Ronya Othmann

die verbrechen
Lesung

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Veranstaltung mit Kopfhörern
Die Seebühne am Schwanenspiegel schwimmt auf dem Wasser, während das Publikum auf den Terrassen am Ufer sitzt. Um die Zuschauer:innen mit dem Geschehen auf der Bühne zu verbinden, kommt ein Kopfhörersystem zum Einsatz, das vor jeder Nutzung frisch desinfiziert wird.

»
Ein
poetischer
Coup von
internatio-
naler

Größen-
ordnung
«
(Deutschlandfunk)

»wir werden die detonation rückwärts lesen.« Die Wörter können viel im lang erwarteten ersten Gedichtband Ronya Othmanns. Sie kennen keine Grenzen für Zeiten, Begehren und Nationen. Sie bergen und betrauern die verschütteten Geschichten des Lebens zwischen allen Konventionen und Kulturen. In ihrem Lyrikdebüt »die verbrechen« thematisiert Ronya Othmann Flucht und Zerstörung. Widerständig und zugleich an jeder Stelle ungeschützt und intim tragen ihre existenziellen Gedichte einen neuen Ton in die Gegenwart. Die menschenverachtenden Verbrechen der Welt und das pure Glück, die Fremde des eigenen Lebens und das nie endende Heimweh finden zusammen in all dem »wovon du weißt, wenn du deine augen schließt«.

Ronya Othmann wurde 1993 in München als Kind einer deutschen Mutter und eines kurdisch-jesidischen Vaters geboren und lebt in Leipzig. Sie erhielt u. a. den Caroline-Schlegel-Förderpreis für Essayistik, den Lyrik-Preis des Open Mike, den Gertrud-Kolmar-Förderpreis und den Publikumspreis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs und schreibt seit 2021 für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung die Kolumne ›Import Export‹. In ihrem vielfach preisgekrönten Romandebüt ›Die Sommer‹, 2020 erschienen im Hanser-Verlag, erzählte die Autorin bereits die Vertreibungsgeschichte des väterlichen Teils ihrer Familie. Othmann kennt aus eigener Erfahrung das Siedlungsgebiet der Jesiden, das gleichsam zwischen den Grenzen der Türkei, Syriens und Iraks zerrieben wird. Ihre Gedichte führen vor Augen, was dort nicht erst seit den Massakern 2005 verloren geht. 

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Das sagt die Presse:

»Othmanns Texte belegen über Gattungsgrenzen hinweg eine tiefschürfende Auseinandersetzung mit Vertreibung, Flucht und Heimweh, mit Repressionen und Massakern an Minderheiten weltweit. Aus ihrer Familiengeschichte hat sich, so scheint es, eine Art Lebensthema herausgebildet, an das sie genreunabhängig mit hohen ethischen Ansprüchen herangeht. […] Mit ›die verbrechen‹ hat Ronya Othmann einen poetischen Coup von internationaler Größenordnung gelandet.« (Deutschlandfunk)

»Die Gedichte bringen mit großer sprachlicher Pracht und präziser Komposition karge Landschaften und existenzielle Gefühle vor Augen.« (rbb Kultur)

»Die Bilder, die Othmann für diese Sprachlosigkeit findet, sind von geradezu körperlicher Intensität. Ronya Othmann bringt das Schweigen zum Sprechen und erzählt unter anderem von einem Schmerz, den die türkische und europäische Politik verursacht hat.« (Jungle World)

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #Kunststörer

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von und mit Ronya Othmann

ronyaothmann.com

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