Grenze zwischen Theater und bildender Kunst. Seine Arbeiten werden weltweit in Theatern und Museen gezeigt, zudem entwickelte er ›site-specific performances‹ u. a. in Fabriken in Sâo Paulo oder auf Berggipfeln in den Pyrenäen.

Die Agentur A4VR mit Sitz in Düsseldorf ist europaweit führend für Konzepte und Anwendungen in der virtuellen und erweiterten Realität. Gemeinsam mit A4VR konnte die erste Dramaturgie für eine virtuelle Konferenz konzipiert werden.

Eine Produktion des asphalt Festivals in Koproduktion mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, in Kollaboration mit dem Festival Theater der Welt 2021, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes

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von und mit Laakkuluk Williamson Bathory, Mamela Nyamza, Mallika Taneja, Erna Ómarsdóttir

nach einem Konzept von Matías Umpierrez / Plataforma Fluorescente
Text: Eyal & Einat Weizman