Idee

asphalt ist ein Fest der Künste und präsentiert innerhalb von elf Tagen ein dichtes und spannungsgeladenes Programm aus zeitgenössischen nationalen und internationalen Gast- spielen und Koproduktionen aller Genres. Das grenz- und disziplinüberschreitende Element gehört hierbei ebenso zur DNA der Festivalausrichtung wie die Idee des offenen Raums im Sinne des Dialogs. asphalt bietet Platz für sinnliche Kunsterlebnisse, überraschende Perspektiven und neue Begegnungen. Was das Festival in seiner Gesamtheit ausmacht, betrachten wir als notwendigen Kitt für die Gesellschaft.

Der Gedanke ist eng verknüpft mit den Spielorten, die sich in unterschiedlichen Stadtteilen befinden und jeweils ihren eigenen Zauber mit sich bringen. So werden wir dieses Jahr nicht nur die von vielen Besucher*innen geliebten Festival- und Industriezentren Alte Farbwerke und Weltkunstzimmej bespielen, sondern auch die große Bühne des Centrals – die (Ex)-Spielstätte des Düsseldorfer Schauspielhauses. Wir freuen uns besonders über die Kooperation mit dem Künstlerverein Malkasten, um den faszinierenden Malkastenpark als wunderbare Open-Air-Spielwiese zu beleben. Und man darf gespannt sein, wo noch überall Kunst die urbane Umgebung bereichern wird.

Inhaltlich stehen in 2019 starke und gegensätzliche Positionen sowie Ästhetiken für alle Generationen auf dem Programm, die durch einen thematischen Leitgedanken miteinander verbunden sind: HUMAN BEING HUMAN.

Der Mensch hat die Fähigkeit zur Empathie. Neben der Intelligenz, die es ihm erlaubt, geplant und effizient für sein eigenes, egoistisches Interesse einzutreten, braucht es Menschlichkeit, damit es in einer Gesellschaft nicht zur Selbstauslöschung kommt. Hier entsteht auch der Begriff der Kultur, der Kultur des Miteinanders – quasi als Gegenpol zur Intelligenz. Was geschieht, wenn die Empathie und die Kultur des Miteinanders unterdrückt werden, hat die Geschichte schmerzhaft immer wieder gezeigt. Die Fähigkeit zur Menschlichkeit dürfen wir uns nicht nehmen lassen. Insofern braucht es im Zuge großer gesellschaftlicher Veränderungen und Herausforderungen auch starke Impulse, die von Kunst und Kultur ausgehen, denn Kunst kann ein probates Mittel zur Völkerverständigung sein.

Zum Leitmotiv HUMAN BEING HUMAN entstehen in diesem Festivaljahr verschiedene neue Arbeiten. So untersucht beispielsweise der Düsseldorfer Choreograf Ben J. Riepe in Medo/Angst mit Tänzer*innen aus Brasilien und Deutschland den Zusammenhang von individuellen und kollektiven Ängsten im Kontext unterschiedlicher politischer Systeme. Das Kölner Kollektiv Futur3 fragt in der Performance Post von drüben! Ossis und Wessis nach deren Blick auf die jeweils anderen im Jahr 2019. Das Publikum wird zum Akteur und setzt sich spielerisch mit den eigenen Sichtweisen und Vorurteilen auseinander. Die neue zeitgenössische Komposition Antlitze von Macht und Ohnmacht bringt die zwei Großmeister der Jazzszene zusammen, den Trompeter Markus Stockhausen und den Pianisten Bojan Z, um Menschlichkeit, Macht, Widerstand und Flucht in Musik zu fassen.

Auch die eingeladenen Gastspiele befassen sich mit aktuellen Fragen an den Menschen und seine Humanität bzw. Inhumanität – allen voran das Chorstück Hymne an die Liebe der international preisgekrönten polnischen Regisseurin Marta Górnicka, die zeigt, wie Menschen die Kontrolle über sich verlieren und zu tickenden Zeitbomben werden können. Dass Krisen menschengemacht sind und oft aus Raubzügen einiger weniger resultieren, wird in der Doku-Satire Cum-Ex Papers deutlich. Hier geht es um Deals, die einzig und allein dem Zweck dienen, Steuergelder zu stehlen. Jede Person, die sich an diesem Geschäft beteiligt, wird reicher. Der Staat und wir alle werden ärmer! Das Sommerfestival der Künste inszeniert Situationen des gesellschaftlichen Miteinanders und des gemeinschaftlichen Feierns – und wer könnte dazu besser den Sound liefern als Carsten Meyer alias ›Erobique‹, der speziell für das diesjährige asphalt Festival ein Volkskonzert an einem magischen Ort kreiert: dem Malkastenpark.

Wir danken an dieser Stelle innig den Förderinstituten, Sponsor*innen, Partner*innen, Unterstützer*innen und Idealist*innen – allen, die an die Idee des Festivals glauben und uns Kraft geben, um das Festival weiter zu entwickeln.

asphalt ist ein Herzschlag-Festival, das über die Stadt Düsseldorf hinaus strahlen und ein Ort der Kunst und Empathie sein soll.

Christof Seeger-Zurmühlen, Bojan Vuletić & das asphalt Festivalteam

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Pressestimmen

»Ein sehr lebendiges Festival in einer wunderschönen Atmosphäre – das macht große Freude.« (Deutschlandradio Kultur)

»Das Asphalt Festival bringt Kunst dorthin, wo sie sonst nicht stattfindet: in ehemalige Fabrikhallen, auf Dachgärten und auf öffentliche Plätze. Ob Theater, Performance, Konzert oder Tanz, die Künstler kommen nicht einfach auf eine Theaterbühne oder in einen White Cube, wo sie ihre Konzepte umsetzen, vielmehr müssen sie ihre Projekte an die Orte anpassen, sie erweitern und neu definieren.« (Westdeutsche Zeitung)

»Der Theatermacher Christof Seeger-Zurmühlen und der Komponist Bojan Vuletić, die das Festival initiiert und aufgebaut haben und gemeinsam leiten, sind nun fast schon ein etabliertes Düsseldorfer Direktorenduo, aber die Freude an ihrer Idee und ihrem von Jahr zu Jahr wachsenden Erfolg ist den beiden jederzeit anzusehen.« (Süddeutsche Zeitung)

»Durch die persönliche Atmosphäre beim Festival und ihr engagiertes Programm haben sich die Gründer und Gestalter von asphalt inzwischen ein Publikum erspielt, das beides zugleich ist: experimentierfreudig und treu.« (Rheinische Post)

»In einem Zeitraum von nur fünf Jahren hat sich das Sommerfestival der Künste zu einer der Speerspitzen des Düsseldorfer Kulturbetriebs entwickelt.« (Coolibri)

»Der Schauspieler und Regisseur Christof Seeger-Zurmühlen und der Musiker und Komponist Bojan Vuletić haben ein Sommerfest aus der Taufe gehoben, das vor Kreativität nur so strotzt. Die Festivalmacher sind dabei, dem Theater neue Publikumsschichten zu erschließen.« (theater:pur)

»Das asphalt Festival ist ein Gewinn für die Stadt.« (Rheinische Post)

»Wer das wahre Gesicht der als elitär geltenden Stadt Düsseldorf entdecken will, der sollte das asphalt Festival besuchen.« (Deutschlandfunk)