Hidden Stories // BackGrounds

Wo
fängt
Kunst
an?
Wo
hört
sie
auf?

Wo fängt Kunst an, wo hört sie auf? Wann wird etwas zum Kunstwerk? Ist es nur die sorgfältig kuratierte und ausgestellte Kunst, die es zu betrachten gilt? Oder ist Kunst vielleicht alles, was uns umgibt – Orte, Geräusche, Gespräche?


Im Festivaljahr 2021 startet eine langfristig angelegte Kooperation von asphalt mit dem Institut für Medien- und Kulturwissenschaft der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Unter der Leitung von Dr. Kathrin Dreckmann und Alexander Gaida begleiten Studierende kulturschaffende und künstlerische Prozesse vor und während des asphalt Festivals und entwickeln – ausgehend von ihren persönlichen Forschungsschwerpunkten – eigene multimediale Arbeiten.

Das Projekt ›Hidden Stories // BackGrounds‹ rückt Perspektiven aus dem Hintergrund in den Vordergrund. Es nimmt ganz aktuell jeden Aspekt in den Fokus, der Kunst möglich und sichtbar macht: vom monotonen Surren der Straßenbahnen, die die Festival-Spielorte verbinden, bis hin zu den Stage Hands und Techniker*innen, ohne die ein Kunst- und Kulturfestival wie asphalt nicht möglich wäre. Die Studierenden fotografieren während des Festivals mit einer Wärmebildkamera, um äußerliche Merkmale auszublenden, aber die Umrisse des Geschehens dennoch zu erhalten. Außerdem erstellen sie Audioaufnahmen von Stimmen und Geräuschen, führen Interviews mit dem Festivalteam und begleiten die Vorstellungen.

Zum Abschluss des Festivals überlässt asphalt 2021 den Studierenden die Seebühne, um in einem Symposium den Weg von der Idee zum fertigen Projekt zu schildern und sowohl Sound-Installationen als auch Visualisierungen zu präsentieren. Damit reiht sich das Projekt als zusätzliches Element in den demokratischen Dialog über ästhetische Ereignisse ein, der das asphalt Festival ausmacht.

von und mit Carolin Baum, Hava Ezgi Idikut, Helena Krause, Sarah Rüß, 
Dr. Kathrin Dreckmann und Alexander Gaida

.

Ursi Pfennig

»
Kurz
vor’m
Schlager
abbiegen

«

Ursi Pfennig vereint Nostalgie mit Wagemut. Auch wenn Ursi eine Kunstfigur ist, die divenhaft über den Dingen schwebt, so ist sie spürbar und authentisch. Sie könnte als Freundin von Hildegard Knef durchgehen, nur singender. Ihre Songs bewegen sich zwischen Leichtigkeit und Melancholie, mit einem subtilen ironischen Twist – lässig, nie aufgesetzt und doch selbstbewusst. Ursi Pfennig sucht den Dialog mit dem Publikum und ihren Mitmusikern. So ist sie unterhaltsam und etwas unberechenbar. Wenn Ursi auf der Bühne erscheint – wer weiß, wonach ihr der Sinn steht?

Anikó Kanthak, in Köln lebende Songschreiberin, Sängerin, Produzentin, ist Ursi Pfennig. Nach zwei Jahren auf der Suche nach einem passenden Sound für deutsche Songs folgte Anikó einer Vision und arrangierte im Homestudio Musik im Stil von Songschreibern wie James Taylor und Joni Mitchel. »Mit deutschen Texten diese Anmutung und Stimmung in einem Bandkonzept zu vereinen – das wollte ich.« Schön und atmosphärisch sollte es werden, folkig, nah und deutschsprachig – aber nicht profan oder zu kitschig: »Kurz vor’m Schlager abbiegen«, lautet Anikós Devise.

»Als ich begann die Stücke zu mischen, gab es auf einmal einen Aha-Moment. Es stimmte alles für mich: der Sound, der Gesang, die Haltung, das Tempo. Nur mein Name, der schien nicht mehr zu passen.« So entstand ein Alter Ego mit der Freiheit, das Innerste kunstvoll auszudrücken: Ursi Pfennig!

Ihre Lieder sind getaucht in Nostalgie, mit einer Stimmfarbe, die etwas mehr Vibrato, weniger Soul und etwas tiefere Register verträgt. Die Tempi sind gedrosselt, Schlagzeug und Bass tragen die Stimme, ohne zu pumpen. Dazu weben sich Akustik- und Lap-Steel-Gitarre als Teppich um die atmosphärischen Bilder der Songs.

Anikó Kanthak war bereits 2020 mit ihrem Duo-Projekt Invisible Twins auf der Seebühne zu Gast.

.

Anikó Kanthak als Ursi Pfennig
Gesang, Pianet

Philipp Bardenberg – Bass
Michi Schwiemann – Akustikgitarre
Andi Reisner – Lapsteel, Sounds
Ralf Gessler – Schlagzeug

Dramaturgie für eine Konferenz #2

Premiere
verschoben
auf
Winter 2021

Die Projektserie ›Dramaturgie für eine Konferenz‹ des argentinischen Künstlers Matías Umpierrez schafft Raum für Denker*innen und Künstler*innen, gemeinsam Fragen der Zeit performativ zu untersuchen. Im Auftrag von Umpierrez haben Einat und Eyal Weizman ein Manual mit dem Titel ›Negative Evidenz‹ verfasst, das vier indigenen Performerinnen zur Verfügung gestellt wurde, damit sie auf dessen Basis eine Performance entwickeln. Die Künstlerinnen haben acht Tage Probezeit vor Ort, um sich mit dem Manual und der Piazza im K21 auseinanderzusetzen. Jede kreiert für jeweils einen von vier aufeinanderfolgenden Abenden eine Solo-Performance.

Die Performerinnen stellen jeweils einen konkreten Fall ins Zentrum einer künstlerischen Arbeit, die kolonialistische Strukturen in ihren Herkunftsländen entlarvt. Die Inuk-Performerin Laakkuluk Williamson Bathory aus Kanada, die Xhosa-Choreografin Mamela Nyamza aus Südafrika, die indische Performerin Mallika Taneja und die isländische Choreografin Erna Ómarsdóttir folgen dem im Manual vorgegebenen Pfad ›forensischen Theaters‹. Auf diese Weise wird die Piazza im K21 zum Schauplatz für Wahrheit. Ein Podium am letzten Veranstaltungsabend mit u. a. Umpierrez und den Performerinnen eröffnet schließlich das Gespräch mit der Stadtgesellschaft.

Das Manual ist eine Anleitung, um Dokumentartheater neu zu definieren. Ausgangspunkte liefern Tweets, Blogs, Fotos, Artikel, Videos – Dokumente des 21. Jahrhunderts. Es wird analysiert, was eine wahre Aussage heute ausmacht und ob Kunst der Wahrheit zu einem neuen, kraftvollen Ausdruck verhelfen kann.

Einat Weizman ist Dramatikerin und Regisseurin. Ihr dokumentarisches Theater untersucht ›blinde Flecken‹ der israelischen Realität. Eyal Weizman ist Architekt, Schriftsteller, Professor für Spatial and Visual Cultures und Direktor des Centre for Research Architecture am Goldsmiths College in London. Seine Forschungsagentur ›Forensic Architecture‹ untersucht Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Matías Umpierrez gilt als einer der innovativsten Theaterregisseure Lateinamerikas, seine Projekte u. a. mit seiner Compagnie Plataforma Fluorescente bewegen sich zumeist an der Grenze zwischen Theater und bildender Kunst. Seine Arbeiten werden weltweit in Theatern und Museen gezeigt, zudem entwickelte er ›site-specific performances‹ u. a. in Fabriken in Sâo Paulo oder auf Berggipfeln in den Pyrenäen.

Eine Produktion von asphalt Festival in Koproduktion mit der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Kollaboration mit dem Festival Theater der Welt, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes

mit Laakkuluk Williamson Bathory, Mamela Nyamza, Mallika Taneja, Erna Ómarsdóttir

Konzept und Regie: Matías Umpierrez
Text: Eyal & Einat Weizman

Helem Nejse & Smoke Mardeljano

»
Meditation
und
Levitation,
Scherz
und
Ernst
zugleich
«
(music-box.hr)

An diesem besonderen Abend begegnen sich mit Helem Nejse und Smoke Mardeljano zwei herausragende Hip-Hop-Acts des Balkans auf der Seebühne – zuerst treten sie in jeweils eigenen Sets auf und performen anschließend gemeinsam.

Das Hip-Hip-Trio Helem Nejse aus Sarajevo hat ein Wirkungskreis weit über Bosnien hinaus. Admir Čular, Amer Čanković und Tihomir Radić sind Musiker, Radio- und Podcast-Redakteure, MCs und Schauspieler. Sie haben drei Studioalben, das Theaterstück ›Sarajevski dani terorizma‹, einen Podcast und die Zeichentrickserien ›Bruca Braca Bruda Brada‹ veröffentlicht. In ihrer eigenen Radioshow, von der bislang mehr als 200 Folgen gesendet wurden, sind einige der faszinierendsten und kontroversesten Figuren des Balkans zu Gast.

Helem Nejse kombinieren in ihrer Musik Rap, Reggae, Rock, Ethno und Dub, ihre oftmals humorvollen Texte handeln von Liebe, sozialem Engagement und nehmen aktuelle gesellschaftliche Ereignisse in den Blick. Ein Konzert von Helem Nejse ist immer ein dynamisches und energiegeladenes Spektakel. Ihre Livequalitäten haben sie bereits bei zahlreichen Konzerten auf dem Balkan unter Beweis gestellt, solo und auf Festivals wie Exit, Seasplash, Mostar Summer Fest oder Ferragosto JAM.

Smoke Mardeljano ist der vielleicht prominenteste MC Serbiens und auf den Straßen von Belgrad aufgewachsen. Nach seiner Kindheit in einem Stadtteil, der im Volksmund ›Vietnam‹ genannt wird, lebte er in einer Besserungsanstalt für Jugendliche. Sein schwieriges Schicksal wurde 2016 in dem prämierten Dokumentarfilm ›Ja repujem‹ einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Heute zählt Smoke Mardjeljano zu den wichtigsten und populärsten Rappern auf dem Balkan.

Das sagt die Presse:

»Diese neue Generation von kreativen Musikern aus Sarajevo schafft es, mit ihrem spezifischen musikalischen Ausdruck voller aktueller Club-Rhythmen, mit einem Schwerpunkt auf Hip-Hop/Rap, Trap, Reggae, Dancehall, Dubstep und Rock das Beste zu vereinen, was die Sarajevoer Rockschule in den letzten 40 Jahren hervorgebracht hat.« (Nacional)

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #Resolution

Rap: Admir Čular a.k.a. Čika Gagara, Amer Čanković a.k.a. Stihomir Klepić, Smoke Mardeljano

DJ: Tihomir Radić aka Toshi Domaćin

Bass: Zlatko Karahodžić

Schlagzeug: Rijad Šuta
MC: Smoke Mardeljano
DJ: Dino Mrki Muratović

helemnejse.ba

Frank Goosen

Petting
und
Pershing,
Föhn-
frisuren
und
Pastell-
farben

In bewährten und zum Teil brandneuen Geschichten geht Frank Goosen auf eine sentimentale Zeitreise. Die Älteren werden sagen: So ist es gewesen! Und die Jüngeren: Habt ihr wirklich so ausgesehen?

Die achtzigerjahre sind bekanntlich das Lieblingsjahrzehnt der Deutschen. Grund genug für Frank Goosen, die Dekade von Schulterpolster, Karottenjeans und Zauberwürfel noch mal speziell zu würdigen. Die Schrecken der Pubertät im Schatten der Mauer sind ebenso ein Thema wie Petting und Pershing, Föhnfrisuren und Pastellfarben, Waldsterben und der ewige Helmut. Wie haben sie geklungen, die Achtziger, wie haben sie ausgesehen, was haben wir erlebt, da draußen in der sogenannten Wirklichkeit, bevor es das Internet gab? 

Frank Goosen hat neben seinen erfolgreichen Büchern, darunter ›Raketenmänner‹, ›Sommerfest‹ und ›Liegen lernen‹, zahlreiche Kurzgeschichten und Kolumnen in überregionalen Publikationen und diversen Anthologien veröffentlicht. Darüber hinaus verarbeitet er seine Texte teilweise zu Soloprogrammen, mit denen er deutschlandweit unterwegs ist. Einige seiner Bücher wurden dramatisiert oder verfilmt. Frank Goosen lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Bochum. 

Das sagt die Presse:

»Ehrfürchtig, präzise und humorvoll beschreibt Frank Goosen (…) die Jahre, in denen in seiner Heimatstadt Bochum der erste McDonald’s eröffnet und die Hochöfen stillgelegt wurden.« (WDR 5)

»Eine bittersüße Nostalgie« (Westfälischer Anzeiger)

In Kooperation mit dem zakk – Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation in Düsseldorf

von und mit Frank Goosen
Moderation: Christine Brinkmann

frankgoosen.de

Trickster Orchestra

»
Eines der
aufregendsten
zeit-
genössischen

Orchester
Europas
«
(VAN Magazin)

Diese Musik ist purer Groove: Das Trickster Orchestra unter der Leitung der bekannten Jazzsängerin Cymin Samawatie besteht aus hochklassigen Solist*innen vieler verschiedener Nationen. Dem Ensemble aus Berlin gelingt es auf spektakuläre Weise, eine aus vielen Kulturen gespeiste gemeinsame, zeitgenössische Musiksprache zu entwickeln, die Neue Musik, Klassik, Elektronik, Jazz, Pop, Hip-Hop und Improvisation vereint. Das Trickster Orchestra nutzt Traditionen dabei als Werkzeugkästen, um Ideen für musikalische Innovationen freizusetzen. Das Kollektiv, das in wechselnden Besetzungen auftritt, umfasst etwa 50 virtuose Musiker*innen und Sänger*innen aus den unterschiedlichsten Genres – Mitglieder der Berliner Philharmoniker sind ebenso dabei wie beispielsweise der preisgekrönte Instrumentalvirtuose Wu Wei, der meisterlich die traditionelle chinesische Mundorgel Sheng beherrscht. Bei seinem Konzert auf dem asphalt Festival stellt das Trickster Orchestra sein erstes Studioalbum vor, das am 23. April 2021 bei ECM erschienen ist.

Gegründet wurde das Trickster Orchestra 2013 von der Sängerin Cymin Samawatie und dem Perkussionisten Ketan Bhatti, die bereits im namhaften Berliner Jazzquartett Cyminologie zusammenspielen. Laut Cymin Samawatie macht Trickster so besonders, »dass es aus sehr starken und individuellen Persönlichkeiten besteht, die jeder für sich Großes erreicht haben. Für dieses Projekt treten sie aus ihrer individuellen musikalischen Blase heraus und schließen sich zusammen, um eine neue, gemeinsame musikalische Welt zu erschaffen.« Konzerte des Orchesters beschreibt die Presse als »funkensprühende Mischung mit inspirierter Kraft und zu Herzen gehender Musikalität« (Westdeutsche Zeitung).

Das Trickster Orchestra spielte u. a. beim ›Schönes Wochenende‹-Festival für Modernes Hören der Tonhalle Düsseldorf, bei #bebeethoven in der Bundeskunsthalle und Outernational im Berliner Radialsystem, beim Jazzfest Berlin, Silk Road Festival Baku und Modara – Fest für Zeitgenössische Musik in Berlin. Neben Konzerten entwickelt das Ensemble neue Formate mit zeitgenössischem Tanz, Wissenschaftsdiskurs und aktueller Lyrik.

Das sagt die Presse:

»Sie nutzen traditionelle Spieltechniken ihrer Heimat, bedienen sich aus Jazz, Zwölfton- und serieller Musik. Sie improvisieren, suchen, finden und verlieren sich, eine babylonische Sprachverwirrung auf musikalischem Spitzenniveau.« (Die Zeit)

»Man hat selten so wenig klischeehafte Musik in einem solchen Rahmen gehört. Sagenhafte Stimmen und zeitlose Klänge. Die Künstler lassen sich in starker Weise aufeinander ein.« (RBB Kulturradio)

»It’s not a mosaic, but it is a kaleidoscope. Each musician retains her or his own tuning and vocabulary. The various tones, textures and idiomatic accents are overlapped, juxtaposed and filtered through each other, creating something much more interesting than a flavourless fusion. Trickster Orchestra is an impressive example of giving musicians of high skill and inquiring minds the chance to find new paths.« (The Blue Moment)

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #Resolution, mit freundlicher Unterstützung von Steinway & Sons Düsseldorf

Gesang, Dirigat, Künstlerische Leitung, Komposition: Cymin Samawatie
Schlagzeug, Künstlerische Leitung, Komposition: Ketan Bhatti
Nay & Kawala: Mohamad Fityan
Kontrabassflöte: Tilmann Dehnhard
Paetzold Blockflöten: Susanne Fröhlich
Sheng: Wu Wei
Posaune: Florian Juncker
Klarinette: Mona Matbou Riahi
Bassklarinette & Electronics: Milian Vogel
Kanun: Eleanna Pitsikaki
Koto: Naoko Kikuchi
Oud & Gitarre: Mahan Mirarab
Violine: Akiko Ahrendt
Viola: Maria Reich
Cello: Mariel Roberts
Kontrabass: Ralf Schwarz
Flügel: Achim Kaufmann
Marimba & Vibrafon: Sabrina Ma
Tombak & Perkussion: Joss Turnbull
Electronics: Simon Stockhausen

tricksterorchestra.de

Mivos Quartet

»
Eines der
kühnsten
und
wildesten
Ensembles
für Neue
Musik in
Amerika
«
(The Chicago Reader)

Das Mivos Quartet widmet sich der Aufführung von Werken zeitgenössischer Komponist*innen und der Präsentation neuer Musik und begeistert damit ein großes Publikum.  Für das asphalt Festival hat das New Yorker Streicherensemble ein spektakuläres Programm zusammengestellt.

Im ersten Teil ›Inspired by …‹ sind ›luminous animal‹ von Michaela Catranis, ›Glance / I don’t Belong Here‹ von Hannah Kendall und ›Mirror Mirror‹ von Peter Kramer zu hören – drei junge, aufstrebende Komponist*innen der zeitgenössischen US-amerikanischen Musikszene. Jedes Stück ist von einem Kunstwerk aus einem anderen Medium inspiriert – Poesie, Fotografie und Prosa. Die Komponist*innen nähern sich den Originalen auf jeweils einzigartige Weise und schaffen Musik, die ihre eigene künstlerische Stimme und Sprache zum Ausdruck bringt.

Das zweite Set ist mit ›Improvisation / Experimentation / Exploration‹ betitelt und präsentiert drei Pioniere der zeitgenössischen Musik. Zu hören ist ›Sixfivetwo‹ von Pulitzer-Preisträger Henry Threadgill, der Improvisation als Schlüsselelement für seine Musik nutzt. Obwohl der größte Teil dieses Stücks ausnotiert ist, wird jedem Mitglied des Quartetts Raum zur Improvisation gegeben. Es folgt ›String Quartet No. 4‹ von Sofia Gubaidulina, die transzendentale Mystik, grafische Notation, experimentelle Perkussion und dramatische Kontraste zu einer der ikonischsten Kompositionssprachen der Neuen Musik verbindet. Ihr viertes Streichquartett fügt vorproduzierte, ätherische Elektronik hinzu, um der Musik noch mehr klangliche Tiefe zu verleihen. Im ›String Quartet 2.5 – Playing With Seeds‹ von George Lewis verwebt der Komponist, Improvisator, Posaunist, Wissenschaftler und Pionier der elektronischen Musik die verschiedenen Fäden seines facettenreichen musikalischen Lebens. Sein kaleidoskopisches Werk behandelt das Streichquartett wie eine vierköpfige Hydra, die sich in allen möglichen Kombinationen auseinander und zusammen bewegt.

Seit seiner Gründung 2008 arbeitet das Mivos Quartet eng mit einer immer größer werdenden Gruppe internationaler Komponist*innen zusammen, die verschiedene Ästhetiken der zeitgenössischen klassischen Komposition repräsentieren. Das Streichquartett trat bei renommierten Konzertreihen wie der New Yorker Phil Biennale, Wien Modern, den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt, Shanghai New Music Week (Shanghai, China), Música de Agora na Bahia (Brasilien), Aldeburgh Music (UK) und Lo Spririto della musica di Venezia (Italien) auf. Beim asphalt Festival war Mivos bereits mehrfach zu Gast und spielte zahlreiche Kompositionen von Bojan Vuletic.

Mivos engagiert sich für die Vergabe von Kompositionsaufträgen und die Uraufführung neuer Musik für Streichquartett und strebt eine enge Zusammenarbeit mit Komponist*innen über längere Zeiträume an. Jedes Jahr vergibt das Quartett außerdem den Mivos/Kanter String Quartet Composition Prize, der zur Unterstützung der Arbeit von aufstrebenden Komponist*innen ins Leben gerufen wurde, sowie den I-Creation-Preis, einen Wettbewerb für Komponist*innen chinesischer Abstammung. Neben der Erweiterung des Streichquartett-Repertoires widmet sich Mivos auch der Zusammenarbeit mit Gastkünstler*innen, der Erforschung multimedialer Projekte mit Live-Video und Elektronik sowie der Aufführung improvisierter Musik. Das Quartett ist Preisträger des Dwight and Ursula Mamlok Prize for Interpreters of Contemporary Music 2019.

Eine Produktion im Auftrag des asphalt Festivals

Mivos Quartet:
Violine: Olivia de Prato
Violine: Maya Bennardo
Viola: Victor Lowrie Tafoya
Cello: Tyler J. Borden

mivosquartet.com

Meskerem Mees

»
Mit ihrer
Stimme
könnte
diese
junge
Künstlerin
selbst
Steine
zum
Weinen
bringen.
«
(ARTE)

Die belgische Singer-Songwriterin Meskerem Mees, gerade einmal 21 Jahre jung, verzaubert mit gefühlvollen, von Folk und Soul beeinflussten Balladen. Kraftvoll und sanft zugleich, erinnert ihre Ausstrahlung an Nina Simone und Joni Mitchell.

Um ihre vielschichtigen und sorgsam komponierten Songs zu performen, braucht Meskerem Mees nicht mehr als ihre faszinierende Stimme, ihre Akustikgitarre und ihre Freundin Febe am Cello. Ihre eingängigen Melodien und Refrains haben großes Ohrwurm-Potenzial.

2020 eroberte Meskerem Mees Belgien mit großartigen Cover-Versionen von Nirvana, den Jackson 5, Justin Bieber und anderen, von deren Kultsongs sie sehr persönliche, unglaublich zarte Neuinterpretationen vorlegte. Ihre Debütsingle ›Joe‹, eine bezaubernde Folkballade, lief im belgischen Radio in heavy rotation und ließ auch ausländische Musiksender wie Consequence of Sound (USA) und FIP Radio (Frankreich) auf die junge und talentierte Frau aus Gent aufmerksam werden. Der 1. Platz bei ›Humo’s Rock Rally‹ 2020, einem in Belgien sehr populären und traditionsreichen Musikwettbewerb, bildete einen weiteren Meilenstein in ihrer aufstrebenden Karriere: »Von der Bühnenpräsenz über die Songs bis hin zu Stimme und Gitarrenspiel: ein selten gesehenes Solotalent«, urteilte die Jury.

Ihre erste Clubtour mit mehr als einem Dutzend Konzerten in Belgien, Luxemburg und den Niederlanden fiel dieses Frühjahr weitgehend Corona zum Opfer. Umso mehr Energie steckte Meskerem Mees in die Produktion ihres Debütalbums, das Ende 2021 erscheinen wird.

Gesang, Gitarre: Meskerem Mees

Cello, Background-Gesang: Febe Lazou

maywayrecords.com/artists/meskerem-mees

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #Kunststörer

Max Czollek

»
Schreibe so,
dass die
Nazis dich
verbieten
würden!
«
(Max Czollek)

In Zeiten der Krise leiden Gesellschaft und Vielfalt. Für Max Czollek bieten staatstragende Konzepte wie ›Leitkultur‹ oder ›Integration‹ darauf keinerlei Antwort. Seit 2018 wird viel diskutiert über Max Czolleks Streitschrift ›Desintegriert euch!‹, mit der er die Integrationsdebatte wortstark aufmischte. Beschrieb sie den Status quo des deutschen Selbstverständnisses, entwirft Czollek nun in seinem neuen Buch ›Gegenwartsbewältigung‹ das Modell für eine veränderte Gegenwart: Wie muss sich die Gesellschaft wandeln, damit Menschen gleichermaßen Solidarität erfahren? Welche liebgewonnenen Überzeugungen müssen wir alle dafür aufgeben? Wie kann in einer fragmentierten Welt die gemeinsame Verteidigung der pluralen Demokratie gelingen? Max Czollek gibt Antworten für die politische Gegenwart und trifft damit den Nerv der Zeit.

Max Czollek (*1987 in Berlin) schloss sein Politikwissenschaften-Studium an der FU Berlin mit einer Promotion am Zentrum für Antisemitismusforschung ab. Er ist Mitglied des Lyrikkollektivs G13, organisiert gemeinsame Lesetouren und Veröffentlichungen und ist Kurator des internationalen Lyrikprojekts ›Babelsprech‹. Außerdem ist er Mitherausgeber der Zeitschrift ›Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart‹. Mit Sasha Marianna Salzmann kuratierte Czollek 2016 die Veranstaltung ›Desintegration. Ein Kongress zeitgenössischer jüdischer Positionen‹ und 2017 die ›Radikalen Jüdischen Kulturtage‹ am Maxim Gorki Theater. Neben Sachbüchern hat er auch die Gedichtbände ›Druckkammern‹, ›Jubeljahre‹ und ›Grenzwerte‹ veröffentlicht.

Das sagt die Presse:

»Czollek hat wirklich einen Nerv getroffen!« (New York Times)

»Das alte Buch hatte Witz, das neue hat Vernunft. Es ist erwachsener, konstruktiver.« (Der Spiegel)

von und mit Max Czollek

Moderation: Christine Brinkmann

FHEELS

»
Ich bin
noch nie
barrierefrei
auf eine
Bühne
gekommen.
Entweder
wurde ich
geschoben
oder in den
meisten
Fällen hoch
getragen
«

(Sänger Felix Brückner)

Wäre die Pandemie nicht dazwischengekommen, hätten FHEELS den Sprung von intimen Clubshows auf die großen Bühnen vermutlich bereits geschafft. Die Band aus Hamburg hat 2021 ihr erstes Studioalbum ›Lotus‹ vorgelegt und spielt im Bereich des anspruchsvollen Alternative Rock international auf Augenhöhe mit Elbow oder Radiohead. Regelmäßige Touraktivitäten in den deutschen Musikmetropolen und Dutzende Liveshows in ausgesuchten Clubs haben die Band mit ihrem im Rollstuhl sitzenden Sänger und Gitarristen Felix Brückner seit fünf Jahren kontinuierlich im Gespräch gehalten.

FHEELS bewegen sich musikalisch durch Rock, Jazz und Psychedelic Prog, bauen Brücken zwischen Rock-Vergangenheit und -Moderne, vereinen Anspruch und Eingängigkeit ebenso wie künstlerischen Wagemut und musikalisches Können.

Frontmann Felix Brückner, der seit einem Snowboarding-Unfall mit 17 Jahren querschnittsgelähmt ist, hat an der Hamburg School of Music Gesang und Gitarre studiert. Bereits seit Studientagen spielt er mit Schlagzeuger Justus Murphy zusammen. Die Band komplettieren Keyboarder Tobias Nitzbon und Bassist Jens Boysen. Auf ›Lotus‹ sind düstere Grungerock-Gitarren und apokalyptische Rock-Hymnen genauso zu entdecken wie lyrische Melodiebögen, tanzbare Leichtigkeit und eine Prise Soul. FHEELS-Sänger Brückner erschließt mit seinem sehr intimen und persönlichen Songwriting und seinen unkonventionellen Stimmfacetten immer wieder überraschende neue Horizonte.

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Projektes #Extended Space

Gesang, Gitarre: Felix Brückner 

Rhodes, Organ, Backing Vocals: Tobias Nitzbon 

Bass: Jens Boysen

Drums, Backing Vocals: Justus Murphy

BITTER (SWEET) HOME

Welche
Geschichten
wollen wir
erzählen und
für wen?

Wie kann eine partizipative Stückentwicklung aussehen, die diverse Sichtweisen vereint und kollaborativ neue Narrative für die Bühne entwickelt? Das Team von ›BITTER (SWEET) HOME‹ stellt sich dieser Herausforderung. Ein sechsköpfiger ›writers’ room‹ mit BPoC-Autorinnen (BPoC = Black and People of Color) arbeitet seit April 2021 an neuen Methoden und Inhalten für Theatertexte mit antirassistischer Haltung. Wie wollen wir miteinander arbeiten? Welche Strukturen brauchen wir? Welche Geschichten wollen wir erzählen und für wen? Mit diesen und mehr Fragen beschäftigen sich die Autorinnen. Bis Juni werden sie kollaborativ ein Theaterstück entwickeln, dessen Narrative aus den unterschiedlichen Kompetenzen, Sichtweisen und Erfahrungsräume der Autorinnen schöpft. Das Ziel: Eine Sprechtheaterproduktion für vier Schauspieler*innen, die flexibel an unterschiedlichen Spielorten gezeigt werden kann. Die entstehende Inszenierung stellt die Ergebnisse des ›writers’ room‹ auf die Probe und soll im August 2021 in Düsseldorf uraufgeführt werden.

Im Rahmen des asphalt Festivals 2021 präsentiert das Ensemble von ›BITTER (SWEET) HOME‹ erste Ausschnitte aus dem Projekt. Wenige Wochen vor Premiere gewährt es bei einer szenischen Lesung Einblicke in die Ergebnisse des ›writers’ room‹ und der gemeinsamen Arbeit. Im Anschluss lädt das Team zum Nachgespräch.

Geleitet wird das Projekt von Julia-Huda Nahas. Sie ist freischaffende Regisseurin, Autorin und Kulturpädagogin mit einem Schwerpunkt auf strukturellem Rassismus und den Auswirkungen einer europäischen Flüchtlingspolitik. Emel Aydoğdu ist Regisseurin, Dramaturgin und Autorin und für ›BITTER (SWEET) HOME‹ als Lektorin Teil des ›writers’ room‹. Neben der Arbeit für städtische Bühnen sind beide verstärkt in der freien Szene tätig.

Autorinnen: Bernice Lysiana Ekoula Akouala, Rosina Kaleab, Fatima Remli, Sarah Claire Wray
Künstlerische Leitung: Julia-Huda Nahas
Lektorat, Dramaturgie: Emel Aydoğdu

Die Besetzung der Inszenierung wird in Kürze bekannt gegeben.

bittersweethome.de

 

Ein Projekt in Kooperation mit dem zakk – Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation in Düsseldorf, gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, der LAG Soziokultur und dem NRW Kultursekretariat

EMY

»
Emy Kaboré
entblößt
ihre Seele.
«
(De Standaard, Belgien)

Es ist praktisch unmöglich, nicht an den Lippen von Emy Kaboré zu hängen: Obwohl kaum 21 Jahre alt, gilt die in Paris geborene Belgierin bereits als großes musikalisches Talent. Mit ihrer unverwechselbaren Soul-Stimme drückt sie ihre intimsten Gedanken und Gefühle aus. Sie bewegt und lässt niemanden unberührt.

Umso verblüffender, dass Emy Autodidaktin ist: Erst im Sommer 2015 kaufte sie sich ihre erste Gitarre und begann aus reiner Intuition Musik zu machen – zunächst als Solokünstlerin. Ihre emotionalen, ergreifenden Songs brachten ihr den dritten Platz bei der ›Humo’s Rock Rally‹ 2018 ein, einem in Belgien sehr populären und traditionsreichen Wettbewerb für Rockbands. Damals urteilte die Presse: »Mit nur 18 Jahren vermittelt Emys Stimme mehr Gefühl, Leben und Dringlichkeit als die der letzten acht Hooverphonic-Sänger zusammen.«

Dieser frühe Erfolg zementierte Emys Entschluss, ihre Karriere ernsthaft fortzusetzen, nun allerdings mit Unterstützung einer Band. Mittlerweile erkundet sie in Begleitung von zwei wunderbaren Musikern das Neo-Soul-Genre, die ihrem Repertoire ein grooviges und doch progressives Gefühl hinzufügen und die ihre natürlich-soulige Stimme instrumental ergänzen. Fans von Billie Eilish, Erykah Badu und Hiatus Kaiyote werden EMY lieben. Ihre Debütsingle ›Freestyle‹ (2020) wurde von zahlreichen belgischen und französischen Radiosendern gespielt, der Nachfolger ›Inconvenient‹ (2021) könnte den Auftakt zu einem internationalen Durchbruch markieren. Für 2022 ist das Debütalbum von EMY geplant.

Das sagt die Presse:

»Mit Emy hat Flandern seine eigene Amy Winehouse.« (dansendeberen.be) 

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #Kunststörer

Gesang: Emy Kaboré
Gitarre: Brian Bogaert
Keyboard: Sander Huys

maywayrecords.com/artists/emy

Do not open!

»
Hören Sie
(nicht)
auf das
Fahrrad!
«
(Theater der Zeit)

Wer hat da mit Ihnen gesprochen?
War es jemand im Inneren des Fahrrads?
Oder war es das Fahrrad selbst?
Sollten Sie sich ihm nähern?
Moment … – werden Sie beobachtet?
Ist das eine Show?
Wo ist der Darsteller?
Und sollten Sie mitspielen?

In dieser interaktiven Installation erforscht der Puppenspieler und Regisseur Ariel Doron, wie Puppenspiel in Zeiten der Pandemie aussehen kann. Durch die Verwendung verschiedener unbelebter Objekte und einer Kommunikation mit dem Publikum, die keinen agierenden Darsteller erfordert, verschwimmt die Grenze zwischen Performer, Publikum und Performance. Doron konfrontiert Passant*innen damit, sich mit dem eigenen Handeln auseinandersetzen zu müssen, und stellt ganz nebenbei auch Fragen nach Macht, Verantwortung und Vertrauen.

Ariel Dorons absolvierte ein Filmstudium an der Universität Tel Aviv, studierte Figurenspiel u. a. an der School of Visual Theatre in Jerusalem und nahm an zahlreichen Puppenspielkursen und Meisterklassen in Israel und Frankreich teil. Der gebürtige Israeli animiert Puppen für zahlreiche Fernseh- und Kinoproduktionen und spielt den beliebten Charakter ›Elmo‹ in der israelischen ›Sesamstraße‹. Als Dozent und Vortragsredner ist er u. a. an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, der UQAM Université de Québec à Montréal und der Central School of Speech & Drama, London tätig. Seine Produktionen haben zahlreiche Preise gewonnen und werden regelmäßig zu internationalen Festivals und Theatern in Europa, Asien und Nordamerika eingeladen. 2017 war Doron beim asphalt Festival bereits mit ›Plastic Heroes‹ zu Gast, 2020 mit ›Boxed‹.

Eine Produktion des Erlanger Poetenfests (Kulturamt der Stadt Erlangen) in Koproduktion mit wunder. Internationales Figurentheaterfestival München und dem Münchner Stadtmuseum

von und mit Ariel Doron

arieldoron.com

2 Legit

Welche
Bedeutung
hat es heute
für junge
Menschen,
wahrhaftig,
geradlinig
und echt
zu sein?

Die Tänzer Takao Baba und Patrick ›TwoFace‹ Williams und drei Musiker des transkulturellen Babylon ORCHESTRA setzen sich in der neuen Arbeit ›2 Legit‹ mit Werten und Tugenden der Jugendkultur auseinander. ›Legit‹ ist von ›legitimate‹ entlehnt und ein Slangwort, das vor allem in der Hip-Hop-Szene Verwendung findet – etwa in ›2 Legit 2 Quit‹ (1991), einem der größten Hits von MC Hammer. Wenn etwas ›legit‹ ist, hat es Authentizität und ›Realness‹.

Welche Bedeutung hat es heute für junge Menschen, wahrhaftig, geradlinig und echt zu sein – insbesondere in einer Welt, in der die permanente Selbstdarstellung in den sozialen Medien eine zentrale Rolle spielt? Haben Tugenden wie Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit in unterschiedlichen Kulturen den gleichen Stellenwert? Was klingt authentisch, was sieht nach ›fake‹ aus und wie schnell kann man über die Realität hinwegtäuschen?

Die Künstler interpretieren durch Musik und Tanz ihre persönliche Beziehung zu den Tugenden. Dabei treffen Tanzstile wie Popping, Tutting oder Waving auf die Klänge arabischer Instrumente, japanische Harmonien und elektronische Beats. Die Begegnung von Musik und Tanz auf Augenhöhe und die gemeinsame Auseinandersetzung der Künstler mit dem Thema regt völlig neue Formen der Bewegung und des Zusammenspiels an. Tanz und Musik bilden eine spannende Erkundung des Zusammenlebens verschiedener Kulturen und Wertevorstellung in unserer Gesellschaft ab.

›2 Legit‹ ist die zweite gemeinsame Arbeit von Mischa Tangian, Komponist und Gründer des Babylon ORCHESTRA, und dem japanischen Choreografen Takao Baba, der seine künstlerischen Wurzeln im Hip-Hop hat. Tanzsolist Patrick Williams a.k.a. Two Face ist Mitglied der weltbekannten zeitgenössischen Tanzkompanie East Man unter der Leitung von Sidi Larbi Cherkaoui. Als aktiver TikToker hat er mehr als 170.000 Follower.

Eine Produktion von Takao Baba im Auftrag des asphalt Festivals, gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Projektes #Extended Space, vom Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste

Choreografie, Tanz: Takao Baba, Patrick Williams
Kanun: Shingo Masuda
Percussion: Peter Somos
Komposition, Violine, Produktion: Mischa Tangian
Künstlerische Leitung: Takao Baba, Mischa Tangian
Produktionsleitung: Susanne Berthold

babylonorchestra.com

 

ROM / MENSCH

Wie kann
ein gleich-
berechtigtes
Miteinander
gestaltet
werden?

›Rom‹ heißt in allen Romanes-Dialekten ›Mensch‹. Sinti:zze und Rom:nija sind Teil unserer Gesellschaft. Sie leben und arbeiten – einige erst seit kurzem, andere schon seit Jahrhunderten – mitten in unserer gemeinsamen Welt. Aber was weiß man eigentlich über sie? Die Klischees und Vorurteile sind schnell bei der Hand: wahrsagende Frauen mit langen Röcken, Familien, die in der Fußgängerzone Musik machen, oder Menschen, die in Bussen und Bahnen andere bestehlen. Aber auch die Verheißung von Ungebundenheit und Freiheit umgibt Sinti:zze und Rom:nija. Ob nun aber verachtend oder romantisierend überhöht: All das hat mehr mit denen zu tun, die drauf gucken als mit denen, die gemeint sind. Die Diskriminierung der Sinti:zze und Rom:nija hat eine lange, beschämende Tradition. Dass die Mehrheitsgesellschaft wenig über ihre Kultur und Gebräuche weiß, hat teils schwerwiegende Konsequenzen für den Alltag dieser Menschen in Deutschland.

Vor dem Hintergrund immer noch stark anhaltender Vorurteile und daraus resultierender Diskriminierungserfahrungen beleuchtet Regisseur Stefan Herrmann, der selbst aus einer Sinti-Familie stammt, einige Lebensgeschichten dieser Bevölkerungsgruppe. Zusammen mit Rom:nija aus Düsseldorf hinterfragt er in einer performativen Shuttle-Tour das gemeinsame Zusammenleben. Jeder Mensch hat bestimmte Vorstellungen von Stereotypen und Klischees. Aber wie entstehen diese eigentlich und was macht es mit denen, die damit beschrieben werden? Wie kann Sichtbarkeit in einer Welt voller Vorurteile funktionieren? Wie kann ein Miteinander gleichberechtigt und auf Augenhöhe gestaltet werden? In Zeiten einer zunehmend vehementer argumentierenden Identitätspolitik wird es immer schwieriger sich zu verständigen. Wie kann eine pluralistische Gesellschaft funktionieren? Wie schafft man wirkliche gesellschaftliche Veränderung? ›ROM / MENSCH‹ führt eindrucksvoll vor Augen, wie notwendig respektvolle und menschliche Begegnungen für ein gemeinsames Zusammenleben sind.

Das Publikum begibt sich pro Vorstellungstermin in sechs Gruppen à sieben Zuschauer*innen per Großraumtaxi zu verschiedenen Stationen auf eine Reise durch die Stadt. Auf den Fahrten hört es Lebensgeschichten Düsseldorfer Rom:nija. Die einzelnen Spielorte liegen in Flingern und Lierenfeld und haben für die Düsseldorfer Rom:nija eine historische Bedeutung, aber auch ganz konkret mit ihrem Alltag zu tun. 

Stefan Herrmann, geboren 1976 in Hamburg, hat sein Regiehandwerk u. a. als Assistent bei Zadek, Peymann, Tabori, Langhoff und Lösch gelernt und war an verschiedenen Theatern in Deutschland engagiert, etwa an den Hamburger Kammerspielen, dem Berliner Ensemble und dem Staatstheater Stuttgart. Er bewegt sich als Regisseur zwischen Produktionen mit Profischauspieler:innen an Stadttheatern und freien Produktionen mit den sogenannten ›Expert:innen des Alltags‹, die er meist mit seinem Kollektiv ›The Beautiful Minds‹ realisiert. 2017 gewann seine Inszenierung von ›Michael Kohlhaas‹ den deutschlandweit renommierten Monica-Bleibtreu-Preis. Seit mehr als zehn Jahren entwickelt Hermann partizipatorische und biografische Theaterprojekte zu gesellschaftlich relevanten und brisanten Themen. Er ist außerdem Schauspieldozent und lebt mit seiner Familie in Bonn.

mit Düsseldorfer Rom:nija 

Regie: Stefan Herrmann
Dramaturgie: Juliane Hendes

Eine Produktion im Auftrag des asphalt Festivals, gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Projektes #Extended Space, mit freundlicher Unterstützung vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und der Kulturstiftung Matrong

Mit besonderem Dank an die Rheinbahn AG und an das zakk – Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation in Düsseldorf

Unendlicher Spaß

»
Das
Schönste,
was man
seit langem
im Theater
gesehen
hat
«
(Süddeutsche Zeitung)

›Unendlicher Spaß‹ gilt als zentrales Werk der US-amerikanischen Literatur der 1990-er Jahre und zählt laut ›Time‹ zu den 100 besten englischsprachigen Romanen. 1996 erschien ›Infinite Jest‹ in den USA und machte seinen Autor David Foster Wallace über Nacht zum Superstar der Literaturszene. Der 1500 Seiten starke Roman strotzt nur so vor sprachlicher Kreativität, ungeheurer Themenvielfalt, treffsicherer Gesellschaftskritik und Humor. Die Geschichten zahlreicher Haupt- und Nebenfiguren und deren Umgang mit Sucht und Abhängigkeiten werden kunstvoll miteinander verwoben, zentrale Schauplätze der Handlung sind eine Tennisakademie und ein Drogenentzugsheim. Wallace schreibt über Geburten, Todeskämpfe, Liebes- und Trennungsgeschichten, übertriebenen Speichelfluss, bildschöne Krankenschwestern und Vögel, die mitten im Flug einen Herzinfarkt erleiden.

Regisseur Thorsten Lensing und sein Team haben den Stoff zu einem »klugen, tiefen, aber auch sehr lustigen Theaterabend« (Frankfurter Rundschau) kondensiert. Herausragende Theater-, Film- und TV-Schauspieler*innen wie Ursina Lardi, André Jung, Devid Striesow, Jasna Fritzi Bauer oder Sebastian Blomberg agieren auf einer beinahe leeren Bühne mit sich und sehr reduzierten Theatermitteln: »Dieser Abend ist wie ein Rausch«, urteilte das ›NDR Kulturjournal‹. Lensings Inszenierung war zum Theatertreffen 2019 eingeladen und Gewinner des Nachtkritik-Theatertreffens 2019.

Das sagt die Presse:

»Das ist pures Theater, schlicht und ergreifend, verrückt, wüst, aggressiv, ekelerregend, aber auch feinfühlig, sensibel und vor allem sehr, sehr komisch. Die krass unterschiedlichen Spielstile der Schauspieler ergeben gemeinsam ein funkelndes Ganzes.« (Volksfreund)

»Virtuoser als in dieser Zeitraffer-Version kann man Wallace’ Romanmonster wohl kaum zähmen.« (Hamburger Abendblatt)

»Man glaubt diesem Theater und traut ihm alles zu, sogar die Überwindung der Schwerkraft.« (NDR)

Eine Produktion von Thorsten Lensing in Koproduktion mit Schauspiel Stuttgart, Schauspielhaus Zürich, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Kampnagel Hamburg, Theater im Pumpenhaus Münster, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste, Künstlerhaus Mousonturm, Les Théâtres de la Ville de Luxembourg und SOPHIENSÆLE. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds und der Stadt Münster. Aufführungsrechte beim Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg. Unterstützt durch das National Performance Netz Gastspielförderung Theater, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder.

Mit Jasna Fritzi Bauer, Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi, Heiko Pinkowski und Devid Striesow

Regie, Textfassung: Thorsten Lensing
Bühne: Gordian Blumenthal, Ramun Capaul
Kostüm: Anette Guther
Dramaturgie: Thierry Mousset
Fotos: David Baltzer / agentur zenit

ISLAND OF F*CKED UP HEARTS

Eine
Insel
der
Einsamkeit

Siehe da: der Mensch, das soziale Wesen. Isoliert auf der Insel des Frusts. Eingesperrt in den eigenen vier Wänden. Was entdeckt man durch Einsamkeit und Sperren? Was kommt an die Oberfläche? Wie konfrontiert man sich in der Isolation auf seiner Zwangsinsel mit all den unter den Teppich gekehrten Ängsten und Sehnsüchten? Wie zerstört man seine unsichtbaren Wände, wie findet man Verbindung auf Distanz?

Nach ihrem erfolgreichen Debüt bei ›asphalt auf See 2020‹ lassen sich die soMermaids erneut am Schwanenspiegel nieder und entwickeln einen einzigartigen, aberwitzigen, ortsspezifischen Soloabend für die Seebühne. In ›ISLAND OF F*CKED UP HEARTS (ECCE HOMO INSULARIS)‹, so der vollständige Stücktitel, wird die schwimmende Spielfläche zu einer Insel der Einsamkeit, auf der äußerst humorvoll alle Masken fallen.

Das Künstlerduo soMermaids sind die Schauspielerin Adrienn Bazsó und die Regisseurin Panni Néder. Die beiden in Berlin lebenden, ursprünglich aus Ungarn stammenden Theatermacherinnen begreifen sich als multidisziplinäre feministische Künstlerinnen, erforschen die unterschiedlichen Formen des autobiografischen und dokumentarischen Theaters und verflechten diese mit Bewegung, Gesang oder Videokunst. Ihre Bühnenstücke zeichnen sich besonders durch ein ehrliches und berührendes Aufeinandertreffen von Publikum und Akteur*innen aus. 

Das sagt die Presse:

»Eine Mischung aus ehrlicher, zweiflerischer, ironischer Selbsterkundung« (Rheinische Post)

»Kurzweilig, bisweilen humorvoll, häufiger nachdenklich, verbrämt im Mantel der Poesie. Da weiß man oft nicht, ob man lachen, weinen oder in den weiten Himmel hinter der Bühne schauen soll.« (Kulturmagazin O-Ton)

Eine Produktion im Auftrag des asphalt Festivals, gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Projektes #Extended Space

mit Adrienn Bazsó
Regie, Konzept: Panni Néder

nederpanni.com

Sebastian Gahler Trio feat. Denis Gäbel

Wie klingt
wohl Kafka
aus ›Kafka
am Strand‹?

»I’d been running a sort of jazz club near Sendagaya Station. It wasn’t so big, or so small, either. We had a grand piano and just barely enough space to squeeze in a quintet. (…) Most people I knew had predicted that the bar wouldn’t do well. Well, their predictions were totally off.« – Haruki Murakami

Das literarische Werk des japanischen Weltschriftstellers Haruki Murakami liest sich bisweilen wie eine Liebeserklärung an die Musik, zahlreiche musikalische Referenzen durchziehen seine Romane und Erzählungen. Bevor er mit dem Schreiben begann, betrieb Murakami selbst einen Jazzclub in Tokio. Dorthin möchte Pianist Sebastian Gahler das asphalt-Publikum in seinem neuen Konzertprogramm entführen. Es umfasst bislang ungehörte Kompositionen Gahlers, mit denen einige von Murakamis bekanntesten Romanfiguren musikalisch zum Leben erweckt werden, aber auch neue Arrangements von Jazzstandards, die in Murakamis Geschichten eine Rolle spielen. Wie klingen wohl Aomame oder Tengo aus ›1Q84‹, wie hört sich Kafka aus ›Kafka am Strand‹ an? In modernen, jazzigen Portraits werden Murakami-Leser*innen diese und andere Figuren neu entdecken können. ›Invitation to Murakami’s Jazz Club‹ bietet die besondere Gelegenheit, sich dem literarischen Kosmos Murakamis auf einer Konzertbühne zu nähern.

Der Düsseldorfer Sebastian Gahler ist Jazz-Pianist und Komponist. Er leitet mehrere etablierte Konzertreihen in seiner Heimatstadt und trägt großen Anteil daran, dass die hiesige Jazzszene so lebendig ist. Das Sebastian Gahler Trio ist eine etablierte Größe in der deutschen Jazzlandschaft. Gahler erhielt 2011 den Förderpreis der Stadt Düsseldorf für Musik.

Der Saxofonist Denis Gäbel aus Köln zählt in der deutschen Jazzszene zu den stärksten Vertretern seines Fachs. Er trat mit Musikern wie Antonio Faraò, Billy Cobham und Jiggs Whigham auf und spielte auf Festivals wie WDR 3 jazz.cologne, Jazzopen Stuttgart oder Enjoy Jazz. Gäbel ist Dozent für Jazz-Saxofon an der Musikhochschule Mainz.

Das sagt die Presse:

»Sebastian Gahler ist einer der faszinierendsten Jazzpianisten Deutschlands.« (Jazz thing)

Eine Produktion im Auftrag des asphalt Festivals

Sebastian Gahler Trio:
Piano: Sebastian Gahler
Bass: Nicolas Brandenburg
Schlagzeug: Ralf Gessler

Saxofon: Denis Gäbel

sebastiangahler.de

Romeos & Julias unplagued

All’ die Heroes
von all’ den
Shakespearoes,
wo sind sie
alle hin?

Romeo stirbt, weil der Bote mit der rettenden Nachricht wegen der Pest (›plague‹) aufgehalten wird und in Quarantäne muss. In ›Romeo & Julia‹ sterben die jungen Leute, alle jungen Leute, während die Alten überleben.

Die Pest, jedenfalls, ist verschwunden: Keine Spuren hinterlassen, wir spuren schon genug – und spüren nicht genug! Es sind die Seelen, die sich lieben; Körper stoßen zusammen wie Autos. Um als Phönix aus der Asche aufzuerstehen, müssen wir wohl zunächst selbst Asche werden: Wir arbeiten daran. Keine Asche ohne Feuer, keine Liebe ohne Feuer. Keine Angst vor Entzündung und Ansteckungsgefahr?

›Romeos & Julias unplagued‹ ist nach ›Jewrope‹ und ›Solidaritot‹ die dritte Zusammenarbeit von bodytalk (Münster) und der polnischen Tanztheater-Compagnie Polski Teatr Tańca (Poznan). ›Jewrope‹ gewann den Kölner Tanztheater-Preis, ›Solidaritot‹ wurde im Jahrbuch des Magazins ›tanz – Zeitschrift für Ballett, Tanz und Performance‹ als ›Aufführung des Jahres‹ und Yoshiko Waki als ›Choreografin des Jahres‹ benannt, die »Tanz als dionysische Exaltation gegen das Repressive zelebriert«.

bodytalk wurde 2008 von Rolf Baumgart und Yoshiko Waki gegründet und produziert politisches Tanztheater mit starken Bildern und einer schier unerschöpflichen Energie. Ihre Arbeiten werden von der Presse als ›Labor der Darstellenden Künste‹ bezeichnet. Ausgangspunkt jeder Produktion ist die Frage, was passiert, wenn Tanz und Realität zusammenstoßen. Seit Herbst 2016 ist bodytalk Artist in residence im Theater im Pumpenhaus in Münster.

Eine Koproduktion von bodytalk (Münster) und Polski Teatr Tańca (Poznan), in Kooperation mit dem Theater im Pumpenhaus und dem asphalt Festival, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projekts #HumanBeingHuman, Kulturamt der Stadt Münster und nrw landesbüro tanz

von Yoshiko Waki und Rolf Baumgart

Tanz: Agnieszka Jachym, Evelyn Blue, Dominik Kupka, Kasper Bozek, Sandra Szatan, Paulina Jakzym, Daniel Michna, Zbigniew Kocieba, Julia Halka, Katarzyna Kulminska, Emily Wong, Katarzyna Rzetelska, Pau Pique, Jerzy Kazmierczak, Patryk Jarczok
Live-Musik: Damian Pielka
Ausstattung: Nanako Oizumi
Licht: Klaus Dilger
Best Boy: René Haustein
Technik: Timo von der Horst, Lennart Aufenvenne
Produktion: Markus Bomski, Robert Chodyla

Olivia Wenzel

»
Olivia Wenzel
findet eine
ganz neue
Sprache
für ihre
Icherzählerin
– eine Wucht!
«
(Der Spiegel)

»Wie Olivia Wenzel nach Antworten auf Identitätsfragen sucht, das hat so viel Witz und Intelligenz, dass man die Befindlichkeiten dieser Figur gut nachempfinden kann«, schrieb die ›FAZ‹ über ›1000 Serpentinen Angst‹. Die Autorin Olivia Wenzel (*1985 in Weimar) schreibt Theatertexte und Prosa und macht Musik im Berliner Electronica Duo Otis Foulie. Wenzels Stücke wurden u. a. an den Münchner Kammerspielen, am Hamburger Thalia Theater, am Deutschen Theater Berlin und am Ballhaus Naunynstrasse aufgeführt. In der freien Theaterszene kollaboriert sie als Performerin mit Kollektiven wie vorschlag:hammer. ›1000 Serpentinen Angst‹ ist ihr erster Roman. Wenzel wurde mit dem Literaturpreis der Stadt Fulda 2020 und dem Mörike-Förderpreis der Stadt Fellbach 2021 ausgezeichnet.

