Moscoviáda

Gastspiel von Divadlo X10 (CZE)
nach dem Roman von Juri Andruchowytsch

– – –
Spielort:
D’haus Central am Hbf.
Worringer Straße 140
40210 Düsseldorf
– – –
Pay what you can – sozial gerecht und verantwortungsvoll
Ticketpreise:
VVK 9 – 36 Euro
Abendkasse 10 – 41 Euro
– – –
Sprache: Tschechisch mit deutschen und ukrainischen Übertiteln
Dauer: 2 Std., keine Pause
Im Anschluss an die Vorstellung wird ein Nachgespräch angeboten.
– – –
Die Veranstaltung ist für Rollstuhlfahrer*innen barrierefrei.

»
Ein
wirklich

bemerkens-
wertes
Stück
«
(kultura.iDNES.cz)

Moskau, Anfang der 90er-Jahre. Der ukrainische Dichter Otto von F. erwacht verkatert im Wohnheim des Literaturinstituts Gorki. Dort leben die poetischen Hoffnungen aus der sowjetischen Provinz auf engem Raum. Das Imperium zerfällt, die Stimmung ist gereizt, der Wodka knapp. Gegen seinen Zustand ankämpfend macht sich Otto auf den Weg durch die Hauptstadt des zerfallenden Reichs, strandet in einer Absturzkneipe, in der Wohnung seiner zornigen Geliebten und im Kaufhaus »Kinderwelt«. Hier gerät er in die Gewalt von Geheimdienstbeamten, die in den Katakomben unter dem Kreml ein Rattenheer züchten. In dieser »Unterwelt«residieren die Eminenzen der russischen Großmacht, ihre Fantasien nehmen grausige Gestalt an und die Ukraine wird als ur-russisches Territorium gefeiert.

»Das Imperium liebäugelte mit der Idee der Freiheit, der Erneuerung und des Fortbestehens. Aber als die alte Hure des Reiches ihre ursprüngliche Haut abstreifte, stellte sich heraus, dass sie nichts anderes zu tragen hatte.« (Juri Andruchowytsch, Moscoviáda)

Juri Andruchowytsch ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Autoren, Dichter und Essayisten der Ukraine. In seinem berühmten, auch international erfolgreichen und in viele Sprachen übersetzten Roman »Moscoviáda« (»Die Moskauer«, 1993) skizziert er in einem karnevalesken Tableau die Auflösung des Sowjetimperiums, zugleich aber auch, wie der Wunschtraum einer ewigen russischen Großmachtweiterlebt. In der aktuellen geopolitischen und militärischen Situation ist der Text visionär und erschreckend. Regisseur Dušan David Pařízek verwandelte den »Schauerroman« in eine Bühnenfassung, die Uraufführung fand im Dezember 2022 in Prag statt. Die Inszenierung war für den Theatre Critics‘ Award nominiert undSchauspieler Martin Pechlát erhielt für seine Rolle den Thalia-Preis und den Divadelní-noviny-Preis.

Das Kollektiv Divadlo X10 (»Theater X10«) aus Prag ist eine offene Plattform für zeitgenössisches Theater und arbeitet nicht nur mit bestehenden dramatischen Texten, sondern initiiert auch neue Stückentwicklungen. Regisseur Dušan David Pařízek wurde für seine Arbeit vielfach ausgezeichnet und sorgte mit Uraufführungen und tschechischen Erstaufführungen von Texten Rainer Werner Fassbinders, Heiner Müllers, Elfriede Jelineks, Peter Handkes oder Thomas Bernhards auch über die Grenzen Tschechiens hinaus für Aufsehen. Wiederholt adaptierte er Werke von Franz Kafka, Robert Musil oder Jaroslav Hašek für die Bühne. Seit 2002 führt Pařízek regelmäßig auch im deutschsprachigen Raum Regie, u. a. am Schauspiel Köln, am Deutschen Theater Berlin, bei den Salzburger Festspielen, am Schauspielhaus Zürich, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Wiener Burgtheater und am Schauspielhaus Bochum. Seine Inszenierungen wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen und im In- und Ausland vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Preis der tschechischen Theaterkritik oder dem Nestroy für die beste Aufführung und die beste Regie, und landeten in der Kritiker*innenumfrage von »Theater heute« auf den Spitzenplätzen.

– – –
Das sagt die Presse:

»Dušan D. Pařízek hat Andruchowytschs Roman ›Moscoviáda‹ in eine minimalistische, allegorische Inszenierung verwandelt hat, die dem großen Roman Tribut zollt.« (advojka.cz)

»Die Suada von ›Moscoviáda‹ ist so unangestrengt wie atemlos: Jeder Scherz wird schon im nächsten Augenblick überboten. So erzählen Hofnarren und Jahrmarktskünstler. Mit groteskem Spott über das Imperium hält sich Andruchowytsch die Trauer über den unbeschreiblichen Zustand seiner kolonisierten Heimat vom Leib.« (Deutschlandfunk Kultur)

»In einer Art Schock-Collage entsteht das Sittengemälde einer zutiefst brutalisierten, vulgarisierten Gesellschaft.« (republik.ch)

– – –

Gefördert von der Kunststiftung NRW

mit Gabriela Míčová, Stanislav Majer, Václav Marhold, Martin Pechlát

Regie, Stückfassung, Bühne: Dušan David Pařízek
Übersetzung: Miroslav Tomek, Alexej Sevruk
Dramaturgie: Ondřej Novotný
Dramaturgische Zusammenarbeit: Ralf Fiedler
Musik: Peter Fasching
Kostüm: Kamila Polívková
Foto: Patrik Borecký
Assistenz Kostüm und Bühnenbildbau: Magdaléna Vrábová

divadlox10.cz/en

Skip to content