»Ich habe mehr Privilegien, als je eine Person in meiner Familie hatte. Und trotzdem bin ich am Arsch. Ich werde von mehr Leuten gehasst, als meine Großmutter es sich vorstellen kann. Am Tag der Bundestagswahl versuche ich ihr mit dieser Behauptung 20 Minuten lang auszureden, eine rechte Partei zu wählen«, schreibt Wenzel in ›1000 Serpentinen Angst‹. In ihrem Roman schildert sie, wie es ist, in einem Theater die einzige schwarze Zuschauerin im Publikum zu sein. Oder wie man sich fühlt, wenn man mit seinem Freund an einem Badesee in Brandenburg sitzt und vier Neonazis kommen sieht. Wütend und leidenschaftlich schaut Wenzel auf unsere sich rasant verändernde Zeit und erzählt dabei auch die Geschichte ihrer Familie: von ihrer Mutter, die Punkerin in der DDR war und nie die Freiheit hatte, von der sie geträumt hat. Von ihrer Großmutter, deren linientreues Leben ihr Wohlstand und Sicherheit brachte. Und von ihrem Zwillingsbruder, der mit siebzehn ums Leben kam. Klug, berührend und mit Humor schreibt Olivia Wenzel über Rassismus und Sexismus, Osten und Westen, Herkunft und Verlust, Angst und Hoffnung.

Das sagt die Presse:

»Für mich eins der krassesten Leseerlebnisse des Jahres. Ganz abgesehen von der Thematik ist es in der literarischen Bauart eines der besten Bücher 2020.« (Denis Ohde, Deutschlandfunk Kultur)

»Literarisch souverän. Olivia Wenzel unterschlägt nichts, das ist der bleibende Eindruck dieses eindrucksvollen, schonungslosen, zärtlichen Romans.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

von und mit Olivia Wenzel

Marius Preda’s Mission Cimbalon Trio

»
Marius
ist ein
Geschenk
Gottes
für
unsere
Ohren
«
(Arturo Sandoval)

Hackbrett und Jazz? Kein Wiederspruch, wie man am Beispiel von Marius Preda sehen kann. Der virtuose Multi-Instrumentalist beherrscht neben seinem Hauptinstrument Cimbalon – einem Konzertzymbal, dessen Metallsaiten mit Klöppeln geschlagen werden – noch Piano, Akkordeon, Violine, Vibraphon, Kontrabass und Panflöte. In seiner Musik finden sich Elemente von Latin-Jazz, Salsa, Blues, afro-kubanische und arabische Klänge.

Sein erstes Cimbalon hatte Preda bereits als Vierjähriger von seiner Großmutter geschenkt bekommen. Die früh geweckte Faszination für das ungewöhnliche Instrument, das vor allem in der ungarischen Volksmusik beheimatet ist, ließ ihn nie wieder los. Nach einem Vibraphon-Studium an der Jazz-Abteilung des Königlichen Konservatoriums in Den Haag, das er mit Auszeichnung abschloss, konzentrierte sich Marius Preda darauf, eine neue Art des Cimbalonspiels zu entwickeln. So wurde er der erste Cimbalonvirtuose in der Geschichte des Jazz und ist bis heute weltweit der einzige, der sich auf hohem Niveau ebenso in der Jazzwelt wie in internationalen Konzerthäusern behauptet.

Preda war langjähriger Solist im renommierten Rosenberg Trio, einem niederländischen Jazzensemble, das durch seinen Swing im Stile Django Reinhardts internationale Bekanntheit errang. Mit seinem eigenen Mission Cimbalon Trio hat er es sich zur Aufgabe gemacht, das Cimbalon in der Jazzmusik zu etablieren – und tut dies bei Konzerten in ganz Europa. Auf seinem aktuellem Album ›Mission Cimbalon‹ spielt Preda mit Jazzgrößen wie Gitarrist Mike Stern, Drummer Dennis Chambers und dem Trompeter und 10-fachen Grammy-Preisträger Arturo Sandoval. Der legendäre rumänisch-französische Filmkomponist Vladimir Cosma hält Preda für »einen der besten Musiker, mit dem ich in meiner ganzen Musikkarriere jemals zusammengearbeitet habe«.

Das sagt die Presse:

»Marius’ Stücke sind ein bisschen down und funky – und man weiß nie genau, was einen erwartet. Höchst originell und kreativ, most highly recommended!« (Contemporary Fusion Reviews)

»Preda hat sich der lobenswerten Mission verschrieben, ein kaum bekanntes Instrument zu einem Grundpfeiler des Jazz zu machen. Und die Hörer vergessen, dass sie einem Instrument lauschen, das ihnen neu ist.« (Lemon Wire)

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #Kunststörer

Cimbalon: Marius Preda
Percussion: Antal Steixner

Bass: Thomas Preda

LUAH

»
Betörend
schön
«
(Bonner Generalanzeiger)

LUAH aus Köln – das sind Elsa Johanna Mohr (Gesang, Ukulele, Percussion), Lena-Larissa Senge (Gesang, Sythesizer, Percussion) und Ula Martyn-Ellis (Gesang, Gitarre). Die drei jungen, studierten Musikerinnen haben ihre Wurzeln in der Jazzmusik, ihre Kompositionen verbinden Jazz, Pop, Folk und brasilianische Musik. LUAH singen auf englisch und portugiesisch (›lua‹ ist portugiesisch für ›Mond‹), mixen jazzige Gitarrenlinien mit Percussion, Glockenspiel und Synthesizer-Klängen und schaffen so einen ganz eigenen Folkjazz-Sound zwischen Mainstream und Avantgarde.

Das Trio gewann 2019 den Publikumspreis des Jazztube Festivals in Bonn. Im selben Jahr veröffentlichten LUAH ihr Debütalbum ›Sunlit‹. Im Frühjahr 2021 nahm die Band ihr zweites Studioalbum auf, das voraussichtlich im Herbst erscheint.

Das sagt die Presse:

»LUAH haben sich eine eigene Nische mit sonnigen Vokalsätzen, folkigen Arrangements und jazzigen Harmonien erarbeitet. Dabei lassen sich Verwandtschaften zur frühen Joni Mitchell herauslauschen, eine Prise akustisches Dream-Pop-Feeling kommt hinein, und die Würze entsteht durch Samba- und Bossa-Einstreuungen ins Repertoire.« (Jazz thing)

»Ihre Arrangements wirken in dieser Vielfalt unwiderstehlich, wie der Sog einer Schwingtür, hinein in ein mondänes und vor allem buntes Hotel der Extraklasse.« (Generalanzeiger Bergneustadt)

»Drei sehr unterschiedliche Stimmen, die einzeln interessant, spannend, zusammen betörend schön klingen« (Bonner Generalanzeiger)

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #Kunststörer

von und mit LUAH

luah-music.com

 

Joseph Boys

»
Eine
Mischung
aus
Kunst

und
Punk

«
(jmc Magazin)

Die Joseph Boys sind überzeugt: Die Zukunft, die wir wollen, muss gestaltet werden, sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen. Darum formte sich die Düsseldorfer Band 2014 aus Margarine zu einem menschgewordenen Agglomerat aus Wut, Erneuerung und Kunst. Punk ist ihre Stilrichtung, treibende Beats malen Struktur, Akkorde die Strategie. Die Joseph Boys bezeichnen sich selbst als ›audio-soziale Punkplastik‹, ihr Schaffen als ›durchgegorenen, deutsch getexteten, euphorisierenden Punk-Post-Punk mit einer gewissen Rohheit und kubischer Kühle‹. Seit Monaten werkelt die Band in ihrem Workshopraum an einer atmosphärischen, hyperrealistischen Punk-Installation. Ihr viertes Album soll ein einzigartiger ›Seismograph der Erregungskultur‹ werden und eine ›lautstarke Wortmeldung aus dem Düsselland‹, die Veröffentlichung ist für Ende 2021 geplant. Für das asphalt Festival konzipieren die Joseph Boys ein ›Krachschwan-Konzert‹ auf der Seebühne und laden zum ›audiophilen Liveverschleißen‹. Sie versprechen dem Publikum einen emotionalen Exkurs über Gegenwartsbezug und Transformationsvorgänge und die Antwort auf die Frage, warum es mit Glück erfüllt, Musik zu machen.

Das sagt die Presse:

»Die Joseph Boys sind eine eigentümliche Mischung aus Kunst und Punk, aus dadaesken Texten und Brachialgitarren. Eine Mischung, die ihre Konzertauftritte zu einem intensiven Liveerlebnis werden lassen – musikalisch wie physisch.« (jmc Magazin)

»Angekotztheit trifft auf nörgelige Schwermut, ziviler Ungehorsam auf präzises Riffing, Post-Punk und Dance-Drive heizen zusätzlich an.« (Plattentest.de)

»Hart, groovy, manchmal noisig, druckvoll produziert, irgendwie immer tanzbar – und über allem thront der fantastische Gesang von Sänger Andi, dem man gerne zuhört, wie er Texte vorträgt, die absolut unpeinlich sind. Absoluter Tipp für alle, die gerne gute harte, deutschsprachige Musik hören.« (Ox Fanzine)

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #Kunststörer

von und mit Joseph Boys

IM PROCESS

Wie weit
ist die
Aufarbeitung
der deutschen
Geschichte
wirklich?

26. November 1975. Im Land- und Amtsgericht der Stadt Düsseldorf beginnt der Majdanek-Prozess, Aktennummer 8 Ks 1/75 – einer der längsten und aufwändigsten Gerichtsprozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte. Nach 30 Jahren werden ehemalige SS-Wächter und KZ-Aufseherinnen des Konzentrations- und Vernichtungslagers Majdanek in Polen für ihre Taten angeklagt. Mit im Gerichtssaal befinden sich auch Schulklassen. Sie sollen Geschichtsaufarbeitung aus erster Hand erleben. Doch schnell stellen sich Gerrit Niehaus und seinen Klassenkamerad*innen einige Fragen: Wie ist das Verhalten der am Prozess Beteiligten zu bewerten? Wie weit ist die Aufarbeitung der deutschen Geschichte wirklich? Und welches Licht wirft das auf ihre Zukunft, also unsere Gegenwart?

Das Theaterkollektiv Pièrre.Vers setzt die erfolgreiche Arbeit an historischen und in der Stadt Düsseldorf verankerten Stoffen fort. Nach ›Schwarz-helle Nacht‹ und ›Aktion:Aktion!‹ taucht das Team um Regisseur Christof Seeger-Zurmühlen und Autorin Juliane Hendes tief in das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte ein. Eindrückliche Zeug*innenaussagen stehen dem juristischen Aufarbeitungsanspruch gegenüber. Menschen, die nicht vergessen können, treffen auf jene, die sich nicht erinnern wollen. Auf der Basis wahrer Begebenheiten entwickelt sich nach und nach ein Schlaglichtgewitter aus Meinungen und Haltungen, die bis weit in die Gegenwart reichen. Sie verleihen dem heutigen Ringen um die Deutungshoheit über die Geschichte eine jahrzehnteweit reichende Dimension.

Eine Produktion von Theaterkollektiv Pièrre.Vers in Koproduktion mit dem asphalt Festival und dem düsseldorf festival 2021, gefördert vom Fonds Darstellende Künste, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, der Kunststiftung NRW, dem Kulturamt Düsseldorf, der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf, der Bürgerstiftung Düsseldorf, in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf e. V. und dem Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf

mit Anna Magdalena Beetz, Julia Dillmann, Paul Jumin Hoffmann, Gosia Konieczna, Christoph Leszczynski, Jonathan Schimmer, Alexander Steindorf, Pablo Vuletić

Regie, Konzept: Christof Seeger-Zurmühlen
Text, Dramaturgie: Juliane Hendes
Raum, Kostüm: Simone Grieshaber
Komposition: Bojan Vuletić
Illustration: Idan Barzilay
Video: Philippe Waldecker
Sounddesign: Philipp Kaminsky
Produktionsmitarbeit: Nastasia Radtke

theaterkollektiv.de

Lesen Sie hier ein Essay von Dr. Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, über den Majdanek-Prozess und seine Auswirkungen auf die Stadt.

Das Stück ›IM PROCESS‹ wird am 20., 22., 23., 24., 25. und 26. September 2021 auch im Rahmen des Düsseldorf Festivals gezeigt. Karten sind ausschließlich über das Düsseldorf Festival zu beziehen, der VVK startet am 3. Juli.

Jedermann reloaded

»
Ein
Parforceritt
mit
Goldglitter
«
(Neue Zürcher Zeitung)

Unter Electro-Beats und Rocksounds verwandelt sich das über 100 Jahre alte Mysterienspiel ›Jedermann‹ von Hugo von Hofmannsthal in ein vielstimmiges Sprech-Konzert von heute. Wie ein Rockstar erkämpft sich Philipp Hochmair in einem leidenschaftlichen Kraftakt die ›Geschichte vom Leben und Sterben des reichen Mannes‹. Hochmair schlüpft in alle Rollen, sein Monolog ist ein Zwiegespräch mit zwei Mikrofonen – eines für Jedermann und eines für die anderen. Getrieben von Gitarrenriffs und experimentellen Sounds der Band Die Elektrohand Gottes wird Jedermann als Zeitgenosse erkennbar, der in seiner unstillbaren Gier nach Geld, Liebe und Rausch verglüht. Wie Hochmair den Jedermann vom Protzleben in die graue Gruft treibt, ist ein unvergessliches Erlebnis – zwischen Leben und Tod katapultiert ihn die Musik in eine ungeahnte Ekstase.

Der Hochleistungsschauspieler Philipp Hochmair steht immer unter Strom, gibt immer alles – intensiver lässt sich Theater kaum erleben. Von 2003 bis 2009 war er Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, seit 2009 ist er am Thalia Theater in Hamburg und auf vielen großen Bühnen zu sehen. Dass Philipp Hochmair die Rolle des ›Jedermann‹ auf dem Leib geschrieben ist, weiß man spätestens seit seinem legendären Einspringer im Sommer 2018 bei den Salzburger Festspielen: Mit nur 30 Stunden Vorbereitungszeit übernahm er die Rolle vom erkrankten Tobias Moretti – furios und unter großem Beifall des Publikums. Seitdem gehört Hochmair neben Klaus Maria Brandauer, Maximilian Schell oder Peter Simonischek zum illustren Kreis der Salzburger ›Jedermann‹-Darsteller. Einem breiteren Publikum ist er durch zahlreiche Film- und Fernsehrollen bekannt, u. a. als blinder Kommissar in den Wien-Krimis ›Blind ermittelt‹, als Gerichtsmediziner in der Serie ›Charité‹ oder als Protagonist der Serie ›Vorstadtweiber‹. Beim asphalt Festival war Hochmair bereits zweimal zu Gast: 2018 mit zwei Kafka-Abenden, 2017 mit dem selbstzerstörerischen Solo ›Werther‹.

Das sagt die Presse:

»Eine sprachlich, musikalisch, elektronisch subversive Achterbahnfahrt durch die Abgründe eines Klassikers – respektlos und doch voller Liebe zu erhabener Dichtung  und durchaus eigener Wahrheit« (Theater heute)

»So hat man den ›Jedermann‹, dieses eigentlich uralte Drama vom Sterben des reichen Mannes, noch nie gehört und gesehen. So rotzfrech und eindringlich, so übermütig und bar jeder falschen Ehrfurcht vor den klassisch-sperrigen Worten des Herrn von Hofmannsthal; so aufbrausend und am Ende erschöpft vom eigenen Tode, betrübt.« (Neue Zürcher Zeitung)

»Philipp Hochmair schafft allein, wofür bei anderen ein ganzes Theater nicht ausreicht: Seelen fangen.« (Salzburger Nachrichten)

mit Philipp Hochmair

Elektrohand Gottes:

Gitarre: Tobias Herzz Hallbauer

Elektroklang: Jörg Schittkowski

Schlagwerk: Bastien Eifler

Sound und Light Design: Hanns Clasen

Produktion: Melika Ramic

jedermann-reloaded.de
philipphochmair.com

Tax for free

Wann
ist ein
System
so
ungerecht,
dass man
sich wehren
muss?

2018 deckte eine Investigativ-Recherche zu Cum-Ex-Geschäften den größten Steuerskandal in der Geschichte Europas auf: Mindestens 55 Milliarden Euro ließen sich Investor*innen, Banken und Spekulant*innen durch den Dreieckshandel von Aktien zu Unrecht vom Fiskus erstatten. Zwei Jahre später stehen einige Akteur*innen vor Gericht, die Machenschaften aber längst nicht mehr im Fokus der Öffentlichkeit. Dabei sind nach wie vor viele Fragen offen: Was wusste die Politik? Wurde bewusst weggeschaut? Standen die Reichen gar über der Allgemeinheit?

Beim asphalt Festival 2019 war die preisgekrönte Inszenierung ›Cum-Ex Papers‹ des Teams um Theaterregisseurs Helge Schmidt zu sehen, nun folgt der zweite Streich: In Zusammenarbeit mit dem Investigativ-Journalisten Oliver Schröm vom ARD-Magazin ›Panorama‹ und seinen Kolleg*innen erzählt ›Tax for free – Scholz und Tschentscher geben einen aus und Michael Kohlhaas wundert sich‹ die Chronik eines politischen Skandals: Der Stadtstaat Hamburg fordert im Jahr 2016 von der Privatbank M.M. Warburg & CO 47 Millionen Euro Steuern aus mutmaßlichen Cum-Ex-Geschäften zurück. Dann jedoch trifft sich der Mitinhaber der Bank mit dem Regierenden Bürgermeister Olaf Scholz. Innerhalb weniger Tage entscheidet sich die Finanzbehörde unter Senator Peter Tschentscher dazu, auf die Erstattung zu verzichten … Die Aufarbeitung des Cum-Ex-Skandals beschäftigt inzwischen auch die Hamburger Bürgerschaft, die im Oktober 2020 einen Untersuchungsausschuss zu dem Thema installierte.

Gerahmt von Interviews mit Politiker*innen, Journalist*innen und NGOs beschreibt die Inszenierung anhand dokumentarischen Materials eindrucksvoll die Nähe von Finanzwirtschaft und Politik. Inhaltlich und personell knüpft das Stück dabei an die mit dem deutschen Theaterpreis ›Der Faust‹ ausgezeichneten ›Cum-Ex Papers‹ an, stellt mit Rückgriff auf Heinrich von Kleists tragische Figur Michael Kohlhaas nun aber die Frage: Wann ist ein System so ungerecht, dass Bürger*innen sich wehren müssen? Die Uraufführung von ›Tax for free‹ fand am 3. Juni im Hamburger Lichthof Theater statt, im Juli ist das Stück beim asphalt Festival erstmalig als Gastspiel zu sehen.

Helge Schmidt (*1983 in Schwerin) war mehrere Spielzeiten am Thalia Theater Hamburg tätig und arbeitet seit 2014/15 als freier Regisseur. Seine Produktion ›Weltverbesserungstheater‹ am Theater Erlangen wurde in der Kritikerumfrage der Deutschen Bühne als herausragende Inszenierung der Spielzeit 2017/18 nominiert. Helge Schmidt ist sowohl in der freien Szene als auch am Stadttheater aktiv. Seine Arbeiten wurden mehrfach zu Festivals eingeladen.

Eine Produktion von Helge Schmidt und Team, in Koproduktion mit dem asphalt Festival Düsseldorf, dem LICHTHOF Theater Hamburg und dem TD Berlin, gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, durch die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius, die Rosa Luxemburg Stiftung, die Rudolf Augstein Stiftung sowie die Gemeinnützige Treuhandstelle Hamburg

mit Jonas Anders, Ruth Marie Kröger, Günter Schaupp, Laura Uhlig
Regie, Stückfassung: Helge Schmidt
Ausstattung: Atelier Lanika (Anika Marquardt und Lani Tran-Duc)
Lichtdesign: Sönke C. Herm
Musik: Frieder Hepting
Körperarbeit: Jonas Woltemate
Video: Jonas Link
Produktionsleitung: Zwei Eulen (Kaja Jakstat)
Assistenz und künstlerische Mitarbeit: Judith Weßbecher

Franzobel

»
Ein
sprachliches
Meister-
werk
«
(Der Standard)

Dieses Buch ist ein Feuerwerk des Einfallsreichtums: Nach dem Bestseller ›Das Floß der Medusa‹ begibt sich der österreichische Schriftsteller Franzobel in seinem neuen historischen Roman auf die Spuren eines wilden Amerika-Eroberers während der spanischen Conquista. Der Edelmann Ferdinand Desoto hat Pizarro nach Peru begleitet, dem Inkakönig Schach und Spanisch beigebracht, dessen Schwester geschwängert und mit dem Sklavenhandel ein Vermögen gemacht. Er war bereits berühmt, als er 1538 eine große Expedition nach Florida startete, die eine einzige Spur der Verwüstung durch den Süden Amerikas zog und bis heute als einer der erfolglosesten Eroberungsfeldzüge der Geschichte gilt. Knapp 500 Jahre später klagt ein New Yorker Anwalt im Namen aller indigenen Stämme auf Rückgabe der gesamten USA an die Ureinwohner.


›Die Eroberung Amerikas‹ liest sich wie ein Gleichnis für die von Gier und Egoismus gesteuerte Gesellschaft, die von eitlen und unfähigen Führern in den Untergang gelenkt wird.

Franzobel (*1967 in Vöcklabruck, Österreich) hat zahlreiche Bücher und Theaterstücke veröffentlicht, die vielfach ausgezeichnet wurden. Er erhielt u. a. den Ingeborg-Bachmann-Preis (1995), den Arthur-Schnitzler-Preis (2002), den Nestroy-Theaterpreis (2005) und den Nicolas-Born-Preis (2017). Sein Roman ›Das Floß der Medusa‹ stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis und wurde mit dem Bayerischen Buchpreis ausgezeichnet.

Das sagt die Presse:

»Dieser Roman hat mich so begeistert wie kein zweiter in diesem Jahr. Er hat mich grundweg umgehauen.« (Thea Dorn, Literarisches Quartett)

»Statt einfach einen historischen Roman zu ›erzählen‹, wird hier mit unbändiger Fabulierlust ein provozierendes Gemälde entworfen, in dem Faktum und Fiktion sich bis zur Unkenntlichkeit vermischen.« (FAZ)

»Mit Verve und Fabulierlust entwirft Franzobel farbenprächtige Bilder und ein Panoptikum skurriler Figuren. Erkenntnis- und Lesevergnügen zugleich – und preisverdächtig.« (BR2)

»Ein sprachliches Meisterwerk voller ironischer Verweise und eine erschütternde Studie menschlichen Verhaltens.« (Der Standard)

von und mit Franzobel

Ebow

»
Zeit
für
Ansagen
«
(Vice)

Die deutsche Rapperin Ebow, bürgerlich Ebru Düzgün, ist provokant und politisch. Solo, aber auch als Mitglied der Gaddafi Gals, rappt die gebürtige Kurdin unter anderem gegen Sexismus, Rassismus und Homophobie, für eine offene, solidarische und gleichgestellte Gesellschaft.

Ebow ist eine der relevantesten Rapperinnen des Landes, macht politische Themen hörbar und schafft Hymnen für ganze Communities. Sie gibt denen eine Stimme, die oft nicht gehört werden.

Anfang 2020 hat die in Berlin lebende Künstlerin ihr neues Album ›QUEER AF II‹ veröffentlicht, eine Sammlung queerer Lovesongs. Die vielfältige, kurze EP setzt sich mit dem Thema auf ganz unterschiedliche Weise auseinander: ›Shorty‹ ist eine eingängig-dissonante Uptempo-Nummer mit einer eingängigen Hookline, ›Tunnel‹ ein melancholischer Track mit lässigen Jazz-Anleihen und viel Herzschmerz. Komplettiert wird die EP von dem Song ›Friends‹, der die Freundschaft feiert.

Ebow verknüpft spielend old school, new school, Battlerap und R’n’B. Ihre textliche Palette ist ebenso breit gefächert und reicht von tagebuchartigen Gedanken bis zu politischen Pamphleten. Von der Presse wird Ebow als deutsches Pendant zur britischen Polit-Rapperin M.I.A. gehandelt.

Das sagt die Presse:

»Zwischen Radikalität und Reflektiertheit findet Ebow seit Jahren die passenden Worte, um ihre Erfahrungen mit Diskriminierung zu verarbeiten – als Postmigrantin, als Frau, die Frauen liebt, als Frau. Sie rechnet in ihrer Musik ab, mit strukturellem Rassismus, kultureller Aneignung, Frauenverachtung und Queer-Feindlichkeit.« (Süddeutsche Zeitung)

»Düzgün bricht ihre Aussagen auf Schlüssel-, Schlag- und Stichwortketten herunter, deren Effekt schwindelerregend ist. Sie textet politisch korrekt und grammatisch unkorrekt über Frauenverachtung in ihrer Szene und Fremdenverachtung in ihrem Land.« (Zeit Online)

»Wenn die junge Rapperin auf die Bühne tritt, ist es Zeit für Ansagen.« (Vice)

»Es gibt auch Leute, die Ebow vorwerfen, abgehoben zu sein, weil sie über ihren Master-Abschluss rappt. Ihre Antwort: ›Digga, gönn’ mir doch!‹« (brand eins)

 

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #Kunststörer

von und mit Ebow & DJ

Diana Ezerex

»
Diana Ezerex
hat Seele
in der Stimme
«
(Südkurier)

Mehr Herz und Soul geht kaum: Diana Ezerex’ Musik verbindet Urban Pop, HipHop, Soul und Trap. Ihre charismatische Stimme erinnert an die Energie von Rag’n’Bone Man, die Intensität von Bon Iver und die Gelassenheit von Anderson.Paak. Seit mittlerweile vier Jahren spielt die Sängerin ehrenamtlich Konzerte in Gefängnissen. Für ihr soziales Engagement wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, u. a. beim Wettbewerb ›Aktiv für Demokratie & Toleranz 2020‹ der Bundeszentrale für Politische Bildung, mit dem Heinz-Kappes-Preis 2020 und dem Jugenddiakoniepreis 2019. Beim asphalt Festival wird Diana Ezerex erstmalig Songs ihres Ende Juni erscheinenden Debütalbums ›My Past’s Gravity‹ live spielen. Die Stücke befassen sich mit Themen, die im Zusammenhang mit dem Gefängnis stehen und greifen Tabus, strukturelle Probleme sowie soziale Ungerechtigkeiten auf. Ezerex’ Songtexte haben eine hohe gesellschaftliche Relevanz und Authentizität, stellen Fragen zu mentaler Gesundheit, Suizid, Akzeptanz und Zurechtfinden im Gemeinwesen.

Das sagt die Presse:

»Diana Ezerex ist eine Songwriterin, die nicht nur für Musik brennt, sondern auch für soziales Engagement.« (Bayerischer Rundfunk)

»Ihre tiefe, rauchige Stimme geht durch Mark und Bein, sobald sie eines ihrer selbstgeschriebenen Lieder anstimmt.« (Badische Neueste Nachrichten)

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #Kunststörer

Gesang: Diana Ezerex
Piano: Roman Schuler
Gitarre: David Hentzschel
Bass: Patrick Gruber
Schlagzeug: Thorsten Rheinschmidt

dianaezerex.com

Danko Rabrenović

»
Russendisko
auf balkanesisch
– witzig und
tiefsinnig
«
(Radio Fritz)

Der Musiker, Radiomoderator und Autor Danko Rabrenović kehrt zurück auf die Bühne. Diesmal allerdings ›Solo & Allein‹. Der Ex-Balkanizer macht ein Experiment und verlässt sich dabei auf sein Improvisationstalent und seine Gitarre. Rabrenović bewegt sich als Geschichtenerzähler und Performer ohne Netz und doppelten Boden in einer Welt, die irgendwo zwischen Konzert, Lesung, Stand-up und Kabarett liegt. Die Form seiner Performances ändert sich, seine Themen bleiben: Sprache, Exil, Identität, Kulturschocks, Heimatgefühle, Nationalismus, Integration, Migrationshintergrund und ähnliche Krankheiten.

Danko Rabrenović wurde in Zagreb geboren, wuchs in Belgrad auf und lebte als Kind mit seinen Eltern drei Jahre in Peking. Kurz nach Ausbruch des Jugoslawienkrieges kam er nach Deutschland. Elf Jahre lang moderierte er die Kultradiosendung ›Balkanizer‹, zur Zeit ist er Moderator bei WDR Cosmo. Bislang sind zwei Bücher von ihm erschienen, ›Der Balkanizer. Ein Jugo in Deutschland‹ und ›Herzlich willkommencić. Heimatgeschichten vom Balkanizer‹ (DuMont). Rabrenović ist zudem Sänger und Gitarrist der Ska-Punk Band Trovači.

Das sagt die Presse:

»Er betrachtet das Leben in Deutschland mit ähnlich wohlwollender Verwunderung wie sein russischer Kollege Wladimir Kaminer. Sei es dem charmanten Akzent geschuldet – Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen.« (Bonner Generalanzeiger)


»Der Balkanizer erzählt von einem Leben zwischen zwei Heimaten und hält uns charmant den Spiegel vors Gesicht. Russendisko auf balkanesisch – witzig und tiefsinnig.« (Radio Fritz)


»Der Autor und Musiker Danko Rabrenović hat mit der Geschichte seiner Integration in Deutschland eine Lücke gefüllt.« (taz)

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #Resolution

von und mit Danko Rabrenović

danko-rabrenovic.de 

Chinchilla Arschloch, waswas

»
Ich

ticke,
also
bin
ich
«

Mit Tourette Theater machen? Auf den ersten Blick scheint das unmöglich, schließlich ist kein Text sicher und keine Bewegung wiederholbar. Doch Helgard Haug von Rimini Protokoll beweist eindrucksvoll das Gegenteil. In ihrem Stück ›Chinchilla Arschloch, waswas‹ holt sie drei Menschen mit Tourette-Syndrom auf die Bühne: Christian Hempel, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, über die Krankheit aufzuklären, den Musiker und Altenpfleger Benjamin Jürgens und den Politiker Bijan Kaffenberger. Ihre Tics sind nicht steuerbar, Schimpftiraden und motorische Ausbrüche gehören zu ihrem Alltag. Gemeinsam mit der Musikerin Barbara Morgenstern unterziehen die drei Protagonisten das Theater einem Stresstest: Wie viel Absichtslosigkeit hält es aus? Wie viel Schutz kann es bieten, wenn die Bühne doch eigentlich für das Gegenteil geschaffen ist – für Präzision, Wiederholbarkeit, Kontrolle, Weltgeschichte und Spektakel? Und schnell wird klar: Hier geht es gar nicht nur um Tourette. Dieses Stück handelt vom Publikum, vom Theater und der Angst vor dem Kontrollverlust.

Die Autorin und Regisseurin Helgard Haug gründete vor 20 Jahren gemeinsam mit Stefan Kaegi und Daniel Wetzel das Theaterkollektiv Rimini Protokoll. Seitdem entwickeln die drei in unterschiedlichen Konstellationen unter diesem Label weltweit künstlerische Projekte. Rimini Protokoll wurden vielfach ausgezeichnet für ihre dokumentarischen Theaterstücke, Interventionen, szenischen Installationen und Hörspiele mit sogenannten ›Experten des Alltags‹. Sie erhielten u. a. den Mülheimer Dramatikerpreis, den deutschen Theaterpreis ›Der Faust‹, den Deutschen Theaterpreis Faust, den Europäischen Theaterpreis, den Silbernen Löwen der Theaterbiennale Venedig und den Deutschen Hörspielpreis. ›Chinchilla Arschloch, waswas‹ war zum Berliner Theatertreffen 2020 eingeladen. Die auf Basis des Theaterstücks entwickelte gleichnamige Hörspielproduktion gewann 2019 den Deutschen Hörspielpreis der ARD.

Das sagt die Presse:

»Es ist der seltene Moment, in dem Theater erklärt, ohne den Zeigefinger zu sehr auszustrecken. Eher ist da nur ein sanftes Streicheln.« (Theater heute)

»›Chinchilla Arschloch, waswas‹ ist darum kein Tourette-Stück. Es ist ein Stück über Tabubrüche, über Freiheit, über Einsamkeit, Selbstbewusstsein, die beruhigende Kraft von Musik. Es ist ein Stück über Voyeurismus, vorgegaukelte Toleranz und Empathie. Es ist phänomenal gut gemachtes, durchdachtes Theater, weil es berührt, irritiert, aufschrecken lässt, weil es mit Bekanntem so überrascht, dass man sich am Ende im besten Fall neu positioniert.« (Deutschlandfunk)

»Ein zauberhafter Theaterabend, der den drei Performern und der Musikerin Mittel an die Hand gibt, um das Format Theater zu strapazieren, zu dehnen, für sich zu nutzen.« (Spiegel Online)

Eine Produktion von Künstlerhaus Mousonturm, Schauspiel Frankfurt und Rimini Apparat, koproduziert vom Westdeutschen Rundfunk und HAU Hebbel am Ufer Berlin, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Bündnisses internationaler Produktionshäuser, durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain im Rahmen des Schwerpunkts ›Erzählung.Macht.Identität‹ und durch die Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung für Kunst und Kulturpflege im Rahmen der Projektreihe UNLIMITED II zur Förderung exemplarischer Positionen zeitgenössischer Performing Arts

Mit Christian Hempel, Benjamin Jürgens, Bijan Kaffenberger, Barbara Morgenstern, Stefan Schliephake und Sven Lüders
Konzept, Text, Regie: Helgard Haug
Komposition, Musik: Barbara Morgenstern
Bühne: Mascha Mazur
Video: Marc Jungreithmeier
Lichtdesign: Johannes Richter
Dramaturgie: Cornelius Puschke
Tontechnik: Thorsten Löchl
Recherche & Künstlerische Mitarbeit: Meret Kiderlen
Videoassistenz: Lukas Lenfert
Produktionsleitung / Touring: Juliane Männel, Renée Merkel
Technische Leitung & Lichtdesign (Touring): Patrick Tucholski
Sounddesign (Touring): Torsten Schwarzbach
Regie-Assistenz (Touring): Desislava Tsoneva

Aufführungsrechte: schaefersphilippen Theater und Medien GbR
Musikrechte: Barbara Morgenstern © Maobeat Musikverlag/Budde Music Publishing GmbH

rimini-protokoll.de

Hier erzählt Regisseurin Helgard Haug im Gespräch mit Festivalleiter Christof Seeger-Zurmühlen, wie das Stück ›Chinchilla Arschloch, waswas‹ entstanden ist und warum keine Vorstellung der anderen gleicht. 

Bilderzerstörer

»
Bildgewaltige
Inszenierung
in oft surreal
fiebrigen
Bildern

«
(TANZweb.org)

In ihrer neuen Arbeit ›Bilderzerstörer‹ beschäftigt sich die Tanztheater-Compagnie bodytalk mit der Zerstörung von Kunstwerken. Wie kann Kunst derartige Aggressionen bei manchen Menschen auslösen, dass sie leibhaftig und gewalttätig Bilder attackieren? Dieser fanatische Glaube, etwas Ästhetisches zerstören zu müssen, übt auf andere Menschen, aber auch auf die Medien eine große Faszination aus. So können eigentlich banale Akte der Destruktion weit über die Grenzen der Kunstwelt hinaus große Wellen schlagen.

bodytalk wurde 2008 von Rolf Baumgart und der ehemaligen Kresnik-Tänzerin Yoshiko Waki gegründet und produziert politisches Tanztheater mit starken Bildern und einer schier unerschöpflichen Energie. Ausgangspunkt jeder Produktion ist die Frage, was passiert, wenn Tanz und Realität zusammenstoßen. Die Produktionen des in Münster ansässigen Künstlerteams entstehen häufig unter Einbeziehung des öffentlichen Raums. Seit 2012 erhält bodytalk die ›Spitzenförderung Tanz‹ in NRW und wurde schon mehrfach mit Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Kölner Tanztheaterpreis und dem Bewegungskunst-Preis Leipzig.

Das sagt die Presse:

»Ein visuell-akustisch-emotionaler Urknall: Yoshiko Waki und Rolf Baumgart legen mir ihrem neuen Stück erneut einen aktuellen politischen Tanzabend vor, der vor allem durch beeindruckende Bilder in Bann schlägt.« (Tanznetz)

Eine Produktion von bodytalk in Koproduktion mit dem asphalt Festival, Teatr Rozbark (Polen), Theater im Pumpenhaus (Münster), gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Projektes #HumanBeingHuman, vom Kulturamt der Stadt Münster und von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

von Yoshiko Waki und Rolf Baumgart

von und mit Momoko Baumgart, Lia Beuchat, Klaus Dilger, Rene Haustein, Martijn Joling, Max Korner, Florencia Martina, Nanako Oizumi, Amy Pender, Vicky Roters, Alexey Torgunakov, Piotr Mateusz Wach, Jan Paul Werge

Babylon ORCHESTRA

»
Fusion
furios,
wider
Schall
und
Brauch
«
(Der Tagesspiegel)

Das Babylon ORCHESTRA ist ein junges, urbanes Berliner Fusion-Ensemble, das europäische und nahöstliche Musik mit dem Sound einer Big Band und eines zeitgenössischen Orchesters verbindet. Das Ensemble vereint verschiedene musikalische Traditionen in einer neuen und einzigartigen Klangwelt. Es bringt Menschen mit ihren Geschichten, Liedern, Instrumenten und Rhythmen zusammen und gibt damit kreative Impulse für neue Musikwerke. Durch die Verbindung und Gegenüberstellung von klassischen und traditionellen Instrumenten, wie zum Beispiel Oud und Gitarre, Ney und Flöte, Kamanche und Geige oder anderen spannenden Kombinationen, fördert das Ensemble auch ein tieferes Verständnis für außereuropäische Kulturen. Gegründet wurde das Babylon ORCHESTRA 2016 von dem mehrfach ausgezeichneten Komponisten Mischa Tangian und seiner Partnerin Sofia Surgutschowa.

Das Ensemble spielte bereits in vielen renommierten Sälen in ganz Deutschland, wie der Deutschen Oper Berlin, der Elbphilharmonie, der Komischen Oper Berlin, im HAU1 (Hebbel am Ufer) oder der Volksbühne und ist mit bekannten Künstlern wie Titus Engel, den Grandbrothers, dem Zafraan Ensemble, MAias Alyamani und der Blue Man Group aufgetreten.

Aus vielfältigen Kooperationen in den vergangenen Jahren ist ein eigenes, neues Repertoire entstanden, dessen Essenz im Sommer 2020 auf dem Debütalbum ›Babylon ORCHESTRA‹ erschien. Als Gastmusiker*innen sind darauf außergewöhnliche Solist*innen wie Osama Abdulrasol (Qanoon), Layale Chaker (Violine), Mohannad Nasser (Oud), der syrische Vokalist Rebal Alkhodary und die kurdische Sängerin Hani Mojtahedy zu hören. Das Album gewann den Preis der deutschen Schallplattenkritik 2020 in der Kategorie ›Weltmusik‹.

Das sagt die Presse:

»Wie selbstverständlich überschreitet auch das Orchester von Mischa Tangian mit seinen okzidentalen und orientalen Elementen die Grenze musikalischer Traditionen: Mal scheint man vom Big-Band-Sound in einen Noir-Film versetzt, mal verwandeln die Streicher eine syrische Melodie zur Jazzrock-Ballade.« (Der Tagesspiegel)

»Babylon Orchestra heißt das Wunderwerk der Weltmusik« (Berliner Kurier)

»Das durchbricht alle musikalischen Erwartungen.« (Der Tagesspiegel)

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #Resolution

Künstlerische Leitung, Violine: Mischa Tangian
Gesang: Hani Mojtahedy
Kontrabass, Synthesizer: Valentin Link

Kamanche: Farhang Moshtagh 

Flöte, Santur: Azin Zahedi

Bratsche: Sara Rilling
Cello: Martin Knörzer

Trompete: Damir Bacikin

Violine: Alexey Kochetkov

Oud: Alaa Zouiten
Ney: Valentina Bellanova 

Posaune: Jörg Bücheler

E-Gitarre: Michael Glucksmann
Perkussion: Peter Kuhnsch

babylonorchestra.com

AMORE.

Kern-
kompetenz:

Um-
ge
staltung

der
Wirklichkeit

CK und Bianca sind Spezialistinnen für alle großen Ereignisse im Leben. Mit ihrem Kleinstunternehmen IMMER_EINE_GUTE_PARTIE_24.de sind sie stets professionell begleitend zur Stelle, ob auf Hochzeiten, Trauerfeiern, Straßen- und Richtfesten oder Kindergeburtstagen. Ihre Kernkompetenz ist das Erkennen von Problemen und die Umgestaltung der Wirklichkeit. Im Privaten gelingt das leider selten, denn CK ist ja eher Single, Anfang / Mitte 30, äußerst schwer vermittelbar. Bianca, ihre Aszendentin mit einem Herz aus Gold, pflichtbewusst, doch bis aufs Äußerste gelangweilt, befindet sich immer knapp vor dem Nervenzusammenbruch. Kurz und gut, aus Gründen von Einsamkeit und der allseits bekannten Work-Life-Balance wird Hobby zum Beruf …

In ›AMORE. Zeltgeschichten im Campingfachjargon. Eignet sich vielleicht als Überschrift. Nicht als Song.‹ – so der vollständige Stücktitel – geht es um das Spiel mit Erwartungen, das Widersprüchliche, Ambiguität und Ambivalenz, den Kontrast und die Diskrepanz. Es geht um Kitsch – trivial, banal, sentimental –, im Gegensatz zu einer künstlerischen Bemühung um das Wahre, das Schöne. Und um Trash. ›AMORE.‹ ist ein theatraler Liebesbeweis von undBorisundSteffi.

Eine Produktion im Auftrag des asphalt Festivals, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #HumanBeingHuman und vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien

undBorisundSteffi sind Charlotte Kath, Sandra Reitmayer und Lisa Balzer. Im Ruhrgebiet verortet, haben sie dort gemeinsam an der Folkwang Universität der Künste studiert. Seit 2016 stellen die freien Theaterschaffenden der Liebe und dem Tod, den beiden alles beherrschenden Themen des Lebens, auf der Bühne Alltäglichkeiten gegenüber – nebeneinander, gleich gültig. Die Koexistenz des Banalen und Existenziellen bildet für undBorisundSteffi die Grundlage ihrer Beschäftigung mit theatraler Form. Sie konfrontieren das Publikum mit der zwanghaften Sinnstiftung und der beiläufigen Banalisierung und fordern es heraus, diese widersprüchlichen Handlungsweisen zu ertragen. Die Arbeiten der drei Performerinnen wurden schon vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Folkwangpreis, dem Kölner Theaterpreis und dem Petra-Meurer-Preis.

von und mit undBorisundSteffi

undborisundsteffi.com

ALL QUIET ON THE WAR FRONT

Killing
by
remote
control

Krieg ist leise geworden. Militärische Ziele liegen jenseits von Grenzen und häufig mitten in zivilen Gebieten. Fronten verschwimmen. Den Abzugsknopf drücken Soldaten auf einer Fernbedienung. Die Tötung wird von Befehlshabern aus cineastischer Gottesperspektive getroffen. Je wertvoller das militärische Ziel, desto mehr Kollateralschäden werden von den Verantwortlichen als akzeptabel angesehen. In den vergangenen Jahren hat sich viel geändert in der Art, wie Kriege geführt und kommuniziert werden. Dies liegt nicht nur an neuen autonomen Waffensystemen und ungeahnten Möglichkeiten in der visuellen Überwachung. Ziel ist es, die Menschen in sicheren Ländern vom Wissen über Kriege und Exekutionen abzuschirmen: ›ALL QUIET ON THE WAR FRONT‹. Es ist leichter geworden, Machtpolitik militärisch umzusetzen, ohne als Aggressor wahrgenommen zu werden und einen Blutzoll zahlen zu müssen. Dagegen müssen die attackierten Gesellschaften nicht nur hohe Opferzahlen in der Zivilgesellschaft ertragen. Sie sind auch traumatisiert von einem unsichtbaren Feind, der in der Luft nur über seinen Drohnenklang zu bemerken ist.

»Weder die Zivilbevölkerung als solche noch einzelne Zivilpersonen dürfen das Ziel von Angriffen sein. Die Anwendung oder Androhung von Gewalt mit dem hauptsächlichen Ziel, Schrecken unter der Zivilbevölkerung zu verbreiten, ist verboten.« (Genfer Konventionen, Zusatzprotokoll vom 8. Juni 1977, Art. 51, 2)

Die neue Komposition ›ALL QUIET ON THE WAR FRONT‹ von Bojan Vuletic verarbeitet klanglich und musikalisch die Perspektiven am Boden und aus der Luft sowie das Ausblenden von Kriegslärm in der sicheren Ferne. Die Musik wird ergänzt durch gesprochene Texte zu Drohnen-Angriffen, etwa internationale Presseartikel oder Passagen aus US-Hearings zur nationalen Sicherheit. Das Werk wird beim asphalt Festival 2021 von einem kammermusikalischen Ensemble herausragender internationaler Solist*innen uraufgeführt.

Egor Grechishnikov, Violine, spielte als Konzertmeister im Kammerorchester Moscovia und bei den Moskauer Virtuosen unter Vladimir Spivakov. 1994 wurde er Solist der Moskauer Philharmonie, Engagements als 2. Konzertmeister des SWR Orchesters in Freiburg und als 1. Konzertmeister des Niederländischen Philharmonischen Orchesters folgten. Seit 2002 ist er 2. Konzertmeister der Düsseldorfer Symphoniker.

Die New Yorker Cellistin und Komponistin Mariel Roberts ist als Solistin und Kammermusikerin bereits bei einer Vielzahl von Konzerten auf vier Kontinenten aufgetreten und schlägt in ihren virtuosen Performances Brücken zwischen Avantgarde, zeitgenössischer, klassischer, improvisierter und traditioneller Musik.

Der in Frankfurt am Mai geborene Klarinettist Christoph Schneider hat bereits mehrere Preise als Solist gewonnen, spielte u. a. im Beethoven Orchester Bonn und im Orchester der Deutschen Oper Berlin und ist seit 2016 Solo-Klarinettist der Duisburger Philharmoniker.

Der Trompeter und Performer Pablo Giw lebt in Köln und beschäftigt sich neben traditioneller Spielweise vor allem mit Extended Techniques, Perkussion und Noise. Mit seinem Instrument schafft er dichte Klangwände und Grooves, bei denen er auch Stimme und Spoken Word einbindet.

Die rumänische Pianistin Alina Bercu gastierte auf vielen wichtigen Musikbühnen Europas, Amerikas und Asiens, darunter der Carnegie Hall New York, der Tonhalle Zürich und der Tonhalle Düsseldorf, und arbeitete mit namhaften Sinfonieorchestern zusammen. Ihre Debüt-CD mit Kammermusikwerken von Schubert und Brahms wurde mit dem ›Golden Label‹ (Benelux) und ›Cle d’or‹ (Frankreich) ausgezeichnet.

Bojan Vuletić ist Komponist, Klangkünstler und Gitarrist. Musikalische Zusammenarbeiten verbinden ihn u. a. mit Markus Stockhausen, Nate Wooley, Bojan Z, dem Mivos Quartet, WDR Rundfunkorchester und -chor und den Düsseldorfer Symphonikern. Audio-Realisation von Ausstellungen in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Danica Dakić waren u. a. auf der documenta 12 Kassel, der Biennale Liverpool und auf der Biennale in Venedig zu sehen.

Eine Produktion im Auftrag des asphalt Festivals, gefördert von der Kunststiftung NRW und vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #HumanBeingHuman, mit freundlicher Unterstützung von Steinway & Sons Düsseldorf

Egor Grechishnikov: Violine
Mariel Roberts: Cello, Electronics
Christoph Schneider: Klarinette
Pablo Giw: Trompete, Electronics
Alina Bercu: Klavier
Bojan Vuletić: Komposition, Sounds, Sprecher, musikalische Leitung

gelen-grech.de
marielroberts.com
christoph-schneider-klarinette.de
giwmusic.com
alinabercu.com
bojanvuletic.com

TANZ

»
Höchst
kunstvoll,
wahrhaft
spektakulär
und leicht
aggressiv
«
(Frankfurter Rundschau)

»Sie ist keine, die aufhört, wenn es wehtut«, schrieb ›Die Zeit‹ über Florentina Holzinger, die aktuell als eine der aufregendsten Performerinnen gilt. Die Wienerin bereichert die internationale Performanceszene mit schwindelerregender Akrobatik, muskulösen Frauenkörpern und Martial-Arts-Kampfszenen – popkulturelle Referenzen und ein Faible für Trash kommen dabei nicht zu kurz. Ihre Performances haben Kultstatus, sie geht an die Grenzen – des guten Geschmacks und ihres eigenen Körpers. Im Zentrum von Holzingers Arbeit steht der weibliche Körper, den sie als Experimentierfeld begreift, mit dem man alles machen kann.

In ihrer neuen Arbeit ›TANZ‹ befasst sie sich mit der Disziplinierung des Körpers durch das Ballett. Dazu bedient sie sich eines Ensembles von elf starken Frauen zwischen 20 und 80 Jahren, die weitgehend splitternackt agieren und aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen: Tanz, Ballett, aber auch Theater und Zirkus. Protagonistin ist die 80-jährige Beatrice Cordua, die lange John Neumeiers Primaballerina war und weltweite Berühmtheit erlangte, als sie 1972 erstmalig ›Le sacre du printemps‹ nackt tanzte. In ›TANZ‹ studiert Cordua mit einer Ballettklasse ›La Sylphide‹ ein – ein Ballettstück von 1832 mit schwebenden Luftgeistern und Feenwesen (Sylphiden), das als Geburtsstunde von Tutu und Spitzentanz gilt und bis heute das Image von Ballett prägt. Doch Holzinger blickt aus heutiger, feministischer Perspektive auf das Thema, holt die verklärte Welt des romantischen Balletts radikal, tabulos und schockierend ins 21. Jahrhundert und macht daraus einen wahren Höllenritt. In einem opernhaften Setting zwischen Märchenwald und Hexensabbat entstehen brutale Parodien auf Bilder, wie man sie aus Ballett, Komödien und Pornografie kennt – inklusive spektakulärer Einlagen wie Stunts auf hängenden Motorrädern.

›TANZ‹ ist eine Koproduktion des asphalt Festivals und eines der meistprämierten Stücke im deutschsprachigen Raum 2020: Es wurde u. a. zum Theatertreffen eingeladen, in der Kritikerumfrage von ›Theater heute‹ zur Inszenierung des Jahres gekürt und war für den deutschen Theaterpreis ›Der Faust‹ nominiert. Zudem erhielt Holzinger den Nestroypreis für die beste Regie.

Florentina Holzinger (*1986 in Wien) hat Choreografie an der School for New Dance Development (SNDO) in Amsterdam studiert. Gemeinsame Arbeiten mit Vincent Riebeek wie ›Kein Applaus für Scheiße‹ (2011), ›Spirit‹ (2012) oder ›Wellness‹ (2012) brachten ihr den Ruf als ›provokanteste Nachwuchschoreografin‹ ein. Ihre Arbeiten werden auf zahlreichen Festivals und in Produktionshäusern im In- und Ausland gezeigt. Holzinger lebt in Wien und Amsterdam und wird ab der Spielzeit 2021/22 im Team von René Pollesch an der Berliner Volksbühne arbeiten.

Das sagt die Presse:

»In der Wut liegt die Kraft liegt die Liebe: Wer einen Abend von Florentina Holzinger sieht, spürt die Zukunft.» (SZ-Magazin)

»Die österreichische Performancekünstlerin und Choreografin beherrscht die Kunst, Sachen, die Menschen normalerweise nicht sehen wollen, so auf die Bühne zu bringen, dass man trotzdem gerne hinschaut.« (Der Falter)

Eine Produktion von Florentina Holzinger in Koproduktion mit dem asphalt Festival, Spirit und Tanzquartier Wien, SPRING Festival (Utrecht), Productiehuis Theater Rotterdam, Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt), Arsenic (Lausanne), Münchner Kammerspiele, Take Me Somewhere Festival (Glasgow), Beursschouwburg (Brüssel), deSingel (Antwerpen), Sophiensaele (Berlin), Frascati Productions (Amsterdam) und Theater im Pumpenhaus (Münster), gefördert von DANCE ON TOUR AUSTRIA – Ein Kooperationsprojekt des Tanzquartier Wien und des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres 

Die Aufführung am 2. Juli 2021 findet in Kooperation mit dem IMPULSE THEATER FESTIVAL statt.

mit Renée Copraij, Beatrice Cordua, Evelyn Frantti, Florentina Holzinger, Lucifire, Annina Machaz, Netti Nüganen, Suzn Pasyon, Laura Stokes, Veronica Thompson, Lydia Darling
Konzept, Choreografie: Florentina Holzinger
Bühne: Nikola Knezevic
Lichtdesign: Anne Meeussen
Videodesign, Livekamera: Josefin Arnell
Sounddesign, Livesound: Stefan Schneider
Dramaturgie: Renée Copraij, Sara Ostertag
Prothetik, Maske: Studierende des Studiengangs Maskenbild an der Theaterakademie August Everding (München), Marianne Meinl
Unterstützung Stunts: Haeger Stunt & Wireworks
Stuntinstruktor*innen: Stunt Cloud GmbH (Leo Plank, Phong Giang, Sandra Barger)

Lesen Sie hier ein Interview mit Choreografin Florentina Holzinger über ihre Arbeit ›TANZ‹, Geschlechterrollen auf der Bühne und wie man die Grenzen immer weiter verschiebt.

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten

Warum ist es eigentlich so schwer, über Rassismus zu sprechen?

»Darf ich mal deine Haare anfassen?«, »Kannst du Sonnenbrand bekommen?«, »Wo kommst du her?« Wer solche Fragen stellt, meint es meist nicht böse. Aber dennoch: Sie sind rassistisch. Warum, das wollen weiße Menschen oft nicht hören. Alice Hasters erklärt es trotzdem. Eindringlich und geduldig beschreibt sie, wie Rassismus ihren Alltag als Schwarze Frau in Deutschland prägt. Dabei wird klar: Rassismus ist nicht nur ein Problem am rechten Rand der Gesellschaft. Und sich mit dem eigenen Rassismus zu konfrontieren, ist im ersten Moment schmerzhaft, aber der einzige Weg, ihn zu überwinden.

Bei asphalt auf See liest Hasters aus ihrem Buch Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten, das aktuell Platz 3 der SPIEGEL-Bestsellerliste belegt.

Die deutsche Journalistin, Autorin und Podcasterin arbeitet u. a. für die ›Tagesschau‹ und den RBB. Mit der Schauspielerin Maxi Häcke spricht sie im monatlichen Podcast ›Feuer&Brot‹ über Feminismus und Popkultur. Für DIE ZEIT ist sie »die intellektuelle Stimme der jungen Schwarzen in Deutschland«. Alice Hasters wurde 1989 in Köln geboren, ist dort auch aufgewachsen, studierte in München an der Journalistenschule und lebt heute in Berlin.

»Ein echter Augenöffner« (Deutschlandfunk Kultur)

»›Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten‹ kann man als das Buch der Stunde bezeichnen.« (Der Freitag)

»Alice Hasters trifft den richtigem Punkt: Indem sie sich verletzlich zeigt, mutet sie den anderen zu, sich unwohl zu fühlen, genauso unwohl wie sie selbst.« (ZDFaspekte)

»In Zeiten von Zynismus und Shitstorms beweist Hasters, dass man persönlich und zugleich sachlich über brisante Themen sprechen kann. Hasters liefert ein echtes Diskussionsangebot.« (Profil)

Von und mit Alice Hasters

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW

JPson

Das ist Musik, die an Sommer, Sonne und Strand denken lässt: Der südafrikanische Singer-Songwriter JPson macht eine entspannte Mischung aus Folk, Roots und Reggae-Sounds und würzt sie mit einigen Dub- und psychedelischen Elementen. Bei asphalt auf See tritt er im Duo mit einem Percussionisten auf – und fast könnte man meinen, dass in der Abendsonne am Schwanenspiegel das Meeresrauschen zu hören ist …

JPson ist in Südafrika aufgewachsen und verbrachte seine Jugend überwiegend auf dem Surfbrett. An den Stränden Kapstadts hat er sich selbst das Gitarrenspiel beigebracht. Nach der Schule brach JPson zu einer Europa-Reise auf, die ursprünglich zehn Monate dauern sollte – es wurden zwölf Jahre daraus und mittlerweile lebt JPson in Berlin. Bislang veröffentlichte er zwei EPs und absolvierte mehrere ausgedehnte Tourneen in ganz Europa und Südafrika mit Acts wie Sons Of The East, Jack And The Weatherman und Jon and Roy.

JPson – Gesang und Gitarre
Boris Israel – Djembe, Bassdrum, Cymbals

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Schwarz-helle Nacht

Am 9. und 10. November 1938 fanden in Düsseldorf etwa 460 Überfälle auf jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger statt. Diese landesweit geplanten Aktionen gingen als Novemberpogrome in die Geschichte ein. Geschäfte und privates Eigentum wurden zerstört, Gebetshäuser vernichtet. Zeit- und Augenzeugen berichteten vom Eindringen in die intimsten Räume, von gewalttätigen Übergriffen und Todesfällen. Die Ereignisse sind ein erster trauriger Höhepunkt der systematischen Vertreibungs- und Vernichtungspolitik des NS-Regimes. Auf ihn sollten noch viele folgen.

Das neue Stück des Theaterkollektivs Pièrre.Vers basiert auf dem Archivgut der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, das die deutschlandweit umfangreichste Dokumentation von Zeitzeugenberichten zur Reichspogromnacht erstellt hat. Vier Performer*innen geben in Schwarz-helle Nacht den damaligen jüdischen Bewohner*innen der Stadt eine Stimme und führen das Publikum durch das Düsseldorf der Gegenwart zu Originalschauplätzen. Dabei tauchen lebendige Bilder und Szenen aus der Pogromnacht auf, durch tableaux vivants und Audioinstallationen im Stadtbild entstehen Assoziationen zur Situation und Bedrohung von 1938. In Wohnungen, auf der Straße, in Cafés schildern die Darsteller*innen aus der Ich-Perspektive die Erlebnisse jüdischer Menschen aus dieser Nacht und treffen auf heutige Bewohner*innen, die sich zu aktuellen Fragen nach Sicherheit, Identität und Zugehörigkeit äußern.

Die performative Tour durch die Stadt macht die Komplexität der Ereignisse rund um die Nacht des 9. Novembers 1938 in Düsseldorf sichtbar, hörbar und erfahrbar – und zwar ganz konkret, unmittelbar und mit großer Kraft.

Das Theaterkollektiv Pièrre.Vers ist ein Zusammenschluss professioneller Theaterschaffender unter der künstlerischen Leitung des Regisseurs und Schauspielers Christof Seeger-Zurmühlen und der Schauspielerin Julia Dillmann mit Sitz in Düsseldorf. Seit 2012 entwickelt es Inszenierungen im öffentlichen Raum, in denen globalgesellschaftlich relevante Themen an Hand des Mikrokosmos Stadt untersucht werden, immer unter starker Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Düsseldorf. Die performativen Stadttouren des Theaterkollektivs sind mittlerweile ein Markenzeichen des asphalt Festivals, u. a. feierten hier schon Ode an das Büdchen (2014), Düsseldorf Sous-Terrain (2016) und Garten minus Zäune (2018) Uraufführung.

Mit Anna Beetz, Julia Dillmann, Nora Pfahl, Alexander Steindorf sowie Düsseldorfer Stadtbewohner*innen

Christof Seeger-Zurmühlen – Konzept, Regie
Simone Grieshaber – Ausstattung
Bojan Vuletic – Komposition, musikalische Leitung
Klaus-Lothar Peters – Piano
Juliane Hendes und Theaterkollektiv Pièrre.Vers – Stückentwicklung
Carmen Simon Fernandez – Produktionsassistenz
Philipp Kaminsky – Tontechnik

theaterkollektiv.de

- - -

Wiederaufnahme
Weitere Vorstellungen am:

11.03.2020, 18:00 Uhr
12.03.2020, 18:00 Uhr
13.03.2020, 18:00 Uhr
18.03.2020, 18:00 Uhr
19.03.2020, 18:00 Uhr
20.03.2020, 18:00 Uhr

Karten für die Termine im März 2020 sind ausschließlich über Westticket erhältlich
shop.derticketservice.de/duesseldorf-festival
Ticket-Hotline 0211 274000

- - -

Eine Produktion von Theaterkollektiv Pièrre.Vers in Koproduktion mit dem asphalt Festival und dem düsseldorf festival, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, der Bundeszentrale für politische Bildung, dem Kulturamt Düsseldorf, der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf, in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, der Rheinbahn AG, dem LVR Zentrum für Medien und Bildung, mit freundlicher Unterstützung von Hotel Max Brown Midtown

 

       

      

       

     

Giganten des Universums

»Skeletor, der Herr des Bösen, befindet sich auf seiner Burg Drachenstein auf dem Planeten Eternia und sucht nach einer neuen Waffe für seinen Kampf gegen He-Man. Der Hass auf seinen Rivalen ist so groß, dass er dabei jede Vorsicht vergisst und ein verbotenes Experiment wagt. Doch damit beschwört er die schrecklichste aller Gefahren für Eternia herauf – DIE GEGENWELT!«

Giganten des Universums beginnt als szenische Lesung am Tisch und kreist um die in den 1980er Jahren sehr populäre Actionfigur He-Man. Durch blitzschnelle Rollen- und Perspektivwechsel, liebevoll zusammengeschusterte Objekte und Live-Musik entwickelt sich schnell ein explosives Theaterfeuerwerk zwischen Poesie und Chaos – mit Muskeltypen, Prinzessinnen, Schwertern und Synthi-Sounds.

Das Theaterkollektiv Candlelight Dynamite gründete sich 2009, um Theater nach eigenen Regeln und Vorstellungen zu machen. Mit minimalen, oft überraschenden Mitteln verwandelt die Gruppe Märchen, Kurzgeschichten, Alltägliches und Abwegiges in stimmungsvolle und wahrhaft vergnügliche Theaterabende. Die Inszenierungen von Candlelight Dynamite sind eine Liebeserklärung an die Phantasie des Publikums. Sie waren bereits u. a. beim Fusion Festival, At.tension Festival, A Summer’s Tales, Hörspielsommer Leipzig, Kulturblütenfestival sowie am Schauspielhaus Hannover, Theater Bremen, Düsseldorfer Schauspielhaus und der Studiobühne Köln zu sehen. 2012 war die Gruppe schon einmal mit ihrer Produktion Die wilden Schwäne zu Gast beim asphalt Festival.

Mit Denis Geyersbach, Lorenz Liebold, Karl Sebastian Liebich, He-Man, Skeletor und weiteren Giganten des Universums

Cornelia Schäfer – künstlerische Leitung

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Invisible Twins

Invisible Twins machen feinsten Electro-Retro-Pop, der wie geschaffen scheint für ein Kopfhörerkonzert. Die Musik des Duos ist poetisch nah, elektronisch warm und cineastisch unaufgeregt. Mal blitzen orientalische, mal meditative Momente auf, der Sound ist geprägt von schlanken, unaufgeregten Beats, Vintage-Keyboards und sehr viel 80ies-Atmosphäre, die an Neonfarben und Kajalstift denken lässt.

Die Sängerin und Songschreiberin Anikó Kanthak und der Schlagzeuger und Produzent Niklas Schneider lernten sich vor zwei Jahren bei einem gemeinsamen Engagement kennen und trafen sich in der Folge zwanglos im Studio zum Musikmachen. Anikó, die in den letzten Jahren vor allem mit ihrem deutschsprachigen Soloprojekt bundesweit Furore machte, hatte zur Abwechslung einmal Lust auf englischsprachige Lyrics. Als ihre Komposition und Textarbeit abgeschlossen war, übernahm Niklas Schneider die Produktion. Mittlerweile ergänzen sich beide Musiker symbiotisch, die Songs für ein Album sind geschrieben und aufgenommen und müssen nur noch in puncto Soundästhetik feinjustiert werden. Der Auftritt bei asphalt auf See ist das erste offizielle Konzert von Invisible Twins.

Anikó Kanthak gewann bereits mit 16 Jahren den Wettbewerb ›Jugend jazzt NRW‹. Die charismatische Sängerin mit der fantastischen Stimme ist sowohl in der Jazz- als auch der Popszene geschätzt und etabliert. Sie war an zahlreichen Studioproduktionen beteiligt und arbeitete mit Größen wie Jamie Cullum, Roger Cicero und Udo Lindenberg zusammen. Zudem ist sie Dozentin für Songwriting an der Musikhochschule Köln.

Niklas Schneider studierte Jazzschlagzeug an der Musikhochschule Arnheim (NL) und ist ein gefragter Sideman in verschiedenen Bands. Er tourte, spielte und produzierte u. a. schon mit namhaften Künstlern wie Maxim, Stefanie Heinzmann, LaFee und Coma.

Anikó Kanthak – Stimme, Keyboard, Theremin
Niklas Schneider – Simmons, Synthbass, Sequenzer

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Omer Klein

Omer Klein braucht den Musikliebhabern in Düsseldorf nicht mehr vorgestellt zu werden. Der gefeierte Jazzpianist hat auf dem asphalt Festival und an anderen Spielorten der Stadt bereits unvergessliche Konzerte gegeben – ob solo, im Duo oder in Triobesetzung. Bei asphalt auf See bringt Klein nun ein besonderes Projekt zur Uraufführung: ein Solokonzert, das er auf einem Fender Rhodes spielt. Das Klavier mit dem unvergleichlich warmen Klang gilt als Klassiker unter den E-Pianos und prägte maßgeblich den Sound von Omer Kleins musikalischen Vorbildern Herbie Hancock, Chick Corea und Stevie Wonder. Wie immer bei Omer Klein darf man eindringliche Melodien, reiche Harmonien, ansteckende Grooves und gewagte Improvisationen erwarten.

Omer Klein wuchs in Israel auf, studierte Jazzmusik in Boston und New York und lebt seit einigen Jahren in Deutschland. Er gehört mittlerweile zur »ersten Garde der zeitgenössischen Jazz-Pianisten« (Jazz Podium), die israelische Presse zählt ihn zu den »faszinierendsten Künstlern, die dieses Land in den letzten Jahren hervorgebracht hat« (City Mouse, Tel Aviv). Der Musiker und Komponist veröffentlichte bislang acht Alben und tourt als Solist und mit seinem Trio um die Welt. Die ›Süddeutsche Zeitung‹ bezeichnete ihn als »Meisterpianisten«, ›Der Spiegel‹ und ›DIE ZEIT‹ widmeten dem internationalen Star Porträts. Omer Klein gewann 2013 den Förderpreis für Musik der Stadt Düsseldorf, 2015 den Förderpreis des Landes NRW und wurde 2016 für sein Trio-Album Fearless Friday für den ECHO Jazz nominiert. Sein Album Sleepwalkers war zweifach für den Jazz ECHO 2018 nominiert und gewann die Auszeichnung in der Kategorie ›Ensemble National‹. Seit 2016 ist Klein offizieller ›Steinway-Künstler‹ und damit in den exklusiven Club großer Pianisten aufgenommen, dem auch Künstler von Martha Argerich bis Keith Jarrett angehören.

Omer Klein – Fender Rhodes

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Der kleine Wassermann

Eines Tages wird am Grunde des Mühlenweihers ein kleiner Wassermann-Junge geboren. Mit grünen Haaren und Schwimmhäuten zwischen den Fingern – wie es sich für einen richtigen Wassermann gehört. Rasch wird der kleine Wassermann größer und er geht auf Entdeckungsreise im Mühlenweiher: Er findet im Karpfen Cyprinus einen Freund, er begegnet dem furchteinflößenden Neunauge, macht eine Wildwasserfahrt auf dem Mühlrad, bewundert den silbrig glänzenden See im Mondschein und macht sogar Bekanntschaft mit den Menschen …

Das Ensemble TOBOSO zaubert den Mühlenweiher direkt ins Ohr: Es plätschert und zischt, rauscht und flötet. Der Wassermann-Vater singt und der Karpfen blubbert. Die zauberhafte, geheimnisvolle Unterwasserwelt entsteht wie von selbst im Kopf, während die drei Spieler*innen Otfried Preußlers Geschichte als Live-Hörspiel erzählen und dabei immer wieder mit neuen Möglichkeiten der Klangerzeugung verblüffen. Für ihren Ideenreichtum wurde die Inszenierung dafür von der TU Dortmund mit dem Petra-Meurer-Sonderpreis ausgezeichnet. In einer eigens für asphalt auf See erarbeiteten Adaption versetzt TOBOSO mit großem Erfindungsreichtum das Live-Hörspiel um den kleinen Wassermann von der Theaterbühne hinein in die leibhaftige Seekulisse.

Das freie Ensemble TOBOSO entwickelt seit 2013 unkonventionelle Theatererlebnisse für junges Publikum. In gemeinsamen Recherchen mit Kindern und Jugendlichen sucht das Team nach spielerisch-authentischen Formen, in denen Theater zum individuellen Entdeckungsraum werden kann. Fester Produktionsort und Heimat von TOBOSO ist das Maschinenhaus Essen. In den Spielzeiten 2018-2020 wird TOBOSO gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes. 2019-2020 erhält TOBOSO die Spitzenförderung Kinder- und Jugendtheater des Landes NRW.

»Das Theaterensemble TOBOSO verwandelt die Bühne mit Lichtinstallationen in eine Unterwasserwelt. Wie in einem Hörspiel werden Geräusche live erzeugt und musikalisch ergänzt. Das ist in dieser dank viel Glas und Wasser lustvoll überdrehten Fassung einfach ein großer Theater-Spaß.« (Rheinische Post)

Von und mit Jennifer Ewert, Moritz Fleiter, Fabian Sattler
Simon Knöß – Technik

 

Die Produktion wurde gefördert von der Allbau Stiftung Essen und dem Maschinenhaus Essen. Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Zirkus Empedokles

Ein wahrhaft systemrelevantes Theaterspektakel für einen Mann und einen sizilianischen Olivenbaum: Peter Trabner gastiert in der Rolle des griechischen Denkers und Philosophen Empedokles auf der Seebühne. Empedokles lebte vor rund 2500 Jahren auf Sizilien. Der Legende nach stürzte er sich in den Ätna, stieg als Silberwolke in den Himmel und ›verteilte‹ sich – sozusagen in homöopathischer Dosis – global und für alle Zeiten. Empedokles ist in allem und überall enthalten, wie das Plastik in unseren Weltmeeren und die Abgase in unserer Luft. Im Sommer 1797 griff Friedrich Hölderlin zur Feder, nahm die Legende auf, scheiterte aber grandios am Werk Der Tod des Empedokles. Das Stück gilt als unspielbar und als erstes Umweltdrama. Peter Trabner probt es trotz allem wieder und wieder mit dem Olivenbaum, seinem besten Freund und Repräsentanten der gesamten Natur … Zirkus Empedokles ist eine fulminante One-Man-Show: mitreißend, irrwitzig und das perfekte Stück zur Klimadebatte.

Der vielfach preisgekrönte Schauspieler, Theatermacher und Performancekünstler Peter Trabner ist ein gefragter Film- und TV-Darsteller (u. a. Dicke MädchenTatort Dresden, Tatort Berlin, 4 Blocks, Polizeiruf Rostock, Mini-Webserie Lammerts Leichen, Lucky Loser). Er arbeitet interdisziplinär in den Bereichen Tanz, Theater und Performance und entwickelte u. a. das für den Kinder- und Jugendtheaterpreis Ikarus nominierte Stück  Bettina bummelt am Jungen Staatstheater Berlin. Sein Drehbuch für den Fernsehfilm Alki Alki (2015) war für den Grimme-Preis nominiert, seine Hauptrolle in der Produktion brachte ihm zudem beim Preis der deutschen Filmkritik eine Nominierung als bester männlicher Darsteller für den Kinojahrgang 2015 ein. Ein Fokus von Trabners künstlerischer Arbeit ist die ›freie Improvisation‹, die er auch als Dozent an diversen Schauspielschulen lehrt. Trabner lebt in Nordrhein-Westfalen.

»Trabner rezitiert immer wieder Hölderlins poetische Original-Verse, um dann die elegante Kurve zur Kritik an Kapitalismus und Konsum-Terror zu kriegen.« (Weser Kurier)

Von und mit Peter Trabner

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Festivaleröffnung + Reiner Witzel / Joscha Oetz Duo

Wir eröffnen asphalt auf See in diesem Jahr um 20:30 Uhr mit einem Impulsvortrag von Maximilian Steinbeis, der über die aktuellen Herausforderungen für eine demokratische Gesellschaft und die Relevanz von Kunst und Kultur sprechen wird. Steinbeis ist ausgebildeter Jurist und arbeitet als Journalist und Schriftsteller. Als Experte für internationale Verfassungsfragen betreibt er den weltweit anerkannten verfassungsblog.de. Im Rahmen des diesjährigen Festivals wird die Bühnenfassung seines aufsehenerregenden Essays Ein Volkskanzler uraufgeführt.

Um 21 Uhr folgt das Konzert des Witzel/Oetz-Duos. Saxophonist Reiner Witzel und Bassist Joscha Oetz sind zwei Ausnahmemusiker der deutschen Jazzszene, die als Teil des Trios ›Drei im roten Kreis‹ bereits die halbe Welt bereisten. Bei asphalt auf See treten die beiden erstmalig im Duo auf. Dies verspricht auch in Sachen Soundqualität ein einzigartiges Jazzkonzert zu werden: Das Kopfhörersystem überträgt die Musik ganz nah und intim ins Publikum – jeder Atemzug, jede Berührung des Griffbretts wird unmittelbar zu hören sein.

Die beiden Musiker können auf eine langjährige Karriere mit unterschiedlichsten Einflüssen zurückblicken: Reiner Witzel, Globetrotter und Förderpreisträger der Stadt Düsseldorf, studierte in Köln und New York und arbeitete mit so unterschiedlichen Musikern und Bands wie Richie Beirach, Fela Kuti, Third World und den Supremes zusammen. Er veröffentlichte zahlreiche CDs und komponierte Musiken für Theater und TV.

Joscha Oetz studierte in Essen und San Diego. Er lebte vier Jahre in Kalifornien und sieben Jahre in Peru, wo er seine Ausdruckskraft durch eine intensive Auseinandersetzung mit der afro-peruanischen Kultur weiter bereicherte. Oetz spielte mit Jazzgrößen wie Michael Brecker und Dave Liebman und trat als einer der gefragtesten Bassisten der deutschen Szene u. a. mit Nils Wogram, Simon Nabatov und Frederik Köster auf.

Reiner Witzel – Saxophon
Joscha Oetz – Kontrabass

Maximilian Steinbeis – Impulsvortrag

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Power

Ein kleines Dorf, umgeben von Wald und Feldern, mit kaum mehr als 200 Bewohnern. Eines Tages geht Power, der Hund einer Nachbarin, verloren, und immer mehr Kinder schließen sich der Suche nach ihm an. Als die Kinder letztendlich im Wald verschwinden, erklärt die Dorfgemeinschaft den Ausnahmezustand … – Verena Güntners Erzählung beginnt als scheinbar simple Kindergeschichte und entwickelt sich zu einem existentiellen Drama: ein großer Gesellschaftsroman über Macht und Niedertracht, eigenwillig, witzig, mit ungeheurer Wucht und großer Emotionalität erzählt. Power war für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 nominiert.

Verena Güntner, 1978 in Ulm geboren, war nach ihrem Schauspielstudium am Mozarteum Salzburg viele Jahre an verschiedenen Theatern engagiert. Ihr Romandebüt Es bringen (2014) wurde mit dem deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet und für die Bühne adaptiert – die Uraufführung fand 2015 am Jungen Schauspielhaus Düsseldorf statt. Verena Güntner erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, u. a. den Kelag-Preis beim Bachmann-Wettbewerb und das Berliner Senatsstipendium. Sie lebt in Berlin.

»Ein beeindruckend monströses und gewagtes Buch« (Deutschlandfunk)

»Verena Güntner ist ein kluger, empathischer Text in einer höchst intensiven Sprache gelungen.« (MDR)

»Power macht aus dem Generationskonflikt eine wilde Jagd durch das morsche Unterholz der Zivilisation.« (Stuttgarter Nachrichten)

»Ein Meisterstück allegorischen Erzählens. Einer der originellsten Texte, den die deutschsprachige Gegenwartsliteratur in den letzten Jahren hervorgebracht hat.« (Literaturkritik.de)

Von und mit Verena Güntner
Dorian Steinhoff – Moderation

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, in Kooperation mit books & friends und dem zakk Düsseldorf

Tom Gaebel & Quartett

Tom Gaebel & His Orchestra feiern 2020 ihr 15-jähriges Bestehen. Die geplante große Jubiläumstournee ›15 Years of Singing & Swinging‹ musste aufgrund der Corona-Pandemie verschoben werden. Bei asphalt auf See tritt Deutschlands Vorzeige-Crooner daher einmal nicht mit großer Big Band, sondern mit einem intimen Quartett auf.

Seit Tom Gaebel 2005 sein Debütalbum Introducing: Myself veröffentlicht hat, ist der Mann mit der unnachahmlichen Stimme aus der deutschen Musikszene nicht mehr wegzudenken. Kein anderer Entertainer des Landes verbindet derart leidenschaftlich knackige Big-Band-Sounds mit der mitreißenden Leichtigkeit des Easy Listening.

Tom Gaebel hat Posaune, Schlagzeug und Jazzgesang in Amsterdam studiert und lebt in Köln. Bislang veröffentlichte er acht Studioalben, spielte Konzerttourneen und TV-Shows und sorgte u. a. mit Sinatra-Konzerten und Programmen mit Film-Hits von James Bond & Co. für ausverkaufte Häuser im In- und Ausland. Mit einem ewig jugendhaften Charme begeistert ›Dr. Swing‹ bei seinen Konzerten genauso wie vor 15 Jahren.

»Der Sänger Tom Gaebel liebt und beherrscht das Schmachtfetzige dramatischer James-Bond-Songs, die lässige Showtreppen-Eleganz eines Dean Martin und die coole Präzision seines Helden Frank Sinatra.« (Frankfurter Rundschau)

Tom Gaebel – Gesang
Lars Duppler – Keyboard
Florian Bungardt – Schlagzeug
Nico Brandenburg – Bass
Frank Sackenheim – Saxophon

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Taz Chernill

Alte Volkslieder Osteuropas, unkonventionelle Harmonien und vertrackte Rhythmen des Jazz, elektronisch verfremdete Sounds aus der alternativen Popmusik – all das steckt in der Musik der Sängerin Taya Chernyshova und des Gitarristen Roman Gorich. Der elektroakustische Klang des Duos recycelt das musikalische Erbe vergangener Jahrhunderte und lässt eine Musik entstehen, die zugleich modern, elektronisch und traditionell klingt. Die Kölner Band definiert ihr Genre selbst als ›polyphonic popcore‹: Eine Symbiose aus den Entwicklungsarten klassischer Musiktradition, der Schärfe elektronischer Popmusik und der überschwänglichen Energie des Rock.

»Strahlender, schimmernder und aufregender Mittelpunkt der Formation: Frontfrau Taya Chernyshova. Mal klingen Taz Chernill wie der Soundtrack zu einem alten Märchenfilm, im nächsten Moment dominieren schräge Sounds und Elektro-Beats.« (Coolibri)

Taya Chernyshova – Gesang, Keyboard, FX
Roman Gorich – Gitarre, FX

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Tango del Sur

Die fünf virtuosen und improvisationsfreudigen Musiker*innen von Tango del Sur interpretieren den modernen Tango mit Leidenschaft und Präzision. Auf der Setlist des Quintetts stehen wahre und viel zu selten gespielte Schätze der jüngeren Tangoliteratur von Osvaldo Pugliese, Horacio Salgán, Lalo Schifrin, Pablo Ziegler und – natürlich – Astor Piazzolla. Tango del Sur klingen urban, fiebrig, streng und spielerisch zugleich und lassen immer wieder erahnen, dass der zeitgemäße Tango in der Klassik und im Jazz wurzelt.

Heinz Hox – Akkordeon
Marie Zernack – Violine
Ludger Ferreiro – Klavier
Bojan Vuletic – Gitarre
Thomas Falke – Bass

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Steve Savage

Während des größten Teils der Corona-Pandemie konnte man Steve Savage in den geschichtsträchtigen Kling-Klang-Studios in Düsseldorf antreffen. Er fühlte sich völlig überrumpelt von dem, was von außen durch die unter Quarantäne gestellten Mauern drang. »Die Blase unseres vorhersehbaren und kontrollierbaren Lebens ist in einem Ausmaß geplatzt, wie wir es nur wenige Male in der Geschichte erlebt haben«, sagt der Musiker. Ihn inspirierte die Situation dazu, tief in die Erforschung der Gefühlswelt einzutauchen, die uns alle überflutet hat. Ergebnis dieser künstlerischen Auseinandersetzung ist das Projekt The Fortune In The Teller’s Hand.

Der musikalische Stil von Steve Savage ließe sich am besten als ›akustischer Groove‹ beschreiben. Savage wurde in Chicago geboren und landete später in Nashville, wo er seine Musikkarriere startete. Seine Wurzeln liegen in der Folk- und Akustikmusik und wurden durch einen fünfjährigen Aufenthalt als Teenager auf Hawaii stark beeinflusst. Seit vielen Jahren ist Savage auf den Bühnen Europas und der USA unterwegs, veröffentlichte bereits mehrere Alben und ist ein gefragter Gitarrist. Beim asphalt Festival war er bereits zweimal im Rahmen eines Nachtkonzerts zu Gast – 2018 solo und 2019 im Duo mit Eric Koslosky. Steve Savage lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Steve Savage – Gesang, Gitarre
Noah Kang – Gesang, Gitarre, Synthesizer

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Wann hast Du das letzte Mal auf der Spitze eines Berges Sex gehabt?

Wieso lässt sich auf Ungarisch einfach schöner fluchen als auf Deutsch? Und warum überhaupt sollte man auf der scharfen Spitze eines Berges Sex haben wollen? Das ungarisch-deutsche Kollektiv soMermaids gibt auf diese und andere Fragen bezwingende Antworten: Drei Frauen aus zwei Ländern sprechen über Politik und Schicksal, Persönliches und Alltägliches, Sex und Frustration. Im schnellen Wechsel zwischen 14 verschiedenen Sprachen kommentieren sie die Unterschiede in Ost- und Westeuropa, gesellschaftliche Muster in der aktuellen Politik und die Rolle von Sprache bei der kulturellen Integration und der eigenen Diversität.

Das Künstlerduo soMermaids besteht aus der Schauspielerin Adrienn Bazsó und der Regisseurin Panni Néder. Die beiden in Berlin lebenden, ursprünglich aus Ungarn stammenden Theatermacherinnen begreifen sich als multidisziplinäre feministische Künstlerinnen, erforschen die unterschiedlichen Formen des biografischen und dokumentarischen Theaters und verflechten diese mit Bewegung, Gesang oder Videokunst. Ihre Bühnenstücke zeichnen sich besonders durch ein ehrliches und berührendes Aufeinandertreffen von Publikum und Akteur*innen aus. Wann hast Du das letzte Mal auf der Spitze eines Berges Sex gehabt? ist ein aberwitziger Sprachreigen, der ein Schlaglicht auf Herkunft und (Wahl-)Heimat wirft: Was kann eine ungarische Regisseurin einem deutschen Publikum erzählen? Was ist ein deutsches Publikum? Welche Rolle spielt die eigene Diversität als gebürtige Ungarin und Wahl-Berlinerin in den Inszenierungen?

Das Stück feierte 2018 im Theaterdiscounter Berlin Premiere und gewann im selben Jahr bei den Heidelberger Theatertagen den Preis der Jury sowie den Preis der Studierendenjury und entwickelte sich auf mehreren internationalen Festivals zum absoluten Publikumsliebling.

»Ein mitreißender Sprachfluss, der die Grenzen und utopischen Weiten von Ausdruck und Kommunikation gewitzt und zugleich tiefgründig auslotet.« (Literatur und Feuilleton)

»In 60 Minuten kann man die Tiefen und Höhen der ungarischen Seele kennenlernen. Und die einer Ausländerin in ihrer Wahlheimat Berlin.« (Der Freitag)

Von und mit Adrienn Bazsó, Julia Bihl, Panni Néder
Panni Néder – Text, Inszenierung
Susann Kotte, Emöke Samu – Kostüm

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Revolt. She Said. Revolt Again.

Ein Theaterstück wie ein Manifest, das die alltäglichen, widersprüchlichen Bilder von Weiblichkeit entschlossen in die Luft sprengt: »Hauptsache: nicht gut benehmen«, wünscht sich die britische Autorin Alice Birch von ihren Schauspielerinnen. Revolt ist wütend, anarchisch, laut, witzig – und manchmal auch das genaue Gegenteil davon.

Girl meets Boy. Könnte man denken. Aber was passiert, wenn in dieser Begegnung mit dem anderen Geschlecht nichts ist wie gelernt? Wenn ›Girl‹ nicht den gesellschaftlichen Erwartungen und Regeln entspricht, sondern vielmehr auf ihrer Individualität und Eigenständigkeit beharrt? Sie lässt sich nicht besitzen, nicht benutzen, nicht domestizieren, will sich nicht fortpflanzen, nicht heiraten – und auch der Sex gehört ihr. Alice Birchs Stück (deutsche Übersetzung: Corinna Brocher) ist ein feministisches Manifest in vier Akten und eine rasant inszenierte Bestandsaufnahme über die reale Gleichberechtigung der Geschlechter. Revolt nimmt uns mit auf eine Reise durch den Alltag von Frauen, die daran erinnert, wie tief unsere Sprache, unsere Sitten, all unsere grundlegenden Vorstellungen von Arbeit und Privatleben davon beeinflusst sind, dass die Welt von Männern dominiert wird.

Revolt feierte im Januar 2020 Premiere am Freien Werkstatt Theater Köln und ist für den Kölner Theaterpreis 2020 nominiert. Bei asphalt auf See ist eine neu für die Seebühne konzipierte Fassung zu sehen.

Die Schwestern Sophie Killer (Schauspielerin, Tänzerin, Choreografin) und Thalia Killer (Künstlerin, Designerin) produzieren als Ensemble Killer&Killer seit 2015 künstlerische Arbeiten zu zwischenmenschlichen und gesellschaftspolitischen Themen. Dazu verbinden sie Schauspiel, Physical Theater und Tanz, Clownerie, Performance, Musik, Videokunst und Design. 2018 gewannen sie den Kunstsalon-Theaterpreis. Sie leben in Köln.

»Gespielt werden diese famosen Sprach-Scharaden von vier großartig agierenden Schauspielerinnen. (…) Präzise, analytisch und pointiert werden auch Bereiche wie Ehe und Arbeit mit den Mitteln der Sprache einer (Re-)Volte unterzogen.« (Kölner Stadt-Anzeiger)

»Doch bei all der rasanten Kritik an sexistischen Verhältnissen bleibt die Verzweiflung deutlich. Bis ins Extreme brechen die vier Schauspielerinnen diesen Widerspruch auf.« (StadtRevue)

»Franziska Schmitz, Mirka Ritter, Lisa Sophie Kusz und Fiona Metscher gelingt es, allein durch ihre Körpersprache, durch Mimik und Gestik perfekt auch in die Rolle des anderen Geschlechts zu schlüpfen. Und rutschen dabei nie in eine Karikatur ab. Die Killer-Schwestern Sophie und Thalia haben die vier Schauspielerinnen zu einer perfekt abgestimmt-funktionierenden Bühnenmaschine zusammengeschweißt.« (Rheinerlei)

Mit Fiona Metscher, Franziska Schmitz, Lisa Sophie Kusz, Mirka Ritter
Killer&Killer / Sophie Killer & Thalia Killer – Regie, Bühne, Kostüm
Jakob Lorenz – Musik
Freies Werkstatt Theater, Köln – Produktion

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Maya Fadeeva

Die Sängerin und Songwriterin Maya Fadeeva kombiniert virtuos eingängige Melodien mit Jazz- und Swing-Elementen und perfektioniert sie mit Anleihen aus Blues, Soul und Reggae. Mit ihrem unverwechselbar rauchigen Timbre gibt sie jedem ihrer Songs Seele, Authentizität und Tiefgang – mal engelsgleich und melancholisch, im nächsten Moment frech, verrucht oder dreckig. Dabei erinnert ihre Stimme an die unvergessene Amy Winehouse.

Maya Fadeeva singt eine Mischung aus Eigenkompositionen und einzigartigen Interpretationen von Coversongs. Mit ihrer intensiven, positiven Energie beherrscht sie sofort jede Bühne. Ihre Konzerte versprühen eine weltoffene und doch intime Atmosphäre zwischen Melancholie bis Sommerlaune, voller Swing und Soul.

2018 veröffentlichte Maya Fadeeva ihr außergewöhnliches Debut-Album Chamëleon. In der Fachpresse als »Diamant« gefeiert, glänzte Chamëleon mit einer weltweiten Radiopräsenz. Für Frühling 2021 ist die Veröffentlichung ihres zweiten Albums geplant. Maya Fadeeva wurde in St. Petersburg geboren, wuchs in New York und in den Niederlanden auf und lebt heute in Düsseldorf.

Maya Fadeeva – Gesang
Daniel Kögel – Keyboard
Tim Dudek – Schlagzeug

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Mariana Sadovska

Die Ausnahmemusikerin Mariana Sadovska präsentiert bei asphalt auf See ein besonderes Programm zwischen Konzert und Hörspiel: Während des Krieges im Osten der Ukraine reiste Sadovska zwischen 2014 und 2016 auf verschiedenen Expeditionen mit Hilfstransporten und zu Benefizkonzerten entlang der Frontlinien und durch Dörfer und Städte. Dabei sammelte sie traditionelle ukrainische Lieder, heidnische Gesänge, archaische Legenden und Rituale – jahrhundertealtes Material, das die Sowjetära oft nur durch mündliche Überlieferung überlebt hat. Aus ihren Fundstücken sowie Begegnungen und Gesprächen mit den Menschen dieser vergessenen Gegenden hat sie eine Soloperformance komponiert. Ihre Gesangs- und Stimmexperimente verbindet sie mit Originalklängen von Feldaufnahmen und elektronischen Sounds zu einem einmaligen musikalischen Storytelling. Wie sie die neu arrangierten alten Volkslieder singt und spielt, ist ein absolut mitreißendes Erlebnis. Diese Stücke werden ergänzt durch vertonte Lyrik von zwei jungen Literaten aus der Region Luhansk, die der Musikerin Gedichte zu den Ereignissen in der Ost-Ukraine anvertraut haben: Serhji Zhadan gilt heute als der populärste Schriftsteller in der Ukraine, Lyuba Yakimchuk ist Dichterin, Drehbuchautorin und Journalistin.

Die Sängerin, Multi-Instrumentalistin und Schauspielerin Mariana Sadovska wurde in der Ukraine geboren und lebt seit 2002 in Köln. Die Presse bezeichnete sie als »ukrainische Björk«, in ihren energiegeladenen Programmen schafft sie eine Verschmelzung von Folk und Avantgarde. 2013 wurde Sadovska mit dem wichtigsten deutschen Weltmusikpreis RUTH ausgezeichnet, 2017 war sie nominiert für den Philadelphia Barrymore Award in der Kategorie ›Outstanding Original Music‹. Sadovska ist auch als Komponistin international gefragt, so komponierte sie u. a. 2013 eine Auftragsarbeit für das Kronos Quartett. 2014 war sie schon einmal beim asphalt Festival zu Gast.

»Her voice holds the clarity and bite of Slavic folk styles; her stage presence has the bright-eyed intensity of Björk or PJ Harvey.« (New York Times)

»Eine kurze, aber eindringliche Performance, die sehr zu Herzen geht.« (NRZ)

Mariana Sadovska – Gesang, Keyboard und Electronics
Stefan Bohne – Sounddesign
Jörg Ritzenhoff, André Erlen – künstlerische Unterstützung

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Manuela Alphons & Klaus-Lothar Peters

Die Schauspielerin und Sängerin Manuela Alphons beschäftigt sich seit dem Beginn ihrer langen und äußerst erfolgreichen Schauspielkarriere mit Bertolt Brecht. Aus seinen Stücktexten und Gedichten stellt Alphons für asphalt auf See einen ganz persönlichen, poetisch-musikalischen Abend zusammen. Sie singt, liest und spielt Geschichten über die Liebe, das Exil und das Fremdsein in der Welt und in sich selbst. Übertitelt hat sie das Programm mit einer Zeile aus einem Gedicht von Brecht, das in diesen ungewöhnlichen Zeiten besondere Hoffnung gibt: »Selbst die Sintflut dauerte nicht ewig.« Klaus-Lothar Peters begleitet Manuela Alphons am Klavier mit den unvergänglichen Melodien von Hanns Eisler, Kurt Weill und Paul Dessau.

Manuela Alphons ist eine Bühnenlegende – seit über 50 Jahren Schauspielerin, zwei Mal wurde sie zur Schauspielerin des Jahres gewählt, zwei Mal zur besten Schauspielerin Nordrhein-Westfalens. Sie verkörperte fast alle großen Theaterrollen und hat auf allen großen Bühnen des Landes gespielt. Alphons war u. a. Ensemblemitglied am Schauspiel Köln, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, am Schauspielhaus Bochum und am Düsseldorfer Schauspielhaus, wo sie noch immer regelmäßig gastiert – in der aktuellen Saison u. a. in Ein Traumspiel und Hexenjagd. Mit dem Pianisten Klaus-Lothar Peters, der viele Jahre musikalischer Leiter am Düsseldorfer Schauspielhaus war, verbindet sie eine fast 20-jährige künstlerische Zusammenarbeit.

»Die Interpretin beginnt im ›Off‹ zu singen und betritt dann mit Elan die Bühne, sprengt fast die Mauern des Theaters mit ihrer Präsenz. Alphons ist voll da. Hundertprozentig.« (Vorarlberger Tageszeitung)

Manuela Alphons – Text und Gesang
Klaus-Lothar Peters – Klavier

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Grandmothers of the Universe

»Wenn ich an meine Großmutter denke, denke ich an eine Frau, die niemals verliebt war. Die nicht wusste, dass Sex auch für Frauen da ist. Ich denke an die, die mich damals im Traum gerettet hat und von der ich nicht weiß, was sie sich für mich gewünscht hätte.«

Die Performerinnen von waltraud900 suchen nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten in den Leben ihrer griechischen, palästinensischen und deutschen Großmütter – von den Anfängen des frühen 20. Jahrhunderts bis heute. Nach Recherchereisen in die eigene Vergangenheit setzt die Gruppe in der Performance Grandmothers of the Universe, die exklusiv für asphalt auf See entsteht, den Fokus auf das Verschwinden und die Unsichtbarkeit dieser Frauengeneration, die auch und gerade während der aktuellen globalen Pandemie zutage tritt. Stellvertretend für diese Generation der Großmütter sammelt waltraud900 Videogrüße aus der Isolation rund um den Erdball, die in einer musikalischen Audioperformance sicht- und hörbar gemacht werden und sich mit den Biografien der eigenen Großmütter zu einer gemeinsamen Erzählung verdichten.

waltraud900 hat sich 2019 gegründet und ist ein Zusammenschluss aus Künstlerinnen, die sich aus unterschiedlichen Arbeitszusammenhängen seit 2013 kennen und schätzen. Ein Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit lag bisher in interkulturellen Projekten mit Laien und Profis. Die Inszenierung Garten Eden unter der Federführung von Bianca Künzel, Phaedra Pisimisi und Dorle Trachternach am Düsseldorfer Schauspielhaus wurde 2015 mit dem Integrationspreis der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet. Für Grandmothers of the Universe arbeitet waltraud900 mit den Musikerinnen Jamila Al-Yousef und Carina Sperk zusammen.

Eine Performance von waltraud900
Mit Bianca Künzel, Phaedra Pisimisi, Jamila Al-Yousef und Carina Sperk
Ria Papadopoulou – Ausstattung
Dorle Trachternach – Dramaturgie
Matin Soofipour – Künstlerisch-konzeptionelle Mitarbeit

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und das Kulturamt der Stadt Düsseldorf.

Ein Volkskanzler

Mal angenommen, es käme einer. Einer, der die Menschen begeistert und mit Hoffnung erfüllt. Einer, der sie mobilisiert und ihnen Schwung verleiht. Einer, der Krise kann. Und mal angenommen, dieser eine hat Erfolg. Wie gefeierte Grundrechte unter den Augen aller ausgehöhlt und umgebaut werden, wie kurz der Weg von der Demokratie zur Diktatur ist, vollzieht dieses Gedankenexperiment in sechs Schritten. Journalist und Verfassungsexperte Maximilian Steinbeis hat die politischen Ereignisse in Ungarn, Russland und Polen beobachtet und erkennt Muster, die auch in Deutschland nicht unmöglich scheinen. Sein Essay Ein Volkskanzler hat für Aufregung bis in Regierungskreise gesorgt und stand auf der Tagesordnung der Landesjustizminister. Regisseur Helge Schmidt bringt den packenden Politplot mit Schauspielerin Ruth Marie Kröger bei asphalt auf See nun als Uraufführung auf die Bühne. Mit ihrer preisgekrönten Produktion Cum-Ex Papers waren die beiden bereits 2019 zu Gast beim asphalt Festival.

Maximilian Steinbeis ist ausgebildeter Jurist. Er arbeitet als Journalist und Schriftsteller. Als Experte für internationale Verfassungsfragen betreibt er den weltweit anerkannten verfassungsblog.de. 2019 ist sein Buch Die Zauberlehrlinge. Der Streit um die Flüchtlingspolitik und der Mythos vom Rechtsbruch erschienen.

Ruth Marie Kröger, Theater- und Filmschauspielerin, hat nach ihrer Ausbildung an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover an den Freien Kammerspielen Magdeburg, am Schauspiel Frankfurt und Schauspiel Köln gearbeitet. Die Regisseurin Katie Mitchell übertrug ihr zentrale Rollen in Köln, Hamburg, Salzburg und Berlin – zuletzt in Anatomie eines Suizids, eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2020.

Helge Schmidt ist als Regisseur in der freien Szene Hamburgs aktiv. 2017 zeigte er am Theater Erlangen seine Stückentwicklung Weltverbesserungstheater, die in der Kritikerumfrage in ›Die deutsche Bühne‹ als herausragende Inszenierung der Spielzeit 2017/18 nominiert wurde. Für seine Produktion Cum-Ex Papers – Eine Recherche zum entfesselten Finanzwesen erhielt er den FAUST-Preis 2019 in der Kategorie ›Regie Schauspiel‹.

Mit Ruth Marie Kröger
Helge Schmidt – Regie
Marion Troja – Produktion

 

Eine Koproduktion des asphalt Festivals Düsseldorf und des Lichthof Theaters Hamburg, im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Dead or Alive

Wer vermag das Publikum mehr zu begeistern, zu berühren, zu amüsieren: Junge Autor*innen, die ihre eigenen Texte vortragen, oder Schauspieler*innen, die Werke verstorbener Poeten rezitieren? Wer macht das Rennen: dead or alive? Bei diesem Poetry Slam der besonderen Art schlüpfen Anna Sophie Friedmann und Eduard Lind aus dem Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses in die Rollen bereits verstorbener Dichter*innen. Auf der Gegenseite stellen sich die Wortakrobat*innen Marie Gdaniec (a.k.a. Gehdannjez) und Jonathan Löffelbein der Challenge. Ihnen bleiben nur wenige Minuten, das Publikum von ihren poetischen Ergüssen zu überzeugen. Wer aus der Schlacht der Sprache als Sieger*in hervorgeht, entscheidet das Publikum.

Marie Gdaniec hat von ihrer Heimatstadt Krefeld aus die Slam-Bühnen entdeckt und seit ihrem Umzug nach Düsseldorf im Sommer 2018 so richtig damit losgelegt, sie zu erobern.
Jonathan Löffelbein ist Slammer, Autor und einer der Macher von Worst of Chefkoch, dem Foodblog des Jahres 2017. Außerdem betreibt er eine Lesebühne in Köln.

Anna-Sophie Friedmann absolvierte ihr Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Ihr erstes Festengagement startete sie mit der Spielzeit 2019/20 am Düsseldorfer Schauspielhaus.
Eduard Lind spielte im Jugendclub P14 an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, am Staatstheater Braunschweig und auf Kampnagel. Seit 2018 ist er festes Ensemblemitglied am Jungen Schauspiel Düsseldorf.

Mit Anna Sophie Friedmann, Marie Gdaniec (a.k.a. Gehdannjez), Eduard Lind, Jonathan Löffelbein

Christine Brinkmann – Moderation

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und in Kooperation mit dem zakk Düsseldorf.

Boxed

Aus einem Schuhkarton taucht eine Hand auf. Sie verlangt nach Aufmerksamkeit. Hand und Spieler entdecken sich, nähern sich an, lernen sich kennen – bis das Eigenleben der Hand zum Problem wird. Boxed ist das neue Solostück von Ariel Doron, in dem der international gefeierte Puppenspieler ganz ohne Worte und mit minimalsten Mitteln agiert: Seine einzige Requisite ist ein Schuhkarton. In gerade einmal rund 30 Minuten entspinnt sich eine lustige, sensible und faszinierende Kurzgeschichte über einen einsamen Mann, der versucht, mit sich und der Welt in Kontakt zu treten. Kunstvoll verhandelt Doron in Boxed eine Grundfrage der Puppenspielkunst: Wer sagt hier eigentlich, wo es langgeht – Spieler oder ›Spielzeug‹?

Ariel Doron ist Puppenspieler, Regisseur und Performer. Der gebürtige Israeli absolvierte ein Filmstudium an der Universität Tel Aviv, studierte Figurenspiel an der School of Visual Theatre in Jerusalem und nahm an zahlreichen Puppenspielkursen und Meisterklassen in Israel und Frankreich teil. Doron animiert Puppen für zahlreiche Fernseh- und Kinoproduktionen und spielt u. a. den ›Elmo‹ in der israelischen Sesamstraße. Als Dozent und Vortragsredner ist er u. a. an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, der UQAM Université de Québec à Montréal und der Central School of Speech & Drama, London tätig. 2017 war Doron schon einmal mit seinem weltweit gefeierten Stück Plastic Heroes beim asphalt Festival zu Gast. Zur Zeit lebt Doron in Leipzig.

»Was für eine Geschichte! Eine riesige Menge verrückter Humor, unerwartet, sogar erfrischend. Eine Show zum Entdecken!« (Toute la Culture, Paris)

Von und mit Ariel Doron
Tobias Tönjes – Dramaturgie

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.

Aktion:Aktion!

Düsseldorf im Frühjahr 1945. Der Krieg ist fast verloren, die Alliierten stehen vor den Toren der Stadt, bereit, diese ›sturmreif‹ zu bombardieren. Die Bevölkerung hat sich mehrfach den Räumungsbefehlen der Nazis widersetzt. Hitler verhängt schließlich mit dem ›Nero-Befehl‹ – Kampf bis zum letzten Mann – das Todesurteil über Düsseldorf. Das ist der Moment, in dem ein Dutzend Männer um den Rechtsanwalt Dr. Karl August Wiedenhofen und den Architekten Aloys Odenthal vom geistigen zum aktiven Widerstand übergehen und mit der ›Aktion Rheinland‹ die Geschichte der Stadt entscheidend beeinflussen. Am 16. April 1945 geloben sie auf Leben und Tod, die Stadt vor der endgültigen Vernichtung zu schützen. Mit Hilfe des Polizeioberstleutnants Franz Jürgens besetzen sie wenig später das Polizeipräsidium, lassen sich Vollmachten für die Alliierten ausstellen und machen sich auf den Weg zu den Amerikanern, um mit ihnen über die kampflose Übergabe der Stadt zu verhandeln. Ein Kamikaze-Unternehmen mitten in den letzten Tagen eines grausamen Krieges.

Das Theaterkollektiv Pièrre.Vers beschäftigt sich erneut mit Düsseldorf in der Zeit des Nationalsozialismus. Aktion:Aktion! zeichnet anhand von Zeitzeugenaussagen die Ereignisse vom 16. und 17. April 1945 nach. Am historischen Schauplatz trifft die Vergangenheit auf die Gegenwart: Die Performance findet auf dem Hof des Polizeipräsidiums unter freiem Himmel statt, das Publikum wird mittels eines Kopfhörersystems mit den Akteur*innen verbunden. Aktion:Aktion! stellt Fragen, die bis heute aktuell sind: Ist jemand ein Held, wenn er sich am Ende einer erfolgreichen Karriere in einem Unrechtsregime gegen ebenjenes stellt – oder bleibt er Täter? Ist die Motivation für den Widerstand höher zu bewerten als die Tat selbst? Und welchen Unterschied kann ein einzelner Mensch im Zusammenhang des großen Ganzen machen, damals und heute? Was ist das Erbe der Stadt Düsseldorf und wie beeinflusst es die Gegenwart?

Das Theaterkollektiv Pièrre.Vers ist ein Zusammenschluss professioneller Theaterschaffender unter der künstlerischen Leitung des Regisseurs und Schauspielers Christof Seeger-Zurmühlen und der Schauspielerin Julia Dillmann mit Sitz in Düsseldorf. Seit 2012 entwickelt die Gruppe performative, immersive Formate im öffentlichen und halböffentlichen Raum, in denen globalgesellschaftlich relevante Themen an Hand des Mikrokosmos Stadt untersucht werden. Aktuell setzt sich das Kollektiv mit dem zunehmenden Nationalismus in Politik und Gesellschaft auseinander: Im Rahmen des mehrteiligen Kunst- und Forschungsprojekts ›Historification – Gegenwart im Spiegel der Geschichte‹ ist 2019 bereits das Stück Schwarz-helle Nacht entstanden.

Mit Anna Magdalena Beetz, Julia Dillmann, Jonathan Schimmer, Alexander Steindorf
Christof Seeger-Zurmühlen – Regie
Juliane Hendes – Textfassung
Simone Grieshaber – Ausstattung
Bojan Vuletić – Musikalische Leitung und Komposition
Chriss Gross – Komposition und Livemusik

Vom 21.-29.09.2020 finden weitere Vorstellungen im Rahmen des Düsseldorf Festivals statt.

Eine Produktion von Theaterkollektiv Pièrre.Vers in Koproduktion mit dem asphalt Festival und dem düsseldorf festival, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, der Kunststiftung NRW, dem Kulturamt Düsseldorf, der Bürgerstiftung Düsseldorf, der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf, in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Mit freundlicher Unterstützung des Polizeipräsidiums Düsseldorf

The Grand Horror Show

GET WELL SOON ist das Bandprojekt des deutschen Sängers und Songwriters Konstantin Gropper, den das Musikmagazin NME unlängst als »German Wunderkind« pries. Um sein neues, mittlerweile fünftes Album The Horror vorzustellen, kommt Gropper mit großer Big Band und Streichquartett zu Asphalt. In bester Crooner-Manier wühlt er subtil in den Abgründen der menschlichen Psyche und frönt seiner Vorliebe für Hitchcock-Soundtracks und Frank Sinatra. GET WELL SOON vermählen Pop mit orchestraler Grandezza, düster und strahlend, melancholisch und bombastisch. Die bildgewaltige GRAND HORROR SHOW begeisterte bislang nicht nur auf Konzertbühnen wie der Elbphilharmonie Hamburg oder der Kölner Philharmonie, sondern sorgte auch schon für ausverkaufte Theaterhäuser – von den Münchner Kammerspielen bis zur Berliner Volksbühne.

»Keiner vereint Widerborstigkeit und triefenden Pathos in Deutschland zurzeit so feinsinnig und mit so viel Leidenschaft wie Get Well Soon.« (rbb)

»Get Well Soon live zu erleben ist eine Freude« (Süddeutsche Zeitung)

»Kein anderer Popmusiker des Landes lehnt sich so ambitioniert in die Klassik rein wie Konstantin Gropper.« (DIE ZEIT)

Konstantin Gropper – Gesang, Gitarre
Verena Gropper – Gesang, Keyboard, Vibraphone
Marcus Wüst – Piano
Timo Kumpf – Bass
Paul Kenny – Schlagzeug, Gesang
Maximilian Schenkel – Gitarre, Vibraphon
Jochen Welsch – Euphonium, Tuba
Christian Ehringer – Trompete
Andreas Pompe – Saxophon
Regina Gleim – Querflöte
Sam Vance-Law – Violine
Johanna Wundling – Violine
Tabea Haarmann-Thiemann – Viola
Luisa Babarro Fernandez – Violoncello

youwillgetwellsoon.com

 

Diskussion: #humanbeinghuman

Beängstigend schnell haben populistische Politiker*innen und Parteien in Europa und weltweit innerhalb nur weniger Jahre unsere Demokratien in Gefahr gebracht. Es sind außergewöhnliche Zeiten, in denen auch Künstler*innen ihre eigene Funktion und Wirkung in der Gesellschaft hinterfragen (müssen).

Im Rahmen des Projekts HUMAN BEING HUMAN initiiert asphalt im Festivaljahr 2019 sechs neue Arbeiten über das Menschliche und Unmenschliche im Menschen, und im gesamten Festivalprogramm spiegelt sich die Verantwortung der Künstler*innen für ein demokratisches, friedliches und tolerantes Miteinander.

»Kunst in einer sich polarisierenden Gesellschaft – wofür kämpfen (wir)?« ist ein Abend, bei dem Künstler*innen, Kulturjournalist*innen und Förderer miteinander reden und streiten und die Diskussion auch ins Publikum tragen.

Impulsvortrag von Dorothee Krings – Journalistin (Rheinische Post)

mit

Christine Peters – Expertin Performing Arts (Kunststiftung NRW)

Hofmann&Lindholm – Künstlerkollektiv

Ben J. Riepe – Choreograph

Helge Schmidt – Regisseur

André Erlen – Regisseur

Moderation: Christof Seeger-Zurmühlen, Bojan Vuletic – Künstlerische Leitung asphalt

- - -

Kunst gegen Bares

Kunst gegen Bares ist die bunteste Theatershow Deutschlands, denn hier ist alles möglich: vom Schauspielmonolog zum Kabarettbrüller, vom Rezitieren eigener Gedichte bis zur Eier-Jonglage im Kopfstand. Hildegart Scholten moderiert den Abend stimmgewaltig, grottenehrlich und stets dem Publikum zugewandt. Hier kann buchstäblich alles passieren…

Unentdeckte Talente und professionelle Performer*innen stellen sich beherzt der unmittelbaren Wertschätzung der Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Künstler*innen sitzen zusammen im Publikum und werden von Buurmann für eine festgesetzte Präsentationszeit auf die Bühne geholt. Für die Künstler*innen wird nach den Auftritten ein Sparschwein aufgestellt, und das Publikum wird aufgefordert, die erlebte Kunst durch Geldeinwurf in die jeweiligen Sparschweine zu honorieren. Das Geld in den Sparschweinen geht zu 100 Prozent an die Künstler*innen, und die- oder derjenige mit dem meisten Geld wird zum Kapitalistenschwein des Abends gekürt. Das Publikum entscheidet also, wie hoch und weit die Künstler*innen fliegen, aber eines ist sicher: Sie landen auf dem Zwerchfell …

Anmeldung für Künstler*innen unter gerdbuurmann@hotmail.de oder eine Stunde vor Beginn der Show direkt vor Ort

Hildegart Scholten – Moderation

kunst-gegen-bares.de

Tanz mit dem Schafsmann

Nach dem labyrinthischen Irrgang durch Die unheimliche Bibliothek bei asphalt 2017 checken die Murakami-Spezialisten und Vollblut-Schauspieler Hanna Werth und Philipp Alfons Heitmann nun mit einer szenischen Lesung im Hotel Indigo ein und entführen die Zuschauer*innen durch teppichgedämpfte Gänge, verspiegelte Fahrstühle und geheime Treppenhäuser.

Ein namenloser Held wird von wiederkehrenden Träumen und der Erinnerung an seine plötzlich verschwundene frühere Geliebte heimgesucht. Deshalb steigt er ein letztes Mal im Hotel Delfin ab – dem Ort, an dem er einst mit der geheimnisvollen Frau glücklich war. Er hofft, nicht nur sie, sondern auch sich selbst und einen Rest von Menschlichkeit zu finden. Doch hinter der Fassade des Luxushotels gibt es noch eine andere Welt: einen mysteriös gespenstischen Kosmos in ewiger Dunkelheit und Eiseskälte, wo der Schafsmann im 16. Stock haust und auf etwas oder jemanden zu warten scheint.

Haruki Murakamis Tanz mit dem Schafsmann oszilliert zwischen Thriller und Fantastik, Kriminalstory und surrealer Magie. Auf der Suche nach Liebe wagt sich der Held tief hinab in die Finsternis.

Hanna Werth und Philipp Alfons Heitmann haben an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig studiert, lernten sich aber erst 2014 auf dem asphalt Festival kennen. Werth ist nach ersten Engagements am Studio des Schauspiels Leipzig und an den Wuppertaler Bühnen seit 2014/15 festes Ensemblemitglied des Düsseldorfer Schauspielhauses und Preisträgerin des NRW-Theatertreffens 2013 als Beste Nachwuchsdarstellerin. Heitmann war u. a. am Staatstheater Stuttgart, dem Renaissance-Theater Berlin, dem Hans-Otto-Theater Potsdam und an den Wuppertaler Bühnen engagiert. In den letzten Jahren arbeitete er fest am Rheinischen Landestheater Neuss und war in diversen TV- und Rundfunkproduktionen zu sehen und hören.

Unter dem Namen dla dla (Zulu für ›Spiel‹) entwickeln Werth und Heitmann gemeinsame Bühnenprogramme.

Dauer: 65 Minuten

Von und mit Hanna Werth und Philipp Alfons Heitmann

- - -

Eine Produktion im Auftrag des asphalt Festivals, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

DANSU DANSU DANSU (Dance Dance Dance) / Copyright (c) 1988 by Haruki Murakami / Originally published by Kodansha Ltd / Für die deutsche Übersetzung: © 2002 DuMont Buchverlag, Köln

Match Point / Yong Gālin

Zentraler Aspekt des Werkes von Donja Nasseri ist die Auseinandersetzung mit Tradition und Veränderung – in Bezug auf ein künstlerisches Medium, aber auch in Bezug eine multikulturelle Gesellschaft. Nasseri interessiert sich vor allem für die Materialität und Vielgestalt der Fotografie mittels Kopie, Collage, Leerstelle und experimentellen Herstellungsverfahren. Oftmals überführt sie Fotografien und Videos in multimediale, audiovisuelle Installationen. Hier kommen traditionelle Elemente – Teppiche, afghanischer Lapislazuli-Stein und persönliche Erinnerungen – in neue, spielerische Zusammenhänge. Beim asphalt Festival zeigt Nasseri zwei raumgreifende Installationen: Match Point und Drachen Teppich – Yong Gālin.

Die Arbeit Match Point ist eine begehbare Installation, die Nasseri eigens für das asphalt Festival angefertigt hat. Sie stellt eine experimentelle Soundcollage zur zwischenmenschlichen Fehlkommunikation dar. Auf einem Tennisfeld ersetzen Audiofiguren die Spieler, und statt eines Balls werden Worte über das Netz hin- und hergeworfen.

Die Arbeit Drachen Teppich – Yong Gālin entwickelte Nasseri gemeinsam mit Ji Hyung Song. Sie besteht aus einer sechs Meter langen Metallschiene, auf der ein Teppich befestigt ist, der sich wellenartig vom Boden abhebt. Der Teppich ist mit afghanischen und koreanischen Mustern versehen, die an Knüpfgewebe, Berge, Blumen, Fischschuppen und Drachen erinnern. Donja Nasseri und Ji Hyung Song beziehen sich in dieser Arbeit auf tradierte Ausdrucksformen koreanischer und afghanischer Kultur, übertragen diese aber in ihre eigene künstlerische Praxis.

Donja Nasseri (*1990) studiert aktuell an der Düsseldorfer Kunstakademie in der Klasse von Gregor Schneider. Die junge Künstlerin blickt bereits auf eine beeindruckende Zahl an Gruppenausstellungen im In- und Ausland zurück und erhielt mehrere Stipendien und Preise, u. a. den Deutschen Jugendfotopreis der Photokina 2014 und den Guernsey Photography Price 2016. Bis Juni 2019 ist sie mit neuen Arbeiten in der Ausstellung ›Von mir aus. Junge Fotografie aus Düsseldorf‹ im KIT vertreten.

donjanasseri.de

- - -

In Koproduktion mit dem asphalt Festival und in Kooperation mit dem Künstlerverein MALKASTEN, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

 

 

Dead or Alive

Wer vermag das Publikum mehr zu begeistern, zu berühren, zu amüsieren: Junge Autor*innen, die ihre eigenen Texte vortragen, oder Schauspieler*innen, die Werke verstorbener Poeten rezitieren? Wer macht das Rennen: dead or alive?

Die jungen Wilden der Bühnenliteratur haben genug davon, im Schatten der alten Meister zu stehen, und fordern zum offenen Schlagabtausch. In diesem gnadenlosen Dichterwettstreit treten Ensemblemitglieder des Düsseldorfer Schauspielhauses gegen Stars der deutschsprachigen Poetry-Slam-Szene an. Die einen tragen Klassiker der Literaturgeschichte vor, die anderen Zeitgenössisches aus eigener Feder. Jede/r hat nicht mehr als sechs Minuten Redezeit. Wer aus der Schlacht der Sprache als Sieger*in hervorgeht, entscheidet das Publikum.

Für die toten Dichter treten Meike Fuhrmeister, Philipp Alfons Heitmann und ›Dead or Alive‹-Vorjahressieger Alexej Lochmann vom Düsseldorfer Schauspielhaus in den Ring. Die Fraktion der Slam-Poet*innen wird vertreten durch Rebecca Heims, August Klar und Max Gebhard. Für die überaus charmante Moderation des Abends sorgen die Slam-Urgesteine Christine Brinkmann und Johannes Floehr. Episches Entertainment!

Mit Meike Fuhrmeister, Max Gebhard, Rebecca Heims, Philipp Alfons Heitmann, August Klar, Alexej Lochmann

Christine Brinkmann & Johannes Floehr – Moderation

poesieschlacht.de

- - -

In Kooperation mit dem Kulturzentrum zakk, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

Noam Bar (Israel)

Die junge Singer-Songwriterin Noam Bar kommt aus Tel Aviv und lebt seit einigen Jahren in Hannover. Mit ihren gefühlvollen, sehr persönlichen Soul-, R’n’B- und Blues-Songs hat sie sich bereits eine treue, ständig wachsende Fangemeinde erspielt. Bei ihr stimmt einfach alles: Wunderschöne Stimme, Charisma und Ausstrahlung. 2019 geht Noam Bar mit neuer Band auf Europatour durch Italien, Deutschland, Holland, Belgien und England.

Noam Bar – Gesang, Gitarre
Laurenz Cedric – Saxofon
Flo Maurer – Piano
Nic Knoll – Bass
Tobias Reckfort – Schlagzeug

noambarband.com

- - -

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

Steve Savage & Eric Koslosky (USA)

Steve Savage macht Singer-Songwriter-Folk mit rhythmischen Indie- und Popelementen und einem gewissen Nashville-Groove – von dort stammt der inzwischen in Düsseldorf ansässige Musiker ursprünglich. Seit vielen Jahren ist Savage auf den Bühnen Europas und der USA unterwegs, veröffentlichte bereits mehrere Alben und ist ein gefragter Gitarrist. Bei asphalt tritt er im Duo mit Eric Koslosky auf, der ebenfalls aus Nashville stammt und mit seinem beeindruckenden Gitarrenspiel die perfekte Ergänzung zu Savages perkussivem rhythmischen Stil ist.

Steve Savage – Gesang, Gitarre
Eric Koslosky – Gesang, Gitarre, Bass

savagesongs.com

- - -

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

d. o. o. r

d.o.o.r ist das Projekt des Kölner Saxophonisten und Komponisten Dirk Raulf und der Sängerin und Pianistin Oona Kastner. Ihre Musik ist geprägt von minimalistischen Patterns und repetitiven Strukturen, einzuordnen zwischen Minimal Music, Drone und Dark Ambient. Neben eigenen Songs hat Raulf Texte von W. H. Auden und Andreas Gryphius vertont, ergänzt werden sie durch ausgewählte Covers von Leonard Cohen, Van Morrison oder Trent Reznor. Im Februar 2019 haben d.o.o.r ihr erstes Album songs from a darkness veröffentlicht.

Oona Kastner (Stimme, Piano, Keyboards) entwickelte nach klassischem Oboe- und Piano-Studium ihren ganz eigenen Gesangsstil zwischen der Dekonstruktion von Songs, Performance, Spoken Word und freien Formen der Improvisation, u. a. bei Solo-Performances, im Duo mit dem Perkussionisten Pavel Fajt und im Großkollektiv THE DORF.

Der gebürtige Lippstädter Dirk Raulf (Saxophon, Bassklarinetten) wurde bekannt mit der Kölner Saxophon Mafia und arbeitete projektbezogen mit Künstler*innen wie Meret Becker, Gerd Köster, Phil Minton oder Fred Frith zusammen. Er schreibt und produziert Hörspiele, Bühnen- und Filmmusiken, betreibt sein eigenes Label ›Prise‹, ist als Kurator und Veranstalter tätig und als Live-Musiker aktiv, u. a. solo und mit seinem Bass-Saxophon-Quartett Deep Schrott.

dirkraulf.de
oona-kastner.de 

- - -

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

Wir hatten was mit Björn

Eine ungewöhnliche Besetzung: Akustischer Klang von Kontrabass, Posaune und Taschenkoffer vermischt sich mit elektronischen Sounds. Und über allem schwebt der Gesang von Maika Küster, direkt und pur. Mal klingt ›Wir hatten was mit Björn‹ betörend, nackt und rau, dann wieder zart und intim. Die Band aus Bochum macht entspannt-jazzige Musik, die man auf dem Boden liegend hören will und von lauen Sommernächten träumen lässt.

Maika Küster und Maria Trautmann gründeten die Band im Jahr 2015 und veröffentlichten im Dezember 2017 ihr erstes Album Oh What Pretty Thing. Neben ihren Auftritten zu viert spielen die beiden Musikerinnen auch als Duo und komponieren gemeinsam Film- und Theatermusik.

Maika Küster – Gesang
Maria Trautmann – Posaune
Caris Hermes – Kontrabass
Manuel Loos – Kofferschlagzeug

wirhattenwasmitbjörn.de

- - -

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

Josh Island (Niederlande)

Josh Islands Sound lehnt sich an den von John Mayer, Damien Rice und Jason Mraz an: eine Kombination aus intimer Singer-Songwriter-Musik, Story-driven Pop-Folk, ein wenig Jazz und warmem Soul-Blues. Der gebürtige Niederländer, der in Luxemburg aufgewachsen ist, trat bereits als Vorband für die Mighty Oaks und Charlie Cunningham auf und spielte auf Festivals wie Sonic Visions und Nu of Nooit.

Dass der 21-Jährige heute quer durch Europa reist, verdankt er seiner Ausstrahlung und seinen fesselnden Songs. Josh Islands Debüt ONE erschien im Februar 2018 und kombiniert ausgereifte musikalische Arrangements mit seiner Erzählkunst. Im Frühling 2019 war Josh Island mit einer neuen Single im Gepäck für 15 Shows auf Deutschland-Tournee.

Josh Island – Gesang, Gitarre

joshisland.com

- - -

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

Leonora

Die erst 18-jährige Singer-Songwriterin Leonora aus Solingen verzaubert jedes Publikum mit ihrer kraftvollen Stimme und unverwechselbaren Stimmfarbe. Ihr Sound bewegt sich irgendwo zwischen Lana Del Rey und Adele, ihre eingängigen, ruhigen Popsongs haben Ohrwurm-Potenzial und sind geprägt von jazzigen Einflüssen.

Leonora Huth – Gesang, E-Piano

facebook.com/leonorasmusic

- - -

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

Amistat (Australien)

Die aus Deutschland stammenden Zwillinge Josef und Jan Prasil sind vor sechs Jahren nach Australien ausgewandert und haben ihren typischen Akustik-Sound zunächst als Straßenmusiker in Melbourne entwickelt. Ihre Indie-Folk-Musik erinnert an Ben Howard oder Damien Rice, ist geprägt durch ehrliches Storytelling und bildschöne Harmonien. Bislang haben Amistat drei EP’s und ihr Debütalbum Parley veröffentlicht, waren in Europa und Australien auf Tournee und sind auf großen australischen Festivals wie dem Woodford Folk Festival und dem National Folk Festival aufgetreten.

Josef Prasil, Jan Prasil – Gesang, Gitarre, Keyboards

amistatmusic.com

- - -

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

the bottomline

Cosmic Rhythm aus dem Rheinland: Mit diversen Synthesizern, der bluesig-souligen Stimme der Sängerin und Pianistin FranZis ExZess (Franzis Lating) und den Drums von Elia de Luxe (Johannes Elia Nuß) erschaffen ›the bottomline‹ sphärische Kompositionen an der Grenze von elektronischer und akustischer Musik. Wer die Songästhetik von Bands wie Massive Attack, Portishead oder Moloko mag, wird ›the bottomline‹ lieben.

FranZis ExZess / Franzis Lating – Gesang, E-Piano, Synthesizer
Elia de Luxe / Johannes Elia Nuß – Schlagzeug, Synthesizer

facebook.com/the.bottomline.music

- - -

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

Terra Nova

In seiner neuen Serie Terra Nova thematisiert der Fotograf Egbert Trogemann die Welt von morgen – zwischen Utopie und Dystopie. Sein Motiv sind die temporären Architekturen, die anlässlich der Rodung des Hambacher Waldes entstanden sind. Im Mittelpunkt von Terra Nova stehen das Dreiecksverhältnis von Mensch – Architektur – Natur und die Machtstrukturen, die sich in der Veränderung der Umwelt durch den Menschen sowohl auf Seiten der Machthabenden als auch auf der der Widerstandleistenden ablesen lassen. Gleichzeitig rufen die poetischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen Assoziationen mit märchenhaften Ur-Momenten hervor. Fern von klassischem Fotojournalismus wirft die Serie tieferliegende Fragen auf – etwa zur besonderen Rolle des Waldes für die deutsche Nationalidentität und wie die Rodung in Zeiten von weitgreifenden politischen, klimatischen und gesellschaftlichen Entwurzelungen und Neukonfigurierungen zu interpretieren ist.

Egbert Trogemann (*1954 in Düsseldorf) versteht sich als Chronist. Sein fotografischer Blick sucht nach Schauplätzen, an denen die Grenzen von Wirklichkeit und Fiktion verschwimmen. Seit 1997 ist er als Fotograf an künstlerischen Produktionen u. a. von Danica Dakić und Sanja Iveković beteiligt. 2007 war er offizieller künstlerischer Fotograf der documenta 12. In aufeinander folgenden Werkgruppen setzt sich Trogemann mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Themen künstlerisch auseinander. Er lebt und arbeitet in Düsseldorf.

audience.trogemann.com

- - -

In Koproduktion mit dem asphalt Festival, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #HumanBeingHuman

Voguing Ball

Voguing ist queer, laut, expressiv und mehr als nur ein Tanzstil. Von den Magazinen, Laufstegen und Models der glamourösen Modewelt beeinflusst, hat Voguing seinen Ursprung in der homo- und transsexuellen, afro- und lateinamerikanischen Community der 1960er- und 70er-Jahre in Harlem. Von der New Yorker Ballroom-Szene breitete sich Voguing von Deutschland über Frankreich bis nach Japan aus und weltweit entstanden ›Ballroom Communities‹. Marginalisiert von der weißen, heterosexuellen und privilegierten Gesellschaft, schufen sich die Mitglieder sogenannter ›Houses‹ mit dem ›Ballroom‹ ihren eigenen Ort, in dem sie die Stars darstellen und die glanzvolle Welt imitieren konnten – und das so opulent und selbstverständlich wie möglich. Im ›Ballroom‹ trifft man sich auf Voguing Balls zu Wettbewerben, bei denen eine Jury in verschiedenen Kategorien je einen Gewinner wählt. House of Saint Laurent (vormals House of Melody), Teresa Zschernig und friends sowie special guests laden im Rahmen von asphalt zu einem Tanzwettbewerb der Superlative ein – mit anschließender rauschender Party bis tief in die Nacht!

Mit House of Saint Laurent, Teresa Zschernig and friends

Seven Ultra Omni – DJ
Typhoon Prodigy – Chanter
Leo Melody – Host
Yanou Ninja – Judge 1
Zoe 007 – Judge 2
Keiona Revlon – Judge 3

thehouseofmelody.com
teresazschernig.com

- - -

Eine Produktion im Auftrag des asphalt Festivals, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

Voodoo Jürgens

Der österreichische Liedermacher Voodoo Jürgens (bürgerlicher Name: David Öllerer) hat sich 2016 mit Erscheinen seines Debütalbums Ansa Woar in die erste Riege der derzeit so angesagten Austropop-Künstler wie Wanda oder Bilderbuch katapultiert. Das Album erreichte Platz 1 der österreichischen Charts und hat mittlerweile Gold-Status, 2017 wurde Voodoo Jürgens beim österreichischen Musikpreis ›Amadeus‹ in der Kategorie ›Alternative‹ ausgezeichnet. Vokuhila, 80er-Hemd und Goldkette sind Teil der Kunstfigur, dessen Künstlername eine Verballhornung des Namens von Udo Jürgens darstellt. Sein Markenzeichen sind schwarzhumorige Texte im Wiener Dialekt. Er singt, wie er spricht, denkt, träumt und Dinge erlebt. Songs wie Tulln oder Heite grob ma Tote aus sind poetisch und zeitlos, haben Tiefgang, Herz und Witz. Sie erzählen von der Unterschicht, von Stammgästen in Wiener Spelunken – sperrig, morbide und rotzig. In seiner Musik stecken Bob Dylan, Leonard Cohen und Tom Waits ebenso wie die Beat-Poeten der 50er.

Bei asphalt 2019 steht Voodoo Jürgens gleich zweimal auf der Bühne: In Stefanie Sargnagels Theaterstück JA, EH! sorgt er für die authentische musikalische Gestaltung, beim heutigen Konzert ist der Wiener Musiker und Geschichtenerzähler mit Quetschn, Geige, Orgel und Kontrabass zu erleben.


Besucher*innen der Vorstellung GHOST WRITER am 12.07. erhalten bei Platzverfügbarkeit freien Eintritt zu diesem Konzert. Bitte melden Sie sich an der Abendkasse.

Mit
David Öllerer a.k.a. Voodoo Jürgens – Gesang, Gitarre
Alicia Danner – Akkordeon 1
Christoph Maurer – Akkordeon 2
David Schweighart – Schlagzeug
Berndl Lichtscheidl – Piano
Martin Dvoran – Bass

voodoojuergens.com

- - -

Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

Naughty Boys and Girls

Hofmann&Lindholm laden zu einer Gegenüberstellung in eine Schreckenskammer der Pathosformeln ein – und fragen nach Schuld und Vergebung.

Ausgangsmaterial der Videoinstallation NAUGHTY BOYS AND GIRLS, die im Rahmen des asphalt Festivals erstmals präsentiert wird, sind 13 Porträts von Personae non gratae aus Geschichte und Gegenwart: von Straftäter*innen, Attentäter*innen, Diktatoren und Verurteilten wie Josef Mengele, Mohammed Atta oder Anders Breivik. Diese haben Hofmann&Lindholm filmisch animiert und präsentieren sie als einen Chor grotesker Mimen: Sie verziehen die Gesichter, als würden sie nach Mitleid heischen oder Aufmerksamkeit suchen. Und erklären handpuppengleich, dass es ihnen leid tut.

Der Schrecken, der von NAUGHTY BOYS AND GIRLS ausgeht, liegt im Kontrast begründet, der sich zwischen der Verharmlosung der Personen und dem Wissen um das Ungeheuerliche ihrer Taten auftut.

Hannah Hofmann (*1971) und Sven Lindholm (*1968) entwickeln als Regie- und Autorenteam gemeinsam Projekte an den Schnittstellen von szenischer, bildender und akustischer Kunst. So sind bislang zahlreiche Interventionen, Inszenierungen, Texte, Hörstücke, Filme oder Medien- und Rauminstallationen entstanden. 2014 waren Hofmann&Lindholm schon einmal mit Serie Deutschland zu Gast bei asphalt. Ihre Arbeiten wurden u. a. mit dem Theaterpreis der Stadt Köln ausgezeichnet und waren für den Grimme-Online-Award und den Prix Europa nominiert. Das Goethe-Institut zählt Hofmann&Lindholm zu einem der 25 prägendsten Performance- und Regiekollektive in Deutschland.

Konzept, Realisation – Hannah Hofmann, Sven Lindholm
Technische Beratung, Support – Oli Monn (Animation), Bojan Vuletic (Ton), Marco Schretter (Präsentation)
Mit besonderem Dank an Iain Thomas Baird, Wobamedia

hofmannundlindholm.de

- - -

Eine Produktion im Auftrag des asphalt Festivals, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #HumanBeingHuman. Hofmann&Lindholm werden im Rahmen der Spitzenförderung Theater durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW gefördert.

Scena / The Stage

In Scena / The Stage wird der Zuschauer mit einem Close-Up einer weiblichen Figur im Scheinwerferlicht konfrontiert, die sich beim Laufen verausgabt, ohne jedoch vom Platz zu kommen. Durch schnelle Bildschnitte, sich verändernde Rhythmen des Laufens und Atmens und zwischen Momenten der totalen Erschöpfung und dem Rausch des Weitermachens entstehen Strukturen vergleichbar den Akten eines narrativen Kunstwerkes. Die Szene wurde auf der Drehbühne des Bosnischen Nationaltheaters in der Stadt Zenica gedreht. Was einst das Vorzeigemodell der jugoslawischen sozialistischen Moderne war, befindet sich nun in einem Zustand des Verfalls. Die Videoarbeit wurde in Zusammenarbeit mit der Schauspielerin und Tänzerin Amila Terzimehić realisiert. Die ehemalige Turnerin nutzt auf radikale Weise ihre physischen und darstellerischen Mittel, um mit der Arbeit des (gedrillten) weiblichen Körpers die Bedeutung von Individuum und Rolle zu erkunden. Indem sie die Anstrengungen, aber auch das Durchhaltevermögen angesichts einer scheinbar sinnlosen, sich immer wiederholenden Situation dokumentiert, verweist die Arbeit auf das emanzipatorische Potenzial, das in der Erfindung neuer Rollen steckt. Scena / The Stage ist Teil der Zenica Trilogy, die bei der Biennale di Venezia 2019 komplett gezeigt wird.

Danica Dakić (*1962 in Sarajevo) ist Künstlerin und Professorin für Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien an der Bauhaus-Universität Weimar. In ihren Fotografien, Videos und Installationen untersucht Dakić Begriffe wie kulturelles Gedächtnis und Identität, Sprache sowie (Kunst-)Geschichte in ihrer ständigen Veränderung. Ihre Arbeiten waren u. a. zu sehen auf der 31. São Paulo Biennale (2014), der documenta 12 (2007) sowie auf der Istanbul Biennale (2003 und 2009). Dakić gestaltet den Pavillon von Bosnien-Herzegowina auf der 58. Biennale Venedig (2019). Sie lebt in Düsseldorf, Weimar und Sarajevo.

Danica Dakić (2019) / Ein-Kanal Videoprojektion (HD), Farbe, Ton, 18min 51sec., Loop

Mit Amila Terzimehić

Egbert Trogemann – Kamera
Nirvan Imamović – Sound Recording
Amra Bakšić Čamo – Schnitt
Bojan Vuletić – Sound Design

danicadakic.com

- - -

In Koproduktion mit La Biennale di Venezia 2019, dem asphalt Festival, gefördert vom Kulturamt Düsseldorf

harem

»Hallo Du! Wie geht’s? Wie heißt Du?«

katze und krieg machen fremde Männer an – für ihren Harem. Einen Harem, der sie umspielt und umsorgt, mitten auf der Straße. Denn warum sollten nur Männer einen Harem haben?

Wie tritt man als Frau in der Öffentlichkeit direkt und unvermittelt mit Männern in Kontakt? Und wie hält man sich diese Männer gleichzeitig warm? katze und krieg spielen in ihrer Performance harem mit männlichen Flirt- und Führungstrategien, um eine temporäre Gemeinschaft zu gründen. Vermeintliche Geschlechterrollen werden dabei befragt. Das Publikum ist eingeladen, die Künstlerinnen bei ihrer Intervention im Stadtraum zu begleiten.

katze und krieg sind die beiden Performancekünstlerinnen katharinajej und Julia Dick. Sie haben an der Hochschule für Bildende Kunst in Braunschweig studiert und leben und arbeiten in Köln. katze und krieg intervenieren mit Performances im deutschsprachigen und internationalen Raum im Rahmen von Ausstellungen und Festivals. Sie wurden schon mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Kölner Theaterpreis der Sparkassenstiftung, dem ersten Preis des Berliner Kurzfilmfestivals Nostalgia und dem Publikumspreis des Arena-Festivals, Erlangen.

von und mit katze und krieg

katzeundkrieg.de

- - -

Weitere Vorstellungen von ‘harem’ in der Temporary Gallery in Köln am 25., 26. und 27.07. jeweils um 18:00 Uhr. Karten bitte direkt über die Galerie erwerben. 

- - -

Eine Koproduktion von katze und krieg und dem asphalt Festival, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER, dem NRW KULTURSekretariat und vom Kulturamt der Stadt Köln

Post von drüben!

Rund 30 Jahre nach der Wiedervereinigung haben Vorurteile zwischen Menschen in Ost- und Westdeutschland wieder Konjunktur. Die Bilder des arroganten und egoistischen ›Besser-Wessis‹ oder des anspruchsvollen und nie zufrieden zu stellenden ›Jammer-Ossis‹ sind nach wie vor lebendig. Nach den Erfolgen rechtspopulistischer Bewegungen besonders in Teilen der neuen Bundesländer scheinen sich die Bilder einer geteilten Identität auch politisch zu manifestieren. Dabei zeigen Studien, dass Vorurteile da verschwinden, wo Menschen in Kontakt kommen. Dies greift Post von drüben! auf und verbindet Zuschauer aus Ost und West – auf dem Postweg.

Was würde ich in ein Paket packen, damit mich die anderen verstehen?

Das Künstlerteam von Futur3 hat mit Menschen in Weimar und Düsseldorf gesprochen und in beiden Städten persönliche Geschichten, Erinnerungsgegenstände und Gedankensplitter gesammelt, die etwas über die eigene Identität erzählen. Hinzu kommen Vorstellungen, Vorurteile und Fragen, die sich auf die Menschen aus dem anderen Teil Deutschlands beziehen. Das gesammelte Material arrangiert Futur3 in zwei Postpakete – eins reist von Weimar nach Düsseldorf, das andere von Düsseldorf nach Weimar. Die Pakete bilden jeweils den Mittelpunkt für Performances auf dem asphalt Festival Düsseldorf und dem Kunstfest Weimar. Bei den Aufführungen ist wieder die Beteiligung des Publikums gefragt, es wird selbst zum Akteur. Verändern sich die Bilder, die wir von den anderen und von uns selbst haben?

Futur3 wurde 2003 von den Theatermachern André Erlen, Stefan H. Kraft und Klaus Maria Zehe als Plattform für ihre Theaterarbeit in Köln gegründet. Das Kollektiv sucht für seine Produktionen Aufführungsorte außerhalb fester Theaterhäuser, macht die Stadt selbst zur Bühne und inszeniert oftmals mit aufwändiger Logistik auf einen bestimmten Raum hin. Das Publikum ist stets aktiv gefordert. Futur3 wurde mit dem Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater 2018 ausgezeichnet und gewann 2010 und 2016 den Kölner Theaterpreis.

futur-drei.de

- - -

Eine Produktion von Futur3 im Auftrag des asphalt Festivals, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #HumanBeingHuman, koproduziert durch das Kunstfest Weimar, mit freundlicher Unterstützung der Evangelischen Emmaus-Kirchengemeinde Düsseldorf

Nassim

Keine Proben. Keine Vorbereitung. Nur ein versiegelter Umschlag. Bei jeder Vorstellung kommt ein anderer Schauspieler auf die Bühne und ist völlig ahnungslos. Mit Beginn der Vorstellung wird er den Umschlag öffnen und das Skript zum ersten Mal lesen.

Nassim ist ein kühnes und höchst amüsantes theatralisches Experiment und das neueste Werk des iranischen Autors Nassim Soleimanpour. Berühmt wurde der mittlerweile in Berlin lebende Dramatiker durch sein weltweit gefeiertes, derselben Grundidee folgende Stück White Rabbit Red Rabbit, das mehrfach ausgezeichnet, in 15 verschiedene Sprachen übersetzt und mehr als 1000 Mal aufgeführt wurde, u. a. mit Weltstars wie Stephen Fry, Ken Loach oder Whoopi Goldberg.

Nassim wurde mit dem renommierten Theaterpreis ›Fringe First Award‹ ausgezeichnet und ist bei asphalt erstmalig in NRW zu sehen. Soleimanpour nimmt selbst an dem Geschehen vor und hinter den Kulissen teil. Die Schauspielerin Hanna Werth wagt den Sprung ins Ungewisse und übernimmt den Gegenpart. Überraschend, entwaffnend und sehr bewegend stellt das geschickt konstruierte Theaterspiel in Echtzeit eine überaus spannende Verbindung zwischen zwei Fremden her. Und das Publikum darf miterleben, was normalerweise hinter verschlossenen Türen bei wochenlangen Proben vor sich geht: dass Figuren eines Stücks Gestalt annehmen und aus einem gedruckten Text ein lebendiges Spiel mit Worten und Gesten auf der Bühne wird.

Hanna Werth gehört nach Engagements am Studio des Schauspiels Leipzig und an den Wuppertaler Bühnen seit 2014/15 fest zum Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses. In der Spielzeit 2018/19 war sie u. a. in der Shakespeare-Komödie The Queen’s Men und Wonkel Anja — Die Show! zu sehen. 2013 wurde sie mit dem Preis als Beste Nachwuchsdarstellerin beim NRW-Theatertreffen ausgezeichnet.

»Eine auffallend sanfte, menschliche und emotionale Betrachtung der Erfahrung eines Künstlers, der in der Diaspora lebt und arbeitet.« (The Herald)

»Eine aufregende theatralische Provokation, die jede Trennung zwischen Bühne und Publikum niederreißt.« (The Stage)

»Nassim war das einfachste und doch herzlichste Stück, an dem ich jemals teilgenommen habe.« (Mediya Rangi, PerformingArts Hub Australien)

Mit Hanna Werth und Nassim Soleimanpour

Nassim Soleimanpour – Text
Omar Elerian – Regie
Rhys Jarman – Bühne
James Swadlo – Sounddesign
Rajiv Pattani – Licht

auroranova.org/nassim

Antlitze von Macht und Ohnmacht

Das neue Werk des Düsseldorfer Komponisten Bojan Vuletić überträgt verschiedene Konflikte von Menschlichkeit, Macht, Ohnmacht, Widerstand und Flucht in eine musikalische Form. Antlitze von Macht und Ohnmacht wirft einen alternativen, künstlerischen Blick auf die Menschenwürde und das Verhalten von Menschen in Machtkonstellationen. Das Werk ist eine Auseinandersetzung mit der zentralen und zugleich paradoxen Fähigkeit, dass ein Mensch sich unmenschlich verhalten oder sich mit seiner Menschlichkeit gegen Unmenschliches stemmen kann. Die Form wechselt zwischen notierter und improvisierter Musik: In Situationen, in denen der menschliche Verstand nicht mehr mit Ratio und kontrollierter Intelligenz reagieren kann, übernimmt auf musikalischer Ebene die Improvisation. Uraufgeführt wird die Komposition durch zwei der wichtigsten Protagonisten der europäischen Jazzszene: den Kölner Trompeter Markus Stockhausen und den französischen Pianisten Bojan Z (Zulfikarpasić).

Markus Stockhausen ist im Jazz genauso zuhause wie in der zeitgenössischen und der klassischen Musik und zählt zu den vielseitigsten Musikern unserer Zeit. Der Sohn des Komponisten Karlheinz Stockhausen, der zahlreiche Werke für ihn schrieb, blickt bislang auf über 80 CD-Veröffentlichungen zurück. 2005 gewann er den WDR-Jazzpreis als bester Improvisator. Er wurde u. a. mit der ›Silbernen Stimmgabel‹ des Landesmusikrates NRW und dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet und ist Echo-Jazz-Preisträger.

Der 1968 in Belgrad geborene und seit 30 Jahren in Paris lebende Ausnahmepianist Bojan Zulfikarpašić, der sich selbst auch einfach nur Bojan Z nennt, spielte u. a. im Duo mit Posaunist Nils Wogram und im Azur Quartet mit Henri Texier und Michel Portal. Bojan Z wurde mit dem österreichischen Hans-Koller-Preis als bester europäischer Jazzmusiker ausgezeichnet und 2012 bei den ›Victoires du Jazz‹ zum Jazzmusiker des Jahres gekürt. Seit 2013 ist er Kulturbotschafter der UNESCO.

Bojan Vuletic komponiert genreübergreifend für kammermusikalische Ensembles, Chöre, Orchester und (Big)bands, schrieb Kompositionen für zeitgenössischen Tanz und Theater für über 40 Produktionen und kreierte eine Vielzahl von Klanginstallationen und Audio-Realisationen von Performances und Ausstellungen.

Besucher*innen dieses Konzertes erhalten bei Platzverfügbarkeit freien Eintritt zur Vorstellung MEDO/ANGST am 13.07.,
Besucher*innen der Vorstellung GHOST WRITER am 13.07. erhalten bei Platzverfügbarkeit freien Eintritt zu diesem Konzert.
Bitte melden Sie sich an der Abendkasse.

Markus Stockhausen – Trompete
Bojan Zulfikarpašić – Piano
Bojan Vuletić – Komposition

markusstockhausen.de

bojanz.com

bojanvuletic.com

- - -

Eine Produktion im Auftrag des asphalt Festivals, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW im Rahmen des Projektes #HumanBeingHuman, mit freundlicher Unterstützung von Steinway & Sons Düsseldorf

 

Ja, eh! Beisl, Bier und Bachmannpreis

Pünktlichkeit, Sport, gesunde Ernährung, Einfamilienhaus, zwei Kinder und ein Golden Retriever? Oder doch lieber durchzechte Nächte kettenrauchend in einem schäbigen ›Beisl‹ (dt. Eckkneipe, Spelunke) verbringen? Willkommen in der Welt von Stefanie Sargnagel! Der Zwiespalt, den die »begnadete Krawallautorin« (DIE WELT) in ihren Texten behandelt, steht stellvertretend für eine ganze Generation, die nicht weiß, wohin es im Leben gehen soll. Der innere Wunsch nach geordneten Verhältnissen wird permanent durch die Versuchung des Lasterhaften boykottiert. Diese Diskrepanz ist Thema der herrlichen Bühnenshow JA, EH!, die kunstvoll Melancholie und Witz, Poesie und derbe Direktheit, Lethargie und Rock’n’Roll miteinander verwebt. Musikalisch begleitet wird das Schauspielensemble auf der Bühne durch einen Shooting Star der neuen Austropop-Szene: Voodoo Jürgens mit seiner Band.

Aus dem Facebook-Phänomen Stefanie Sargnagel entwickelte sich in wenigen Jahren ein neuer Literaturstar. 2016 gewann Sargnagel beim renommierten Bachmannpreis den Publikumspreis – mit dem Text, auf dem JA, EH! basiert. Die pointierten Kommentare und Beobachtungen der Wienerin werden im deutschsprachigen Feuilleton publiziert, sie veröffentlichte bislang fünf Bücher und geht regelmäßig auf Lesereisen durch Österreich, die Schweiz und Deutschland. JA, EH! war 2017 für den Wiener Theaterpreis ›Nestroy‹ nominiert.

»Mehr Wien geht nicht.« (Der Spiegel)

»Komisch und relevant. Ein wichtiges Stück – für alle.« (3sat Kulturzeit)

»Unbedingt sehenswert.« (Die Presse)

»Ein großes Vergnügen, eine echte Hetz« (Kurier)

Mit Miriam Fussenegger, Lena Kalisch und Saskia Klar

Stefanie Sargnagel – Text
Christina Tscharyiski, Fabian Pfleger – Stückfassung
Christina Tscharyiski – Regie
Voodoo Jürgens und Band – Musik
Sarah Sassen – Bühne
Catia Palminha – Kostüm

facebook.com/stefanie.sargnagel

Medo/Angst

Angst – ›Medo‹ auf Portugiesisch – ist ein vorherrschendes Gefühl im heutigen Brasilien. Sie betrifft die Bewohner der Favelas, Kunstschaffende, Klima- und LGTBQ-Aktivisten gleichermaßen – sie alle sind in ihrem Alltag von Restriktionen betroffen, die wiederum durch die herrschende Atmosphäre der Angst vor dem Fremden und Anderen geboren und befeuert werden. Entsteht diese Angst aus Lebensrealitäten, die unseren eigenen fern oder doch fast schon erschreckend nah sind? Was verbindet, was trennt uns im subjektiven Erleben unserer Wirklichkeiten?

MEDO/ANGST, die neue Arbeit von Ben J. Riepe, ist eine Ergründung möglicher Wege, um diesen sozialen und politischen Aufladungen zu begegnen: im Sinne einer Selbst- und Fremdbefragung, einer Gegenüberstellung und – wenn man so will – einer Suche nach der verlorenen Freiheit in der Kunst. Für MEDO/ANGST arbeitet Choreograph Ben J. Riepe auf und hinter der Bühne mit einem Team aus Kompaniemitgliedern und hinzugewonnenen brasilianischen Protagonist*innen. Aus einem hoch physischen Bewegungsvokabular, treibenden Sounds, Livegesang und portugiesischen wie englischen Sprachelementen entstehen sinnliche und teils beklemmende Bilder – ein Ringen um Gemeinschaft und Individualität und ein Erfahren des eigenen und anderen Seins, dem die Frage zugrunde liegt, wie ein Zusammenleben von Individuen jenseits der Angst gelingen kann.

Ben J. Riepe (* 1979) studierte Tanz und Choreographie an der Essener Folkwang Universität der Künste. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Bühnentänzer u. a. beim Tanztheater Wuppertal Pina Bausch sowie bei VA Wölf/NEUER TANZ. 2004 gründete er mit der Ben J. Riepe Kompanie sein eigenes Ensemble, seit 2006 ist er als freischaffender Choreograph tätig. Er gewann für seine installativen, elegant zwischen darstellender und bildender Kunst balancierenden Arbeiten bereits zahlreiche Preise, zuletzt die Tabori-Auszeichnung 2019, die bundesweit höchste Auszeichnung für die Freien Darstellenden Künste. Ben J. Riepe lebt in Düsseldorf und arbeitet international.

Besucher*innen des Konzertes von Markus Stockhausen und Bojan Z erhalten bei Platzverfügbarkeit freien Eintritt zu der Vorstellung am 13.07.2019.
Bitte melden Sie sich an der Abendkasse.

Sebastião Abreu, Sauane Costa, Aaron S. Davis, Thor Galileo, Wendel Lima, Tyshea Suggs – Performance

Ben J. Riepe – Choreographie
Gwen Wieczorek – Künstlerische Assistenz
Ben J. Riepe, Gwen Wieczorek – Bühne
Tina Melo, Thiago Romero, Lucas Montty (Afrobapho) – Kostüm
Ben J. Riepe, Luiz Guimarães – Licht

benjriepe.com

- - -

Eine Produktion von Ben J. Riepe, Baobá Produções Artísticas, Centro Cultural Plataforma und dem Goethe Institut, in Koproduktion mit dem asphalt Festival Düsseldorf im Rahmen des Projektes HUMAN BEING HUMAN, in Zusammenarbeit mit dem Sommerblut Festival Köln und dem Weltkunstzimmer Düsseldorf, gefördert durch die Kunststiftung NRW, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, den Fonds Darstellende Künste, das Goethe Institut, das Kulturamt Düsseldorf und aus Mitteln des Auswärtigen Amtes

 

£¥€$ (Lies)

Das belgische Künstlerkollektiv Ontroerend Goed eröffnet bei asphalt ein nobles Casino, in dem es das Publikum die Weltwirtschaft nachspielen lässt: Jeder Spieltisch steht für einen fiktiven Staat, dessen ökonomisches Kapital immer wieder neu erwürfelt wird, jeder Gast ist eine Bank. Es beginnt ein verführerisches Spiel mit und um Geld: Wer handelt fair, verantwortungsvoll und nachhaltig – und wer zockt? Wer setzt wie viel? Wessen Bank startet mit welchem Kapital? Wie lässt sich aus Nichts Gewinn machen? Keine Sorge: Wenn die Würfel einmal nicht so fallen, wie sie sollten, haben die Croupiers und Croupières frisches Geld: Noch mal, noch mehr, mehr Kredite, mehr Schuldscheine, immer weiter und weiter, bis zum Crash. Welchen Tisch wird es treffen?

»Der beste Weg, eine Bank auszurauben, ist, eine zu besitzen«, sagte einst der kalifornische Finanzpolitiker William Crawford. Im Titel dieser so spannenden wie unterhaltsamen Spielshow stecken Provokation und Mahnung zugleich: £¥€$ lässt sich nicht nur als Reihung von Währungen lesen – Pfund, Yen, Euro, Dollar –, sondern auch als „Lies“ (Lügen) oder „Eyes“ (Augen). Entscheiden Sie selbst und bringen Sie ausreichend Bargeld mit. Denn dies ist das erste Theaterstück, bei dem man sein Eintrittsgeld wieder reinholen kann. Oder auch nicht. Faites vos jeux!

Das 1994 in Gent gegründete flämische Künstlerkollektiv Ontroerend Goed schreibt und produziert unvorhersehbare und oft interaktive Shows an der Schnittstelle zwischen Theater und Performance. Die Compagnie tritt international auf und hat bereits zahlreiche europäische Theaterpreise gewonnen. Mit £¥€$ ist Ontroerend Goed dieses Jahr erstmalig zum Festival d’Avignon eingeladen, das als eines der bedeutendsten Festivals für zeitgenössische darstellende Kunst weltweit gilt.

»£¥€$ (Lügen) ist nicht nur eine clevere historische und psychologische Analyse der Hochfinanz-Welt, sondern auch ein intelligentes, schnelles und unglaublich aufregendes Theater.« (DeMorgen)

»Was Ontroerend Goed mit £¥€$ gemacht hat, ist viel mächtiger, als nur ein Stück über Gier und Korruption zu präsentieren. Wir können den verursachten Schaden spüren und niemanden außer uns selbst verantwortlich machen. Es ist eine Lektion für uns alle.« (whatsonstage.com)

»Eine Show, die neu erfindet, was Theater sein kann« (The Scotsman)

Mit Croupières und Croupiers von Ontroerend Goed

Alexander Devrient – Regie
Joeri Smet – Text
Astrid Peeters – Kostüm
Johannes Genard – Musik

ontroerendgoed.be

- - -

Ein Produktion von Ontroerend Goed in Koproduktion mit dem Theatre Royal Plymouth (UK), Arts Centre Vooruit (BE) und Richard Jordan Productions (UK), gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste im Rahmen des Projektes KUNSTSTÖRER

Bruder

Die Geschwisterbeziehung zum Bruder ist die längste Beziehung im Leben. Man kann sie sich nicht aussuchen, sie ist einfach da. Dadurch kann sie so viel gleichzeitig sein: Explosiv und liebevoll, komplizenhaft, distanziert und zugleich körperlich nah. In dieser Produktion trifft der Kölner Choreograf Tim Behren auf seinen Bruder, den Hamburger Schauspieler Paul Behren. Beide haben den Weg auf die Bühne eingeschlagen, und nun begegnen sich diese zwei ungleichen Performer mit ihren Körpern, ihren Stimmen und ihren sich irgendwie ähnelnden und gleichzeitig sehr unterschiedlichen Entscheidungswegen und Persönlichkeiten. Ihrer gemeinsamen Lust an der Verausgabung folgend, sezieren sie an der Schnittstelle zwischen Körpertheater und Tanz ihr Bühnendasein, navigieren sich vorbei an Genregrenzen in geschwisterliche Zwischenräume, in der das körperliche Miteinander genauso seinen Ausdruck findet wie das Ungesagte zwischen den Zeilen.

Tim Behren wurde als Akrobat an der Zirkushochschule École Supérieure des Arts du Cirque in Brüssel ausgebildet und begab sich anschließend als Quereinsteiger in die Tanzszene. 2008 gründet er zusammen mit seinem Kollegen Florian Patschovsky das Label Overhead Project und ist heute dessen Künstlerischer Leiter. Die choreografischen Arbeiten von Overhead Project wurden vielfach ausgezeichnet, bei asphalt 2017 war bereits die Wrestling-Performance Carnival of the Body zu Gast.

Paul Behren studierte Schauspiel an der Folkwang Universität in Essen und war Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum, am Münchener Volkstheater und am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. 2018 wurde er mit dem Boy-Gobert-Preis für Nachwuchsschauspieler ausgezeichnet. Heute arbeitet er als freischaffender Schauspieler u. a. für die Salzburger Festspiele sowie weiterhin als Gast in Stadttheaterproduktionen.

Tim und Paul Behren – Inszenierung, Performance
Simon Bauer – Soundkomposition
Charlotte Ducousso – Lichtdesign
Monika Odenthal – Kostüm
Jari Ortwig – Produktionsleitung

overhead-project.de

- - -

Eine Produktion von Overhead Project in Koproduktion mit dem asphalt Festival, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, im Rahmen des Projektes #HumanBeingHuman, der Stadt Köln, RheinEnergieStiftung Kultur

Boys don’t dance

Digitale Vernetzung, Social Media und die Darstellung des eigenen Selbst sind Themen, die so präsent sind, dass sie sogar schon bei Kindern eine Rolle spielen. Wie sehr wird Körpersprache von außen beeinflusst? Gibt es Bewegungen, die typisch für Jungs oder typisch für Mädchen sind? Und was passiert, wenn man diese Kategorien vermischt? Takao Baba und sein Ensemble gehen diesen Fragen in Boys don’t dance auf den Grund. Ausgangspunkt sind Bewegungen wie der ›Dab‹ oder Tanzmoves aus dem Online-Spiel ›Fortnite‹, die mittlerweile auf jedem Schulhof zu beobachten sind. Die Tänzer*innen wollen gemeinsam mit Bewegungswütigen ab 6 Jahren jene Tanzstile erforschen, die sich viral verbreitet haben und schon fest im Bewegungsrepertoire von Kindern verankert sind. Was bedeutet es, Bewegungen aus ihrem Kontext zu lösen und bewusst einzusetzen? Durch Nachahmung und Weiterentwicklung, Rhythmus und den Einsatz von Musik entsteht eine eigene, gemeinsam entdeckte Körpersprache.

Der Choreograph und Tänzer Takao Baba ist künstlerisch in der Hip-Hop-Kultur aufgewachsen und mittlerweile einer der führenden Hip-Hop-Choreographen in Deutschland. Er verbindet die Tanzformen des Hip Hop mit den Ausdrucksformen des zeitgenössischen Tanzes. Seine Bühnenstücke sind von einer hohen körperlichen Intensität und visueller Vielfältigkeit geprägt. 2003 gründete er zur Förderung urbaner Tanzformen die Plattform Dance Unity, die zusammen mit dem tanzhaus nrw die wichtigsten urbanen Tanzveranstaltungen wie ›Funkin’ Stylez‹ und ›Juste Debout‹ in Deutschland organisiert.

Takao Baba – Konzept
Takao Baba, Felix Küpper, Solomon Quainoo – Choreographie, Tanz
Jenny Thiele – Musik, Tanz
Charlotte Grewer – Kostüm
Horst Mühlberger ­– Licht
Mijke Harmsen – Outside Eye
Susanne Berthold – Produktionsleitung

- - -

In Koproduktion mit dem asphalt Festival, gefördert vom Kulturamt Düsseldorf, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, dem Fonds Darstellende Künste


Ghost Writer and the Broken Hand Break

Die belgische Performancekünstlerin Miet Warlop entwirft in Ghost Writer and the Broken Hand Break eine moderne, westliche Version des berühmten Drehtanzes sufistischer Derwische. Im Sufismus dreht sich wortwörtlich alles um Gott: Während des Gebets kreisen die Derwische um ihre eigene Körperachse, um einen Zustand religiöser Ekstase zu erreichen. In Miet Warlops Choreografie wirbeln drei Performer*innen eine Dreiviertelstunde lang im Kreis, spielen hypnotische Rockmusik, singen. Daraus wird ein Wahrnehmungsexperiment: Die Mischung aus Sufitanz, Rezitation und Konzert bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen Kontrolle und Kontrollverlust. Die titelgebende Handbremse, die nicht mehr funktioniert, kann ein klassisches Motiv für Alpträume sein: nicht anhalten zu können, auf eine Katastrophe zuzusteuern. Doch sie kann auch ein Synonym dafür sein, sich frei zu fühlen und ohne Hemmungen voranzukommen …

Miet Warlop ist Hausregisseurin am NTGent, das seit der Saison 2018/19 von Milo Rau geleitet wird. Die Uraufführung von Ghost Writer im September 2018 war eine der Eröffnungspremieren seiner Intendanz. Im Anschluss an das asphalt Festival wird das Stück auch bei der Biennale in Venedig zu sehen sein.

Besucher*innen von GHOST WRITER am 12.07. erhalten bei Platzverfügbarkeit freien Eintritt zum Konzert von Voodoo Jürgens.
Besucher*innen von GHOST WRITER am 13.07. erhalten bei Platzverfügbarkeit freien Eintritt zum Konzert von Markus Stockhausen und Bojan Z.
Bitte melden Sie sich jeweils an der Abendkasse.

Miet Warlop – Konzept, Regie
Pieter De Meester, Wietse Tanghe, Joppe Tanghe, Miet Warlop – Performance, Musik
Raimundas Malasauskas, Miet Warlop, Pieter De Meester – Text
Karolien Nuyttens – Kostüm
Henri Emmanuel Doublier – Licht
Niels Antonissen, Mathias Batsleer, Seppe Cosyns – Technik, Produktion
Bart Van Hoydonck – Ton

mietwarlop.com

- - -

Eine Produktion von Miet Warlop/Irene Wool vzw & NTGent, in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer und Arts Centre Vooruit Gent

Cum-Ex Papers

Wie ist es Banken, Börsenmaklern und Anwälten gelungen, den Staat um mehr als 31 Milliarden Euro zu erleichtern? Und warum geboten Politik und Behörden dem Treiben jahrelang keinen Einhalt? Ein Zusammenschluss investigativer Journalisten veröffentlichte im Herbst 2018 die sogenannten CumEx-Files und deckte damit den größten Steuerraub in der Geschichte der Bundesrepublik auf. Das Recherchezentrum CORRECTIV teilte seine Enthüllungen mit dem Regisseur Helge Schmidt, der daraus einen hochspannenden Theaterabend zwischen Fiktion und Dokumentation entwickelte, der mit Filmsequenzen, Originalakten, aber auch mal mit Klamauk arbeitet.

»Weil Cum-Ex so kompliziert scheint, will man es wegpacken und sich bloß nicht damit beschäftigen«, sagt Helge Schmidt. »Dabei betrifft es jeden von uns. Wegen Cum-Ex gibt es weniger Kindergartenplätze. Wegen Cum-Ex fährt in manchen Dörfern der Bus seltener. Wegen Cum-Ex ist der Zahnersatz meiner Tochter teurer. Die Banker nehmen dem Staat Geld weg, das ihm an anderer Stelle fehlt.«

»»» Im Interview erzählt Regisseur Helge Schmidt, warum Cum-Ex uns alle angeht und wie er das komplexe Thema inszeniert hat.

»»» ARTE-Beitrag über Cum-Ex Papers

»Cum-Ex Papers macht nicht nur großen Spaß, sondern hinterlässt auch ein Gefühl: Wut« (DIE ZEIT)

»Selten war Theater so nah am Puls der Zeit« (NDR)

»Die Kunst macht das, was die Politik seit Jahren versäumt« (Deutschlandfunk)

»Seriös, skandalös, performativ, zynisch, unterhaltsam und entlarvend« (nachtkritik.de)

Mit Ruth Marie Kröger, Jonas Anders, Günter Schaupp

Franziska Bulban, Alexandra Rojkov – Recherche, Text
Helge Schmidt – Regie
Jonas Woltemate – Choreographie
LANIKA (Lani Tran-Duc / Anika Marquardt) – Ausstattung
Johanna Seitz – Video
Frieder Hepting – Musik
Sönke C. Herm – Licht
Zwei Eulen – Produktionsleitung

lichthof-theater.de

facebook.com/cumex.papers

- - -

Eine Kollaboration von CORRECTIV, ARD-Panorama, LICHTHOF Theater, Helge Schmidt und Team

 

Hymne an die Liebe

Die polnische Regisseurin Marta Górnicka setzt sich in HYMNE AN DIE LIEBE (HYMN DO MIŁOŚCI / HYMN TO LOVE) mit den erstarkenden nationalistischen Tendenzen in Europa auseinander. Für einen 25-köpfigen Chor hat sie ein monströses ›Völkisches Liederbuch‹ komponiert. Der Chor singt, schreit, skandiert und flüstert, er konfrontiert Hate-Speech-Kommentare aus dem Internet, Politikerzitate sowie Aussagen von Fundamentalisten oder Terroristen mit Pop-Songs und patriotischen Liedern. Górnicka und der Chor demonstrieren und analysieren die Verrohung von Sprache in unserer Zeit und was das mit der Gesellschaft macht. Das spektakuläre Stück, das von der Presse als »brillantes und erschreckendes Meisterwerk« (Tages Anzeiger) gefeiert wird, präsentiert auf beängstigend treffende Art und Weise ein Europa, das die Reihen schließt.

Marta Górnicka dirigiert den Chor, der mit beeindruckender Präzision und Energie, Dynamik und rhythmische Perfektion agiert, live vom Zuschauerraum aus. Die Regisseurin und Meisterin eines neuen, zeitgenössischen chorischen Theaters wurde vielfach für ihre Arbeiten ausgezeichnet, die zumeist Themen wie Populismus, Faschismus und Feminismus aufgreifen. HYMNE AN DIE LIEBE wurde schon in ganz Europa gezeigt und gewann mehrere Theaterpreise.

»Erzeugt Gänsehautmomente (…) Die Frontalattacke aufs Publikum entfaltet eine Dynamik und Konsequenz, der man sich einfach ergeben muss.« (Theater der Zeit)

Mit Sylwia Achu, Anna Andrzejewska, Maria Chleboś, Konrad Cichoń, Piotr B. Dąbrowski, Tymoteusz Dąbrowski, Maciej Dużyński, Anna Maria Gierczyńska, Paula Głowacka, Maria Haile, Wojciech Jaworski, Borys Jaźnicki, Katarzyna Jaźnicka, Ewa Konstanciak, Irena Lipczyńska, Dawid Lipiński, Kamila Michalska, Izabela Ostolska, Filip Piotr Rutkowski, Michał Sierosławski, Ewa Sołtysiak, Ewa Szumska, Anna Jaglowska, Kaja Stepkowska, Anastazja Żak

Marta Górnicka – Konzeption, Regie, Libretto
Teoniki Rożynek – Musik
Anna Godowska – Choreographie
Agata Adamieck – Dramaturgie
Robert Rumas – Bühne
Anna Maria Karczmarska – Kostüm
Konrad Czarkowski (Kony Puppets) – Puppen
Artur Sienicki – Licht
Izabela Dobrowolska, Agnieszka Różyńska – Produktion
Joanna Piech-Sławecka – vocal coach

chorkobiet.pl

- - -

Eine Produktion von THE CHORUS OF WOMEN Foundation und Teatr Polski w Poznaniu, in Koproduktion mit dem Maxim Gorki Theater und dem Ringlokschuppen Ruhr, unterstützt vom Goethe-Institut und dem Center for Contemporary Art Ujazdowski Castle, gefördert von der Stadt Warschau, der Stadt Posen und der Kunststiftung NRW. Das asphalt-Gastspiel wird unterstützt vom Polnischen Institut Düsseldorf.

Erobique im Park

Carsten ›Erobique‹ Meyer muss man live erlebt haben. Bei seinen Konzerten animiert er das komplette Publikum mit seiner improvisierten und unkonventionellen Discomusik zu einer ausufernden Tanzparty. Als selbst ernannter ›letzter Discopunk Deutschlands‹ genießt es die »lebende Discokugel« (FAZ), die Monotonie der beat-gemixten Laptop-DJ-Kultur aufzubrechen und seine Fans mit schweißtreibenden Tanzmarathons, spontanen Balladen-Einlagen und wüst zitierten Hochzeits-Oldies zu begeistern. Veröffentlichungen sind rar, Erobiques Hits wie Urlaub in ItalienEasy Mobeasy oder Überdosis Freude wollen live und in Farbe genossen werden. Auf seinen Konzerten spielt er Keyboards und Fender Rhodes, singt und sorgt für die Beats. Dabei schleift er aus den Fossilien der Tanzmusik der letzten 50 Jahre feinste Discodiamanten. asphalt holt Erobique nicht nur in die Stadt, sondern hat für seinen exklusiven Open-Air-Auftritt auch noch einen besonders märchenhaften Ort aufgetan: den Malkastenpark.

»Carsten Meyer alias Erobique ist der Mensch gewordene Laternenumzug. Seine Lieder bringen Liebe ins Leben, jeder Akkord ein Glücksmoment.« (DIE WELT)

»Der vielseitigste Entertainer der Republik« (taz)

»Erobique mischt alles von den Siebzigern bis in die Hochzeit der 12-Inch-Singles mit ihren Extended Dance Mixes und bringt somit das Beste aus den zwei Welten ›tanzbar‹ und ›eingängig‹ zusammen.« (Stuttgarter Zeitung)

»Erobique – die Endorphinmaschine« (rbb)

Carsten ›Erobique‹ Meyer – Keyboards, Fender Rhodes, Beats, Gesang

facebook.com/Erobique

- - -

In Kooperation mit dem Künstlerverein MALKASTEN, dem Kulturzentrum zakk und THE DORF

 

Sonderrabatt im Hotel Indigo

Auswärtigen Gästen empfehlen wir für eine Übernachtung in Düsseldorf unseren Festivalpartner Hotel Indigo, bei dem Sie über einen eigenen Buchungslink während des asphalt Festivals mit Sonderrabatt buchen können:

Festivalkonditionen im Indigo Hotel

logo-hotel-indigo

RecomposingArt VIII: beautiful in the subversion of beauty

contemporary music by Bojan Vuletic
inspired by and dedicated to Cy Twombly
with Jon Irabagon, Nate Wooley, Matt Moran and MIVOS quartet 

US-premiere concert

Wednesday, November 28th 2018, 7:30 pm

Metropolis Ensemble Space, 1 Rivington Street, 2/Fl, New York, NY 10002

Tickets: $15 General / $10 Students

“[There is] abundant evidence of the paradox governing Twombly’s art—the interplay between the epic scope of his cultural materials and the enigmatic, deeply personal means of their representation… Of course, none of [Twombly’s] ideation, however elegant in its intricacy, would mean much if the images themselves weren’t beautiful—or, to be more accurate, beautiful in their subversion of ‘beauty’. Twombly’s art instructs, perplexes, and ultimately seduces.” – Albert Mobilio

‘beautiful in the subversion of beauty’ is dedicated to the American artist Cy Twombly, whose works often appear to be allegories of fleetingness. Streaks, scribbles, rough sketches and symbols similar to written codes are woven into a linkage between picture, myth and poetry.

The composition is part VIII of composer Bojan Vuletic’s ongoing composition cycle RecomposingArt (2011– ), which takes inspiration from artworks in the fields of poetry, art, photography, theatre, dance, cinematography and literature through recomposition. Vuletic takes these works out of their context in a completely subjective manner, transporting them into a new, purely musical and independent form. So far the following compositions have been premiered and performed in New York and Germany: paintings by Gerhard Richter and Pablo Picasso, a movie by Michael Haneke, novels by Franz Kafka, Haruki Murakami and Jorge Luis Borges and poems by Paul Celan.

‘beautiful in the subversion of beauty’ for string quartet, saxophone, vibraphone and trumpet is performed by an ensemble of some of the most distinguished New York musicians of contemporary and improvised music.

Jon Irabagon –saxophone

The winner of the 2008 Thelonious Monk Saxophone Competition, Jon Irabagon has since topped both saxophone categories in the DownBeat Magazine Critics’ Poll and been named one of Time Out New York’s 25 New York City Jazz Icons and 2012 Musician of the Year in The NYC Jazz Record. “He is a subverter of the jazz form,” declares Martin Longley, “[…] a revolutionary who’s secretly messing with the changes. […] There are few players who can so deftly stride from postbop to free improvisation, avant country to doom metal and then wander from chaotic collage-spraying to sleek-blowing fluency.”

Nate Wooley – trumpet

Nate Wooley is one of the rising stars of the American experimental scene, a trumpet virtuoso whose musical explorations have taken him through ecstatic jazz, free improvisation, drone composition, and noise into a place very much his own, characterised by intense dynamics, an acute awareness of space, and a complex and organic sense of structure. He has been named musicians of the year by El Intruso Jazz, twice by The NYC Jazz Record and was 2016 recipient of the Foundation for Contemporary Arts Grants to Artists Award.

Matt Moran – vibraphone

Matt Moran “plays the vibraphone like a speed-chess master, always darting off into flurries of ingenious, unexpected activity” (Village Voice), performing with artists as diverse as Mat Maneri, Lionel Hampton and Saban Bajramovic. Moran’s sound is integral to an innovative group of New York musicians who blur the boundaries of composition, improvisation, and folk traditions.

Mivos Quartet – string quartet

The Mivos Quartet, “one of America’s most daring and ferocious new-music ensembles” (The Chicago Reader), is devoted to performing works of contemporary composers and presenting new music to diverse audiences. The quartet has performed and closely collaborated with an ever-expanding group of international composers representing multiple aesthetics of contemporary classical composition.

Bojan Vuletic – composition

After a diploma in astro-physics at Ludwig-Maximilians-Universität (München), Bojan Vuletic finished jazz-guitar at the Hogeschool voor de Kunsten Arnhem and composition at the Messiaen-Akademie, Netherlands. His compository works reach from chamber, symphonic orchestra and contemporary to world music for a larger variety of groups and projects, theatre productions, contemporary dance performances, art installations, movies and documentaries. In 2016/17 he was substitute professor in the Master’s program Public Art and New Artistic Strategies at Bauhaus-University Weimar.

jonirabagon.com
mattmoran.com
natewooley.com

mivosquartet.com
bojanvuletic.com

Co-production with ASPHALT Festival Duesseldorf, funded and supported by the Ministry of Culture and Science of the German State of North Rhine-Westphalia, Germany.

Hosted by Metropolis Ensemble.

 

While I was waiting (Original)

تحت ظروف غامضة ضُرب شاب بوحشية في دمشق وسقط على إثرها في غيبوبة. اجتمع على إثر هذا الحادثة المأساوية أفراد العائلة والأصدقاء على سرير المشفىحيث لا يواجهون فقط الحاضر الوحشي ، بل آيضاٌ الكبت   
 والخوف الذي عانوه في الماضي. 
يلاحظ تيم خلال الغيبوبة التغييرات في بيئته على مدى سنة واحدة. تيم هو ليس الوحيد الذي يقع في حالة من الانتظار: “سواء نزحنا أو بقينا، نحن جمعيا خاسرينهذه الجمله تعبر عن عجز الشخصيات في هذه المسرحية، وإنما هو أيضا كناية عن السكان المصابين بصدمات نفسية من سوريا.        
عرض الوسائط المتعددة من الفنانين المسرح السوري محمد العطار (النص) وعمر ابواسعد (اخراج ) يتحرك في الواجهة بين الخيال والتواثيق وينتقد بشدة نظامالأسد. التاريخ العائلي لتيم المتشابك مع خراب دمشق ستظهر عن طريق عرض الفيديوات الحقيقه المواثقه من الهاتف المحمول من زمن الربيع العربي.
   عندما كنت أنتظر! عبارة عن غرفة المستشفى ترمز للمنطقة الرمادية بين الحياة والموت، ورمزا لسوريا اليوم، التى تعييش منذ سبع سنوات الحرب الأهلية الدمويةمستعرة.

 

محمد العطار هو واحد من أهم الأصوات في سوريا. تنشر تحليلاته وتعليقاته في عده وسائل الإعلام الدوليةيستعرض في مسرحياته الحياة الحالة الدائمة منالحصار الحربي.
 يعيش العطار الآن في برلين و ينشط في مسارح في برلين.  يعمل العطار منذ عام ٢٠٠٧ بالتعاون مع المخرج عمر أبوسعده. عمر أبوسعده يعيش في دمشق ويدرّسفي المعهد العالي للفنون المسرحية هناك.
لا يسمح في عرض هذا العمل في سوريا. 
الموسيقى التصوريه انتاج سامر صائم الدهر

»Theater ist ein Werkzeug des Widerstands«

Wann haben Mohammad Al Attar und Du das Stück While I was waiting entwickelt und wie war damals die Situation in Syrien?

Omar: Ich begann das Stück Anfang 2015 zu entwickeln. Einige Monate später diskutierte ich die Idee mit Mohammad Al Attar und er begann mit der Arbeit am Text. Damals dauerte der Krieg in Syrien bereits vier Jahre und die gesamte Situation war sehr unübersichtlich. Ich erinnere mich, dass ich sehr durcheinander war und keine Ahnung hatte, wie es weitergehen würde.

Wie bist Du auf die Idee für das Stück gekommen?

Omar: Ich stand damals unter dem Eindruck eines realen Ereignisses, das einem Bekannten an einem Checkpoint in Damaskus widerfahren ist. Damals hatte ich die Möglichkeit, ins Krankenhaus zu gehen, um den Patienten im Koma zu sehen. Später kam mir dieses Erlebnis wieder in den Sinn und ich hatte das Gefühl, dass dieses Koma eine Metapher für die gesamte syrische Situation sein könnte. Gleichzeitig kann das Konzept des Komas sehr interessante künstlerische Anregungen bieten.

Wie ist aus Deiner Sicht der Zustand des ›Komapatienten‹ Syrien heute?

Omar: Der Komapatient steht zwischen Schlaf und Aufwachen, zwischen Leben und Tod. Ganz ähnlich wie viele Syrer, die 2011 an der Revolution teilgenommen haben. Sie waren anfangs sehr aktiv, voller Energie und Ideen, doch dann verloren sie allmählich ihre Stimme. Für mich fühlte es sich so an, als seien sie wie der Komapatient, der spürt, was um ihn herum passiert, aber nicht reagieren kann.

Würde Dein Stück anders aussehen, wenn Du es heute entwickeln würdest?

Omar: Ich habe oft überlegt, ob ich das Stück noch einmal neu konzipieren sollte, aber am Ende hatte ich nicht das Gefühl, dass ich es wirklich tun muss. Denn auch die politische Situation ändert sich sehr schnell, aber die Geschichte des Komapatienten und seiner Beziehung zu Freunden und Familie um ihn herum ist zeitlos lebendig und bedeutsam. Also ziehe ich es vor, das Stück so zu lassen, wie es ist.

Wo wohnst Du heute? Wo leben die anderen Mitglieder des Ensembles und des künstlerischen Teams?

Omar: Ich lebe immer noch in Damaskus, auch einer der Schauspieler ist noch da. Aber die anderen leben alle in Europa – in Deutschland, Frankreich, Holland.

Wie sieht die Kunstszene in Syrien aktuell aus und wie frei kann sie arbeiten?

Omar: Es gibt natürlich immer noch Künstler in Syrien. Ich glaube, dass die neue Generation, die im Krieg aufwächst, den Krieg mit Hilfe von Kunst reflektiert. Diese Stimmen sind heute noch sehr zerbrechlich, aber hoffentlich werden sie in Zukunft viel wirkungsvoller und stärker sein. Sicherlich kann man in Syrien nicht frei arbeiten, aber ich glaube, dass ein Künstler immer seinen Weg findet.

Viele syrische Künstler leben derzeit im Exil und schauen von außen auf ihre Heimat. Was unterscheidet ihre künstlerische Arbeit von der Arbeit jener, die noch im Land sind?

Omar: Die Unterschiede werden von Tag zu Tag größer. Der erlebte Alltag wirkt sich natürlich auf den Künstler aus. Er beeinflusst seine Interessen und seine Sichtweise auf die Kunst fundamental.

Was kann das Theater Deiner Meinung nach in der aktuellen politischen Situation leisten?

Omar: Ich denke, dass Theater ein wichtiges Werkzeug für den Widerstand in unserer heutigen Zeit ist. Gerade jetzt, wo nationalistische und rassistische Ideen wieder erstarken, ist Theater nötiger und wichtiger als je zuvor.

 

Das Interview führte Marita Ingenhoven.

 

 

 

Der Tod des Empedokles

Ob antike Vier-Elemente-Lehre, hipper Veganismus, klassische Rhetorik, die All-Einheit der Natur oder die Selbstüberforderung eines jeden Menschen angesichts persönlicher und globaler Gefährdungen – Peter Trabner montiert Versatzstücke der Kultur- und Naturgeschichte zu einer fulminanten One-Man-Show. Sein einziger Spielpartner in diesem Theaterspektakel ist ein Baum, mit dem er wieder und wieder das Hölderlin-Stück Der Tod des Empedokles übt und dabei ganz nebenbei brennende Themen wie Umweltverschmutzung und Klimawandel verhandelt.

Der vielfach preisgekrönte Schauspieler Peter Trabner ist ein gefragter Film- und TV-Darsteller (u. a. Tatort, 4 Blocks, Babylon Berlin). Als Mitglied des internationalen Kollektivs Two Fish arbeitet er interdisziplinär in den Bereichen Tanz, Theater und Performance und entwickelte u. a. das für den Kinder- und Jugendtheaterpreis Ikarus nominierte Stück Bettina bummelt. Als Performancekünstler interveniert er mit mitreißenden und irrwitzigen Improvisationen im öffentlichen Raum.

Mit Peter Trabner

peter-trabner.de

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Riaraum

Die Innenarchitektin und Bühnenbildnerin Ria Papadopoulou arbeitete bereits am Deutschen Theater Berlin und an der Schaubühne und war von 2012 bis 2016 Bühnenbildassistentin am Düsseldorfer Schauspielhaus. Seit August 2016 ist sie Gastassistentin an der Schaubühne am Lehniner Platz bei Thomas Ostermeier und arbeitet parallel dazu als freie Bühnenbildnerin. Bereits im dritten Jahr ist sie für die künstlerische Ausstattung des ASPHALT Festivals verantwortlich. In einem ›work in progress‹ gestaltet sie die Gelände der Alten Farbwerke und des Weltkunstzimmers und markiert mit künstlerischen Arbeiten die Orte der KUNSTSTÖRER. Riaraum ist somit ein sich stetig weiter entwickelndes Kunstwerk im öffentlichen Raum.

Die Installationen Riaraum im Bereich des Festivalzentrums sind während des gesamten Festivals zu erleben.

riapapadopoulou.com

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Mobile Grenzwertkontrolle

Im Auftrag des ASPHALT Festivals geht der Musiker und Performer Rochus Aust auf Grenzwertkontrolle im Düsseldorfer Stadtgebiet. Mit einer speziellen ›Detektor-Trompete‹ unterzieht er sowohl den ruhenden als auch den fließenden Verkehr einer individuellen akustischen Unterbodenkontrolle: Aust gibt Minikonzerte auf der Trompete und führt mit seinem Instrument zugleich an Autos völlig absurde, aber seriös wirkende Messungen durch, ob der Schadstoffausstoß der Fahrzeuge in der Norm liegt. Abschließend händigt er ›Unbedenklichkeitsbescheinigungen‹ aus. Die Kontrollergebnisse können auf der Webseite des Festivals abgerufen werden.

Rochus Aust hat für Festivals, Institutionen und den öffentlichen Raum Ur- und Unikataufführungen in über 40 Ländern realisiert und ist Preisträger internationaler Wettbewerbe als Musiker, Komponist und Bildender Künstler. Er arbeitet an der Schnittstelle von Neuer Musik und visueller Kunst. Aust ist Erfinder und künstlerischer Leiter des 1. Deutschen Stromorchesters und Kurator von ›LTK4 – Klangbasierte Künste Köln‹.

Die Performances der Mobilen Grenzwertkontrolle finden während des Festivals unangekündigt an unterschiedlichen Orten in Düsseldorf statt.

Rochus Aust – Detektor-Trompete

rochusaust.de

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Stadtklaviere

Klänge können die Wahrnehmung urbaner Räume verändern und Menschen verzaubern – auch in U-Bahnhöfen, in denen in der Regel niemand länger als wenige Minuten verweilt. Wie schon 2017 stellt das ASPHALT Festival in Kooperation mit der Rheinbahn an den U-Bahnhöfen Heinrich-Heine-Allee, Kirchplatz und Oberbilker Markt insgesamt drei Stadtklaviere auf, die den Bürger*innen der Stadt zur freien Nutzung überlassen werden und zum spontanen Konzertieren einladen. Die Haltestelle wird zur Bühne, der Transitbereich zum Auditorium. Und eilige Passanten verwandeln sich in Musiker*innen oder eine aufmerksame Zuhörerschaft.

Die Stadtklaviere sind vom 6.7. bis 23.7. an den U-Bahnhöfen Heinrich-Heine-Allee, Kirchplatz und Oberbilker Markt aufgestellt und können rund um die Uhr bespielt werden.

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, in Kooperation mit der Rheinbahn AG

logo-rheinbahn

Stadtlichtbilder

Die drei Illustrator*innen Moritz Blumentritt, Jennifer Daniel und Brian Storm vom Düsseldorfer Illustrationsatelier Studio Rabotti machen sich an zwei Abenden nach Einbruch der Dunkelheit mit einem Projektionsfahrrad auf den Weg, um spontan Bilder auf Bauten der Stadt zu zaubern. Wer die Illustratoren auf ihrer nächtlichen Tour begleiten möchte, sollte sich um 22:00 Uhr am besten mit Fahrrad am Startpunkt einfinden. Das Publikum kann der visuellen Guerilla-Eingreiftruppe folgen und beobachten, wie Licht-lllustrationen, die die Situation und Umgebung einbeziehen, vor Ort entstehen und nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Die Visionen der Künstler*innen werden unmittelbar via Beamer in den nächtlichen Stadtraum projiziert und zeigen diesen in einem völlig neuen Licht.

Die nächtliche Tour wird auch auf Instagram dokumentiert und über Facebook geteilt:

Studio Rabotti auf Instagram

Studio Rabotti auf Facebook

Moritz Blumentritt ist Designer und Illustrator. Grafische Einflüsse aus Skate & Surf, Punkrock, Comic, Streetart und Graffiti prägen seine Motive. Er entwirft individuelle Konzeptionen und Illustrationen für Film und Animation sowie verschiedene Publikationen in Print und Web.
Jennifer Daniel ist Art Directorin und Illustratorin. Ihr Spektrum reicht von Editorial-, Infografik- und Werbeillustration bis hin zur Entwicklung von illustrativen Erklärfilmen. Als freie Autorin und Comic-Zeichnerin erschafft sie eigene Geschichten und lehrt als Dozentin, wie aus einer Idee ein Comic entsteht.
Brian Storm ist Illustrator und Art Director, seine Werke kann man u. a. in Galerien, Magazinen, auf T-Shirts oder Festival-Plakaten entdecken. Charakteristisch für seinen Stil ist sein handgemachter Look, der von Subkultur und Musik beeinflusst wird.

Mit Moritz Blumentritt, Jennifer Daniel und Brian Storm

Donnerstag 19.7. 22:00 Uhr
Freitag 20.7. 22:00 Uhr
Treffpunkt: Inselstraße / Ecke Joseph-Beuys-Ufer, zwischen Museum Kunstpalast und NRW-Forum
Eintritt frei

studiorabotti.de
moritz-blumentritt.de
jenniferdaniel.de
storm-illustration.de

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit dem düsseldorf festival und mit freundlicher Unterstützung von Wacom Europe

Maria full of fierceness

Die Tänzerin und Schauspielerin Teresa Zschernig begibt sich in einer Tanztheater-Voguing-Performance auf die Spuren der Heiligen Maria in Düsseldorf. Gemeinsam mit fünf Performer*innen sucht sie Schauplätze realer und fiktiver Marienerscheinungen auf und setzt sich mit ikonografischen Darstellungen der Gottesmutter vom Mittelalter bis in die Moderne auseinander. Dazu bewegt sie sich mit dem Ensemble an zwei Tagen auf unterschiedlichen Routen durch die Stadt: Einmal vom Spiegelweiher im Benrather Schlosspark mit öffentlichen Verkehrsmitteln über den Wehrhahn bis zum Worringer Platz, einmal von der Mariensäule in der Altstadt zu Fuß Richtung Rhein. Das Publikum folgt den Performer*innen zu den einzelnen Stationen. In Voguing-Posen zu Musik wird die unterschiedliche Rezeption und Instrumentalisierung der Maria unter anderem durch die Kirche, die Popkultur oder in der Dichtung gespiegelt.

Sa 21.07. 15:00 Uhr Startpunkt: Spiegelweiher, Schloss Benrath (›Die schwarze Mutter Gottes‹)
16:00 Uhr S-Bahnhof Wehrhahn / Ausgang Richtung Ackerstraße (›Maryam‹)
16:30 Uhr Bang and Col Asia Market, Ackerstr. 21 (›The Bombed Mary from Nagasaki‹)
16:45 Uhr Worringer Platz (›Heilige Maria von der Schlacht von Worringen‹)

So 22.07. 15:00 Uhr Startpunkt: Mariensäule, Maxplatz 1 (›Lebendiges Denkmal‹)
15:45 Uhr Rheinpromenade vor dem KIT (›Beyoncé‹)

Eintritt frei

Für die Fortbewegung zwischen den Performances am 21.07. wird ein ÖPNV-Ticket benötigt.

Mit Rashaen Arts, Valeria Melody, Georgina Philp aka Mother Leo Melody, Asuka J. Riedl, Marie Zoe, Teresa Zschernig und special guests

Produktionsleitung – Suse Berthold
Dramaturgische Beratung – Juliane Hendes
Maske – Arthur Auinger
Kostüm – Jenny Theisen
Fotograf – Kurt Heuvens
Videoteam – Ramona Buschhaus, Erwin Atienza
Statisterie – Bernado Fallas, Maelle Giovanetti, Alexej Lochmann, Alexandra Lukas, Ingrun Schnitzler, Julia Stoller
Sprecherin – Hanna Werth

teresazschernig.com

Zur Facebook-Veranstaltung

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und vom Kulturamt der Stadt Düsseldorf

logo-landeshauptstadt-duesseldorf

Nachtkonzerte

Schöner kann ein Festivaltag kaum ausklingen: An neun Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Musiker*innen treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies im Hinterhof des Weltkunstzimmers und einmal auch im Garten des Hotels Indigo auf. Die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Electro bis Pop. Livemusik bei freiem Eintritt unter freiem Himmel hören – definitiv die beste Beschäftigung für eine laue Sommernacht!

Spielort: Biergarten ASPHALTparadies im Weltkunstzimmer

12.7. 22:00 Uhr INGA LÜHNING & ANDRÉ NENDZA – Voice & Bass

14.7. 22:30 Uhr NADINE BENEKE – Singer-Songwriter

15.7. 20:00 Uhr SEBASTIAN GAHLER ELECTRIC PROJECT – Groove-Electro-Jazz

16.7. 21:30 Uhr WESTERA & NIJLAND – Jazz Voice & Bass

17.7. 22:00 Uhr TAZ CHERNILL – Elektroakustische Weltmusik

18.7. 22:00 Uhr LUKAS BATTEAU – Singer-Songwriter

19.7. 22:30 Uhr LUKA – Akustik-Pop

20.7. 22:00 Uhr ANNAGRAMM – Elektro-Pop

21.7. 22:00 Uhr THOMAS OLIVER – Singer-Songwriter

Spielort: Garten des Hotel Indigo

16.7. 20:00 STEVE SAVAGE – Nashville Singer-Songwriter

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Steve Savage

Steve Savage macht Singer-Songwriter-Folk mit rhythmischen Indie- und Popelementen und einem gewissen Nashville-Groove – von dort stammt der inzwischen in Düsseldorf ansässige Musiker ursprünglich. Seit vielen Jahren ist Savage auf den Bühnen Europas und der USA unterwegs, veröffentlichte bereits mehrere Alben und ist ein gefragter Gitarrist – aktuell geht er etwa auf Tour mit Marla Glen. Mit seinen eigenen Songs trat Savage u. a. als Support von Gregor Meyle, als Headliner bei der Kite Surf Trophy oder beim Flevo Festival in Holland auf.

Achtung – anderer Spielort: Hotel Indigo, Kaiserswerther Str. 20, Düsseldorf-Pempelfort

Steve Savage – Gesang, Gitarre
Eric Koslosky – Gitarre

savagesongs.com

Schöner kann ein Festivaltag kaum ausklingen: An neun Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Musiker*innen treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies im Hinterhof des Weltkunstzimmer und einmal auch im Garten des Hotels Indigo auf. Die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Livemusik bei freiem Eintritt unter freiem Himmel!

Im Rahmen der KUNSTSTÖRER gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Thomas Oliver

Thomas Oliver ist ein neuseeländischer Singer-Songwriter und gilt international als einer der führenden Interpreten an der Weissenborner Lap-Steel-Gitarre. 2018 ist sein erstes Soloalbum erschienen. Der Song If I Move To Mars wurde in Neuseeland mit dem Silver Scroll Award prämiert, einer Auszeichnung für herausragendes Songwriting. Mit über zwei Millionen Zuschauern auf seinem YouTube-Kanal hat sich Thomas Oliver ein internationales Publikum erschlossen, ist in Neuseeland, Australien, Europa und Vietnam aufgetreten und stand mit Legenden wie Joe Cocker und Eric Clapton auf der Bühne.

Thomas Oliver – Gesang, Gitarre

thomasoliver.co.nz

Schöner kann ein Festivaltag kaum ausklingen: An neun Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Musiker*innen treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies im Hinterhof des Weltkunstzimmer und einmal auch im Garten des Hotels Indigo auf. Die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Livemusik bei freiem Eintritt unter freiem Himmel!

Im Rahmen der KUNSTSTÖRER gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Annagramm

Das Duo Annagramm, bestehend aus der Theaterschauspielerin Anna Magdalena Beetz (Gesang, Keyboard) und dem Schlagzeuger Chriss Gross (Percussion, Cajon, Keyboard), macht minimalistischen Elektro-Pop mit pulsierenden Beats. Annagramm begleiteten Anne Clark 2014 auf ihrer Deutschlandtournee, 2015 ist das erste Album Klipp Klapp erschienen, das die Musikpresse zu Hymnen über den »neuen Stern am deutschen Elektro-Pop-Himmel« veranlasste.

Anna Magdalena Beetz – Gesang, Keyboard
Chriss Gross – Percussion, Cajon, Keyboard, Gesang

annagramm.com

Schöner kann ein Festivaltag kaum ausklingen: An neun Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Musiker*innen treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies im Hinterhof des Weltkunstzimmer und einmal auch im Garten des Hotels Indigo auf. Die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Livemusik bei freiem Eintritt unter freiem Himmel!

Im Rahmen der KUNSTSTÖRER gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Luka

Luka ist die Band der in Rotterdam lebenden Singer-Songwriterin Lisa Lukaszczyk. Im Duett mit Schlagzeuger Joost Wesseling kreiert sie intime Shows mit großer Dynamik. Lukas gefühlvoller Akustikpop erinnert an Songs von Feist oder Lianne La Havas. Anfang 2018 ist Lukas zweite EP Welcome, Generation Everything erschienen.

Luka – Gesang, Gitarre, Sampler
Joost Wesseling – Schlagzeug, Gesang, Elektronik

lisaluka.com

Schöner kann ein Festivaltag kaum ausklingen: An neun Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Musiker*innen treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies im Hinterhof des Weltkunstzimmer und einmal auch im Garten des Hotels Indigo auf. Die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Livemusik bei freiem Eintritt unter freiem Himmel!

Im Rahmen der KUNSTSTÖRER gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Lukas Batteau

Die Musikpresse betitelt den amerikanisch-niederländischen Singer-Songwriter Lukas Batteau bereits als »holländischen Ben Howard«. Batteau hat vor wenigen Wochen sein zweites Album Slow Traveller veröffentlicht, das er mit Produzent Steven Savage in Nashville aufgenommen hat. Der Opener Telescope wurde schon über zwei Millionen Mal auf Spotify angehört. Batteau begleitet sich selbst mit akustischer oder elektrischer Gitarre, seine melodischen, atmosphärischen Songs vermitteln mal entspanntes Sommerfeeling, mal wehmütige Melancholie.

Lukas Batteau – Gesang, Gitarre
Niek Stronks – Gitarre, Synthesizer, Gesang

lukasbatteau.com

Schöner kann ein Festivaltag kaum ausklingen: An neun Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Musiker*innen treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies im Hinterhof des Weltkunstzimmer und einmal auch im Garten des Hotels Indigo auf. Die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Livemusik bei freiem Eintritt unter freiem Himmel!

Im Rahmen der KUNSTSTÖRER gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Taz Chernill

Alte Volkslieder Osteuropas, unkonventionelle Harmonien und vertrackte Rhythmen des Jazz, elektronisch verfremdete Sounds aus der alternativen Popmusik – all das steckt in der Musik der Sängerin Taya Chernyshova und des Gitarristen Roman Gorich. Der elektroakustische Klang des Duos recycelt das musikalische Erbe vergangener Jahrhunderte und lässt eine neue, absolut modern klingende Musik entstehen.

Taya Chernyshova – Gesang, Keyboard, FX
Roman Gorich – Gitarre, FX

tazchernill.com

Schöner kann ein Festivaltag kaum ausklingen: An neun Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Musiker*innen treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies im Hinterhof des Weltkunstzimmer und einmal auch im Garten des Hotels Indigo auf. Die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Livemusik bei freiem Eintritt unter freiem Himmel!

Im Rahmen der KUNSTSTÖRER gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Westera & Nijland

Die Sängerin Vera Westera und der Kontrabassist Dion Nijland zählen zu den wichtigsten Jazzmusiker*innen der Niederlande. Vera Westera hat zahlreiche Preise als Vokalistin gewonnen. Neben ihrer Konzerttätigkeit und zahlreichen Studioaufnahmen gibt sie Masterclasses an Konservatorien. Auch Dion Nijland ist ein gefragter Live- und Studiomusiker und unterrichtet Kontrabass am Konservatorium in Arnheim.

verawestera.nl
dionnijland.com

Schöner kann ein Festivaltag kaum ausklingen: An neun Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Musiker*innen treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies im Hinterhof des Weltkunstzimmer und einmal auch im Garten des Hotels Indigo auf. Die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Livemusik bei freiem Eintritt unter freiem Himmel!

Im Rahmen der KUNSTSTÖRER gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Sebastian Gahler Electric Project

Das neue, stark groove-orientierte Projekt des Düsseldorfer Jazzpianisten Sebastian Gahler feiert beim diesjährigen ASPHALT Festival Premiere. Die Formation ist exzellent besetzt: mit Gahler an elektronischen Tasteninstrumenten, dem Gitarristen Martin Feske, der schon mit Till Brönner und Bill Ramsey gespielt hat, dem bekannten Bassisten Nico Brandenburg, der u. a. mit Bob Mintzer und Udo Lindenberg aufgetreten ist, sowie dem Ausnahme-Drummer Niklas Schneider. Gespielt werden Kompositionen von Gahler sowie ausgewählte Stücke aus der Electric-Ära von Herbie Hancock.

Sebastian Gahler – Keyboards
Martin Feske – Gitarre
Nico Brandenburg – Bass
Niklas Schneider – Schlagzeug

sebastiangahler.de
facebook.com/martin.feske
nicobrandenburg.de

Schöner kann ein Festivaltag kaum ausklingen: An neun Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Musiker*innen treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies im Hinterhof des Weltkunstzimmer und einmal auch im Garten des Hotels Indigo auf. Die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Livemusik bei freiem Eintritt unter freiem Himmel!

Im Rahmen der KUNSTSTÖRER gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Nadine Beneke

Nadine Beneke spielte schon als junges Mädchen Schlagzeug und war Bassistin in einer Punk-Band. Seit einigen Jahren macht sie sich als Singer-Songwriterin einen Namen, 2017 erschien ihr erstes Album Tochter des Windes. Benekes Songs sind eine federleichte Mischung aus Pop, Soul, Jazz und Chansons. Sie begleitet sich selbst am Klavier und Gitarre, Nils Wolf spielt Gitarre. Benekes kraftvoller und klarer, sonnig-heller Gesang macht sie zu einer Ausnahmeerscheinung der Düsseldorfer Musikszene.

Nadine Beneke – Gesang, Klavier, Gitarre
Nils Wolf – Gitarre

facebook.com/nadinebenekemusic

Schöner kann ein Festivaltag kaum ausklingen: An neun Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Musiker*innen treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies im Hinterhof des Weltkunstzimmer und einmal auch im Garten des Hotels Indigo auf. Die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Livemusik bei freiem Eintritt unter freiem Himmel!

Im Rahmen der KUNSTSTÖRER gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Inga Lühning & André Nendza

Die Jazz- und Popsängerin Inga Lühning und der Bassist und Komponist André Nendza gehören zu den profiliertesten Musikern der deutschen Musikszene. Als Duo spielen sie eigene Songs und Coverversionen, wagen den Spagat von Degenhardt bis Michael Jackson. Mal ganz pur nur mit Stimme und Kontrabass, mal aufregend komplex mit Loopern, E-Bass, Effekten und Bass-Schlitztrommel.

Inga Lühning – Gesang
André Nendza – Bässe, Bass-Schlitztrommel

ingaluehning.de
andre-nendza.de

Schöner kann ein Festivaltag kaum ausklingen: An neun Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Musiker*innen treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies im Hinterhof des Weltkunstzimmer und einmal auch im Garten des Hotels Indigo auf. Die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Livemusik bei freiem Eintritt unter freiem Himmel!

Im Rahmen der KUNSTSTÖRER gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Moris

Moris (*1978), mit bürgerlichem Namen Israel Meza Moreno, gehört zu einer jüngeren Generation mexikanischer Künstler. Sein Werk entsteht aus der Rohmasse dessen, was die 20-Millionen-Metropole Mexico City ausspuckt, in der Kriminalität, Gewalt und Armut zum Alltag gehören. Nach Abschluss seines Kunststudiums an der Staatlichen Kunstakademie ›La Esmeralda‹ in Mexico City entdeckte Moris das künstlerische Potenzial der Halbwelt und der Favelas, in deren Umfeld er lebt und arbeitet. Er bildet das authentische Milieu ab, zeigt die Banalität der Gewalt, indem er Fundsachen von der Straße zusammenträgt, um diese »Beweisstücke aus der Hölle« im Ausstellungsraum zu Assemblagen zusammenzufügen und neu zu inszenieren. Nicht selten arbeitet er – nach dem Vorbild der Arte Povera – mit ›armen‹ Materialien, die er jedoch keineswegs als wertlos erachtet.

Zu seinem Werk zählen Bilder, Filme, Fotoarbeiten, Skulpturen und Installationen. Seine Skulpturen entwickeln eine Wucht, die den Betrachter emotional direkt in die Magengrube trifft. Seine Arrangements aus Messern, abgeschlagenen Flaschenhälsen, Pflastersteinen und dazwischen immer wieder Brotlaibe, die es zu verteidigen gilt, spiegeln einen unerbittlichen Kampf ums Überleben. Diese Kunst geht unter die Haut und beschwört Assoziationen herauf, deren Wirkung weit über das hinausgeht, was beispielsweise durch die anonymisierte Bilderflut im Internet an uns herangetragen wird.

Moris ist in vielen internationalen Sammlungen und Museen vertreten, darunter im MoMA in New York, im Museum of Contemporary Art in Los Angeles und im Bass Museum of Art in Miami. Sein Werk war bislang in Einzel- und Gruppenausstellungen u. a. in Mexiko, den USA, Deutschland, Israel, Spanien und Brasilien zu sehen.

Die Ausstellung ist während des Festivals vom 12. bis 22. Juli 2018 täglich ab 18 Uhr bei freiem Eintritt zu besichtigen.
Der Zugang ist barrierefrei.

Eine Ausstellung im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, initiiert und ermöglicht von Jens Rathmer.
Moris wird in Deutschland von der Galerie Michael Sturm vertreten.

Abbildung:
Moris, The Triumph of the Rat
Installationsansicht Stadtgalerie Saarbrücken, 2015
Foto Anton Minayev

////////////////////////////////////////////////

Still dead can die

Moris / Asphalt Festival / Düsseldorf, 2018

This is not an exhibition which shall open a window to what the news say about Mexico. It is neither a euphemism for the grotesque nor the exotic of a faraway, third-world culture. This is a mirror and in its untimely reflection we can see all kinds of latent violence in every society around the world. It is the revelation of a problem that has come forth from various fronts, through interactions that are executed following rules that are beyond our control; and so mankind hovers between life and death like never before. But this is not about morality either. It is not about good and evil, about guilt or pity. This is about showing, with utmost precision, the moment something happens and how it must be regarded it we want to survive.

The works here are traces and codes from people who are immersed in socioeconomic dynamics such as unemployment, poverty, and delinquency, and these dynamics’ variables. These people end up situating themselves in a marginalization context where they end up developing ways of self-employment that are rooted in illegality and form a vital part of violence’s logic. Misery is something amorphous and abstract, hard to recognize, a daily burden, daily suffering. There is the problem of poverty as a universal reality; in the case of Mexico, poverty is a paradoxically invisible example.

During these last few years, in Mexico, delinquency has become a natural outcome of cunning, a consequence of misery and a feature of the marginalized. Territorial control (the territory is the street) is very important in order to understand the vulgar and animal societal mechanisms misery implies. There is no such thing as a future: there is no belief in education; the crowds are fed degenerate populist products and outdated political speeches. There is no industry, no oil, no water, no produce—not even for food. 126 million inhabitants living in a huge and unprotected territory, immersed in some kind of monstrous silence. The worst fault, the most scandalous crime, the cynicism of being a free criminal—nothing causes even a ripple on these waters. Crime means nothing except the chance to go up a step in this fucked-up ladder. You must “be more” than your neighbor. You must have more, lose less and call that living.

Moris is an artist of his environment, but now this is inverted: the environment has infused the artist and he, in turn, has turned the environment into a language. The forms of the hood’s idiosyncrasy have turned into the work’s otherness. These forms have been executed in this work since its conception, its montage and the public will give them their final activation. The tools and strategies used to obtain the elements that constitute this work and the use of graphics and mechanical repeatability, for example, match the detailed handiwork and a technique that has been dominated but there is still room for experimentation. There are objects with a determined purpose in the sculpture’s syntax, though the artist’s identity speaks a certain statement while slowly unfolding the general one.

This is an exhibition that proves that our complicity with what happens to other people is not casual nor innocent. We’re partly responsible for what happens because of our omissions and despite our goodwill. Violence is anything that disturbs, even minimally, the well-being of others; it is the act of digging a hole for someone to fall in it while the piled-up dirt prevents our own progress. Poverty is not finding a reason to go on, to eat, to work, and feel that, even in death, this would not be over.

 

Fernando Carabajal

Gianfranco Foschino

Gianfranco Foschino (*1983 in Santiago de Chile) ist eine Schlüsselfigur einer neuen Künstlergeneration in Lateinamerika, die für ihre Poesie und gesellschaftspolitische Brisanz international bekannt geworden ist. Seine stillen und zugleich spannungsvollen Videoarbeiten waren bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen. 2011 wurden Foschinos Werke erstmals auf der Biennale in Venedig gezeigt. 2014 war er Gastkünstler des chilenischen Pavillons, der mit dem Silbernen Löwen ausgezeichnet wurde.

Foschino ist weltweit mit der Kamera unterwegs, um die Langsamkeit und das Vergehen der Zeit aufzuzeichnen. Auf den ersten Blick erscheinen seine Arbeiten wie Fotografien. Erst bei näherem Hinsehen wird dem Betrachter klar, dass es sich um Videos handelt, weil sich dann und wann die Menschen oder Fahrzeuge darin unverhofft bewegen. Der Künstler lenkt in langen Einstellungen unsere Aufmerksamkeit auf Szenen, in denen kaum etwas geschieht und sich nur wenige Details verändern. Seine Filme entziehen sich dem hektischen Getriebe unseres Alltags und scheinen aus der Zeit gefallen.

Foschinos Arbeiten entstehen mit fixierter Kamera, die minutenlang auf ein Motiv gerichtet ist. Mit ihrer perfekten Bildkomposition und ihrem meist offenen Ende irritieren die Videos unsere Sehgewohnheiten. Strukturen eines narrativen Films werden sichtbar, um dann ad absurdum geführt zu werden. Es entsteht eine Spannung, die sich im Nichts auflöst, weil die gängige dramatische Entwicklung verweigert wird. Foschino selbst sagt: »Meine Absicht ist es, die Ausstellungsbesucher zu ›entschleunigen‹, um sie zu aktiven, bewussten Betrachtern zu machen. Dabei versuche ich die Wahrnehmungsmöglichkeiten zu erweitern, indem ich die Aufmerksamkeit auf einfache Szenen richte, die sich sehr subtil verändern, ohne dabei eine Geschichte zu erzählen.«

Gianfranco Foschino studierte Filmwissenschaft an der Universität der Künste, Wissenschaften und Kommunikation von Santiago de Chile und Bild- und Tondesign an der Universität von Buenos Aires, Argentinien. Derzeit lebt und arbeitet er in Santiago de Chile.

Die Ausstellung ist während des Festivals vom 12. bis 22. Juli 2018 täglich ab 18 Uhr bei freiem Eintritt zu besichtigen.
Der Zugang ist barrierefrei.

gianfrancofoschino.org

Eine Ausstellung im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, initiiert und ermöglicht von Jens Rathmer.

 

Abbildung:
Gianfranco Foschino, Hidden Stories
1065591
HD projection on wall. 6 min. Color. Silent. Loop. 2012

Gianfranco Foschino wird in Deutschland von der Galerie Michael Sturm vertreten.

Riot Days

Unser Kommentar zur Fußball-WM in Russland: Die russische Polit-Punk-Gruppe Pussy Riot kommt mit ihrer rebellischen Bühnenshow Riot Days zu ASPHALT. Das Projekt ist eine rasende Mischung aus Konzert, Videodokumentation, Theaterperformance und Lesung und beruht auf Maria Alyokhinas gleichnamigem Buch, in dem sie ihre persönliche Geschichte als Performerin bei Pussy Riot erzählt – von den Anfängen der rebellischen Gruppe 2011 über ihre legendären Auftritte, ihre Verhaftung, den Prozess und ihren Aufenthalt in einem sibirischen Gefängnislager bis zur Entlassung 2013. Riot Days ist ein feministisches Punk-Manifest, ein kraftvoll-anarchistisches Plädoyer für den Widerstand in einem rechtspopulistischen, nationalistischen System.

Pussy Riot ist ein Moskauer Protestkunst-Kollektiv, das 2011 gegründet wurde und zeitweilig aus bis zu elf Frauen bestand. Die Gruppe inszenierte nicht autorisierte, provokative Guerilla-Punk-Rock-Aufführungen an öffentlichen Orten, die als Musikvideos im Internet veröffentlicht wurden. Optisches Markenzeichen waren bunte Sturmhauben, mit denen die Frauen ihre Gesichter versteckten. Themen des Kollektivs sind bis heute Feminismus, LGBT-Rechte und die Opposition gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie seine Verbindungen zur Führung der russisch-orthodoxen Kirche.

Globale Berühmtheit erlangte Pussy Riot, als die Gruppe im Jahr 2012 bei einer Aufführung in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale verhaftet und drei Mitglieder wegen »Rowdytums aus religiösem Hass« zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurden.

»Eine der überzeugendsten Live-Performances, die wir je gesehen haben« (ZEIT ONLINE)

In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer: 60 Minuten
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Maria Alekhina, Nastya Awott, Max Awott, Kiryl Masheka

Text – Maria Alekhina
Regie – Yury Muravitsky
Video – VJ Vasily Bogatov
Textbearbeitung – Olga Borisova
Produzent – Alexander Cheparukhin

pussy-riot.livejournal.com

In Kooperation mit dem Kulturzentrum zakk

 

logo-zakk

 

MerkenMerken

Sons of Sissy

Ein »geniales, nackt jodelndes Wechselspiel aus Volks- und zeitgenössischem Tanz« – so beschreibt die Presse den Stil von Simon Mayer. Der Musiker, Tänzer und Choreograph ist auf einem Bauernhof in Oberösterreich aufgewachsen. Seine Arbeiten bewegen sich im Kosmos von Volkstänzen und Volksmusik, wobei Mayer die Tradition humorvoll mit der Moderne konfrontiert.

In Sons of Sissy bedienen sich vier Performer und Musiker auf experimentelle Weise alpenländischer Volksmusik, diverser Gruppentänze und ritualistischer Praktiken. Sie befreien diese vom Konservativismus und gebärden sich mal als schräge Volksmusiktruppe mit Fiedeln, Knöpferlharmonika und Bass, mal als verspielte Ritualtanzcombo. In dem gefeierten Stück werden überlieferte Konventionen jahrhundertealter Bräuche aufgebrochen und verdreht, traditionelle Kostüme mit nackter Haut getauscht und starke Männerbilder mit klassischen Frauenrollen vermischt. Schuhplatteln, Jodeln, Goaßlschnalzen (Peitschenknallen), Trachten, Weihrauchkessel und Kuhglocken werden mit einer gehörigen Prise Skurrilität auf die Bühne gebracht und zugleich gnadenlos als biedere Brauchtumskultur demaskiert.

Simon Mayer studierte an der Ballettschule der Wiener Staatsoper sowie an den Performing Arts, Research and Training Studios (PARTS) in Brüssel und war Mitglied des Wiener Staatsopernballetts. Zugleich ist er passionierter Musiker, Sänger, Songwriter und spielt mehrere Instrumente. Er unterrichtet Contemporary, Community Dance und traditionellen Tanz und ist Gastdozent am Konservatorium Wien. Mayers choreografisches Repertoire beinhaltet Solos, Duos und Gruppenstücke, die international aufgeführt werden.

»Den Mann sollte man sich merken!« (Die Presse)

Dauer: 65 Min.
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Matteo Haitzmann, Patric Redl, Manuel Wagner

Idee, Choreografie, Performance, Musik – Simon Mayer
Klangkörper und Spezialinstrumente – Hans Tschiritsch
Bühne und Kostüm – Andrea Simeon
Licht – Hannes Ruschbaschan

simonmayer.at

48 hours to react

Die Uhr tickt. Was machen Künstler*innen, die spontan, impulsiv und direkt auf einen thematischen Impuls reagieren müssen? Dieser spannenden Frage geht das für ASPHALT 2018 neu entwickelte Format 48 hours to react nach. Sechs hochkarätigen Ensembles aus den Bereichen Tanz und Musik wird das Ultimatum gestellt, innerhalb von zwei Tagen und Nächten auf einen aktuellen Missstand oder ein brisantes Ereignis mit künstlerischen Arbeiten zu reagieren, die in diesem engen Zeitfenster entwickelt und fertiggestellt werden. Der zeitliche Druck soll zu kraftvollen Antworten auf die Bedrohungen, Wandlungen und Umbrüche führen, denen unsere Demokratien derzeit ausgesetzt sind. Das Publikum wird im Anschluss eingeladen, auf die künstlerischen Impulse ebenfalls unmittelbar zu reagieren, in Form einer spontanen Handlung oder Diskussion.

Am Sonntagabend wurde den Ensembles das Thema mitgeteilt, mit dem sie sich auseinandersetzen sollen. Es handelt sich um ein aktuelles Zitat und eine Zeitungsmeldung:

»Ausgerechnet an meinem 69. Geburtstag sind 69 – das war von mir nicht so bestellt – Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden. Das liegt weit über dem, was bisher üblich war.« – Bundesinnenminister Horst Seehofer (10.07.2018)

»Am 4. Juli kam ein 23-Jähriger als einer von 69 abgeschobenen Personen in Afghanistan an. Offenbar noch am selben Abend erhängte er sich in seinem Zimmer im Kabuler Hotel Spinzar, in dem die Internationale Organisation für Migration Rückkehrer unterbringt.« – Focus (14.07.2018)

Die Künstler*innen ziehen sich nun für den Zeitraum von 48 Stunden in einen Raum zurück und entwickeln eine künstlerische Reaktion. Die finale Länge der Arbeiten soll nicht weniger als acht und nicht mehr als 24 Minuten betragen. Die Uraufführung findet parallel an drei verschiedenen Spielorten im Weltkunstzimmer und in den Alten Farbwerken statt. Das Publikum wandert von einer Spielstätte zur nächsten und bekommt so alle sechs Arbeiten an einem Abend zu sehen.

Die teilnehmenden Künstler*innen:

Cooperativa Maura Morales
Die in Düsseldorf beheimatete Cooperativa Maura Morales besteht im Kern aus der Tänzerin und Choreografin Maura Morales und dem Gitarristen und Komponisten Michio Woirgardt und wird projektbezogen um weitere Künstler*innen erweitert. Die zeitgenössische Tanzkompanie existiert seit 2010 und hat seitdem zahlreiche Bühnenstücke realisiert, die in Europa, Asien und Südamerika aufgeführt wurden. 2013 wurde das Ensemble mit dem renommierten Kurt-Jooss-Preis für Choreografie, 2014 mit dem Förderpreis für darstellende Kunst der Landeshauptstadt Düsseldorf ausgezeichnet.
mauramorales.de

HARTMANNMUELLER
Simon Hartmann und Daniel Ernesto Müller lernten sich während ihres Tanzstudiums an der Folkwang Universität der Künste in Essen kennen und gründeten 2011 ihre eigene Kompanie HARTMANNMUELLER. Seit einigen Jahren prägen sie zudem als Tänzerpersönlichkeiten die Düsseldorfer Ben J. Riepe Kompanie. 2015 erhielten sie den Förderpreis der Stadt Düsseldorf im Bereich der Darstellenden Kunst.
hartmannmueller.de

Flockey Ocscor
Flockey Ocscor zählt zu den bekanntesten Hip-Hop-Tänzern Europas. Er gewann zahlreiche Tanzwettbewerbe in der Kategorie ›Locking‹, darunter mehrfach den Meistertitel bei Juste Debout, dem größten und prestigeträchtigsten Street-Dance-Battle, der als inoffizielle Weltmeisterschaft gilt. Darüber hinaus tritt Ocscor als Spoken-Word-Künstler auf und dreht eigene Kurzfilme und Musikvideos. Flockey Ocscor lebt in Düsseldorf.
facebook.com/Flockey-Ocscor

Audrey Chen mit Henrik Munkeby Nørstebø, Eivind Lønning und Espen Reinertsen
Die chinesisch-amerikanische Musikerin Audrey Chen hat eine klassische Ausbildung als Cellistin und Sängerin absolviert und sich zunächst auf Renaissancemusik spezialisiert. Nach Abschluss ihres Studiums entwickelte sie sich zu einer der außergewöhnlichsten Improvisationskünstlerinnen, die Stimme, Cello und Elektronik zu einem Instrument vereint. Seit 2011 lebt die ursprünglich aus Chicago stammende Chen in Berlin und unternimmt von hier aus internationale Konzerttourneen. Für 48 hours to react spielt sie im Ensemble gemeinsam mit den renommierten norwegischen Musikern Henrik Munkeby Nørstebø (Posaune), Eivind Lønning (Trompete) und Espen Reinertsen (Saxophon), die alle neben ihren akustischen auch elektronische Instrumente spielen.
audreychen.com

Frank Schulte
Der Klang- und Medienkünstler Frank Schulte bewegt sich im Spannungsfeld von komponierter und improvisierter szenischer Musik und arbeitet interdisziplinär mit Künstler*innen aus den Bereichen Tanz, Theater und Literatur. Er komponiert musikalische Räume für szenische Inszenierungen und zeitgenössisches Tanztheater und experimentiert mit neuen Klangerzeugungstechniken. Schulte gestaltet Klänge, Soundtracks und Atmosphären für Film und Fernsehen und entwickelt Installationen für den öffentlichen Raum. Er lebt in Bergisch Gladbach.
soniq-id.net

Vera Westera und Dion Nijland
Die Sängerin Vera Westera und der Kontrabassist Dion Nijland zählen zu den wichtigsten Jazzmusiker*innen der Niederlande. Vera Westera hat mehrere Preise als Vokalistin gewonnen. Neben ihrer Konzerttätigkeit und zahlreichen Studioaufnahmen gibt sie Masterclasses an Konservatorien. Auch Dion Nijland ist ein gefragter Live- und Studiomusiker und unterrichtet Kontrabass am Konservatorium in Arnheim.
verawestera.nl
dionnijland.com

Dauer: 120 Minuten
Die Veranstaltung im Lichtsaal ist nicht barrierefrei.

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Kunststiftung NRW.

 

 

logo-kunststiftung-nrw

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

Bojan Z

Der 1968 in Belgrad geborene und seit 30 Jahren in Paris lebende Ausnahmepianist Bojan Zulfikarpašić, der sich selbst auch einfach nur Bojan Z nennt, gehört zu den wichtigsten Protagonisten der europäischen Jazzszene. Seine modernen Kompositionen lassen immer auch Einflüsse der Musiktradition des Balkans erahnen. Bojan Z’s seltenen Solo-Konzerte erinnern an die Kraft von Keith Jarrett’s legendärem Köln Concert. Er fügt Inspiration, Emotionalität und eine brillante Technik zu Klangbildern voller Wärme und Dynamik zusammen. Bojan Z spielte u. a. im Duo mit Posaunist Nils Wogram, im Azur Quartet mit Henri Texier und Michel Portal und im eigenen Bojan Z Quartett.

In Frankreich zählt Bojan Z zu den bekanntesten Jazzmusikern des Landes und wurde unter anderem mit dem Ritterorden der Künste durch die französische Regierung und dem Prix Django Reinhardt der französischen Académie du Jazz ausgezeichnet. Ferner gewann Bojan Z den österreichischen Hans-Koller-Preis als bester europäischer Jazzmusiker und wurde 2012 bei den ›Victoires du Jazz‹ zum Jazzmusiker des Jahres gekürt. Seit 2013 ist er Kulturbotschafter der UNESCO.

»Das Solospiel von Bojan Zulfikarpašić ist ein komplexes, vielschichtiges, kühnes und letztlich großartig poetisches Kunstwerk. Genau die Art von Musik, die man den ganzen Tag hören möchte.« (Rolling Stone)

»Bojan Zulfikarpasic gehört zu den spielerisch vitalsten und ausdrucksstärksten Pianisten der europäischen Jazzszene.« (Deutschlandfunk)

»Einer der kreativsten Musiker der zeitgenössischen Jazzszene Europas« (Jazzecho)

Dauer: ca. 100 Minuten mit Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Bojan Zulfikarpašić – Klavier, Fender Rhodes, Komposition

facebook.com/BOJAN-Z

Mit freundlicher Unterstützung von STEINWAY & SONS DÜSSELDORF

Franz Kafka: Der Prozess

Nach umjubelten, ausverkauften Werther!-Vorstellungen im vergangenen Jahr kehrt Schauspielstar Philipp Hochmair mit zwei Kafka-Abenden zurück zum ASPHALT Festival.

Kafkas Jahrhundertroman Der Prozess erzählt die Geschichte einer Verweigerung. Joseph K. wird am Morgen seines 30. Geburtstags von einem imaginären Gericht angeklagt, ohne jemals zu erfahren, was ihm zur Last gelegt wird. Er verliert sich in Affären und Ablenkungen, anstatt der Aufforderung nachzugehen, »mehr an sich« zu denken und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Doch was ist das Wesentliche? Joseph K. verliert sich in Selbstinszenierungen und Fantasiebildern, anstatt Verantwortung zu übernehmen.

Hochmairs vielfach preisgekrönte Soloabende sind ein Erlebnis: Der Hochleistungsschauspieler steht immer unter Strom, gibt immer alles – intensiver lässt sich Theater kaum erleben. Von 2003 bis 2009 war Philipp Hochmair Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, seit 2009 ist er am Thalia Theater in Hamburg und auf vielen großen Bühnen zu sehen. Engagements führten ihn u. a. zum Staatstheater Hannover, zu den Schauspielhäusern Hamburg und Zürich, zur Volksbühne und dem Deutschen Theater in Berlin. Einem breiteren Publikum wurde er durch zahlreiche Film- und Fernsehrollen bekannt, u. a. als Protagonist der ORF/ARD-Serie Vorstadtweiber.

»Ein funkelndes Schauerstück« (kulturSPIEGEL)

»Hochmair beeindruckt in einem albtraumhaften Drahtseilakt.« (Die Welt)

Dauer: 60 Minuten
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Philipp Hochmair

Regie – Andrea Gerck
Musik – Michael Meierhof

philipphochmair.com

Franz Kafka: Amerika

Nach umjubelten, ausverkauften Werther!-Vorstellungen im vergangenen Jahr kehrt Schauspielstar Philipp Hochmair mit zwei Kafka-Abenden zurück zum ASPHALT Festival.

Kafkas epochales Werk Amerika schildert zu Beginn des 20. Jahrhunderts hellsichtig die Figur des Vertriebenen – vertrieben durch die Eltern, vertrieben aus Europa. Es erzählt die Geschichte eines Heimatlosen, dem Amerika nicht zum Ort der Verheißung wird, sondern zum Land des sozialen Abstiegs. Kafka beschreibt visionär die Welt der Moderne, ihre gigantischen Verkehrsströme, ihre hektische Arbeitswelt und erinnert uns daran, dass all das, was wir als normal empfinden, erst seit kurzem so ist.

Hochmairs vielfach preisgekrönte Soloabende sind ein Erlebnis: Der Hochleistungsschauspieler steht immer unter Strom, gibt immer alles – intensiver lässt sich Theater kaum erleben. Von 2003 bis 2009 war Philipp Hochmair Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, seit 2009 ist er am Thalia Theater in Hamburg und auf vielen großen Bühnen zu sehen. Engagements führten ihn u. a. zum Staatstheater Hannover, zu den Schauspielhäusern Hamburg und Zürich, zur Volksbühne und dem Deutschen Theater in Berlin. Einem breiteren Publikum wurde er durch zahlreiche Film- und Fernsehrollen bekannt, u. a. als Protagonist der ORF/ARD-Serie Vorstadtweiber.

»Bravouröses Solo« (Hamburger Abendblatt)

»Hochmair holt Klassiker in die Jetzt-Zeit und spielt mit unglaublicher Wucht.« (NDR)

Dauer: 90 Minuten
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Philipp Hochmair

Regie – Bastian Kraft
Bühne – Peter Baur

philipphochmair.com

contre-mondes

Man spürt, dass da etwas ist, kann es aber nicht sehen. In contre-mondes, der neuesten Choreografie von Guilherme Botelho, ist das, was man nicht sieht, fast genauso spannend wie das Sichtbare. Nie sind die Tänzerinnen und Tänzer im Ganzen zu sehen: mal blitzen Beine, mal andere nackte Körperteile isoliert auf. Damit wirken die Körper auf der Bühne so beunruhigend wie die von unbekannten Tieren in einem dunklen Wald. Zu Beginn mit Nachtsichtgeräten ausgestattet, erkennen die Zuschauer*innen in der fast totalen Schwärze Fragmente von Tanz und können den Spuren der Bewegung folgen, spüren Schwingungen und Energie. Weniger zu sehen bedeutet besser zu sehen.

Unsichtbare Bilder zu choreografieren – diese ungewöhnliche Herausforderung hat sich Guilherme Botelho mit contre-mondes auferlegt. Er hinterfragt die greifbare und die immaterielle Realität, das Sichtbare und das Unsichtbare, das Konkrete und das Ätherische. Die minimalistische Musik von Murcof und die Lichtkunst von Yann Marussich vervollständigen das Stück zu einem höchst komplexen und magischen Gesamtkunstwerk, das beim ASPHALT Festival seine deutsche Erstaufführung feiert.

Die in Genf ansässige Compagnie Alias war bereits beim ASPHALT Festival 2016 mit der Produktion Antes zu Gast. Die Choreografien, die der Brasilianer Guilherme Botelho für seine Tänzerinnen und Tänzer kreierte, wurden bereits auf der ganzen Welt gezeigt und sind vielfach preisgekrönt.

Dauer: 60 Min.
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Louis Bourel-Germain, Clara Delorme, Laetitia Gex, Victoria Holyand, Alex Landa-Aguirreche, Kelsey Rohr, Gabriel Simoes, Johanna Willig-Rosenstein

Choreographie – Guilherme Botelho
Musik – Murcof
Licht – Yann Marussich

alias-cie.com

Eine Koproduktion von Théâtre Forum Meyrin mit den Partnern Fondation Meyrinoise du Casino, Loterie Romande, Corodis, Stadt Meyrin, Stadt und Kanton Genf und Pro Helvetia.

Stadt der Affen

Stadt der Affen verlegt die US-amerikanische Filmreihe Planet der Affen aus den 1970er Jahren in den öffentlichen Raum des Jahres 2018. Die Vision einer feindlichen Invasion wird wahr, das Publikum zum Akteur: Nach einer Einführung in einem ›Raumschiff‹ kleidet es sich in Affenkostüme und strömt in den Stadtraum. Ein Funksystem verbindet die Menschenaffen über Kopfhörer. Die Audiospur funktioniert wie ein Hörspiel, das das Publikum mit den Augen eines Reisenden aus der Zukunft auf den urbanen Raum blicken lässt. Alles ist den zivilisierten Affen in dieser primitiven Welt schmerzlich fremd, und sie versuchen zu verstehen, was in unserer Gegenwart schief läuft, um eine andere Zukunft zu ermöglichen. Sie entern den Düsseldorfer Medienhafen und gehen der Frage nach, welche anderen Inszenierungen hier stattfinden und was für Selbstentwürfe sie hervorbringen könnten. In Zeiten, in denen die Neue Rechte die Angst vor dem ›Anderen‹ und dem ›Fremden‹ schürt, wirbelt Stadt der Affen diese Kategorien durcheinander: Es kommt auf die Maske an, unter der das Eigene fremd und das Fremde ganz unerwartet eigen werden kann – und ein neues Stadtviertel zu einer belebten Zukunftsvision.

Das Hamburger Künstlerkollektiv LIGNA existiert seit 1997 und besteht aus den Medien- und Performancekünstlern Ole Frahm, Michael Hüners und Torsten Michaelsen. In Shows, performativen Interventionen und Installationen erforschen sie die Handlungsmöglichkeiten des Publikums, das sie als zerstreut und temporär assoziierendes Kollektiv begreifen. Die Arbeiten der Gruppe wurden mehrfach mit internationalen Preisen ausgezeichnet. 2017 erhielt LIGNA den George-Tabori-Preis des Fonds der Darstellenden Künste, die höchste bundesweite Auszeichnung für Ensembles und Künstler*innen aus der freien Tanz- und Theaterszene.

Dauer: 90 Minuten
Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei.

Konzept und Regie – Ole Frahm, Michael Hüners und Torsten Michaelsen
Kostüm – Gloria Brillowska
Maske – Anja Grassmück

ligna.org

Eine Produktion von LIGNA in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2018 und dem Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main. Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste, das Kulturamt Frankfurt am Main, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst. Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

 


 

MerkenMerken

Recomposing Art VIII: Cy Twombly – beautiful in the subversion of beauty

Mit beautiful in the subversion of beauty legt Bojan Vuletić den achten Teil seiner RecomposingArt-Reihe vor. Der Zyklus behandelt Arbeiten ausgewählter Künstler*innen aus den Bereichen Poesie, Bildende Kunst, Fotografie, Film, Theater, Tanz und Literatur. Vuletić re-komponiert die Werke und transportiert sie in eine neue, rein musikalische Form. So entstanden unter anderem schon Kompositionen zu Bildern von Gerhard Richter, einem Film von Michael Haneke, Erzählungen von Franz Kafka oder Gedichten von Paul Celan.

Die Komposition beautiful in the subversion of beauty widmet sich Bildern des US-amerikanischen Malers Cy Twombly. Durch Schlieren, Kritzeleien, unfertige Skizzen und schriftähnliche Codes auf der Leinwand wirken Twombleys Arbeiten wie Allegorien auf die Flüchtigkeit. Häufig entsteht durch die Einwebung von Mythen und Gedichtfragmenten eine poetische Verbindung von Bild und Schrift. Acht bis zwölf Werke Twomblys sollen in Vuletićs Komposition eine musikalische Entsprechung finden. So wird beispielsweise das Weiße im Weißen zu einem musikalischen Rauschen, in dem unterschiedliche Farbstriche polyphon wechselwirken und Kritzeleien zu improvisatorischen Scribbels mutieren.

Vuletićs Werk für Streichquartett, Saxophon, Vibraphon und Trompete wird von einem New Yorker Ensemble aufgeführt, dem einige der namhaftesten Interpret*innen für zeitgenössische und improvisatorische Musik angehören: Jon Irabagon gilt weit über die Grenzen von New York hinaus als einer der wichtigsten Saxophonisten. Er war Gewinner des Thelonious Monk Saxophone Competition 2008, stand zeitweilig auf Platz 1 des DownBeat Magazine Critics’ Poll und wurde 2012 vom New York City Jazz Record zum Musiker des Jahres gekürt. Matt Moran, ebenfalls in New York lebend, ist einer der spannendsten Vibraphonisten, der weltweit in den unterschiedlichsten Formationen tourt und Konzerte spielt, so auch mit Lionel Hampton und der Gipsy-Legende Saban Bajramovic. Nate Wooley ist international geachteter Trompeter, der die Möglichkeiten seines Instruments stark erweitert hat. 2016 gewann er den Kunstpreis der Foundation for Contemporary Arts und wurde schon mehrere Male vom DownBeat Magazine und New York City Jazz Record zum Musiker des Jahres ernannt. Das MIVOS Quartet gilt als eines der »kühnsten und wildesten Ensembles für neue Musik in Amerika« (The Chicago Reader) und besteht aus vier Musiker*innen, die als Solist*innen eine Vielzahl von Preisen erhalten haben und als Ensemble zu einem der wichtigsten Streichquartette für zeitgenössische Musik weltweit zählen.

Der Komponist und Klangkünstler Bojan Vuletić sucht in seinen Arbeiten stets die Auseinandersetzung mit Künstler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen. Er komponiert für kammermusikalische Ensembles und Orchester aus den Bereichen Jazz, Klassik und zeitgenössische Musik, schrieb Theatermusiken für 40 Produktionen und kreierte eine Vielzahl von Klanginstallationen und Audio-Realisationen von Performances und Ausstellungen. Er war Förderpreisträger 2012 der Stadt Düsseldorf und 2016-17 Vertretungsprofessor an der BAUHAUS Universität, Weimar, im Master-Studiengang Public Art and New Artistic Strategies.

Dauer: 60 Minuten
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Jon Irabagon – Saxophon
Matt Moran – Vibraphon
Nate Wooley – Trompete

MIVOS Quartet:
Olivia de Prato – Violine
Lauren Cauley – Violine
Victor Lowrie – Viola
Mariel Roberts – Cello

Bojan Vuletić – Komposition

jonirabagon.com
mattmoran.com
natewooley.com

mivosquartet.com
bojanvuletic.com

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

Dead or Alive

Tote Poet*innen der Vergangenheit gegen lebendige Wortakrobat*innen der Gegenwart: Bei Dead Or Alive schlüpfen Schauspieler*innen des Düsseldorfer Schauspielhauses in die Rollen bereits verstorbener Dichter*innen und spielen aus Klassikern der Literaturgeschichte. In einer gnadenlosen Wortschlacht treten sie gegen lebendige Stars der Poetry-Slam-Szene an.

Es gelten die Regeln des klassischen Poetry Slams: Den Performer*innen bleiben nur wenige Minuten, das Publikum von und mit ihren lyrischen Ergüssen zu überzeugen. Die Zuschauer*innen entscheiden in einem fulminanten Finale über Sieg und Niederlage. Was ist besser: Dead or Alive?

Dauer: 90 Minuten
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Sandra Da Vina, Jakob Kielgass, Luca Swieter – Poet*innen
Bernhard Schmidt-Hackenberg, Hanna Werth, Alexej Lochmann – Schauspieler*innen
Christine Brinkmann, Helge Goldschläger – Moderation

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, in Kooperation mit dem Kulturzentrum zakk

logo-zakk

Momentum

Drei Tänzer auf der Bühne, ihre Gesichter sind hinter Strumpfmasken verborgen. Angetrieben durch pulsierende Live-Beats von DJ Franco Mento, verausgaben sie sich bis zur völligen Erschöpfung. Ihre Körper pumpen im Rhythmus der Musik – ob auf Zehenspitzen stehend, in Schieflage, liegend oder auf allen Vieren. Wie Gäste einer rauschhaften Technoparty verlieren sich die Männer im Augenblick und in der Bewegung, geraten in einen fast frenetischen, sinnlichen Taumel. Ihr Tanz ist pure Energie. Und diese hypnotische Kraft wird im Raum spürbar, überträgt sich mit steigender Emphase und zunehmender Verausgabung der Tänzer. Rhythmus und Geschwindigkeit, Lichteffekte und treibende Sounds erzeugen einen Sog, der die Tänzer mit dem Publikum zu verbinden scheint.

Die Bonner Company CocoonDance besteht seit 18 Jahren und wurde von der ehemaligen Forsythe-Tänzerin und Choreografin Rafaële Giovanola und dem Dramaturgen Rainald Endraß gegründet. Ihre Choreografien sind ebenso sinnlich wie abstrakt, körperbezogen wie philosophisch. Oft experimentieren sie mit verschiedenen Erzähl- und Wahrnehmungsperspektiven, rütteln an unserer Beziehung zu Raum und Zeit, zu uns selbst und unserem Körper. Seit 2004 bespielt und leitet CocoonDance mit vierzig bis fünfzig Vorstellungen jährlich die Sparte Tanz im freien Theater im Ballsaal in Bonn.

Mit Momentum war CocoonDance im März 2018 bei der renommierter Tanzplattform Deutschland in Essen eingeladen, der alle zwei Jahre stattfindenden ›Leistungsschau‹ des deutschen freien Tanzes. Die Tanzplattform gilt als Forum für die besten Produktionen des Landes, die der deutschen Tanzszene wichtige Impulse gegeben und internationale Strahlkraft haben.

»Ein Bewegungsrausch der Geschlechter« (Süddeutsche Zeitung)

»Eine virtuose Etüde über Bewegung und Wahrnehmung von Bewegung, die intelligent und sinnlich mit der komplexen Beziehung zwischen Tänzern und Zuschauern spielt.« (General-Anzeiger Bonn)

Dauer: 45 Min.
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Álvaro Esteban, Werner Nigg, Daniel Morales

Choreografie, Regie – Rafaële Giovanola
Musik – Franco Mento
Licht, Raum – Marc Brodeur
Dramaturgie – Rainald Endraß

cocoondance.de

Kunst gegen Bares 2018

Kunst gegen Bares ist die bunteste Theatershow Deutschlands, denn hier ist alles möglich: vom Schauspielmonolog zum Kabarettbrüller, vom Rezitieren eigener Gedichte bis zur Eier-Jonglage im Kopfstand. Herr Buurmann moderiert den Abend stimmgewaltig, grottenehrlich und stets dem Publikum zugewandt. Hier kann buchstäblich alles passieren…

Unentdeckte Talente und professionelle Performer*innen stellen sich beherzt der unmittelbaren Wertschätzung der Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Künstler*innen sitzen zusammen im Publikum und werden von Buurmann für eine festgesetzte Präsentationszeit auf die Bühne geholt. Für die Künstler*innen wird nach den Auftritten ein Sparschwein aufgestellt, und das Publikum wird aufgefordert, die erlebte Kunst durch Geldeinwurf in die jeweiligen Sparschweine zu honorieren. Das Geld in den Sparschweinen geht zu 100 Prozent an die Künstler*innen, und die- oder derjenige mit dem meisten Geld wird zum Kapitalistenschwein des Abends gekürt. Das Publikum entscheidet also, wie hoch und weit die Künstler*innen fliegen, aber eines ist sicher: Sie landen auf dem Zwerchfell …

Anmeldung für Künstler*innen unter gerdbuurmann@hotmail.de oder eine Stunde vor Beginn der Show direkt vor Ort
Dauer: ca. 2 Std. mit Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Moderation – Gerd Buurmann
Mit Dad’s Phonkey, Lasse Sandström, coRemy, Cassy Carrington, Fußpflege Deluxe und weiteren Gästen

kunstgegenbares.wordpress.com

Finalgötterfunken

Eintritt frei

Am 15. Juli 2018 herrscht Ausnahmezustand. Unabhängig davon, wie es um die Menschenrechtslage in Russland bestellt ist, wie es der Bevölkerung in der Ukraine geht, ob es mal wieder Dopingvorwürfe gegen russische Athlet*innen gab und was Putin und die Fifa-Führung so alles aushecken – eins steht fest: Alle, wirklich alle, die braven, die kritischen, die loyalen und die revolutionären Menschen, alle werden am 15. Juli 2018 Fußball gucken.

Dieses paradoxe Spektakel schreit nach einer künstlerischen Reaktion, die dem Spiel nicht die Spannung nimmt, sondern den Schwalben und Fehlentscheidungen ein wenig Wagner schenkt, Reporterphrasen zerdrischt, dem Triumph und Spott Beethoven hinzufügt, Fußballexpert*innen in ihre blanke Komik zerlegt, Tore und Lattenknaller rammsteinigt, die Poesie aus Schlachtgesängen herauskitzelt.

Nach dem EM-Finale vor zwei Jahren zeigen wir diesmal bei ASPHALT das WM-Finale live auf einer großen Leinwand – eingebettet in eine große Improvisationsperformance: Der Ball ist rund, ein Spiel hat 90 Minuten und am Ende gewinnt – die Kunst.

Dauer: 90 Minuten plus Nachspielzeit, Verlängerung möglich
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Peter Trabner – Moderation
Marcel Kolvenbach – Schlagzeug
Alex de Macedo – Gitarre
Ulrich Rasch – Piano und Keyboards

Der vielfach preisgekrönte Schauspieler Peter Trabner ist ein gefragter Film- und TV-Darsteller (u. a. Tatort, 4 Blocks, Babylon Berlin). Als Mitglied des internationalen Kollektivs Two Fish arbeitet er interdisziplinär in den Bereichen Tanz, Theater und Performance. Als Solokünstler interveniert er immer wieder mit mitreißenden und irrwitzigen Improvisationen im öffentlichen Raum.

Marcel Kolvenbach studierte Jazz- und Popschlagzeug an der Hochschule der Künste in Arnheim (Niederlanden) und ist in der Musikbranche für seine Vielseitigkeit bekannt und geschätzt: Er spielt in freakigen Comedy-Jazz-Projekten wie dem Mutanten-Stadl oder dem Krippenspiel mit Matthias Schriefl, in hitorientierten und trotzdem anspruchsvollen Reggae-Projekten mit Alex de Macedo, live mit dem Schlagerstar Jürgen Drews, in Theaterproduktionen oder in Ska-Rockbands wie Lax Alex Contrax.

Alex De Macedo ist ein brasilianisch-deutscher Jazzgitarrist und Reggae-Sänger. Er fühlt sich vor allem beim Modern Jazz, Reggae, Funk, Free Jazz und Bossa Nova zu Hause. De Macedo spielte u. a. mit Mamadee (Background Gentleman), Sisters Keepers und dem Soul/R’n’B-Sänger Boris Titulaer, für den er auch den Titel Rely On Me auf dem gleichnamigen niederländischen Nummer-1-Album komponierte.

Ulrich Rasch studierte Jazzpiano an der Hochschule der Künste in Arnheim und spielt in verschiedenen Jazz- und Crossover-Formationen, etwa im eigenen Ulrich Rasch Trio und der Pop- und Soul-Band Petrocelli, und machte durch Jazz-Interpretationen von Schuberts Liederzyklus Die Winterreise von sich reden.

 

Ein Projekt im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Garten minus Zäune

Wir spielen sechs weitere Vorstellungen von ‘Garten minus Zäune’ im Rahmen des düsseldorf festivals am 14., 15., 16., 28., 29. und 30.9. jeweils um 18:00 Uhr. Der Vorverkauf des düsseldorf festivals startet am 30. Juni 2018. 

Die Welt ist aus den Fugen. Donald Trump steigt aus dem Klimaabkommen aus und Deutschland gibt seine Klimaziele auf. Milliarden werden in die Forschung investiert, damit wir irgendwann auf dem Mars leben können, wohingegen der Naturschutz auf der Erde so gut wie keine Rolle mehr spielt. So mancher zieht sich zurück in seinen Garten und bewässert ihn, selbst wenn ringsherum Dürre und Wasserknappheit herrschen. Und steigt in den SUV, um ein Säckchen Rosenerde zu besorgen. Der Garten dient nicht wenigen als privates Refugium, doch was außerhalb der eigenen Parzelle passiert, wird ausgeblendet.

Wie ist es heute um das Verhältnis von Stadtmensch und Natur bestellt? Gibt es Antworten an Orten, an denen Gärtner*innen der Natur und potenziellen Eindringlingen entgegentreten?

Das Theaterkollektiv per.Vers. unternimmt eine Expedition zu den grünen Oasen der Stadt – privaten Dachterrassen, verborgenen Winkeln des Wildwuchses, Grün- und Gartenanlagen, exklusiven exotischen Refugien, Gewächshäusern, Blumenwelten von faszinierender Schönheit und sterbenden Wiesen. In Schrebergärten trifft es Spezialisten, Idealisten und Utopisten: Hobby- und Profigärtner*innen, Menschen mit und ohne grünen Daumen, Spießbürger und Laubenpieper.

Am Gartenzaun werden die großen Fragen aufgeworfen: Wie muss die Politik auf Klimakrise und Erschöpfung der Ressourcen reagieren? Warum verändern Appelle an einen ›grünen Konsum‹ oder Strategien für eine ›grüne Ökonomie‹ nichts an unserer Lebensweise? Und überhaupt: Welche Gartenschere passt zu mir?

Per Bus und zu Fuß nimmt das Künstlerkollektiv per.Vers. die Besucher mit zu den Gärten der Stadt und gleichzeitig auf eine Reise zu sich selbst, den eigenen Verhaltensmustern und Ver- drängungsmechanismen.

Das Theaterkollektiv per.Vers. ist ein Zusammenschluss professioneller Theaterschaffender unter der künstlerischen Leitung des Regisseurs und Schauspielers Christof Seeger-Zurmühlen und der Schauspielerin Julia Dillmann. Die inszenierten Stadtbegehungen des Theaterkollektivs gehören seit 2012 zum festen Programm des ASPHALT Festivals und genießen mittlerweile ein überregionales Renommee. Garten minus Zäune ist bereits die sechste Performance-Tour, die das Publikum an verschiedene Orte führt und Schauspieler*innen, Tänzer*innen und Musiker*innen gemeinsam mit Anwohner*innen und Alltagsexpert*innen vom Leben in der Stadt erzählen lässt.

Dauer: 120 Minuten
Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei.

Mit Anna Beetz, Julia Dillmann, Nora Pfahl sowie Xolani Mdluli, Jona Galle und Bürger*innen der Stadt

Regie – Christof Seeger-Zurmühlen
Ausstattung – Kirsten Dephoff
Text und Dramaturgie – Juliane Hendes
Musik – Bojan Vuletic
Assistenz – Simone Grieshaber, Christine Weingart
Konzept und Stückentwicklung – Theaterkollektiv per.Vers.

theaterkollektiv.de

Eine Produktion des Theaterkollektivs per.Vers. in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2018 und dem düsseldorf festival. Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, das Kulturamt der Stadt Düsseldorf, das NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, die Bürgerstiftung Düsseldorf und die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf, in Kooperation mit der Rheinbahn AG

 

 

logo-landeshauptstadt-duesseldorf

 

 

 

logo-rheinbahn

 

 

 

MerkenMerken

MerkenMerken

Barbarella´s Bang Bang

Barbarella’s Bang Bang ist einer der berüchtigsten Live-Acts in London und spielt eine atemberaubende Mischung aus Gipsy, Folk, Avantgarde, Punk und theatralischem Pop. Die Konzerte der Briten sind energiegeladen, mitreißend und absolut zirzensisch: Sie entführen in eine Bohème-Welt voller Puppen, Gaukler und Clowns. Die furiosen Musiker*innen, darunter ein Cajon-spielender Clown, der während trauriger Songstellen weint, sind ebenso faszinierend wie die singende und tanzende Barbarella selbst. Man munkelt, dass die Schauspielerin und Tänzerin die vielleicht beste Kazoo-Spielerin des Vereinigten Königreichs ist, wenn nicht die weltbeste…

Die Band trat bei großen Festivals wie Fuji Rock, Glastonbury oder dem Venezia Jazz Festival auf und tourt europaweit durch Clubs. Aktuell arbeiten Barbarella’s Bang Bang an ihrem zweiten Album und haben gerade ihre neue Single Surgery veröffentlicht.

»Umwerfend« (Deutschlandfunk Kultur)

Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Barbarella Pugliese – Gesang, Gitarre, Glockenspiel
Armands Ozolins – Gitarre
Oliver Francis Lee – Kontrabass
Felix Cornwallis Weldon – Schlagzeug

barbarellasbangbang.com

While I was waiting

Unter mysteriösen Umständen wird ein junger Mann in Damaskus brutal zusammengeschlagen und fällt ins Koma. Der tragische Vorfall bringt Familie und Freunde am Krankenbett zusammen, wo sie sich nicht nur der brutalen Gegenwart, sondern auch Verdrängtem aus der Vergangenheit stellen müssen. Im Koma liegend, beobachtet Taim über den Zeitraum eines Jahres hinweg die Veränderungen in seinem Umfeld.

Taim ist nicht der einzige, der im Zustand des Wartens gefangen ist: »Ob geflohen oder geblieben, wir sind alle gleich verloren.« Der Satz steht beispielhaft für die Ohnmacht der Figuren in diesem Theaterstück, ist aber auch als Metapher für die traumatisierte Bevölkerung Syriens zu verstehen.

Die multimediale Inszenierung der syrischen Theaterschaffenden Mohammad Al Attar (Text) und Omar Abusaada (Regie) bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Fiktion und Dokumentation und übt scharfe Kritik am Assad-Regime. Vielschichtig wird die Familiengeschichte Taims mit einer Hommage an das versehrte Damaskus verwoben, inszenierte Diashows werden ebenso gezeigt wie reale Handyvideos aus der Zeit des Arabischen Frühlings. In While I was waiting wird ein Krankenzimmer, die Grauzone zwischen Leben und Tod, zum Sinnbild für das heutige Syrien, in dem seit mittlerweile sieben Jahren ein blutiger Bürgerkrieg tobt. Der syrische Musikproduzent Samer Saem Eldahr aka DJ Hello Psychaleppo liefert live den Sound zum Stück.

Der junge Dramatiker und Autor Mohammad Al Attar ist eine der wichtigsten Stimmen Syriens. Seine klugen Analysen und Kommentare werden von internationalen Medien veröffentlicht. In seinen Theaterstücken thematisiert er das Leben im Dauerzustand kriegerischer Belagerung. Al Attar lebt mittlerweile in Berlin und ist unter anderem an der Volksbühne tätig. Seit 2007 arbeitet er mit dem Regisseur Omar Abusaada zusammen. Aktuell entwickeln die beiden gemeinsam mit einer Gruppe syrischer Schauspieler*innen das Stück The Factory für die Ruhrtriennale. Abusaada lebt in Damaskus und lehrt Szenisches Schreiben am dortigen Higher Institute of Dramatic Arts. In Syrien werden die Inszenierungen der beiden nicht gezeigt.

»Ein subtil erschütterndes Stück« (New York Times)

»Theater ist ein Werkzeug des Widerstands« – Interview mit dem Regisseur Omar Abusaada

In syrischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer: 100 Minuten
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Hier geht es zur Stückbeschreibung auf arabisch …

Mit Hanan Chkir, Mohammad Alrashi, Nanda Mohammad, Reham Kassar, Mustafa Kur, Kinan Hmedan

Regie – Omar Abusaada
Text – Mohammad Al Attar
Bühne – Souhier Hamzaoui
Ausstattung – Bissane Al Charif
Musik – Samer Saem Eldahr (Hello Psychaleppo)
Licht – Abdulhamid Khalifeh
Video – Reem Al Ghazzi

Gefördert von Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland

Henry Purcell: The Fairy Queen

Wir eröffnen das ASPHALT Festival 2018 mit einem wahrhaft magischen Stück: Die niederländische Duda Paiva Company bringt gemeinsam mit 14 Musiker*innen des Nederlands Blazers Ensembles eine einzigartige Version von The Fairy Queen auf die Bühne – die Oper des Barock-Komponisten Henry Purcell, der sich wiederum von Shakespeares Sommernachtstraum inspirieren ließ. Puppenspieler*innen, Tänzer*innen, Sänger*innen und Musiker*innen erschaffen gemeinsam ein surreales, komisches, manchmal düsteres Universum. Zu Purcells unergründlich schöner Musik entfaltet sich ein packendes Drama über wahre und vorgetäuschte Liebe, Leidenschaft und Kälte, Verehrung und Distanziertheit.

Der international gefeierte Tänzer, Theatermacher und Puppenspieler Duda Paiva war bereits bei ASPHALT 2016 mit seinem Solo Blind zu Gast. Er verwandelt überlebensgroßen Puppen, die zunächst wie leblose Schaumstoffobjekte wirken, in vollwertige Spiel- und Tanzpartner mit komplexer, anrührender Mimik und vollkommen natürlich anmutenden Bewegungen. Alles ist sichtbar, und doch wirkt es wie eine magische, von großer Komik durchwobene Illusion.

The Fairy Queen feierte im Januar in Amsterdam Premiere und ist beim ASPHALT Festival erstmalig in Deutschland zu sehen.

»Ein absurdes Märchen über wahre Liebe und einen bösen Traum. Sehr empfehlenswert!« (Dans Magazine)

In gesungener englischer Sprache
Dauer: 70 Min.
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Francesca Lanza, Augusto Valença, Ilija Surla, Alexander Brouwer (Duda Paiva Company – Spiel, Tanz, Gesang)
sowie Janneke Groesz (Flöte), Bart Schneemann und Justine Gerretsen (Oboe), Harmen de Boer und Gerrit Boonstra (Klarinette), Dorian Cooke (Fagott), Johan van der Linden (Saxofon), Ron Schaaper (Waldhorn), Bas Duister (Trompete), Alexander Verbeek (Posaune), Brandt Attema (Bassposaune), Wilmar de Visser (Kontrabass), Malika Maminova und Rachel Zheng (Percussion) vom Nederlands Blazers Ensemble

Regie – Duda Paiva
Konzept – Bart Schneemann, Duda Paiva
Puppen – André Mello, Duda Paiva
Bühne – Daniel Patijn
Kostüm – Sally Pittman, Hennie Arensman
Musik – Henry Purcell
Bearbeitung – Willem van Merwijk
Dramaturgie – Kim Kooiman

dudapaiva.com

nbe.nl

Himmel über Düsseldorf – Engel II

In Himmel über Düsseldorf – Engel II dient ein Schaufenster in der Mitte der Stadt als gläserne Membran zwischen Bühne und Zuschauerraum, Innen und Außen, Privatsphäre und Öffentlichkeit. Das Publikum sitzt im Schaufenster und verfolgt das Geschehen auf der Straße. Draußen agieren vier Performer*innen und halten Zwiegespräche mit ihrem eigenen Spiegelbild in der Scheibe. Eine Tonanlage überträgt ihre Worte ins Innere. Passanten werden aktiv zur Kulisse des Stückes, mitunter zu Mitspieler*innen, und beeinflussen so dessen Verlauf – öffentlicher kann Theater kaum sein. Im Laufe der Performance verweben sich einzelne Geschichten zu einem vielstimmigen Engelschor, aus dem die Sehnsüchte und Ziele des modernen Stadtmenschen herausklingen. Jede Aufführung ist ein Unikat: Das Stück inhaliert den Atem der Stadt und verändert sich stetig. Einzige Konstante sind die vier Protagonisten vor der Fensterscheibe: Da wäre eine Immobilienmaklerin, die zwischen Erfolg und emotionalen Leerstand nicht mehr weiß, wo sie hingehört. Eine Büdchenbesitzerin, die in Zeiten liberaler Ladenöffnungszeiten und verkaufsoffener Sonntage mit ihren Kräften am Ende ist. Eine Fahrradkurierin, die ihre Stadt besser kennt als sich selbst, die den Feinstaub riechen kann und den Baustellen Namen gibt. Und ein Handwerker, der sich seine Welt mathematisch erklärt und dadurch nicht nur seine Existenz neu berechnet …

LOKSTOFF ist ein Künstlerkollektiv aus Stuttgart, das Theaterprojekte im öffentlichen Raum realisiert, die Probleme und Herausforderungen der urbanen Gesellschaft thematisieren und zur Poetisierung des Stadtalltags beitragen. LOKSTOFF wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt 2017 vom Bundesverband für Theaterpädagogik in Berlin mit dem 1. Preis für ›Innovative Theaterprojekte mit Geflüchteten‹.

Dauer: 60 Minuten
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Kathrin Hildebrand, Bianca Künzel, Alexa Steinbrenner, Alexander Steindorf

Regie – Wilhelm Schneck
Dramaturgie – Bianca Künzel

lokstoff.com

Eine Produktion von LOKSTOFF in Kooperation mit dem Künstlerkollektiv projekt-il im Rahmen der KUNSTSTÖRER, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Kulturamt der Stadt Düsseldorf, unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder

logo-landeshauptstadt-duesseldorf

Metamoderne

In der Metamoderne wissen alle alles und alle nichts. Der Künstler Florian Kuhlmann schafft für ASPHALT dazu eine hybride Installation aus Plakatwand und Internetseite im öffentlichen Raum. Heutzutage ist nahezu sämtliches Wissen jederzeit verfügbar, dennoch wird die Konfusion eher größer als kleiner. Führt das zu sozialer Handlungsunfähigkeit? Läuft da etwas schief? Für den Künstler sind nur zwei Dinge sicher: Niemand weiß, was die Metamoderne ist. Und die Metamoderne beginnt jetzt…

Der Standort der Plakatwand wird kurzfristig bekannt gegeben.

Florian Kuhlmann (*1973 in Bozen/Südtirol) ist freier Künstler, Autor, Kurator, Programmierer und Projektentwickler. Er studierte Medienkunst an der KHM in Köln. Der Schwerpunkt seiner künstlerischen und beruflichen Tätigkeit ist die Digitalität und das Netz. Seit mehr als 15 Jahren beschäftigt sich Kuhlmann mit den Phänomenen einer zunehmend durch Algorithmen und Software geprägten Wirklichkeit. Neben seiner Arbeit als Künstler und Kurator betreibt er seit 2010 den Blog perisphere.de und seit Ende des Jahres 2014 den Projektraum #digital3mpire in der Düsseldorfer Friedrichstadt. Weite Teile seiner künstlerischen Produktion sind frei im Netz zugänglich, vieles steht unter Creative-Commons-Lizenzen zum freien Download bereit. Die sich daraus ergebenden Fragen rund um Zugang, Verfügbarkeit, Original/Kopie/Unikat, aber auch um den Wert und die zunehmende Entwertung künstlerischer Produktionen durch die Digitalisierung sind zentrale Leitmotive seines Tuns. Kuhlmann lebt und arbeitet in Düsseldorf.

floriankuhlmann.com

METAMODERNE ist eine Koproduktion von ASPHALT Festival 2017 und Florian Kuhlmann und wird gefördert vom Ministerium für
 Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

 

 

- - -

KUNSTSTÖRER bei ASPHALT 2017

Die KUNSTSTÖRER-KünstlerInnen begeben sich vor und während des Festivals in den öffentlichen Raum und lassen ihn mit unterschiedlichen künstlerischen Formen und Medien, performativen oder partizipativen Aktionen, Interventionen oder Installationen zur Bühne werden. Zwischen Rathaus, Kö, Bahnhof und in den Stadtvierteln setzen die KUNSTSTÖRER unerwartete künstlerische Nadelstiche. Sie eröffnen Möglichkeitsräume, werfen Fragen auf und stoßen Debatten über die Gestaltung unserer Stadt an.

Riaraum 2017

Ria Papadopoulou (*1985 in Athen) ist Innenarchitektin und Bühnenbildnerin. 2016 übernahm sie erstmalig die künstlerische Ausstattung des ASPHALT Festivals. Auch in diesem Jahr gestaltet sie die Gelände der Alten Farbwerke und des Weltkunstzimmers. Zudem schafft sie eigene künstlerische Interventionen, die die Orte der KUNSTSTÖRER im öffentlichen Raum markieren und miteinander verbinden.

Ria Papadopoulou studierte Innenarchitektur an der TEI Athen sowie an der FH Trier und erhielt 2012 ihren Master in Bühnenbild/Szenischer Raum an der TU Berlin. Während ihres Studiums war sie ›Artist in Residence‹ im Künstlerhaus Bethanien und setzte ihren Wettbewerbsentwurf für die DGVN Wanderausstellung ›Klimaflucht‹ im Klimahaus Bremerhaven um. Zwischen 2012 und 2016 war sie feste Bühnenbildassistentin am Düsseldorfer Schauspielhaus und arbeitete unter anderem mit Regisseuren wie Sebastian Baumgarten, Oliver Frljić, Dušan David Pařízek und Christof Seeger-Zurmühlen zusammen. Zuletzt war Ria Papadopoulou Gastassistentin bei Thomas Ostermeier für Professor Bernhardi an der Schaubühne in Berlin und bei Robert Wilson für Der Sandmann am Düsseldorfer Schauspielhaus und war als freie Bühnenbildnerin für Godspeed – Zehn Reisen zu den Helden unserer Stadt tätig, eine Produktion der Bürgerbühne am Düsseldorfer Schauspielhaus unter der Regie von Bianca Künzel und Alexander Steindorf.

riapapadopoulou.com

RIARAUM ist eine Koproduktion von ASPHALT Festival 2017 und Ria Papadopoulou und wird gefördert vom Ministerium für
 Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

 

 

- - -

KUNSTSTÖRER bei ASPHALT 2017

Die KUNSTSTÖRER-KünstlerInnen begeben sich vor und während des Festivals in den öffentlichen Raum und lassen ihn mit unterschiedlichen künstlerischen Formen und Medien, performativen oder partizipativen Aktionen, Interventionen oder Installationen zur Bühne werden. Zwischen Rathaus, Kö, Bahnhof und in den Stadtvierteln setzen die KUNSTSTÖRER unerwartete künstlerische Nadelstiche. Sie eröffnen Möglichkeitsräume, werfen Fragen auf und stoßen Debatten über die Gestaltung unserer Stadt an.

 

Kunst in der Alten Kämmerei

In der Alten Kämmerei neben dem Rathaus waren früher hunderte Mitarbeiter der Stadtverwaltung tätig. Seit 2014 steht der denkmalgeschützte Bau leer. Zum ASPHALT Festival wird er für BesucherInnen zugänglich gemacht. Die Dresdner Künstlerin Ina Weise und der in Düsseldorf lebende Künstler Juergen Staack bespielen den Innenraum mit Installationen, die den Ort auf unterschiedliche Art und Weise erfahrbar machen. Ab dem 16. Juli ist die Ausstellung in der Alten Kämmerei täglich während des Festivalzeitraums geöffnet. Die genauen Öffnungszeiten werden noch bekannt gegeben. Juergen Staack wird am 16., am 22. und am 23. Juli zwischen 15:00 und 17:00 Uhr seine Performance Communication – model 04 – Transfer zeigen.

Ina Weise (*1985 in Dresden) ist freischaffende Künstlerin und künstlerische Mitarbeiterin im internationalen Masterstudiengang ›Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien‹ an der Bauhaus-Universität Weimar. Ihre Arbeiten umfassen ortsspezifische Performances und temporäre Interventionen im öffentlichen Raum. Mittels investigativem Humor und durch genaues Hinschauen entwickelt sie Situationen, die die Stadt unkonventionell und aus künstlerischen Impulsen heraus verändern können. Ina Weise ist Gründungsmitglied der KünstlerInnengruppe ›FREIZEIT‹ (freizeit.work) und Vorstandsmitglied der offenen Werkstatt Rosenwerk des Konglomerat e.V. (konglomerat.org). Sie ist künstlerische Leiterin der KUNSTSTÖRER im Rahmen des ASPHALT Festivals 2017.

Juergen Staack (*1978 in Doberlug-Kirchhain) studierte an der Kunstakademie bei Thomas Ruff. Der Konzeptkünstler lotet die Möglichkeiten und Bedingungen des künstlerischen Bildes aus. Er arbeitet mit fremdem und eigenem Bildmaterial – mal interpretiert er es um oder lässt es zerfallen, mal verwandelt er es in Sound und Sprache und kodiert es. 2003 gründete Staack die Künstlergruppe ›Fehlstelle‹. Seine Arbeiten wurden bereits nationale und international in Museen und Galerien gezeigt. Juergen Staack lebt und arbeitet in Düsseldorf.

inaweise.com
juergenstaack.com

KUNST IN DER ALTEN KÄMMEREI ist eine Koproduktion von ASPHALT Festival 2017, Ina Weise und Jürgen Staack und wird gefördert vom Ministerium für
 Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

 

 

- - -

KUNSTSTÖRER bei ASPHALT 2017

Die KUNSTSTÖRER-KünstlerInnen begeben sich vor und während des Festivals in den öffentlichen Raum und lassen ihn mit unterschiedlichen künstlerischen Formen und Medien, performativen oder partizipativen Aktionen, Interventionen oder Installationen zur Bühne werden. Zwischen Rathaus, Kö, Bahnhof und in den Stadtvierteln setzen die KUNSTSTÖRER unerwartete künstlerische Nadelstiche. Sie eröffnen Möglichkeitsräume, werfen Fragen auf und stoßen Debatten über die Gestaltung unserer Stadt an.

Grasgemälde

The city shapes people – people shape the city: Basierend auf einer Umfrage unter Düsseldorfer BürgerInnen kreiert die japanische Künstlerin Natsumi Sugiyama ab dem 8. Juli im Herzen der City Grasporträts zum Festivalthema ›StadtGestalten‹, die Zukunftsvisionen zeigen werden. Ein Grasgemälde entsteht auf dem Dach des Rheinufertunnels unweit der Oberkasseler Brücke, ein zweites auf dem Napoleonsberg im Hofgarten. Die Arbeiten werden voraussichtlich am 16. Juli vollendet sein und in einer Vernissage offiziell präsentiert.

Natsumi Sugiyama (*1985 in Tokio) studierte Environmental Design an der Tokyo University of the Arts und lebt und arbeitet zur Zeit in Weimar, wo sie ihren Master in ›Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien‹ an der Bauhaus-Universität abschließt. Sugiyama nutzt Kunst und Design, um mit partizipatorischen Techniken die emotionale Bindung von Menschen zu Orten zu untersuchen und sichtbar zu machen. Sie ist Preisträgerin des Mitsubishi Chemical Junior Designer Award (Grand Prize) und aktuell Stipendiatin der Pola Art Foundation.

natsumi-sugiyama.com

GRASGEMÄLDE ist eine Koproduktion von ASPHALT Festival 2017 und wird gefördert vom Ministerium für
 Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

 

 

- - -

KUNSTSTÖRER bei ASPHALT 2017

Die KUNSTSTÖRER-KünstlerInnen begeben sich vor und während des Festivals in den öffentlichen Raum und lassen ihn mit unterschiedlichen künstlerischen Formen und Medien, performativen oder partizipativen Aktionen, Interventionen oder Installationen zur Bühne werden. Zwischen Rathaus, Kö, Bahnhof und in den Stadtvierteln setzen die KUNSTSTÖRER unerwartete künstlerische Nadelstiche. Sie eröffnen Möglichkeitsräume, werfen Fragen auf und stoßen Debatten über die Gestaltung unserer Stadt an.

Resonating Suitcase

Der Komponist und Klangkünstler Rochus Aust besucht zwischen dem 11. und 16. Juli mit seinem Klangkoffer Menschen in drei Straßen in Eller, Oberkassel und Oberbilk. Er schenkt ihnen ein spontanes Konzert an der Haustür und bittet im Gegenzug seine Gastgeber um ein persönliches Stück Musik, einen Klang oder ein Geräusch. Über den Austausch der akustischen Geschenke entwickelt sich eine Kommunikation. Aus allen eingesammelten Klängen, Musiken, Liedern, Geräuschen und Statements erschafft Aust eine Komposition, die den vielfältigen Klang der Bürger der Stadt in sich trägt. Die Klangkoffer-Installation Hauskonzert-Miniaturen wird vom 21. bis 23. Juli im Weltkunstzimmer ausgestellt.

Rochus Aust (*1968 in Recklinghausen) studierte Musik an der Staatlichen Hochschule für Musik in Trossingen und am Royal College of Music in London. Er ist Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe als Musiker und Bildender Künstler. Sein bisheriges kompositorisches Schaffen umfasst Ur- und Unikat-Aufführungen in über 40 Ländern mit Produktionen für Festivals, Institutionen und den öffentlichen Raum, zudem spielte er zahlreiche Aufnahmen für Labels, Radio- und Fernsehsender ein. Aust arbeitet an der Schnittstelle von Visueller Musik, MOVinstallation und poésie électronique.

rochusaust.de

RESONATING SUITCASE ist eine Koproduktion von ASPHALT Festival 2017 und Rochus Aust und wird gefördert vom Ministerium für
 Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und
 der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

 

 

- - -

KUNSTSTÖRER bei ASPHALT 2017

Die KUNSTSTÖRER-KünstlerInnen begeben sich vor und während des Festivals in den öffentlichen Raum und lassen ihn mit unterschiedlichen künstlerischen Formen und Medien, performativen oder partizipativen Aktionen, Interventionen oder Installationen zur Bühne werden. Zwischen Rathaus, Kö, Bahnhof und in den Stadtvierteln setzen die KUNSTSTÖRER unerwartete künstlerische Nadelstiche. Sie eröffnen Möglichkeitsräume, werfen Fragen auf und stoßen Debatten über die Gestaltung unserer Stadt an.

Praxis der Stadtakupunktur

Ist Ihr Stadtteil erkrankt? Gibt es bestimmte Orte, die Sie meiden? Dann kommen Sie mit Ihrem Anliegen in die Sprechstunden des Stadtakupunkteurs! Der Berliner Künstler und praktizierende Akupunkteur Rudi Fink eröffnet eine Pop-up-Praxis, in der er das Denken der Chinesischen Medizin auf den Stadtkörper übersetzt. Im Rahmen eines ganzheitlichen Anamnesegesprächs wird er mit Ihnen herausfinden, was der schwächste Punkt Ihres Stadtteils ist: Was sind seine Verwundungen? Was erzeugt bei Ihnen den Eindruck, dass der Ort krank ist – und was hat das mit Ihnen als Anwohner zu tun? An welchen Punkten ist es notwendig Nadeln zu setzen? Während des ASPHALT Festivals finden in mehreren Stadtteilen Sprechstunden der Praxis der Stadtakupunktur statt.

Termine
So 16.07. 12:00-16:00 Lorettostraße, Unterbilk

Fr 21.07. 12:00-16:00 Ackerstraße, Flingern
Sa 22.07. 14:00-18:00 Nordstraße, Pempelfort

Rudi Fink (*1980 in Graz) ist ein interdisziplinär arbeitender Künstler. Er studierte Medienübergreifende Kunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Fink nimmt sich der Sprache und Techniken verschiedener Felder an, u. a. Botanik, Akupunktur und Krankenpflege. Er entwickelt (Audio-)Installationen, performative Arbeiten, Text, Fotografie und Videos.

stadtakupunktur.rudifink.info

PRAXIS DER STADTAKUPUNKTUR ist eine Koproduktion von ASPHALT Festival 2017 und Rudi Fink und wird gefördert vom Ministerium für
 Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

 

 

- - -

KUNSTSTÖRER bei ASPHALT 2017

Die KUNSTSTÖRER-KünstlerInnen begeben sich vor und während des Festivals in den öffentlichen Raum und lassen ihn mit unterschiedlichen künstlerischen Formen und Medien, performativen oder partizipativen Aktionen, Interventionen oder Installationen zur Bühne werden. Zwischen Rathaus, Kö, Bahnhof und in den Stadtvierteln setzen die KUNSTSTÖRER unerwartete künstlerische Nadelstiche. Sie eröffnen Möglichkeitsräume, werfen Fragen auf und stoßen Debatten über die Gestaltung unserer Stadt an.

Stadtnomaden

Der Asphalt der Stadt gehört auch den Kindern! Deshalb findet im Rahmen des ASPHALT Festivals unter dem Motto ›STADTNOMADEN‹ ein Design- und Erfinder-Workshop für Kinder statt. Die Teilnehmer überlegen sich Dinge, die die Stadt besser machen könnten. Gemeinsam suchen sie nach Lösungen für bestimmte Probleme des urbanen Lebens, etwa wie sich die Menschen leichter fortbewegen, besser essen oder weniger Müll hinterlassen können. Anschließend werden die Erfindungen gebastelt und gebaut.

Wer? Kinder zwischen 7 und 12 Jahren, die Lust haben, Dinge für die Zukunft zu erfinden

Wann? 16. und 17. Juli 2017 im Rahmen des ASPHALT Festivals (genaue Termine s. unten)

Wo? Alte Kämmerei neben dem Rathaus, Marktplatz 6, Düsseldorf

Stadtsafari
So 16. Juli 11:00-13:00 Uhr
Treffpunkt: Alte Kämmerei, Marktplatz 6 (neben dem Rathaus)
Die Workshop-LeiterInnen treffen sich mit den teilnehmenden Kindern und ihren Eltern, um auf Stadtsafari zu gehen. Gemeinsam untersuchen sie die Stadt und ihre besonderen Merkmale. Für die Teilnahme ist ein Smartphone nötig, auf dem die kostenlose App ›Stadtsache‹ bereits installiert ist. Die Teilnahme an der Stadtsafari ist kostenlos.

Design- und Erfinder-Workshop
Mo 17. Juli 10:30-15:30 Uhr: Wir erfinden zum Thema Mobilität
Veranstaltungsort: Alte Kämmerei, Marktplatz 6 (neben dem Rathaus)
In dem Workshop erfinden und bauen die Kinder Dinge, mit deren Hilfe sich die Menschen leichter in der Stadt fortbewegen können. Ab 15:00 Uhr findet eine Präsentation statt. Eltern und Freunde sind herzlich eingeladen. Die vorherige Teilnahme an der Stadtsafari ist nicht verpflichtend. Die Workshop-Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist verpflichtend. Für Verpflegung ist gesorgt.

Die Kinder werden gebeten, leere, saubere Verpackungen für das Bauen der Erfindungen mitzubringen. Geeignet sind beispielsweise Kartons, Boxen, Papprollen, Folien, Pfeifenreiniger, Flaschen und kleine Holzstücke oder -perlen.

Rückfragen und Anmeldung: stadtnomaden@asphalt-festival.de

Anmeldung bitte mit Angabe des Datums, Name und Alter des Kindes, Handynummer der Eltern. Am Ende des Workshops werden die Kinder und ihre Erfindungen fotografiert. Nach der Anmeldung muss daher eine Fotorecht-Abtrittserklärung unterschrieben werden.

WorkshopleiterInnen: Sabrina Hoffmann, Marcus Kucborski, Gisèle Legionnet-Klees (Leitung), Gabrielle Schäflein, Eve Simon

www.designathonworks.de

STADTNOMADEN ist eine Koproduktion von ASPHALT Festival 2017 und Designathon / Gisèle Legionnet-Klees und wird gefördert vom Ministerium für
 Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, der Landeshauptstadt Düsseldorf und unterstützt von Active Value.

 

 

 

 

- - -

KUNSTSTÖRER bei ASPHALT 2017

Die KUNSTSTÖRER-KünstlerInnen begeben sich vor und während des Festivals in den öffentlichen Raum und lassen ihn mit unterschiedlichen künstlerischen Formen und Medien, performativen oder partizipativen Aktionen, Interventionen oder Installationen zur Bühne werden. Zwischen Rathaus, Kö, Bahnhof und in den Stadtvierteln setzen die KUNSTSTÖRER unerwartete künstlerische Nadelstiche. Sie eröffnen Möglichkeitsräume, werfen Fragen auf und stoßen Debatten über die Gestaltung unserer Stadt an.

Voguing

Die Schauspielerin und Tänzerin Teresa Zschernig nimmt mit acht Performern einen Ort im öffentlichen Raum ein und funktioniert ihn kurzerhand in einen Laufsteg für ein Voguing-Battle um. Voguing ist ein hoch stilisierter, moderner Tanz, bei dem Posen und Körperhaltung von Models auf Laufstegen nachgeahmt und überspitzt wiedergegeben werden. Der Tanz hat sich von seinem Ursprung in der Ballroom-Szene der homosexuellen Subkultur aus dem New York der 1980-er Jahre zu einem globalen Phänomen entwickelt und findet nun seinen Weg auf den Asphalt der Modestadt Düsseldorf. Musikalisch begleitet wird die Aktion von Maëlle Giovanetti a.k.a. DJ Metzger. Das Publikum fungiert als Jury und entscheidet, wer als Sieger nach Hause geht.

Ort und Termin der Aktion werden kurzfristig in den sozialen Netzwerken bekannt gegeben.

Mit Osiris Melody, Mother Leo Melody, Zoe Melody, Keys Melody (alle House of Melody), Bernhard Schmidt-Hackenberg, Heisam Abbas, Teresa Zschernig und Maëlle Giovanetti a.k.a. DJ Metzger

Teresa Zschernig (*1987 in Berlin) schloss nach einer Ballettausbildung an der Staatlichen Ballettschule Berlin ihr Schauspielstudium an der Hochschule der Künste in Bern ab. Anschließend war sie am Stadttheater Konstanz, am Nordharzer Städtebundtheater in Halberstadt (2012-2014) und Quedlinburg und am Jungen Schauspielhaus Düsseldorf (2014-2016) engagiert. Dort entwickelte sie das Konzept für ihren ersten Voguing Ball, The Shakespeare Ball.

teresazschernig.com
bernhardschmidthackenberg.com
thehouseofmelody.com
maellegiovanetti.de

VOGUING ist eine Koproduktion von ASPHALT Festival 2017 und Teresa Zschernig und wird gefördert vom Ministerium für
 Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und
 der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

 

 

Stadtklaviere 2017

Klänge können die Wahrnehmung urbaner Räume verändern. In den meist hektischen U-Bahnhöfen entlang der Wehrhahn-Linie werden für die Dauer des Festivals drei Klaviere aufgestellt, die zum spontanen Konzertieren einladen. Die Haltestelle wird zur Bühne, der U-Bahnhof mutiert zum Konzertraum. Wer sich an die Tasten setzt, vermag konkrete Orte neu zu konnotieren und zum Innehalten anzuregen.

Standorte der Klaviere: U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee (Zwischen- und Untergeschoss) und U-Bahnhof Oberbilker Markt

STADTKLAVIERE ist eine Koproduktion von ASPHALT Festival 2017 und wird gefördert vom Ministerium für
 Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, der Landeshauptstadt Düsseldorf und unterstützt von der Rheinbahn AG.

 

 

 

 

- - -

KUNSTSTÖRER bei ASPHALT 2017

Die KUNSTSTÖRER-KünstlerInnen begeben sich vor und während des Festivals in den öffentlichen Raum und lassen ihn mit unterschiedlichen künstlerischen Formen und Medien, performativen oder partizipativen Aktionen, Interventionen oder Installationen zur Bühne werden. Zwischen Rathaus, Kö, Bahnhof und in den Stadtvierteln setzen die KUNSTSTÖRER unerwartete künstlerische Nadelstiche. Sie eröffnen Möglichkeitsräume, werfen Fragen auf und stoßen Debatten über die Gestaltung unserer Stadt an.

Kunststörer

Das Zentrum von ASPHALT liegt in Flingern auf dem Gelände der Alten Farbwerke und im Weltkunstzimmer. Das Festival dringt aber auch an vielen anderen Stellen in die Stadt ein und stört den Alltag mit Kunst. Die KUNSTSTÖRER-KünstlerInnen begeben sich vor und während des Festivals in den öffentlichen Raum und lassen ihn mit unterschiedlichen künstlerischen Formen und Medien, performativen oder partizipativen Aktionen, Interventionen oder Installationen zur Bühne werden. Zwischen Rathaus, Kö, Bahnhof und in den Stadtvierteln setzen die KUNSTSTÖRER unerwartete künstlerische Nadelstiche. Sie eröffnen Möglichkeitsräume, werfen Fragen auf und stoßen Debatten über die Gestaltung unserer Stadt an.

Die Arbeiten

Die KUNSTSTÖRER sind eine Koproduktion von ASPHALT Festival 2017 und Ina Weise (künstlerische Gesamtleitung), Rochus Aust, Designathon / Gisèle Legionnet-Klees, Rudi Fink, Florian Kuhlmann, Ria Papadopoulou, Juergen Staack, Natsumi Sugiyama sowie Teresa Zschernig und werden gefördert vom Ministerium für
 Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW,
 der Landeshauptstadt Düsseldorf, der Stiftung Van Meeteren, unterstützt von Active Value und der Rheinbahn AG.

 

 

 

 

 

 

Die unheimliche Bibliothek

Die unheimliche Bibliothek von Haruki Murakami ist surreal, verstörend und von überbordender Fantasie. Die beiden Vollblutschauspieler Hanna Werth und Philipp Alfons Heitmann entführen den Zuschauer buchstäblich in die kafkaeske Erzählung. In einer szenischen Lesung, die in bester ASPHALT-Tradition durch verschiedene Räume der alten Backfabrik führt, ziehen sie das Publikum mit großer Kraft und Leidenschaft in den Sog der Geschichte hinein. Die Handlung kreist um einen Jungen, der auf der absurden Suche nach Lektüre über das Steuerwesen im Osmanischen Reich tief in die Eingeweide einer Bibliothek entführt wird. Ein Bibliothekar nimmt ihn gefangen und zwingt ihn, Bücher über Bücher zu lesen. Wenn der Kopf des Jungen mit Wissen gefüllt ist, will der alte Mann ihn töten und sein Gehirn aussaugen. Die einzigen Gefährten in der Not sind ein mysteriöser Mann in einem Schafskostüm und ein wunderschönes Mädchen, das trotz seiner Stummheit reden kann. Während der Junge um sein Leben fürchten muss, verschwimmen die Grenzen zwischen Dingen, Menschen und Orten…

Hanna Werth und Philipp Alfons Heitmann haben an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig studiert, lernten sich aber erst 2014 auf dem ASPHALT Festival kennen. Werth ist nach ersten Engagements am Studio des Schauspiels Leipzig und an den Wuppertaler Bühnen seit 2014/15 festes Ensemblemitglied des Düsseldorfer Schauspielhauses und Preisträgerin des NRW-Theatertreffens 2013 als Beste Nachwuchsdarstellerin. Heitmann arbeitete als freischaffender Schauspieler u. a. am Staatstheater Stuttgart, dem Renaissance-Theater Berlin, dem Hans-Otto-Theater Potsdam und an den Wuppertaler Bühnen. Seit zwei Jahren ist er fest am Rheinischen Landestheater Neuss engagiert und war in diversen Fernseh- und Rundfunkproduktionen in ARD und ZDF zu sehen und hören.

Unter dem Namen dla dla (Zulu für ›Spiel‹) entwickeln Werth und Heitmann gemeinsame Bühnenprogramme.

Dauer: 55 Minuten
Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei.

Von und mit Hanna Werth und Philipp Alfons Heitmann

schauspielervideos.de/hanna-werth
philippalfonsheitmann.de

Eine Produktion von dla dla in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2017.

Haruki Murakami, Die unheimliche Bibliothek.
Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe
 © Haruki Murakami 2005
 für die deutsche Ausgabe
© 2013 DuMont Buchverlag, Köln

Neuser

So klingt Gitarrenpop 2017: Unangestrengt, mit strahlenden, eingängigen Melodien und intelligenten Texten. Einmal gehört, bleibt der Kölner Henning Neuser durch seine warme Stimmfarbe lange im Gedächtnis. Die Einfachheit und Klarheit seiner Musik und Sprache verbindet ihn mit Kollegen wie Niels Frevert oder Bosse.

Henning Neuser – Gesang, Akustikgitarre, Loopstation

facebook.com/neusermusik

Livemusik unter freiem Himmel bei freiem Eintritt: An sieben Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Sängerinnen und Sänger treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies auf, die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Schöner kann der Festivaltag kaum ausklingen!

Anikó

Anikó Kanthak arbeitete schon mit der Top-Liga der deutschen Musiker zusammen, doch heute Abend gibt es sie allein und ganz pur zu erleben. Sie begleitet sich selbst mit einem Mini-Set aus Keyboard und Loopstation und erzeugt damit einen derart komplexen Sound- und Klangteppich, als hätte sie eine ganze Band mit Background-Sängerinnen im Rücken. Mit unvergleichlich samtiger Stimme singt sie Songs voller Groove, die sich im Kopf festsetzen und man nicht so schnell vergisst.

Anikó Kanthak – Gesang, Keyboard, Loopstation

aniko-kanthak.de

Livemusik unter freiem Himmel bei freiem Eintritt: An sieben Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Sängerinnen und Sänger treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies auf, die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Schöner kann der Festivaltag kaum ausklingen!

Panteleit Brandenburg Duo

Die Pop- und Jazzsängerin Daniela Panteleit und der Bassist Nico Brandenburg stehen seit gut 15 Jahren in unterschiedlichen Besetzungen gemeinsam auf der Bühne. Mit diesem Duo verwirklichen sie sich einen Herzenswunsch und widmen sich in der eher ungewöhnlichen Duo-Besetzung Stücken ihrer Lieblingskünstler. Songs von u. a. Prince, David Bowie und den Beatles sind in eigenen, sehr besonderen Arrangements zu hören.

Daniela Panteleit – Gesang
Nico Brandenburg – Bass

Livemusik unter freiem Himmel bei freiem Eintritt: An sieben Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Sängerinnen und Sänger treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies auf, die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Schöner kann der Festivaltag kaum ausklingen!

Björn

Eine ungewöhnliche Besetzung: Akustischer Klang von Kontrabass, Posaune und Taschenkoffer vermischt sich mit elektronischen Sounds. Und über allem schwebt der Gesang von Maika Küster, direkt und pur. Björn aus Bochum machen entspannt-jazzige Musik, die man auf dem Boden liegend hören will und von lauen Sommernächten träumen lässt. Im Herbst 2017 werden Björn ihr erstes Album veröffentlichen.

Maika Küster – Gesang
Maria Trautmann – Posaune
Yannik Tiemann – Kontrabass
Manuel Loos – Taschenkoffer, Perkussion, Elektronik

wirhattenwasmitbjörn.de

Livemusik unter freiem Himmel bei freiem Eintritt: An sieben Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Sängerinnen und Sänger treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies auf, die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Schöner kann der Festivaltag kaum ausklingen!

Walking on Rivers

Ihre Songs wurzeln in traditioneller amerikanischer Folkmusik, blühen aber nicht selten zu eingängigen Popjuwelen auf. Die junge Dortmunder Band macht Indie-Folk mit mehrstimmigem Gesang. Im vergangenen Sommer war sie schon auf mehreren Festivals vertreten, u. a. bei Juice Beats, Bochum Total und c/o Pop, und startet dieses Jahr so richtig durch. Wer die Mighty Oaks oder Mumford & Sons mag, wird das Quartett aus dem Pott lieben.

David Laudage – Gesang, Bass
Florian Weiss – Gitarre, Backing Vocals
Markus Kullmer – Piano, Backing Vocals
Martin Kreuzer – Schlagzeug

walkingonrivers.bandcamp.com

Livemusik unter freiem Himmel bei freiem Eintritt: An sieben Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Sängerinnen und Sänger treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies auf, die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Schöner kann der Festivaltag kaum ausklingen!

Die Lieferanten

Sie sind die jüngste Band des Festivals, und doch klingt die Stimme von Sänger Moritz Linnhoff, als habe er schon so manches Rock-Urgestein unter den Tisch getrunken. Das Studenten-Quartett aus Münster spielt sehr smarten Deutschpop mit Funk-Soul-Indie-Einflüssen. Klingt wie irgendwas zwischen Mando Diao, den Arctic Monkeys und AnnenMayKantereit.

Moritz Linnhoff – Gesang, Gitarre
Aaron Falk – Bass
Jonas Terwolbeck – Piano
Lukas Lischeid – Schlagzeug

dielieferanten.com

Livemusik unter freiem Himmel bei freiem Eintritt: An sieben Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Sängerinnen und Sänger treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies auf, die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Schöner kann der Festivaltag kaum ausklingen!

Inga Lühning – André Nendza

Die Jazz- und Popsängerin Inga Lühning und der Bassist und Komponist André Nendza gehören zu den profiliertesten Musikern der deutschen Musikszene. Als Duo spielen sie eigene Songs und Coverversionen, wagen den Spagat von Degenhardt bis Michael Jackson. Mal ganz pur nur mit Stimme und Kontrabass, mal aufregend komplex mit Loopern, E-Bass, Effekten und Bass-Schlitztrommel.

Inga Lühning – Gesang
André Nendza – Bässe, Bass-Schlitztrommel

ingaluehning.de
andre-nendza.de

Livemusik unter freiem Himmel bei freiem Eintritt: An sieben Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Sängerinnen und Sänger treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies auf, die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Schöner kann der Festivaltag kaum ausklingen!

Vernesa B. Balkan Soul

›Sevdah‹ sind melancholische Liebeslieder voller Herzschmerz, die seit Jahrhunderten auf dem Balkan gesungen wurden. Wegen ihrer schwermütigen Stimmung nennt man diese Art der Volksmusik auch ›bosnischen Fado‹. Vernesa Berbo, Sängerin und Schauspielerin (Maxim Gorki Theater, Berlin), besingt Liebe, Mut und die Sehnsucht nach dem Nirgendwo, mischt Balkan-Jazz, Soul und Folk.

Verena Berbo – Gesang
Lars Mäurer – Klavier

Livemusik unter freiem Himmel bei freiem Eintritt: An sieben Abenden präsentieren wir zu vorgerückter Stunde Nachtkonzerte in einem intimen Rahmen. Außergewöhnliche Sängerinnen und Sänger treten solo, im Duo oder mit Band in unserem Biergarten ASPHALTparadies auf, die Musikstile reichen von Jazz und Weltmusik über Elektronik bis Pop. Schöner kann der Festivaltag kaum ausklingen!

Ach so! – ああそう – Ā so

Wie kaum ein anderes Land steht Japan für das Aufeinandertreffen von Tradition und Moderne. Das Spannungsfeld zwischen Gestern und Morgen gibt Raum für zahllose verwirrende Gegensätze: Hanami und Hightech, Samurai und Shinkanzen, Kimono und Cosplay. Der Fotograf Philipp Rathmer dokumentiert den japanischen Alltag und spürt der Frage nach, inwieweit Tradition und Moderne nebeneinander existieren können. Verdrängt das Neue das Althergebrachte oder ist eine dauerhafte Koexistenz möglich? Welchen Einfluss hat die demografische Entwicklung, die rasant alternde Gesellschaft? Pflegt die Jugend traditionelle Werte oder wendet sie sich von ihnen ab? Kann sich Tradition der Moderne anpassen – oder umgekehrt? Ist die Tradition die Zukunft der Gegenwart?

Rathmers Bilder sind zwischen 2010 und 2015 in verschiedenen japanischen Metropolen wie Tokio, Kyoto und Kobe entstanden, aber auch in Kleinstädten wie Hakone oder Seki. Sie zeigen Porträts und Orte, klassisches Schmiedehandwerk und die Nutzung modernster Technik, traditionelle Parks und futuristische Großstädte. Es sind Momentaufnahmen der Einflüsse, die auf das heutige Japan wirken, aber auch sinnbildlich stehen für viele moderne Gesellschaften und Länder der heutigen Welt.

Philipp Rathmer ist in Düsseldorf geboren und aufgewachsen und lebt in Hamburg. Seine künstlerischen Arbeiten waren weltweit in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, und als gefragter Fotograf für Porträts, Werbung und Magazine ist er international tätig. Von ihm fotografierte Kampagnen wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem IF Communication Design Award und dem Red Dot Design Award.

Die Ausstellung ist während des Festivalbetriebs vom 14.–23. Juli 2017 täglich ab 17:30 Uhr zu besichtigen.
Der Zugang ist barrierefrei.

philipprathmer.com

Eine Produktion von Philipp Rathmer in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2017, mit freundlicher Unterstützung durch kai Europe.

 

 

Multiverse

Die Bühne ist ein Meer aus Gegenständen: Turntables, Vinylplatten, Frisbees, Drumcomputer, Küchengeräte, Skateboards und allerlei Plastikkram. Und mittendrin: Der junge belgische Ausnahmekünstler Louis Vanhaverbeke, der wie ein universaler DJ mit Sprache, Musik und Objekten jongliert. Scheinbar banale Alltagsgegenstände mutieren zu atemberaubenden Klangmaschinen, Vanhaverbeke mixt Rap, Hip-Hop und Spoken Word. Er tanzt und singt zu seinen Lieblingshits, sampelt, scratcht und vollführt perfekt getimte Stunts. Spielerisch bewegt sich Vanhaverbeke durch sein kleines Multiversum aus Wegwerfartikeln und entfesselt dabei virtuos einen Tsunami aus Worten und Bildern.

Multiverse ist eine wirbelnde Ode an die Fantasie und die Kreativität und zugleich ein Plädoyer für die Neubewertung der Dinge, die in einer Wegwerfgesellschaft wertlos erscheinen. Vanhaverbeke enthüllt ihre Seele und eröffnet so unvermutete Möglichkeiten und ein Universum voller Assoziationen.

Louis Vanhaverbeke, geboren 1988 in Gent, ist Absolvent der LUCA School of Arts in Gent und der School for New Dance Development (SNDO) an der Amsterdam University of Arts. In seinen Performances und Installationen, in denen er Choreograf, Tänzer, Schauspieler und Musiker in einer Person ist, spielen Gegenstände stets eine entscheidende Rolle. 2015 gewann Vanhaverbeke den Circuit X Prize beim Festival TAZ (Theater aan Zee) in Oostende. Seit 2017 ist Louis Vanhaverbeke ›Associate Artist‹ des Brüsseler Kulturzentrums Beursschouwburg.

»›Multiverse‹ ist zum Bersten voller Ideen. Dennoch fühlt sich die Performance nie als Spielerei an, dafür ist sie zu intelligent und vielschichtig. Ein ko(s)misches Aha-Erlebnis.« (Cutting Edge, Belgien)

Dauer: 65 Minuten
Keine Fremdsprachenkenntnisse erforderlich, empfohlen ab 9 Jahren.
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Von und mit Louis Vanhaverbeke

Dramaturgie – Dries Douibi
Technik – Bart Huybrechts
Beratung – Matias Daporta
Technische Unterstützung – Simon Van den Abeele

www.campo.nu

Recomposing_Art VII: The Strange Library (of Babel)

Die Komposition The Strange Library (of Babel) basiert auf zwei Erzählungen von Autoren, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch seelenverwandt zu sein scheinen: The Strange Library von Haruki Murakami und La Biblioteca de Babel von Jorge Luis Borges.

Borges hat in La Biblioteca de Babel (Die Bibliothek von Babel) den Traum einer Universalbibliothek entworfen, in der sämtliches Wissen archiviert ist. In praktisch unendlich vielen Büchern sind alle denkbaren Kombinationen des Alphabets versammelt und damit alle Texte, die überhaupt möglich sind. Die Wiederkehr des Gleichen, Unendlichkeit und Ewigkeit sind zentrale Themen des argentinischen Autors.
Eine Bibliothek ist auch der Schauplatz von Haruki Murakamis kafkaesker Erzählung The Strange Library (Die unheimliche Bibliothek). Ein Junge wird von einem alten Bibliothekar in ein Labyrinth unter der Bücherei gelockt, dort eingekerkert und zur Lektüre gezwungen. Die Grenzen zwischen Dingen und Menschen, Traum und Wirklichkeit verschwimmen. An einem Ort zwischen den Orten wird der Junge mit seinen Ängsten konfrontiert.

Mit The Strange Library (of Babel) legt Bojan Vuletić den siebten Teil seiner RecomposingArt-Reihe vor. Der Zyklus behandelt Arbeiten ausgewählter Künstler aus den Bereichen Poesie, Bildende Kunst, Fotografie, Film, Theater, Tanz und Literatur. Vuletić re-komponiert die Werke und transportiert sie in eine neue, rein musikalische Form. So entstanden unter anderem schon Kompositionen zu Bildern von Gerhard Richter (Unschärfe), einem Film von Michael Haneke (Code Inconnu) oder Gedichten von Paul Celan (Atemwende).

Vuletićs Werk für Streichquartett, Vibraphon, Saxophon, Querflöte und Trompete wird von einem New Yorker Ensemble aufgeführt, dem einige der namhaftesten Interpreten für zeitgenössische und improvisatorische Musik angehören. Das MIVOS Quartet gilt als eines der »kühnsten und wildesten Ensembles für neue Musik in Amerika« (The Chicago Reader).

Der Komponist, Gitarrist und Klangkünstler Bojan Vuletić sucht in seinen Arbeiten stets die Auseinandersetzung mit KünstlerInnen aus unterschiedlichen Disziplinen. Er komponiert für kammermusikalische Ensembles und Orchester aus den Bereichen Jazz, Klassik und zeitgenössische Musik, schrieb Theatermusiken für über 30 Produktionen, komponierte für zeitgenössischen Tanz und Film und war beteiligt an einer Vielzahl von Performances und Ausstellungen.

Dauer: 55 Minuten
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Anna Kristin Webber – Saxophon, Querflöte
Nate Wooley – Trompete
Matt Moran – Vibraphon
MIVOS Quartet:
Olivia de Prato – Violine
Lauren Cauley – Violine
Victor Lowrie – Viola
Mariel Roberts – Cello

Bojan Vuletić – Komposition

annakristinwebber.com
natewooley.com
mattmoran.com
mivosquartet.com
bojanvuletic.com

Eine Produktion von Bojan Vuletić in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2017, gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

 

Carnival of the body

Das Akrobaten- und Choreografenduo Overhead Project beschäftigt sich in Carnival of the body mit der körperlichen Realität und der äußeren Wahrnehmung des Wrestling, eine der populärsten Unterhaltungsformen in den USA. Zwischen Jahrmarkttradition und Millionengeschäft stellt Wrestling einen absurd faszinierenden Hybrid aus Sport und Show dar, aus Athletik und Unterhaltung – einen durchchoreografierten Testosteronzirkus. Tim Behren und Florian Patschovsky ringen mit Butler, Foucault, Mickey Rourke und sich selbst. Im Rhythmus ihrer Bewegungen entsteht ein inniger Kampf gegen die äußere Wahrnehmung. Es eröffnet sich eine Reflektion der eigenen Geschlechterdarstellung und der Rollen, die der Körper einzunehmen vermag.

Carnival of the body ist ein schwitzender Bastard aus Wrestling, Zirkus und Tanz – präzise beobachtet, atemberaubend akrobatisch und abgründig humorvoll. Das Stück wurde ausgezeichnet mit dem Kölner Tanzpreis 2015 und dem Tanz- und Theaterpreis der Stadt Stuttgart und des Landes Baden-Württemberg 2017.

Overhead Project sind die Partnerakrobaten Tim Behren und Florian Patschovsky. Nach ihren Anfängen in Jugendzirkussen studierten sie an der École Supérieure des Arts du Cirque in Brüssel Nouveau Cirque, Artistik mit Tanz und Schauspiel. Das Duo arbeitet an der Schnittstelle von Akrobatik und zeitgenössischem Tanz. Overhead Project wurden mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2015 ausgezeichnet. Auch ihre Choreografien gewannen zahlreiche Preise, u. a. bei den Berner Tanztagen, der International Dance Week Jerusalem und bei No Ballet Ludwigshafen.

»Tim Behren und Florian Patschovsky spielen effektvoll mit der ihnen eigenen Mischung aus samtweicher Akrobatik und abgründiger Theatralik.« (Kölner Rundschau)

Dauer: 60 Min.
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Tim Behren, Florian Patschovsky – Choreografie/Tanz
Tobias Wegner, Tobias M. Draeger – Exterior eye und Coaching
Jasper Diekamp
 – Licht
Simon Bauer
 – Musik
Sabine Schneider 
– Kostüm

overhead-project.de

Das Gastspiel wird gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Kunst gegen Bares 2017

Kunst gegen Bares ist die bunteste Theatershow Deutschlands, denn hier ist alles möglich: vom Schauspielmonolog zum Kabarettbrüller, vom Rezitieren eigener Gedichte bis zur Eier-Jonglage im Kopfstand. Frau Scholten und Herr Buurmann moderieren den Abend stimmgewaltig, grottenehrlich und stets dem Publikum zugewandt. Hier kann buchstäblich alles passieren…

Unentdeckte Talente und professionelle Performer stellen sich beherzt der unmittelbaren Wertschätzung der Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Künstler sitzen zusammen im Publikum und werden von den Moderatoren für eine festgesetzte Präsentationszeit auf die Bühne geholt. Für jeden Künstler wird nach der Präsentation ein Sparschwein aufgestellt und das Publikum wird aufgefordert, die erlebte Kunst durch Geldeinwurf in die jeweiligen Sparschweine zu honorieren. Das Geld in den Sparschweinen geht zu 100 Prozent an die Künstler, und die- oder derjenige mit dem meisten Geld wird zum Kapitalistenschwein des Abends gekürt. Das Publikum entscheidet also wie hoch und weit die Künstler fliegen, aber eines ist sicher: Sie landen auf dem Zwerchfell …

Dauer: ca. 2 Std. mit Pause
Anmeldung für KünstlerInnen unter
gerdbuurmann@hotmail.de oder eine Stunde vor Beginn der Show direkt vor Ort
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Hildegart Scholten, Gerd Buurmann und Gästen

kunstgegenbares.wordpress.com

living happily ever after

Unzählige Beziehungsmodelle stehen heutzutage zur Auswahl, potentielle Partner werden bei Tinder mit einem Wisch aussortiert, Partnerbörsen bieten Matches auf einer Skala von unverbindlichem Sex bis Geborgenheit, Beziehungsvorstellungen werden geprägt von Hollywoodschnulzen, aber auch Pornoseiten. Und was will das moderne Individuum in diesem Dschungel aus Möglichkeiten eigentlich? Romantische Liebe, bis dass der Tod uns scheidet? Oder eher Spaß ohne Verpflichtungen?

KimchiBrot Connection nehmen sich dieser Thematik mit viel Witz, Tiefe und vollem Körpereinsatz an und zeigen dem Publikum eine Tour de Force durch alle möglichen Formen der Zwei-, Drei- oder Vielsamkeit. Zitate aus Popkultur, bekannte Filmausschnitte und persönliche Interviews bilden den akustischen Hintergrund zum ausdrucksstarken Spiel der Performer, die am Ende deutlich machen: Jede Liebe muss ihre eigene Sprache finden.

living happily ever after wurde ausgezeichnet mit dem Petra-Meurer-Preis 2017 für freie Theaterprojekte und grenzübergreifende Inszenierungen und war nominiert für den Kölner Theaterpreis 2016.

KimchiBrot Connection ist eine deutsche Physical Theatre Company mit Sitz im Ruhrgebiet und in Köln. Mitglieder sind die Schauspieler, Tänzer und Choreografen Elisabeth Hofmann und Constantin Hochkeppel sowie die Regisseurin und Autorin Laura N. Junghanns. Alle drei sind Absolventen der Folkwang Universität der Künste in Essen: Hochkeppel und Hofmann studierten bis April 2016 Physical Theatre, Junghanns im selben Jahrgang Regie. Gemeinsam entwickeln sie Stücke, die mittels hochphysischer und poetischer Körpersprache persönliche Geschichten erzählen. Dabei nutzen sie die kollektive Arbeitsweise des ›Devised Theatre‹: Alle Company-Mitglieder zeichnen gleichermaßen und gleichwertig verantwortlich für Recherche und Stückentwicklung.

»Es ist ohne weitere Hilfsmittel herausragend gespielt und bringt die Laune im Publikum gleich zu Beginn ganz nach oben. Mit minimalem Requisiten- und maximalem Körpereinsatz, eindrucksvollen Ideen und durchweg begeisterndem Handwerk zeigen Hochkeppel und Hofmann, dass es auch jenseits technologischer Entwicklungen noch Neuerungen im theatralischen Bereich gibt. Es braucht nur genug Fantasie, darauf zu kommen.« (Opernnetz)

In deutscher und englischer Sprache
Dauer: 55 Minuten
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Constantin Hochkeppel und Elisabeth Hofmann

Regie und Stückentwicklung – KimchiBrot Connection
Sounddesign & Outside-eye – Laura N. Junghanns
Kostüm – Bartholomäus M. Kleppek

kimchibrot.de

living happily ever after ist eine Koproduktion von KimchiBrot Connection und studiobühneköln. Die Produktion ist entstanden im Auftrag von west off – Theaternetzwerk Rheinland und wurde gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und die Kulturämter der Städte Bonn, Düsseldorf und Köln.

Die Leiden der jungen Wörter

Sandra Da Vina und Tobi Katze brechen gemeinsam das Schweigen. Denn nicht nur sie, auch Millionen andere trifft es, und nur die wenigsten sind wirklich gut darin: Erwachsenwerden und Erwachsensein. Über harte Schicksale muss gesprochen werden, finden sie. Grund genug also, zu lesen und zu sprechen: über Arbeit und anderen Kinderkram, über Familie und sonstige Formen der sozialen Isolation, über die schönsten Fehler des Lebens, prunkvoll gerahmt in so ziemlich alle Worte, die der Duden hergibt. Und natürlich wird die Sinnsuche von ziemlich viel Unsinn begleitet.

Sandra Da Vina ist seit mehreren Jahren auf den deutschen Poetry-Slam- und Kabarett-Bühnen unterwegs. Durch TV-Auftritte u. a. bei Ladies Night oder Nightwash TV wurde sie zuletzt auch einem größeren Publikum bekannt. Zudem gehört sie zum Cast der 1LIVE Hörsaal-Comedy 2017. 2014 erschien ihr erstes Buch Sag es in Leuchtbuchstaben, im gleichen Jahr gewann sie als erste Frau die NRW-Landesmeisterschaften im Poetry Slam. Im November 2016 erschien ihr zweiter Erzählband Hundert Meter Luftpolsterfolie. Ihr gleichnamiges Bühnenprogramm feierte im Januar 2017 in Bochum Premiere.

Tobi Katze tritt seit mehr als zehn Jahren auf Poetry Slams und Lesebühnen auf. 2007 gewann er den LesArt-Preis der jungen Literatur, 2014 den Bielefelder Kabarettpreis. Im Januar 2014 startete er auf ›stern.de‹ seinen Blog Das Gegenteil von traurig über Leben und Arbeit mit Depressionen. 2015 veröffentlichte Rowohlt seinen Erzählband Morgen ist leider auch noch ein Tag. Das hochgelobte Buch (»Absolut lesenswert«, WDR 2) stand mehrere Wochen auf der ›Spiegel‹-Bestsellerliste. Aktuell tourt Katze mit dem gleichnamigen abendfüllenden Bühnenprogramm. Im September 2017 wird seine neue Erzählung Immer schön die Ballons halten erscheinen.

»Unterhaltsame, zauberhafte Wortspielereien« (Trottoir online)

»Zum Prusten. Das Publikum wird gezwungen, an strategisch wichtigen Punkten literarisch wertvolle Pointen mit der Flöte zu flöten und der Rassel zu rasseln. Oder den beiden Schlawinern da vorne am Lesetisch bezaubernde Wörter wie Tapir zuzurufen, die dann wie von Zauberhand in ein geradezu literaturnobelpreisverdächtiges Stück zeitgenössischer Belletristik verstrickt werden.« (Bochum.cool)

Dauer: ca 90 Min. mit Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Von und mit Sandra Da Vina und Tobi Katze

sandradavina.de
derkatze.de

In Kooperation mit dem zakk – Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation.

Babylon Im- und Export

Nirgendwo in der Stadt kommen sich die Menschen unterschiedlicher Milieus, Ethnien und Ansichten so nahe wie rund um den Hauptbahnhof. Allein in den angrenzenden Stadtteilen Oberbilk und Stadtmitte arbeiten und leben Menschen aus weit mehr als 100 Nationen. Reisende, Pendler, Anwohner, Dienstleister, Gewerbetreibende und Gestrandete treffen in dem lebendigen Viertel aufeinander. Hier liegen der Seouler Markt, der Afro-Shop, der türkische Gemüsehandel, die arabische Shisha-Bar und die chinesische Stoffboutique nur einen Steinwurf voneinander entfernt, Rotlichtmilieu und Drogenszene sind auch nicht weit.

Jahrzehntelang eher vernachlässigt und ignoriert, steht die Gegend mittlerweile im Hauptfokus von Stadtplanern und Investoren, denn das Eingangstor von Düsseldorf soll aufgewertet werden. Aktuelle Pläne sehen Bauprojekte und Umgestaltungsmaßnahmen vor, die das Viertel erheblich verändern werden. Dies betrifft nicht nur sein Erscheinungsbild, sondern in besonderem Maße auch seine gesellschaftliche Struktur.

Das Theaterkollektiv per.Vers. spielt die Zukunft schon mal durch. Die Darsteller verkörpern ein fiktives Expertenteam, das in den schillerndsten Farben ein wirtschaftsorientiertes Quartierskonzept für morgen ausmalt. Die Zuschauer übernehmen dabei die Rolle potentieller Investoren und Interessenten, denen das Areal schmackhaft gemacht werden soll. Zu Fuß und mit dem Bus geht es durch Hinterhöfe und Geschäfte, Spielhöllen und Wohnungen. Dabei trifft man auf Menschen, die hier leben und arbeiten. Die Tour ist eine Expedition zu den verborgenen Handelsplätzen der Stadt und eine Reise durch den globalen Mikrokosmos rund um den Hauptbahnhof.

Das Theaterkollektiv per.Vers. ist ein Zusammenschluss professioneller Theaterschaffender unter der künstlerischen Leitung des Regisseurs und Schauspielers Christof Seeger-Zurmühlen und der Schauspielerin Julia Dillmann mit Sitz in Düsseldorf. Die inszenierten Stadtbegehungen des Theaterkollektivs haben mittlerweile Tradition beim ASPHALT Festival: Nach der Tour der sanften Tristesse (2012), Düssel – eine Odyssee (2013), Ode an das Büdchen (2014) und Düsseldorf – sous-terrain (2016) ist Babylon Im- und Export die fünfte Performance-Tour, die unbeachtete Orte der Stadt mit theatralen Mitteln ins Zentrum der Wahrnehmung rückt.

Dauer: ca. 2 Std.
Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei.

Mit Anna Beetz, Julia Dillmann, Nora Pfahl, Jonathan Schimmer

Christof Seeger-Zurmühlen – Regie
Kirsten Dephoff – Ausstattung
Bojan Vuletic – Musik
Space Interactive – Andreas Katinka & Florian Pfahl – Video
Theaterkollektiv per.Vers. – Stückentwicklung

theaterkollektiv.de

Eine Produktion des Theaterkollektivs per.Vers. in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2017 und dem düsseldorf festival, gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, dem Kulturamt Düsseldorf, der BürgerStiftung Düsseldorf und der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf, in Kooperation mit Düsseldorfer City Tour / Adorf Omnibusse

 

 

 

 

 

La Cosa

Vier Männer, vier Äxte und vier Kubikmeter Holz. Die Anstrengungen, das Holz zu schichten, zu sortieren, zu bewegen, lässt die Männer an ihre physischen Grenzen kommen. Sie arbeiten unaufhörlich, ohne Ende, die Rituale werden bis ins Absurde wiederholt. Sinn wird zum Unsinn. Es entstehen Figuren, Türme, Bögen, die die Männer unter sich begraben und wieder freigeben. Ist es Spiel oder Kampf zwischen den Männern und dem Holz, zwischen Mensch und Natur?

Die Protagonisten, die auf der Bühne Schwerstarbeit leisten, sind alles auf einmal: Akrobaten, Jongleure, Clowns, Tänzer, Schauspieler, Illusionisten und Bühnenbildner. La Cosa (Das Ding) zelebriert die Beziehung zwischen Mensch und dem natürlichen Element Holz. Die sinnliche Show ist eine Mischung aus absurdem Theater, Pantomime, Zirkus und Kunstperformance.

La Cosa wurde 2016 beim ›Prix de la critique Théâtre et Danse‹ von belgischen Kulturjournalisten als bestes Stück in der Kategorie Cirque Nouveau ausgezeichnet.

Der italienische Künstler Claudio Stellato begann seine Karriere beim Straßentheater und als Jazzmusiker und wurde an der französischen Zirkusschule Le Lido in Toulouse ausgebildet. Mit seinem Solo 240d gewann er bei zeitgenössischen Tanzfestivals mehrere Preise. Stellato arbeitet mit zahlreichen namhaften Schauspielern, Tänzern und Choreografen zusammen, darunter Oliver Py, Roberto Olivan und Karine Pontiès. Seine Produktionen werden auf Festivals in der ganzen Welt gezeigt. Stellato lebt und arbeitet in Brüssel. Seit 2014 ist er ›Associate Artist‹ des belgischen Kunst- und Kulturzentrum Les Halles de Schaerbeek.

»Eine körperlich hoch virtuose Nummer, die aber auch einleuchtend vorführt, dass bedingungslosem Wachstumsdrang ein Crash folgen muss.« (Theater heute)

Dauer: 55 Minuten
Keine Fremdsprachenkenntnisse erforderlich, empfohlen ab 9 Jahren
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Julian Blight, Mathieu Delangle, Valentin Pythoud, Claudio Stellato

Choreografie – Claudio Stellato
Bühne – Nathalie Maufroy
Produktion – Nathalie De Backer

www.la-cosa.eu

Plastic Heroes

Ein Krieg in der Wüste. Helikopter landen, Panzer rattern, Soldaten marschieren auf – beäugt von einem mächtigen Tiger. Feind und Ziel sind unklar, die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwimmt. Das filmreife Szenario spielt sich in einem überraschenden Rahmen ab: Ein einfacher Tisch dient als Schlachtfeld, der Tiger ist nur ein Stofftier. Sämtliche Waffen, Panzer, Flugobjekte und Soldaten sind aus Plastik. Ariel Doron stellt einen Kriegsschauplatz mit handelsüblichem Kinderspielzeug nach und nimmt so medial inszeniertes Heldentum auf die Schippe. Das Stück, das nahezu vollständig ohne Worte auskommt, ist ein ironisches Meisterwerk des schwarzen Humors. Durch die scheinbare Naivität eines kindlichen Spiels wird die brutale Wirklichkeit des Krieges umso deutlicher. Plastic Heroes ist lustig, grotesk, bitterböse und zugleich ein eindrucksvolles Plädoyer gegen den Krieg.

Der israelische Puppenspieler und Regisseur Ariel Doron studierte Figurenspiel an der School of Visual Theatre in Jerusalem sowie Film an der Universität Tel Aviv und zählt zu den populärsten Puppenspielern seiner Heimat. Er arbeitet sowohl fürs Theater als auch für Film und Fernsehen, u. a. spielte er den ›Elmo‹ in der israelischen Sesamstraße. Dorons Stücke sind oft satirische Kommentare zu gesellschaftspolitischen Entwicklungen und werden weltweit in Theater und zu Festivals eingeladen. Plastic Heroes war bereits in mehr als 20 Ländern zu sehen.

»›Plastic Heroes‹ ist ganz klar eins dieser kleinen Wunder, die so nur Figuren- und Objekttheater zu Stande bringt. Nämlich aus einem Spiel dezidierter Naivitätsanmutung und formaler Schlichtheit heraus unmittelbar den Nerv zu treffen, Emotion und Verstand zu stimulieren auf eine Art, die in ihrer Wirksamkeit dann alles andere als naiv oder schlicht ist.« (Leipziger Volkszeitung)

Dauer: 40 Minuten
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Von und mit Ariel Doron
Künstlerische Beratung – Shahar Marom
Co-Regie – Rotem Elroy, David Lockard
Video – Anael Resnick, Ariel Doron
Objekte und Figuren – Made in China

arieldoron.com

GOLA – A ceremony on behalf of a missing affinity

In ihrer neuen Arbeit für vier Tänzerinnen und Tänzer setzt sich die israelische Choreografin Reut Shemesh kritisch mit nationalen Zeremonien auseinander, die Gemeinschaftsgefühl, Trauer über Verluste oder Freude über Siege und vor allem Nationalismus vermitteln sollen. Shemeshs persönliche Biografie ist geprägt vom Verlust der eigenen Identität: Sie hat ihre Heimat Israel verlassen, ein gespaltenes Land, dessen Zerrissenheit sich in zahllosen Familiengeschichten fortsetzt. Als Kind, als Teenager und im Rahmen ihres Militärdienstes bei der israelischen Armee wurde Shemesh mit einer Vielzahl von Zeremonien konfrontiert. In GOLA hinterfragt und analysiert sie zum einen diese Form des ideologischen Theaters mit all seinen heroischen Gesten und kollektiv geleisteten Versprechen und widmet sich zum anderen der Frage nach der verlorenen Zugehörigkeit.

Die in Israel geborene und aufgewachsene Reut Shemesh studierte Choreografie am ArtEZ Institute of the Arts in Arnheim und absolvierte einen Masterstudiengang an der Kunsthochschule für Medien Köln, wo sie eine Filmsprache für ihre Tanzproduktionen entwickelte. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit als freischaffende Choreografin hat sie Lehraufträge an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf und an der Universität zu Köln. Shemesh arbeitet zumeist an der Schnittstelle von Tanz, Experimentalfilm und Poesie. Ihre Choreografien waren auf nationalen und internationalen Festivals (u. a. USA, Senegal, Israel, Schweiz) zu sehen und für zahlreiche Preise nominiert. Für ihre jüngste Arbeit Leviah erhielt Shemesh den Kölner Tanz- und Theaterpreis 2016.

»Reut Shemesh ist das spannendste Nachwuchstalent der letzten Jahre.« (AKT – Die Kölner Theaterzeitung)

Dauer: ca. 60 Min.
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Tanz/Performance/Kreation – Petr Hastik, Freddy Houndekindo, Reut Shemesh, Karoline Strys
Konzept/Choreografie – Reut Shemesh
Dramaturgie – Daniel Rademacher
Bühne, Licht, Film, Fotografie – Ronni Shendar
Musik, Sounddesign – Simon Bauer
Kostüm – Andres Santiago Alvarez Rodriguez

reutshemesh.com

Eine Produktion der Reut Shemesh Company in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2017, gefördert durch die Stadt Köln, das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW und die RheinEnergieStiftung Kultur

 

 

 

 

 

 

Jewish Monkeys

Jiddische Musik trifft die Marx Brothers: Wo die acht Musiker aus Tel Aviv auftreten, wird es wild, lustig und frech. Die Jewish Monkeys sind Musiker und Komödianten in Personalunion. Bewaffnet mit politisch inkorrekten Texten und einem ausgeprägten Sinn für Unsinn liefern sie eine mitreißende Show. Gerne brechen sie ethnisch-religiöse Tabus und holen zu satirischen Befreiungsschlägen aus. Sie machen keine Witze auf Kosten anderer, sondern sehen sich in einer Linie mit den großen jüdischen Comedians, die die Königsdisziplin beherrschten, vor allem sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Sie erinnern an die Marx Brothers und deren Lust an absurd-aggressiver Komik.

Die extrem tanzbare Musik der Jewish Monkeys pendelt zwischen Anarcho-Klezmer, zirkushaftem Chanson und punkig-energetischem Pop, die Sprache zwischen Englisch und Jiddisch.

Die Geschichte der Jewish Monkeys begann bereits in den 1970er-Jahren im Knabenchor der Frankfurter Synagoge. Hier nämlich lernten sich Roni Boiko und Jossi Reich kennen und wurden lebenslange Freunde. Drei Jahrzehnte später – inzwischen waren beide nach Israel ausgewandert – entstand zusammen mit Gael Zaider jenes köstlich respektlose Gesangstrio, das sich den Namen Jewish Monkeys gab und von Posaune, Akkordeon, E-Gitarre, Bass und Schlagzeug begleitet wird. Nach ihrem Debütalbum Mania Regressia (2014) haben die Jewish Monkeys im April 2017 ihre neues Werk High Words veröffentlicht.

»Diese Klezmer-Kapelle auf der Überholspur ist vor allem eine phantastische Live-Band im Punk-Modus. Noch stärker als auf ihrer Platte überwältigen live Raserei und Tollheit die Tradition.« (Süddeutsche Zeitung)

»Hätte Hitler nicht den Krieg fast gewonnen, würde jüdische Popmusik so klingen: naturstoned, schnell und wahnsinnig melancholisch.« (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Assaf Pariente, Jossi Reich, Gael Zaider – Gesang
Ran Bagno – Akkordeon
Omer Hershman – Gitarre
Moran Baron – Posaune
Yoli Baum – Bass
Henry Vered – Schlagzeug

jewishmonkeys.bandcamp.com

Werther!

Welche Relevanz hat Goethes gefühlsschwangerer Briefroman über den liebeskranken Werther noch in den Zeiten von Facebook, Twitter und iPhone-Kultur? Schauspieler Philipp Hochmair erzählt Werthers Geschichte unter Verwendung des Originaltextes und schlägt eine Brücke zwischen Sturm und Drang und dem Lebensgefühl der Jugend von heute. Es ist eine Aufführung, die sich zwischen Lesung, Monodram und Performance bewegt, und eine Einladung zum wohl berühmtesten Ego-Trip der deutschen Literatur.

Philipp Hochmair beginnt aus Goethes Briefroman vorzulesen und vertieft sich dabei in Werthers Zustände vor einer Kamera. Ein junger Mann, zum ersten Mal weg von zu Hause, stürzt sich in eine unmögliche Liebesgeschichte und beobachtet und genießt dabei seine Gefühlswelt. Seine Video-Projektionen werden dabei zum Road-Movie, zur Falle seiner Eitelkeit. Hochmair gewährt Einblick in die Seele eines Unglücklichen und die Mechanismen der Selbstzerstörung.

Seit 1997 ist Werther! auf Erfolgstour. Die »tragikomische, heulaberwitzige, freie und wütende Inszenierung« (Theater der Zeit) ist ein jugendlicher Geniestreich von Hochmair und Regisseur Nicolas Stemann, die heute zu den bekanntesten Köpfen der deutschsprachigen Theaterlandschaft gehören. Die Low-Budget-Produktion schaffte es von Nürnberger Klassenzimmern bis ans Wiener Burgtheater, auf Auslandsgastspielen von Moskau bis Bogotá und wird auf dem ASPHALT Festival ihr 20-jähriges Jubiläum feiern.

Philipp Hochmair war von 2003 bis 2009 Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, seit 2009 ist er am Thalia Theater in Hamburg. Engagements führten ihn zudem u. a. zum Staatstheater Hannover, zu den Schauspielhäusern Hamburg und Zürich, zur Volksbühne und dem Deutschen Theater in Berlin. Einem größeren Publikum wurde er durch zahlreiche Film- und Fernsehrollen bekannt. Seit 2015 ist er einer der Protagonisten der ORF/ARD-Serie Vorstadtweiber. Mit dem Regisseur Nicolas Stemann arbeitet Hochmair seit vielen Jahren intensiv zusammen, u. a. bei diversen Uraufführungen von Elfriede Jelinek und der Hamlet-Inszenierung für das Schauspiel Hannover mit Hochmair in der Titelrolle, die zum Berliner Theatertreffen eingeladen wurde. Stemann ist aktuell Hausregisseur an den Münchner Kammerspielen und wird zur Saison 2019/2020 neuer Intendant am Zürcher Schauspielhaus.

»Eine Sternstunde mit einem Star, Philipp Hochmair, einem Ausnahmetalent.« (Neue Züricher Zeitung)

»Stemanns ›Werther‹ trifft den Nerv der Zeit, ohne den Text zu verraten. Ihm zuzuschauen bereitet eine Stunde lang großes Vergnügen.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)

»Das schönste und verwirrenste an der Lachlust-Pille, die Stemann verabreicht, ist der Sprachrausch den sie auslöst. Unter Einfluss dieser Droge erreicht das Publikum Zustände heller Klarheit, in denen der Witz umschlägt in Gefühl und Erkenntnis.« (Basler Zeitung)

Dauer: 75 Minuten
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Philipp Hochmair

Regie – Nicolas Stemann

philipphochmair.com

Omer Klein – Haggai Cohen-Milo

Exklusiv für ASPHALT 2017 treffen zwei außergewöhnliche Künstler aufeinander: Obwohl den Pianisten Omer Klein und den Bassisten Haggai Cohen-Milo eine lange musikalische Freundschaft verbindet und sie unter anderem im bekannten Omer Klein Trio zusammen spielen, wird dieser Abend etwas ganz Besonderes: Das Konzert präsentiert die Jazzgrößen im intimen Rahmen eines Duos. Das Programm umfasst Kompositionen sowohl von Klein als auch von Cohen-Milo – zeitgenössischen Jazz mit ansteckendem Groove, der Grenzen überwindet und gefärbt ist von nahöstlichen Einflüssen.

Omer Klein und Haggai Cohen-Milo vereinen gemeinsame Wurzeln: Beide stammen ursprünglich aus Israel und gingen mit Anfang 20 in die Vereinigten Staaten, um Jazz am New England Conservatory of Music in Boston zu studieren. Später zogen sie nach New York, wo Cohen-Milo nach wie vor lebt. Omer Klein kam vor einigen Jahren nach Deutschland und ist in Düsseldorf sesshaft geworden. Im Sommer beenden die beiden eine Europatour zum neuen Album des Omer Klein Trios (Sleepwalkers, erschienen bei Warner Music), auf der sie innerhalb von vier Monaten mehr als 30 Konzerte absolviert haben werden.

Omer Klein gehört zur »ersten Garde der zeitgenössischen Jazz-Pianisten« (Jazz Podium). Der Musiker und Komponist veröffentlichte bislang sieben Alben und tourt als Solist und mit seinem Trio um die Welt. Die ›Süddeutsche Zeitung‹ bezeichnete ihn als »Meisterpianisten«, ›Der Spiegel‹ und ›Die Zeit‹ widmeten dem internationalen Star ein Porträt. Omer Klein gewann 2013 den Förderpreis für Musik der Stadt Düsseldorf, 2015 den Förderpreis des Landes NRW und wurde 2016 für sein Trio-Album Fearless Friday für den ECHO Jazz nominiert. Seit 2016 ist Klein offizieller ›Steinway-Künstler‹ und damit in den exklusiven Club großer Pianisten aufgenommen, dem auch Künstler von Martha Argerich bis Keith Jarrett angehören.

Haggai Cohen-Milo ist ein virtuoser Bassist und Komponist und beschäftigt sich intensiv mit interdisziplinärer Improvisation und Kunst. Seine Konzerte führen ihn in viele Länder Europas, Amerikas, des Nahen Ostens und Asiens. Er hat mehr als 25 Studioalben als Solokünstler und Bandmusiker aufgenommen. Sein kompositorisches Werk umfasst neben Jazz auch Musik für zeitgenössische Tanzstücke, Theater und Film. Seit mehr als acht Jahren arbeitet Cohen-Milo mit Tänzern, Choreografen und Musikern nach der von ihm entwickelten ›MakeSpeak Method‹ zusammen, die es Künstlern verschiedener Disziplinen erleichtert, aufeinander zu reagieren und miteinander zu kommunizieren.

Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Omer Klein
 – Piano
Haggai Cohen-Milo
 – Kontrabass

omerklein.com
haggaicohenmilo.com

Eine Produktion von Omer Klein in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2017, unterstützt von Steinway & Sons Düsseldorf

Heroes

Heroes huldigt den Helden des Urban Dance. Neun Tänzerinnen und Tänzer, die eng anliegende Catsuits in auffälligen Farben tragen, treffen auf einer stark limitierten Tanzfläche von gerade einmal 3×3 Metern aufeinander.

Der Choreograf Radhouane El Meddeb entwickelte die elektrisierende Choreografie, indem er junge Breakdancer, Voguer und Hip-Hop-Tänzer beobachtete: wie ein improvisierter Kreis auf dem Asphalt zur Bühne wird, die Tänzer sich hineinwerfen und auf ihr Gegenüber reagieren. El Meddeb faszinierten die schnellen Bewegungen, die Leidenschaft und die Energie, mit denen die Performer ihr Innerstes nach Außen kehren. In Heroes bedient er sich am Vokabular des Hip-Hops und übersetzt es in zeitgenössischen Tanz – er zeigt auf engstem Raum die Essenz des Street Dance in einer neuen Form. Auch die Musik wirkt wie fragmentiert und neu zusammengesetzt, sie vereint den treibenden Rhythmus von Hip-Hop und Rap mit Anklängen von Minimal Music, Salsa und Klassik.

Radhouane El Meddeb erhielt seine Ausbildung am Institut Supérieur d’Art Dramatique in Tunis und am Theatre National de Toulouse. Er wurde von Internationalen Theaterinstitut als ›Junger Hoffnungsträger des tunesischen Theaters‹ ausgezeichnet. Der Theatermann und Choreograf arbeitet sowohl mit herausragenden Künstlern der arabischen Welt als auch französischen Regisseuren und Autoren zusammen. Seine Tanzperformances waren auf zahlreichen renommierten Festivals zu sehen. Seit 2011 ist Radhouane El Meddeb ›Associate Artist‹ des Kunst- und Kulturzentrum Centquatre in Paris.

»Genial ist die kleine Bühne, auf der alle zusammen halten und tanzen müssen. Das wirkt elektrisch und hat eine große Plastizität, pulsierend vor Energie.« (Danser Canal Historique)

Dauer: 65 Min.
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Aston Bonaparte, William Delahaye, Annabelle Kabemba, Smail Kanoute, Brice Rouchet, Kim Evin, Arnaud Duprat, Sandra Sainte Rose, Dimitri Vandal

Choreografie – Radhouane El Meddeb
Künstlerische Mitarbeit – Moustapha Ziane
Bühne – Annie Tolleter
Kostüm – Cidalia da Costa
Licht – Xavier Lazarini
Sounddesign – Olivier Renouf

lacompagniedesoi.com

Touring Support: Le Centquatre on the road

Curse & Takeover!Ensemble

Wenn eine Hip-Hop-Größe wie Curse auf Beats und Basslines verzichtet und stattdessen zu wundervoller klassischer Musik rappt, verspricht das ein ganz besonderer Abend zu werden. Ein Rapper trifft auf ein kammermusikalisches Ensemble – das ist das Konzept dieses ungewöhnlichen Crossover-Konzertes. Der Geiger Miki Kekenj hat Songs von Curse neu arrangiert und ihnen ein klassisches Outfit umgelegt, ohne dabei die Kernaussage der Musik zu verlieren. Die Kompositionen vereinen die Kraft eines klassischen Orchesters mit der Energie und dem Groove des Sprechgesangs. Beide Elemente begegnen sich auf Augenhöhe.

Curse ist seit mehr als 15 Jahren eine wichtige Größe in der deutschen Hip-Hop-Szene und gilt als ›philosophischer Rapper‹ – seine Lyrics bestechen durch anspruchsvolles Niveau und hohe Intelligenz. Künstlerische Kollaborationen sind Curse nicht fremd: Mit Marius Müller-Westernhagen hat er das Stück Freiheit runderneuert, mit Silbermond den Track Bis zum Schluss geschrieben, für die Band Glasperlenspiel hat er als Songwriter gearbeitet. Sein letztes Album Uns schaffte es bis auf Platz fünf der deutschen Album-Charts.

Der in Düsseldorf lebende Miki Kekenj ist ein musikalischer Grenzgänger im besten Sinne. Im Hauptberuf Violinist und erster Konzertmeister der Bergischen Symphoniker, pflegt Kekenj seit seiner Jugend eine große Leidenschaft für die Komposition und Produktion von Hip-Hop-Tracks. Er begleitete schon Soulgrößen wie Aloe Blacc oder Erykah Badu mit seinem Streichquartett und lässt im Rahmen der Konzertreihe ›Takeover!‹ in der Philharmonie Essen regelmäßig Pop- und Hip-Hop-Künstler auf ein kammermusikalisches Ensemble treffen. An diesen speziellen Abenden mit u. a. Moonbootica, Maxim, Joy Denalane, Cassandra Steen oder Bosse verwandelt er den klassischen Konzertraum in ein ungewohntes Terrain für die Künstler und das Publikum und lockt auch viele junge Zuhörer in die Philharmonie.

Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Curse – Rap und Texte
Miki Kekenj – Violine, Konzeption und Arrangements
Christian Leschowski – Oboe
Marlies Klumpenaar – Klarinette
Consuelo Redondo – Viola
Matthias Wehmer – Violoncello
Max Dommers – Kontrabass

curse.de
mikizuhause.de/takeover.htm

 

Clean City

Auf dem Höhepunkt der griechischen Finanzkrise 2012 zogen Rechtsextreme durch Athen und machten Jagd auf Einwanderer. Sie forderten, die Stadt ›zu säubern‹ und ›auszumisten‹. Die Theatermacher Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris hinterfragten die Parolen: Wer säubert denn eigentlich Athen? Wer räumt Tag für Tag den Dreck weg? Es sind Menschen aus aller Herren Länder, also genau die Migranten, die Ziel der rassistischen Übergriffe waren. In Clean City werden diese Namenlosen zu Hauptdarstellern: Fünf echte Putzfrauen aus Athen stehen auf der Bühne, Migrantinnen aus Albanien, Bulgarien, Südafrika, Moldawien und von den Philippinen.

Sie sind geborene Entertainerinnen, offenherzig, selbstbewusst und mit teils derbem Humor – und stellen gleich zu Beginn klar, dass sie nach der Vorstellung keine Kaugummis unter den Sitzen sehen wollen. Seit Jahren verdienen diese starken Frauen ihren Lebensunterhalt damit, den Dreck anderer wegzumachen, und nun erzählen sie uns von sich: von Familie, Heimat, geplatzten Träumen und wie man seine Würde behält, während man den Schmutz bekämpft. Und zwischendurch singen sie ausgelassen Schnulzen und tanzen mit Staubwedeln. Diese Frauen räumen auf – auch mit ihren und unseren Vorurteilen.

Clean City wurde erstmalig im Februar 2016 in Athen aufgeführt und eroberte von dort aus die Bühnen Europas. Das gefeierte Theaterstück war unter anderem schon in Frankreich, der Schweiz, Slowenien, Litauen, Portugal und Belgien zu sehen, immer auf griechisch mit Übertiteln in der jeweiligen Landessprache.

Die jungen Regisseure Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris leben und arbeiten überwiegend in Griechenland und Deutschland. Sie waren u. a. zum Internationalen Forum des Berliner Theatertreffens eingeladen und als Regieassistenten bei Rimini Protokoll tätig. Gemeinsam haben sie bereits mehrere dokumentarische und auf biografischem Material basierende Theaterstücke geschrieben und inszeniert. Seit 2015 sind sie die künstlerischen Leiter der Experimentierbühne des griechischen Nationaltheaters in Athen.

»Ein großartiges Stück Gegenwart, ein Text über Globalisierung und Heimat, Sehnsucht und Familie, das Verschwinden der Mittelklasse und die Träume, die Europa noch immer für so viele birgt.« (Süddeutsche Zeitung)

»Das politische Theater soll tot sein? Ganz im Gegenteil, die Bühne bleibt das beste Forum, auf dem sich alles denken und mit Witz und Lebendigkeit erfinden lässt. Und der Sinn fürs Komische, Spielerische, mit dem diese Frauen Federwisch und Besen schwingen, ist ihre schönste Widerstandswaffe. Wirksamer als jede todbringende Klage. Lachend lebt es sich besser als in Tränen.« (Télérama)

In griechischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Dauer: 1 Std. 15 Min.
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mit Lauretta Macauley, Rositsa Pandalieva, Fredalyn Resurreccion, Drita Shehi, Valentina Ursache

Regie und Stückentwicklung – Anestis Azas, Prodromos Tsinikoris
Bühne und Kostüm – Eleni Stroulia
Licht – Eliza Alexandropoulou
Musik – Panagiotis Manouilidis
Video – Nikos Pastras
Dramaturgie – Margarita Tsomou
Regieassistenz – Ioanna Valsamidou, Liana Taousiani
Kostüm- und Bühnenbildassistenz – Zaire Falirea
Puppenbau – Yiannis Katranitsas
Videoauftritt – Nelly Kambouri
Produktionsleitung – Vasilis Chrysanthopoulos

Ein Theaterprojekt des Goethe-Instituts in Kooperation 
mit den Münchner Kammerspielen. Koproduktion und Touring Support: Onassis Cultural Centre Athens

   

Offizielle Eröffnung des Festivals

Wir heißen Sie von Herzen willkommen zu dem offiziellen Kickoff des ASPHALT Festivals.

Das Festival verbindet Menschen und Künstler und dieser Abend ist eine schöne Gelegenheit – auch für Sie – dieses Miteinander zu erleben.
Tauschen Sie sich aus, trinken Sie das ein oder andere Kaltgetränk miteinander und genießen Sie mit uns diese Sommernacht!

ASPHALT clubbing!

Mayo Velvo ist eine feste Größe in der deutschen Kleinkunstszene. Der Düsseldorfer Chansonnier, Conferencier und Entertainer singt umwerfend charmant Lieder, Chansons und Couplets und tritt mit seinen Programmen (u. a. „Velvo sings Eurovision“, „Verführt, verliebt, ver…“) regelmäßig in der Stadt auf. Velvo überzeugt aber nicht nur am Mikrofon, sondern auch an den Plattentellern: Unter dem Künstlernamen „ledivo“ ist er zudem als DJ unterwegs. Nahezu jeden Freitag legt er in der Bar Studio 1 bei der Partyreihe “Musique queerbeat” auf, auch im Monkey’s West, im KIT Café oder bei der NOMI Burlesque Show sorgte er für mitreißenden Sound. Zum Festival-Finale beschert uns ledivo eine sommerliche Clubbingnacht mit Lounge, Pop und Jazz, gespickt mit weltmusikalischen Klängen vom Balkan über Frankreich bis Brasilien.

Dauer: open end
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

velvo.de

ASPHALT meets Open Source!

Wenn das Open Source Festival auf der Galopprennbahn seine Pforten schließt, öffnen wir die Türen zu einer famosen After-Show-Party in den Räumen des Weltkunstzimmers!

Monsieur Discothèque aka Memo Torfilli beweist im Strandclub des Stahlwerks regelmäßig, dass er der perfekte DJ für eine heiße Sommernacht ist – ob bei den Treibgut-Partys oder beim Streetfood Festival. Auch bei der Schnippeldisko im Boui Boui ist er ein Garant für geschmackssichere Grooves. Monsieur Discothèque war einer der ersten DJs im legendären Cape Coast, fünf Jahre lang Resident im Chateau Rikx und hat bereits im Vorprogramm von Jamiroquai, US3, Madness und den Specials aufgelegt. Der stets stilsicher gekleidete DJ mit dem ausgeprägten Faible für rare Beats ist Inhaber des Brit-Style-Shops „Modlord“ in Unterbilk. Bereits 2013 und 2014 hat Monsieur Discothèque das ASPHALT-Festivalgelände in eine einzige Partymeile verwandelt. Deshalb freuen wir uns riesig auf seinen dritten Auftritt! Clubbing-Code: Real R’n’B, Soul, Jazz und Funk.

Dauer: open end
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Inside Out

Pianist Florian Weber, Echo- und WDR-Jazz-Preisträger, und Markus Stockhausen, mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichneter Trompeter und Komponist, bewegen sich völlig frei zwischen den Klangwelten. Spielfreude paart sich mit meisterlichem Können, farbenreiche Kompositionen und inspirierte Improvisationen fügen sich zu einem harmonischen Ganzen, den Instrumenten werden ungeahnte Töne entlockt. Die Musiker werfen sich die Themen wie Bälle zu, mitunter komplexe, virtuose Ton- oder Akkordfolgen, lebhaft und jazzig, dann wieder harmonisch-melodiös, ruhig und innerlich. Das sanfte Flügelhorn wird untermalt von einfühlsamen Klängen des Klaviers – ein fesselndes, musikalisches Erlebnis.

Auf ihrem ersten Album Alba (soeben erschienen auf ECM) eint die Musiker ein tiefes Interesse am Prozess des kreativen Ausdrucks, der intensiven Suche nach Echos, Nachklängen, Einsichten. Der Spannungsbogen ihrer Musik ist breit und reicht von der beschwingt-melodischen Gangart über gebrochenen Optimismus bis zur fesselnd-introspektiven Stimmung.

Dauer: ca. 2 Std. inkl. Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Markus Stockhausen – Flügelhorn und Trompete
Florian Weber – Klavier

markusstockhausen.de
florianweber.net

Recomposing_Art VI: Guernica

Guernica (1937, Öl auf Leinwand) gehört zu den bekanntesten Gemälden Pablo Picassos. Es entstand als Reaktion auf die Zerstörung der gleichnamigen spanischen Stadt während des Spanischen Bürgerkrieges. Picasso malte das Bild mit den gewaltigen Ausmaßen in fieberhafter Hast innerhalb von zwei Monaten für die Weltausstellung in Paris aus der Überzeugung heraus, „dass ein Künstler, angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig verhalten kann.“

Mit Guernica legt Bojan Vuletić den sechsten Teil seiner RecomposingArt-Reihe vor. Der Zyklus behandelt Arbeiten ausgewählter Künstler aus den Bereichen Poesie, Bildende Kunst, Fotografie, Film, Theater, Tanz und Literatur. Vuletić re-komponiert die Werke und transportiert sie in eine neue, rein musikalische Form.

Die Komposition Guernica findet für die ungeheure Wucht des Gemäldes und die geschichtliche Unmenschlichkeit eine musikalische Sprache. Analog zur bildlichen Aufteilung ist das Werk ein musikalisches Tryptichon, mit großer Dynamik und extremen klanglichen Mitteln.

Vuletićs Werk für Streichquartett, Vibraphon, Perkussion, Tenor- und Sopransaxophon, Trompete und Tuba wird von einem internationalen Ensemble aufgeführt, dem einige der namhaftesten Interpreten für zeitgenössische und improvisatorische Musik angehören.

Dauer: ca. 1 Std. 15 Minuten, ohne Pause
Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei.

Matt Moran – Vibraphon und Perkussion
Ingrid Laubrock – Tenor- und Sopransaxofon
Nate Wooley – Trompete
Dan Peck – Tuba
MIVOS quartet:
Olivia de Prato – Violine
Marco Fusi – Violine
Victor Lowrie – Viola
Mariel Roberts – Cello
Bojan Vuletić – Komposition

mattmoran.com
ingridlaubrock.com
natewooley.com
danpeckmusic.com
mivosquartet.com
bojanvuletic.com

Eine Produktion von Bojan Vuletić in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2016, gefördert von der Kunststiftung NRW.

logo-asphalt-Kooperation                      logo-kunststiftung-nrw

 

Frerk, du Zwerg!

Wenn der Junge Frerk sich etwas wünschen dürfte, wäre es ein Hund. Aber Mama ist gegen diese Tiere allergisch. Wenn man es genau nimmt, ist sie das eigentlich gegen fast alles, was Spaß macht. Außerdem hat sie bei der Namensgebung ihres Sohnes nicht nachgedacht. So muss es gewesen sein, denn es gibt eigentlich nur eine Sache, die sich auf Frerk reimt, und deswegen wird er in der Schule immer „Frerk, du Zwerg!“ gerufen. Dabei ist er nur der Zweitkleinste! Eines Tages findet Frerk im Sand ein seltsames Ei, und als er es aus Versehen in seiner Hosentasche ausbrütet, wird plötzlich alles ganz anders …

Finn-Ole Heinrichs fantasievolle und turbulente Geschichte um einen kleinen Außenseiter wurde 2012 mit dem deutschen Jugendliteraturpreis in der Kategorie Kinderbuch ausgezeichnet. Die Begründung der Jury lautete: „Frerk, du Zwerg! ist Quatsch in seinem allerbesten und allerfeinsten Sinne und ein Plädoyer für Anarchie, Mut und Selbstbewusstsein.“ Mathias Beckers Bühnenfassung für das Junge Staatstheater Karlsruhe ist ein Wechselspiel zwischen Puppentheater und Schauspiel, zwischen Realität und Fantasie, zwischen Wortwitz und Slapstick, das ein Publikum ab 5 Jahren gelegentlich ins Grübeln, aber noch öfter zum Staunen und Lachen bringt.

Empfohlen ab 5 Jahren

Dauer: 1 Std. 15 Minuten, ohne Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mathias Becker – Regie
Gildas Coustier – Bühne und Kostüme
Annalena Schott – Dramaturgie
Mit Katharina Breier, Michel Brandt, Felician Hohnloser

staatstheater.karlsruhe.de

15 songs from my shows

Ivo Dimchev ist ein Monster – und gleichzeitig bezaubernd. Die Zeit schrieb über ihn: „Der Performance-Künstler Ivo Dimchev ist ein hemmungsloser Narzisst. Aber alles, was er zeigt, ist echt und wahr: Man kann seine Kunst nur lieben – oder hassen. Seine Radikalität besteht in seiner Authentizität; er ist alles das, was er zeigt: Frau und Mann, gut und böse, jämmerlich und grandios.“

Der bulgarische Performer und Choreograf agiert an den Grenzen zwischen Performance, Tanz, Theater, Musik, Bildender Kunst und Fotografie. Er hat über 30 verschiedene Performances entwickelt, die in Europa, Nord- und Südamerika und Asien zu sehen waren. Für seine Arbeiten erhielt Dimchev zahlreiche internationale Preise. Beim ASPHALT Festival spielt er eines seiner raren Live-Konzerte, bei dem man Zeuge seiner enormen Musikalität und seines außergewöhnlichen Gesangstalents wird. 15 songs from my shows ist eine Art Best-of und doch viel mehr als das. Die meist selbst komponierten Lieder aus seinen eigenen Performances hebt Dimchev aus ihrem Kontext heraus und präsentiert sie als unabhängige, individuelle Meisterwerke.

Dauer: ca. 1 Stunde, ohne Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Ivo Dimchev – Gesang
Svetlin Hristov – Piano

ivodimchev.com

Kunst gegen Bares 2016

„Kunst gegen Bares“ ist die bunteste Theatershow Deutschlands, denn hier ist alles möglich. Frau Scholten und Herr Buurmann moderieren den Abend stimmgewaltig, grottenehrlich und stets dem Publikum zugewandt. Alles kann passieren, mal laut, mal leise, mal lang, mal kurz.

Unentdeckte Talente und professionelle Performer stellen sich beherzt der unmittelbaren Wertschätzung der Zuschauerinnen und Zuschauer. Die Künstler sitzen zusammen im Publikum und werden von den Moderatoren für eine festgesetzte Präsentationszeit auf die Bühne geholt. Für jeden Künstler wird nach der Präsentation ein Sparschwein aufgestellt und das Publikum wird aufgefordert, die erlebte Kunst durch Geldeinwurf in die jeweiligen Sparschweine zu honorieren. Das Geld in den Sparschweinen geht zu 100 Prozent an die Künstler und die- oder derjenige mit dem meisten Geld wird zum Kapitalistenschwein des Abends gekürt. Das Publikum entscheidet also wie hoch und weit die Künstler fliegen, aber eines ist sicher: Sie landen auf dem Zwerchfell.

Mit Gerd Buurmann, Hildegart Scholten

Dauer: ca. 2 Std.
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

kunstgegenbares.de

Mokoomba

Die Wurzeln Mokoombas liegen an der Grenze von Simbabwe und Sambia, wo der Sambesi auf die legendären Victoria Falls trifft. Sechs junge Musiker schöpfen aus dem Reichtum der verschiedenen Kulturen und erschaffen eine einzigartige musikalische Welt. Die Band begeistert das Publikum mit einer elektrisierenden Mischung aus Afro-Fusion und verlockenden traditionellen Tonga-Rhythmen, überstrahlt von der außergewöhnlichen Stimme des Sängers und Percussionisten Mathias Muzaza.
Mit der rohen Energie der afrikanischen Rhythmen und der geballten Kraft großartigen Songwritings kreiert Mokoomba ihren einzigartigen, wunderbar tanzbaren Afro-Fusion-Sound.

Mokoomba hat nach dem Music Crossroads Southern Africa Award 2008 zahlreiche weitere Preise gewonnen, so auch 2012 den Songlines Award für Best Album und Best Newcomer. Ihr Auftritt beim ASPHALT Festival ist ein Pre-Release-Konzert für das neue Album, das im Herbst 2016 erscheinen wird.

Dauer: ca. 1 Std. 30 Minuten, ohne Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Mathias Muzaza – Gesang & Percussion
Trustworth Samende – Gitarre
Abudance Mutori – Bass
Miti Mugande – Percussions
Donald Moyo – Klavier
Ndaba Coster Moyo – Schlagzeug

mokoomba.co.zw

logo-funkhaus-europa

say you do

Eintritt frei.

Die Bildhauer Andreas Fischer und Lorenzo Pompa zeigen bei ASPHALT 2016 eine Installation zum Festivalthema Niemandsländer. Dabei beschäftigen sie sich vor allem mit der Frage, wie sie als räumlich und choreografisch arbeitende Künstler in einem Niemandsland – einem Land ohne Verortung, ohne Landmarken und Hoheitszeichen – Position beziehen können. Sechs bis acht Skulpturen werden zu einem Szenario zusammengestellt, in dem vielfältige Bezüge zwischen Körper und Individuum entstehen.

Der in Düsseldorf lebende und arbeitende Bildhauer Andreas Fischer (Jahrgang 1972) erschafft aus Alltagsgegenständen Maschinen. Autoteile, ausrangierte Haushaltsgeräte, Restposten von Computern sowie akustisch-visuelle Relikte aus Funk und Fernsehen montiert er zu sprechenden, sich choreografisch bewegenden Formationen. Für seine kinetische Kunst ist der Absolvent der Düsseldorfer Kunstakademie bereits vielfach ausgezeichnet worden.

Lorenzo Pompa (Jahrgang 1962) studierte Architektur in Rom und Düsseldorf und ist ebenfalls Absolvent der Düsseldorfer Kunstakademie. In seinen weißen Gipsskulpturen wechseln sich amorphe und geometrische Partien ab, so dass die massiven, statischen Kunstwerke dennoch Leichtigkeit, Bewegung und Spannung ausstrahlen. Pompas Arbeiten werden regelmäßig in Galerien und Museen im In- und Ausland ausgestellt.

Die Ausstellung “say you do” ist während des Festivalbetriebs vom 9.-17. Juli 2016 täglich ab 18:00 Uhr zu besichtigen. Der Zugang ist barrierefrei.

andreasfischermachines.de
lorenzopompa.com

Eine Produktion von Andreas Fischer und Lorenzo Pompa in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2016.

Und auch so bitterkalt

Lara Schützsacks virtuoses Roman-Debüt „Und auch so bitterkalt“ ist eine einfühlsame, nachdenkliche Annäherung an das Erwachsenwerden. Erzählt wird die Geschichte von Lucinda aus der Perspektive der jüngeren Schwester Malina: Lucinda ist schön, lebenshungrig und leuchtet wie ein Stern. Sie scheint in einer anderen Welt zu leben, nach eigenen, erbarmungslosen Regeln. Wer Lucinda liebt, muss ertragen, ihr niemals richtig nah sein zu können. So sind Sterne eben. Und manchmal fallen sie vom Himmel und verglühen. Einfach so. – Die Romanvorlage schildert intensiv, beklemmend und ungeheuer dicht Lucindas Lebenshunger in einer Welt zwischen Selbstoptimierungswahn und Sinnsuche. Sichtbares Zeichen von Lucindas Versuch, aus bestehenden Normen und Konventionen auszubrechen, ist ihre Magersucht, die ihr das Gefühl autonomer Selbstbestimmung gibt.

Parallel zu den Proben findet in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendzentrum HiP aus Bonn ein Projekt mit zehn Jugendlichen ab 14 Jahren statt. Ausgehend von dem Roman Und auch so bitterkalt arbeiten sie unter dem Titel „Tenebrien – ein Land für die, die zu viel wünschen“ künstlerisch zu den Themen Rückzugsorte/ Zufluchtsorte/ Alltagsfluchten. Zur Premiere planen sie eine Rauminstallation mit integrierten kleinen Performances.

Das Theater Marabu ist regelmäßig auf den wichtigsten regionalen und überregionalen Theaterfestivals vertreten und war bereits in 16 Ländern zu Gast. Seine Produktionen wurden vielfach ausgezeichnet und u.a. nominiert für den George Tabori Preis und den deutschen Theaterpreis Der FAUST).
 2015 erhielt das Theater Marabu den ASSITEJ Preis für besondere Verdienste im Theater für junges Publikum und den INTHEGA Preis für richtungsweisendes Theater.

Empfohlen ab 14 Jahren

Dauer: ca. 70 Minuten
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Claus Overkamp – Regie
Claus Overkamp & Ensemble – Bearbeitung
Regina Rosing – Ausstattung
Tina Rücker – Dramaturgie
Bene Neustein – Lichtkonzept
Mit Julia Hoffstaedter, Manuela Neudegger

www.theater-marabu.de

Eine Produktion des Theaters Marabu in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2016, gefördert durch die Stadt Bonn und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW. Aufführungsrechte beim Verlag der Autoren.

logo-asphalt-Kooperation
logo-ministaerium-nrw
Bonn Logo neu

Finalgötterfunken 2016

Eintritt frei.

Es wird Zeit, dass die Kultur den Sport zurückerobert.

Am 10. Juli 2016 ist Ausnahmezustand. Unabhängig davon, welcher Blattersepp die FIFA-Weltherrschaft innehat und wie korrupt die UEFA ist – eins steht fest: Alle, wirklich alle, die braven, die kritischen, die loyalen und die revolutionären Menschen, alle werden am 10. Juli 2016 Fußball gucken.
Dieses paradoxe Spektakel schreit nach einer künstlerischen Reaktion, die dem Spiel nicht die Spannung nimmt, sondern den Schwalben und Fehlentscheidungen ein wenig Wagner schenkt, Reporterphrasen zerdrischt, dem Triumph und Spott Beethoven hinzufügt, Fußballexperten in ihre blanke Komik zerlegt, Tore und Lattenknaller rammsteinigt und die Poesie aus Schlachtgesängen herauskitzelt.

Wir zeigen das WM-Finale live auf einer großen Leinwand, allerdings ohne Ton – für den sorgen zwei der verrücktesten Düsseldorfer Schauspieler und ein kongenialer Musiker. Die Improvisationsperformance wird flankiert von einem Rahmenprogramm aus Torwandschießen, nationalen (Lobes-)Hymnen und Pauseninterviews.

Moritz Führmann ist Schauspieler und prägender Charakterkopf im Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses. Immer wieder ist er auch in Fernsehproduktionen zu erleben. 2013 wurde Moritz Führmann mit dem Gustaf als Bester Schauspieler und 2015 mit dem Förderpreis für Darstellende Kunst der Stadt Düsseldorf ausgezeichnet.

Bernhard Schmidt-Hackenberg genoss in Berlin als Kind eine Ballettausbildung, lernte Cello und absolvierte später das Schauspielstudium an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Er gastierte an zahlreichen Theatern und ist seit der Spielzeit 2014/2015 festes Ensemblemitglied am Jungen Schauspielhaus Düsseldorf. 2015 gewann er den Dead or Alive-Poetry Slam.

Der Pianist Andreas Hirschmann deckt ein unglaubliches Spektrum ab, das bei Sakralmusik beginnt und elektronischen Balalaikaklängen noch lange nicht zu Ende ist. Der gelernte Kirchenorganist hat am Konservatorium in Köln eine klassische Klavierausbildung absolviert und ist seit vielen Jahren musikalischer Leiter am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Schauspielhaus Köln. Er ist u. a. Keyboarder und Sänger der legendären Wuppertaler Folk-Progressive-Rockband „Hoelderlin“, Mitglied des Kölner Jazz-Orgeltrios „Swinger Club“ und sorgt in Düsseldorf jeden Monat als „Original-Reiner-Tisch-Kammer-Bigband“ für Stimmung und Musik bei der monatlichen Kabarett-Comedy-Show im Uerige.

Dauer: 90 Minuten plus Nachspielzeit, Verlängerung möglich
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

moritzfuehrmann.com
bernhard.schmidt-hackenberg.net

Eine Produktion von Moritz Führmann, Bernhard Schmidt-Hackenberg und Andreas Hirschmann in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2016.

logo-asphalt-Kooperation

Es sagt mir nichts, das sogenannte Draussen

Eine junge Frau sitzt abends allein in ihrer Wohnung. Freundinnen kontaktieren sie per Skype und Chat, SMS treffen ein, die Mutter ruft an. Einige Stockwerke tiefer im Keller: ein gefesselter und geknebelter Mann …

Von den Medien und der Werbeindustrie produzierte Frauenbilder, der Druck, erfolgreich sein zu müssen, und eigene Ängste und Sehnsüchte bestimmen das Leben der jungen Frauen. Da werden nächtliche Prügeltouren durch die Stadt thematisiert, Körperkult und Fitnesswahn, Shoppingexzesse zwischen den BWL-Vorlesungen. Wie wollen die Frauen leben? Wo suchen sie die Ursachen für ihre Orientierungslosigkeit? Es sagt mir nichts … ist die wütende, beißend-komische Bestandsaufnahme einer jungen Frau, die sich selbst und andere Frauen in ihren Reaktionen auf die Welt befragt.

Das Gorki wurde 2014 als “Theater des Jahres” ausgezeichnet und gilt als eine der spannendsten und renommiertesten Bühnen der Republik. Es sagt mir nichts, das so genannte Draußen wurde von der Fachzeitschrift „Theater heute“ zum deutschsprachigen Stück des Jahres 2014 gewählt.

Dauer: 1 Std. 15 Minuten, ohne Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Sebastian Nübling – Regie
Tabea Martin – Choreografie
Magda Willi – Ausstattung (Raum)
Ursula Leuenberger – Ausstattung (Kostüme)
Moïra Gilliéron – Ausstattung (Raum, Kostüme)
Katja Hagedorn – Dramaturgie
Mit Nora Abdel-Maksoud, Suna Gürler, Rahel Jankowski, Cynthia Micas

gorki.de

Eine Produktion des Maxim Gorki Theaters in Kooperation mit dem jungen theater basel.

Blind

Wer blind wird, tastet, verirrt sich, wütet, fühlt sich ausgeschlossen, horcht und hofft auf ein Wunder. Der international gefeierte brasilianische Tänzer und Puppenspieler Duda Paiva hat diesen Zustand in seiner Jugend selbst erfahren. Mit einer einzigartigen Kombination aus Tanz, dem Spiel mit lebensgroßen Puppen, Video und Klang nähert er sich diesem schwierigen Kapitel seiner Biografie und kreiert eine Metapher über die Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Paivas Fähigkeit, Charaktere zuzuspitzen und auch desolatesten Situationen mit abgründigem Humor Komik abzugewinnen, macht Blind zu einem ebenso ergreifenden wie belebenden Ereignis.

Duda Paivas Kunst entwickelt ihre Intensität durch die Isoliertheit eines einzelnen Puppenspielers auf einer Bühne. Paiva hat einzigartige Bewegungen entwickelt, durch die er scheinbar leblose Schaumstoffobjekte in vollwertige Tanzpartner verwandelt. Er erschafft eine magische Realität, die Menschen in aller Welt zu verzaubern vermag.

Dauer: 70 Minuten, ohne Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei.
Inszenierung in englischer Sprache.

Duda Paiva, Nancy Black – Konzept und Regie
Duda Paiva – Performance
Wilco Alkema – Musik
Mark Verhoef – Licht
Nienke Rooijakkers – Licht
Machtelt Halewijn, Daniel Patijn – Bühnenbild
Atty Kingma – Kostüme

dudapaiva.com

Eine Koproduktion von Duda Paiva Company und Black Hole Theatre (Australien), Nordland Visual Theatre (Norwegen), Festival Mondial des Théâtres de Marionnettes (Frankreich) und Korzo Theater Niederlande, gefördert von Performing Arts Fund NL.

Und dann kam Mirna

Eine halb ausgeräumte Wohnung, Koffer und Kartons: Eine Frau Mitte Dreißig wartet gemeinsam mit ihrer zehnjährigen Tochter Mirna auf den Umzugswagen, der sie in ein neues Leben bringen soll.

Sibylle Berg hat zu ihrem Stück Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen eine virtuose Fortsetzung geschrieben und kommentiert bissig die Frauenbilder und Beziehungskonzepte des 21. Jahrhunderts. Die jungen, rebellischen Erfolgsfrauen sind in Und dann kam Mirna zehn Jahre älter und Mütter geworden, haben Liebeskummer und Trennungen hinter sich und schlagen sich mit der schmerzhaften Einsicht herum, dass sie „nur ein kleines, mittelmäßiges Leben“ haben werden. Die Protagonistinnen erzählen in einer furiosen Performance vom Scheitern an den eigenen Erwartungen und der diffusen Sehnsucht nach einem Neuanfang, der nie Wirklichkeit werden wird. Dabei müssen sie ertragen, dass ihre scharfzüngigen Töchter sie genauso kritisch hinterfragen wie sie selbst die Müttergeneration vor ihnen.

Und dann kam Mirna war als bester neuer Theatertext der Saison für den Mülheimer Dramatikerpreis 2016 nominiert und gewann den Publikumspreis von “Stücke 2016”. Das Gorki wurde 2014 als “Theater des Jahres” ausgezeichnet und gilt als eine der spannendsten und renommiertesten Bühnen der Republik.

Dauer: 1 Std. 10 Minuten, ohne Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Sebastian Nübling – Regie
Tabea Martin – Choreographie
Magda Willi, Moïra Gilliéron – Bühne
Ursula Leuenberger – Kostüme
Katja Hagedorn – Dramaturgie

Mit Sarah Böcker, Aydanur Gürkan, Suna Gürler, Rahel Jankowski, Nilu Kellner, Cynthia Micas, Fée Mühlemann, Amba Peduto, Zoé Rügen, Marie Carlota Schmidt, Çiğdem Teke, Annika Weitzendorf

www.gorki.de

Eine Produktion des Maxim Gorki Theaters.

Düsseldorf sous-terrain

Düsseldorf entwickelt sich rasant. Derzeit entstehen neue Quartiere, die nicht nur das Stadtbild, sondern voraussichtlich auch die gesellschaftliche Struktur sukzessive verändern werden. Die performative Tour Düsseldorf Sous-Terrain stellt die Frage, wohin diese Art von Stadtentwicklung führen wird. Um das Gedankenspiel auf die Spitze zu treiben, entwirft das Theaterkollektiv per.Vers. das fiktive Institut „Schöner Leben“.

„Schöner Leben“ ist eine international renommierte Agentur für öffentliche Raumgestaltung und urbane Utopien, die mit ihrem Motto „Wir zeigen Ihnen heute, wovon Sie morgen erst träumen!“ weltweit für Aufsehen sorgt. „Schöner Leben“ möchte den Mitreisenden des Abends ihr aktuelles Vorhaben präsentieren: ein innerstädtisches Areal der Zukunft, in dem sich Wohnen, Arbeiten sowie die persönliche Entfaltung der Bewohner harmonisch vereinen. Diese einzigartige Vision trägt den Namen AVALER und passt somit perfekt zu schon real bestehenden, französisch betitelten Immobilienprojekten in Düsseldorf.

Das Ziel von „Schöner Leben“ ist es, Teile der City architektonisch, ästhetisch und inhaltlich so miteinander zu verbinden, dass eine neue Stadt in der Stadt entsteht – ein in sich geschlossenes „urban village“. „Schöner Leben“ lädt die Besucher im Vorfeld ihres Bauvorhabens auf eine Reise ein, um AVALER mit allen Sinnen zu erleben …

Das Theaterkollektiv per.Vers. sucht in seinen inszenierten Stadterkundungen die unbeachteten Orte, Zwischenräume und Niemandsländer, aber gleichzeitig auch die versteckten Schätze der Stadt Düsseldorf. Diese Begehungen haben mittlerweile Tradition beim ASPHALT Festival. Nach der Tour der sanften Tristesse (2012), Düssel – eine Odyssee (2013) und Ode an das Büdchen (2014) ist Düsseldorf Sous-Terrain die vierte Performance-Tour, die den Teilnehmenden ihre Stadt zeigt, wie sie sie vielleicht noch nie gesehen haben.

Dauer: ca. 2 Stunden, inkl. Busfahrten
Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei.
Festes Schuhwerk dringend empfohlen!

Inszenierung: Christof Seeger-Zurmühlen
Ausstattung: Kirsten Dephoff
Musik: Bojan Vuletic
Video: Space Interactive – Andreas Kalinka + Florian Pfahl
Stückentwicklung: Theaterkollektiv
Mit Anna Beetz, Julia Dillmann, Nora Pfahl, Florian Pfahl, Jonathan Schimmer & Jörg Reinert

theaterkollektiv.de

Das Stück ist Teil des Ausstellungsprojekts 100 Ideen für eine neue Welt im NRW-Forum Düsseldorf.

Eine Produktion des Theaterkollektivs per.Vers. in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival, in Kooperation mit dem Kulturzentrum zakk und der Rheinbahn AG, gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

logo-asphalt-Kooperation

logo-nrw-forum
10 - LOGO blau

logo-ministaerium-nrw

L_DachmarkeDUS_lang_rot_RGB

logo-rheinbahn

logo-zakk

Weltproben – Eine Versammlung

Das ist doch alles nicht echt! Was das heißt, scheinen wir schon lange zu wissen, aber glauben tun wir es nicht wirklich. Zeit also, hinter die Kulissen dieses Filmes namens Realität zu schauen und unser Schauspiel auf der Bühne des Lebens besser zu performen. Gemeinsam mit Euch verfolgen vier Coaches die Risse in der Wirklichkeit und befragen die schier unendliche Schar an Statisten um uns herum, welchem Plan sie folgen.

Sie geben uns die einmalige Gelegenheit, den Schleier des Stadtalltags zu lüften und uns zu Verstecken im Realen und in die inszenierten Alltäglichkeiten zu führen. Wir folgen den weißen Kaninchen in ihre Bauten und entscheiden uns dort für die rote Pille.

Spätestens ab jetzt nehmen wir unsere Rolle in diesem Spiel ernst. Und wir glauben unserem angeblichen Aufnahmeleiter, der uns immer tiefer ins Kaninchenloch führt, bei seinem Zweifel an seiner eigenen Realität. Denn er selbst ist scheinbar auch nur Teil einer Simulation. Doch wer steuert diese? Was passiert, wenn diese großangelegte Inszenierung auffliegt? Wenn die so gut getarnte Windmaschine als solche erkannt wird? Und der Gang der älteren Dame zum Bäcker in einer Endloswiederholungsschleife stecken bleibt? Following the script? Oder schreiben wir diesen Film um und reißen als Truemen und -women den Horizont ein? Nutzen wir die Chance, auf die Welt hinter der Welt zu schauen und herauszufinden, was da draußen los ist. Eine Wirklichkeit ist es sicher nicht!

Mit diesem Projekt wagt sich Drama Köln an sein bislang größtes Projekt: die Aufdeckung der gigantischsten Verschwörung überhaupt – unserer Realität! Was ist echt, was nicht? Wer Performer, wer Zuschauer, wer Statist und wer Passant? Weltproben – Eine Versammlung spielt in Zeiten des Turbokapitalismus und digitalen Parallelwelten mit unserer Sehnsucht, im Echten den Fake zu erkennen und im Fake das Echte zu erspüren.

In Koproduktion mit dem ASPHALT Festival sowie dem Kölner Schauspiel entlarvt das Kölner Stadtraumkommando das tägliche Treiben in unserer Stadt und erklärt mit seinem performativen Trainingsprogramm einen uns scheinbar vertrauten Ort zur begehbaren Hyperrealität. Dabei schulen uns diese Coaches nicht nur in den Inszenierungspraktiken und Spielweisen der Realität, sie ernennen uns zu teilnehmenden Beobachtern. Statisten der Welt, macht Euch bereit für diesen Testlauf des Lebens!

Drama Köln e. V. versteht sich als Verein zur Pflege des Theaters als zeitgenössische Kunst und Ideenpool zur Förderung neuer Dramatik. Die Initiative spielt dabei mit den Polen Theater, Hörspiel, Performance und Literatur. Als Aufführungsort dienen weniger klassische Theaterräume als vielmehr der öffentliche Raum, den es temporär – oft nur für einen Abend – theatral zu besetzen gilt. Seit Philine Verhagen 2012 die künstlerische Leitung übernahm, hat sich diese Kommunikation mit der urbanen Umgebung und ihren Bürgern verschärft und der Fokus wurde auf formal ästhetische sowie soziale Effekte der künstlerischen Arbeit gerichtet. Die Stadt und ihre Bewohner sind elementarer Bestandteil der Projekte von Drama Köln und untersuchen den Sozialraum Theater auf seine ureigene Kraft als temporärer Ort der Begegnung im Jetzt.

Dauer: rund 60 bis 90 Minuten
Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei.

Idee + Konzeption – Philine Velhagen
Ausstattung – Cordula Körber
Dramaturgie – Felizitas Kleine
Regieassistenz – Maria Richter
Text – Christian Bernhardt
Produktionsleitung – Bela Bisom, Marina Zielke
Von und mit Alice Ferl, Mirco Monshausen, Anna-Maja Terävä, Philine Velhagen

www.drama-koeln.de

Eine Produktion von Drama Köln, in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2016 und dem Schauspiel Köln im Rahmen des Stadtteilprojekts “Die Stadt von der anderen Seite sehen“. Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln, den Fonds Darstellende Künste e. V. und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.

logo-asphalt-Kooperation
cropped-FD_Logo_2
logo-stadt-koeln-ob
logo_spk_01_schwarz
logo-ministaerium-nrw

Banda Senderos

Die neunköpfige Band um die beiden Sänger Seba Campos und Dan Brown folgt mit ihrem Mix aus Cumbia-Rhythmen, Reggae und Dancehall auf dem Fundament von dicken Beats konsequent ihrem sendero (span. “Weg”). Jeder Takt ihrer Musik ist eine tanzbare Aufforderung zur Offenheit und Neugier gegenüber dem Fremden und Unbekannten – ein Statement, das nicht aktueller sein könnte. So war es die eigene Offenheit und Bereitschaft, sich auf das Fremde einzulassen, die die Band erst hat entstehen lassen. Die deutschen, spanischen, französischen und englischen Lyrics spiegeln dabei ungezwungen die kulturelle Vielfalt innerhalb der Band wieder. Denn die Mitglieder haben ihre Wurzeln nicht nur im Ruhrgebiet, sondern auch in Chile, im Kongo und in Polen. Die eigenen Biografien der Banda Senderos machen die Fusion unterschiedlichster Musikrichtungen, die den Banda-Sound mit seinen vielfältigen kulturellen Einflüssen prägen, zu einem authentischen Soundtrack der urbanen, lebensbejahenden Jugend, die Vielfalt selbstverständlich lebt und Unterschiede feiert.

Dauer: ca. 1 Std. 30 Minuten, ohne Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Sebastián Campos-Schwermann – Gesang
Dan Brown – Gesang
David Fiege – Gitarre
Pascal Wenske – Bass
Julian Kühn – Drums
Jens Kolpatzik – Posaune
Dominik Ohlmann – Trompete
Johannes Hartogh – Saxophon
Jacek Brzozowski – Liveproduktion

senderosmusic.de

Präsentiert von WDR Funkhaus Europa.

logo-funkhaus-europa

ASPHALT liest! – Schwarmbeben

Schwarmbeben verwebt drei Geschichten über unmögliche Liebe, deren Spuren ein Erdbeben begräbt: die Liebe zwischen einer Lehrerin und einem Schüler, die Liebe dreier Männer zu einem Jungen und die Liebe eines Ehepaares, die in einem Mord endet. Das grausame Naturschauspiel, bei dem gegen- und miteinander wirkende Kräfte schließlich gewaltige Eruptionen auslösen, wird zur Metapher für die Gefühle der Liebenden – und selbst aus einer Trümmerlandschaft steigt die Liebe wie ein Phönix aus der Asche und überwindet alle Widerstände. Der erstmalige Vortrag des literarischen Textes durch den Autor wird in einen außergewöhnlichen Kontext gesetzt.

Der Lyriker und Schriftsteller Frank Schablewski (Jahrgang 1965) studierte Kunst an der Düsseldorfer Kunstakademie und Tanz an verschiedenen Instituten in Deutschland, der Schweiz und Frankreich. Er verfasst Gedichte und Essays zur Kunst, die in Anthologien, Literaturzeitschriften und Katalogen von Galerien und Museen veröffentlicht wurden. Schablewski debütierte 1998 mit dem Gedichtband „Süßholzköpfe“. Ausgewählte Gedichte des vielfach ausgezeichneten Autors wurden ins Spanische, Hebräische, Türkische und Slowenische übersetzt. Frank Schablewski selbst übertrug Gedichte von Walt Whitman aus dem Amerikanischen, von Ronny Someck und Tuvia Rübner aus dem Hebräischen und von Carmen Ollé aus dem Spanischen ins Deutsche.

Dauer: t.b.a.
Die Veranstaltung ist nicht barrierefrei.

rimbaud.de/schablewski.html

Eine Produktion von Frank Schablewski in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2016. Die Entstehung der Novelle Schwarmbeben wird gefördert von der Kunststiftung NRW, das Buch wird im Rimbaud Verlag erscheinen.

logo-asphalt-Kooperation
logo-kunststiftung-nrw

Absagen an die Festung Europa

Eintritt frei.

Die vielen Bilder der Flüchtlingsströme nach Europa beherrschen die Medien seit Monaten, der politische Umgang spaltet nicht nur Europa, sondern auch die politischen Akteurinnen und Akteure in Deutschland.
Ewert Nitschke stellen sich die Frage, wer die Verantwortlichen für die hohen Zäune um Europa sind und suchen nach Adressaten für ihre Absagen. Untersucht werden soll die Region zwischen Ruhrgebiet und Rheinland, in der Ewert Nitsche zur Zeit leben. Aber auch die bundespolitische Ebene mit ihren Verbindungen zu den europäischen Verbündeten steht im Zentrum der Forschung.

Mittels Jelineks Werk „Die Schutzbefohlenen“ wird stets ein neuer Bezug zwischen tagesaktuellem politischem Geschehen und Fiktion hergestellt. Die Erteilung der Absage ist der Beginn einer Kommunikation mit den Regierenden und politischen Entscheidungsträgern. Seit April 2016 werden die Absagen verschickt, versendete Absagen können unter www.absagen.org nachgelesen werden. Im Rahmen des ASPHALT Festivals werden Ewert Nitschke eine performative Installation zeigen. Hinter dem Pseudonym Ewert Nitschke verbergen sich die Künstlerinnen und szenischen Forscherinnen Helene Ewert und Julia Nitschke aus Bochum.
Absagen an die Festung Europa ist der zweite Teil des Zyklus Absagen. Im ersten Teil Absagen an Krieg verfassten Ewert Nitschke Absagen an Länder, die direkt oder indirekt in Krieg involviert sind. Das Projekt wurde im Rahmen der Vierten Mülheimer Fatzer Tage 2014 verwirklicht.

Helene Ewert studierte bis 2012 Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien und ist seit 2013 für Szenische Forschung an der Ruhr-Universität Bochum eingeschrieben. Am Schuberttheater Wien führte Ewert 2012 zum ersten Mal Regie und inszenierte unter anderem Woyzeck. 2013 arbeitete sie im Rahmen ihres Studiums mit dem Performancekollektiv She She Pop zusammen.

Julia Nitschke hat 2011 ihren Bachelorstudiengang Soziale Arbeit in Bochum abgeschlossen und steht nach Zwischenstopps in der Theater- und Sozialwissenschaft nun kurz vor dem Abschluss ihres Masterstudiengangs Szenische Forschung. Sie ist Mitorganisatorin und Kuratorin beim Kunstfestival „Rundlauf Bochum“ und Mitbegründerin der Agentur für angewandte Performance-Kunst. Seit August 2015 arbeitet Nitsche als Geräuschemacherin an der Re-Animation des Stummfilms L’Inferno nach Dantes Göttlicher Komödie.

Helene Ewert, Julia Nitschke – Konzept, Umsetzung, Performance
Almut Pape – Dramaturgie

absagen.org

Die Kunstinstallation „Absagen an die Festung Europa“ ist während des Festivalbetriebs vom 9.–17. Juli 2016 täglich ab 18:00 Uhr zu besichtigen. Der Zugang ist nicht barrierefrei.

Eine Produktion von Ewert Nitschke in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2016, gefördert von der Kunststiftung NRW.

logo-asphalt-Kooperation
kunststiftung_NRW

Merken

Merken

Merken

Antes

In Antes formen die nackten Körper von zwölf Tänzerinnen und Tänzern ein Ensemble wie die Bäume eines Waldes, in dessen Inneren jedes Individuum seinen eigenen Lebensraum bewahrt. Jeder behält seinen Charakter, obwohl Ängste, Bedürfnisse oder Wünsche identisch sind. Die Gruppe strotzt vor Energie, Kraft und Leben, die Tanzenden drehen sich, wirbeln ihre „Äste“ herum, aber berühren sich nicht. Sie bewegen sich in einem synchronen Ritual und doch bleibt jeder für sich allein. Und wenn sich ein unerwarteter Unfall ereignet, verändert sich die Ordnung der Dinge.

Antes ist der dritte Teil der Trilogie Distancia, die sich mit der Geschichte der Menschheit und der Spiegelung sowohl individueller als auch kollektiver Schicksale beschäftigt. Die Choreografien, die der Brasilianer Guilherme Botelho für seine Genfer Compagnie Alias kreierte, wurden bereits auf vier Kontinenten gezeigt, vielfach preisgekrönt und werden regelmäßig von wichtigen Stadtballetts neu inszeniert.

Dauer: 1 Std., ohne Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Guilherme Botelho – Choreografie
Jean-Philippe Roy – Licht
Murcof – Musik
Eloi Gianini – Technik
Mit Fabio Bergamaschi, Adriano Coletta, Giulia Franceschini, Victoria Hoyland, Erik Lobelius, Anne-Lise Pizot, Angela Rabaglio, Linn Ragnarsson, Amaury Réot, Claire-Marie Ricarte, Adrian Rusmali, Luisa Schöfer, Christos Strinopoulos, Emilie Szikora

alias-cie.ch

Eine Produktion der Compagnie Alias mit dem Théâtre Forum Meyrin und dem Théâtre du Crochetan, gefördert von der Stadt und dem Kanton Genf, der Kommune Meyrin, den Stiftungen Pro Helvetia, Meyrinoise du Casino und Wilsdorf.

ASPHALT tanzt! – Niemandsländer

Für ASPHALT 2016 haben drei junge, internationale Tänzerinnen und Choreografinnen zeitgenössische Tanzsoli zum Festivalthema „Niemandsländer“ entwickelt. ASPHALT tanzt! findet an den beiden zentralen Festivalorten statt, im Weltkunstzimmer und in den Alten Farbwerken. Das Publikum pendelt während der Veranstaltung zwischen den Spielorten, die unterschiedlichste Raum- und Zuschauersituationen bieten.

Die Koreanerin Howool Baek war bereits beim ASPHALT Festival 2013 zu Gast. Die preisgekrönten Arbeiten der in Berlin lebenden Künstlerin zeigen oft minimale Bewegungen auf kleinstem Raum, lenken den Blick auf Finger, Füße und nehmen die Ausdrucksmöglichkeiten einzelner Körperteile in den Fokus. Zum Ende einer Choreografie nimmt das Publikum den Körper völlig anders wahr.

Die in Italien und Österreich lebende Valentina Moar arbeitet als Tänzerin und Choreografin mit international renommierten Tanzensembles, Komponisten, Theatern und Opernhäusern sowie in musealen Kontexten, u. a. auf der Biennale in Venedig. Ihre Körpersprache ist immer zeitgenössisch und doch auch zeitlos im besten Sinne. Unlängst war sie Choreografin und Tänzerin in Vasco Rossis Konzert-Film „tutto in una nette“ und spielte im Jungen Schauspielhaus Düsseldorf eine Hauptrolle in Die Kunst vom Fallen und Fliegen.

Die Schauspielerin, Tänzerin und Choreografin Laia Sanmartin stammt aus Barcelona, lebt und arbeitet aktuell überwiegend in der Schweiz und in Deutschland. Zu ihrem breiten künstlerischen Spektrum gehören klassisches Schauspiel, Clownerie und Straßentheater. Sie ist Gründungsmitglied des Physical-Theatre-Kollektivs „Spettatori“.

Dauer: ca. 2 Stunden, inkl. 2 Pausen
Die Veranstaltung ist eingeschränkt barrierefrei – bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie konkrete Informationen benötigen.

Howool Baek, Valentina Moar, Laia Sanmartin – Tanz & Choreografie

howoolbaek.com
valentinamoar.com
laiasanmartin.com

Eine Produktion von Howool Baek, Valentina Moar und Laia Sanmartin in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2016, gefördert von der Stadt Graz, dem Arts Council Korea und dem Koreanischen Kulturinstitut.

 

logo-asphalt-Kooperation

 

logo-graz-kultur

 

logo-koreanisches-kulturzentrum

 

Art Council Korea

Der Kunstreiniger

Was passiert, wenn alle Türen geschlossen sind und die Dinge im Museum zu leben beginnen? Wenn Kunst sich selbst betrachtet, Ausstellungen Einstellungen beeinflussen und Erwartungen neu gerahmt werden?
Am Ende des Tages, wenn alle Besucher das Museum verlassen, betritt nur noch eine Person die verlassenen Räume – der Kunstreiniger. Ihm kann man nichts vormachen, denn auf allem liegt der gleiche Dreck. Seit Jahren arbeitet er im Museum und zwischen ihm und den Kunstwerken entwickelt sich stets eine besondere Beziehung. Der Kunstreiniger erzählt von seiner Sehnsucht nach mehr Leben hinter den Stillleben, nach mehr Stille im Lärm. Mit der Zeit eröffnet ihm alles, was er reinigen soll, eine neue Welt. Die Ausstellungen beginnen anders zu atmen, anders zu leben. Die Bilder sehen ihm in die Augen. Sie geben ihm Wärme, Verständnis, Humor und Zuneigung. Und manchmal einen irren Blick auf die Realität.

projekt-il ist die Arbeitsplattform der Regisseurin und Schauspielerin Bianca Künzel und des Schauspielers Alexander Steindorf. Gemeinsam realisieren sie Theater- und Kunstprojekte im öffentlichen Raum.

Dauer: ca. 80 Minuten, ohne Pause
Die Veranstaltung ist barrierefrei.

Bianca Künzel – Regie
Alexander Steindorf – Schauspiel

Eine Produktion von projekt-il in Koproduktion mit dem ASPHALT Festival 2016, in Kooperation mit der Kunstsammlung NRW, gefördert vom Kulturamt der Stadt Düsseldorf.

logo-asphalt-Kooperation
logo-kunstsammlung-nrw
logo-landeshauptstadt-duesseldorf

Epilog

Eintritt frei.

In den Motiven des Düsseldorfer Fotografen Laurenz Berges sind niemals Menschen zu sehen, und doch finden sich überall Spuren von ihnen. Berges dokumentiert Räume, die durch die Abwesenheit von Leben geprägt sind – einst waren hier Menschen, doch inzwischen sind die Orte verlassen. D